{"d":{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19933549,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19933549,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Business"},"BusinessResponsibilities":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19933549,Language='DE')/BusinessResponsibilities"}},"RelatedBusinesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19933549,Language='DE')/RelatedBusinesses"}},"BusinessRoles":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19933549,Language='DE')/BusinessRoles"}},"Publications":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19933549,Language='DE')/Publications"}},"LegislativePeriods":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19933549,Language='DE')/LegislativePeriods"}},"Sessions":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19933549,Language='DE')/Sessions"}},"Preconsultations":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19933549,Language='DE')/Preconsultations"}},"Bills":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19933549,Language='DE')/Bills"}},"Councils":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19933549,Language='DE')/Councils"}},"BusinessTypes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19933549,Language='DE')/BusinessTypes"}},"Votes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19933549,Language='DE')/Votes"}},"SubjectsBusiness":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19933549,Language='DE')/SubjectsBusiness"}},"BusinessStates":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19933549,Language='DE')/BusinessStates"}},"Council":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19933549,Language='DE')/Council"}},"Transcripts":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19933549,Language='DE')/Transcripts"}},"ID":19933549,"Language":"DE","BusinessShortNumber":"93.3549","BusinessType":8,"BusinessTypeName":"Interpellation","BusinessTypeAbbreviation":"Ip.","Title":"Medikamentenabh\u00e4ngigkeit","Description":null,"InitialSituation":null,"Proceedings":null,"DraftText":null,"SubmittedText":"<p>Im Anschluss an meine Frage betreffend Medikamentenabh\u00e4ngigkeit, die ich in der Fragestunde gestellt habe, m\u00f6chte ich doch noch einige Fragen beantwortet wissen.</p><p>Ich bitte daher den Bundesrat, mir folgende Fragen zu beantworten.</p><p>1. Wie viele Menschen sind nach Kenntnis unserer Regierung von rezeptpflichtigen Medikamenten abh\u00e4ngig?</p><p>2. Welche Todesf\u00e4lle sind direkt und wie viele indirekt der Medikamentenabh\u00e4ngigkeit zuzuschreiben?</p><p>3. K\u00f6nnten Mediziner, die Medikamente verschreiben, die zur Abh\u00e4ngigkeit f\u00fchren, zur Rechenschaft gezogen werden?</p><p>4. Wurden in dieser Sache schon einmal juristische Schritte oder eventuell sogar Verurteilungen vorgenommen?</p><p>5. Welche Massnahmen k\u00f6nnten unternommen werden, damit der \"leichtfertigen\" Abgabe von diesen Medikamenten Einhalt geboten werden kann?</p>","ReasonText":null,"DocumentationText":null,"MotionText":null,"FederalCouncilResponseText":"<p>1. Eine 1983/84 in der Deutschschweiz durchgef\u00fchrte und 1986 publizierte Untersuchung (Gutscher/Hornung) \u00fcber den Medikamentenmissbrauch gibt eine \u00dcbersicht \u00fcber das Missbrauchsproblem. Sie unterscheidet allerdings nicht zwischen rezeptpflichtigen und -freien Medikamenten. Die Ergebnisse zeigen: Nur bei gerade 1,6 Prozent der Personen zwischen 20 und 40 Jahren gibt es Hinweise auf Medikamentenabh\u00e4ngigkeit, w\u00e4hrend bei den 41- bis 60j\u00e4hrigen das Verh\u00e4ltnis auf 4,2 Prozent und bei den \u00fcber 61j\u00e4hrigen Personen auf 8,4 Prozent ansteigt.</p><p>Eine 1987 durch die Schweizerische Fachstelle f\u00fcr Alkohol- und andere Drogenprobleme durchgef\u00fchrte Erhebung hat ergeben, dass t\u00e4glich rund 200 000 Frauen und 120 000 M\u00e4nner zu Schlaf-, Schmerz-, Beruhigungs- oder Anregungsmitteln greifen.</p><p>2. Es gibt keine spezifische Statistik \u00fcber jene Todesf\u00e4lle, die in direktem oder indirektem Zusammenhang mit der Medikamentenabh\u00e4ngigkeit stehen. Weder die vom Schweizerischen Toxikologischen Informationszentrum noch die von den Spit\u00e4lern gemachten Beobachtungen erlauben es, Klarheit zu erlangen \u00fcber die Zahl von medikamentenabh\u00e4ngigen Personen, die infolge einer Medikamentenvergiftung gestorben sind. Einerseits umfassen diese Daten den gr\u00f6ssten Teil der tot aufgefundenen oder zuhause gestorbenen Personen nicht, und andererseits ist die Medikamentenabh\u00e4ngigkeit oft nicht bekannt. Zwar publiziert das Bundesamt f\u00fcr Statistik die F\u00e4lle von t\u00f6dlichen Medikamentenvergiftungen. Diese beliefen sich 1992 auf 189. Es weist aber nicht aus, wie viele davon auf eine Abh\u00e4ngigkeit zur\u00fcckzuf\u00fchren sind. (Zum Vergleich: Im selben Jahr ereigneten sich in der Schweiz insgesamt 260 302 Todesf\u00e4lle).</p><p>3. Prinzipiell k\u00f6nnen \u00c4rzte zur Rechenschaft gezogen werden, wenn die Verschreibung von Medikamenten nicht nach den Regeln der \u00e4rztlichen Kunst erfolgt oder wenn der Patient nicht auf die Risiken einer Abh\u00e4ngigkeit bei einer Anwendung \u00fcber l\u00e4ngere Zeit aufmerksam gemacht worden ist. Im Einzelfall ist es aber oft schwierig zu beweisen, dass ein Arzt nicht lege artis gehandelt hat.</p><p>4. Es sind uns keine F\u00e4lle bekannt, wo gegen einen Arzt Rechtsschritte wegen exzessiver Verschreibung eingeleitet worden w\u00e4ren. Ebensowenig haben wir Kenntnis von Gerichtsurteilen. Stellen hingegen die Krankenkassen bei Patienten einen \u00fcberm\u00e4ssigen Medikamentenkonsum fest, k\u00f6nnen sie mit dem verschreibenden oder abgebenden Arzt Kontakt aufnehmen und die Wirtschaftlichkeit und Zweckm\u00e4ssigkeit der Verschreibung gem\u00e4ss Artikel\u00a023 des KUVG (wiederaufgenommen in Art. 48 des Revisionsprojekts) \u00fcberpr\u00fcfen.</p><p>5. Die Medikamentenabh\u00e4ngigkeit ist ein komplexes Problem. Probleme wie \u00c4rger, Spannungen, Stress, schulische oder berufliche Schwierigkeiten, Eheprobleme, soziale Schwierigkeiten, Unannehmlichkeiten des Alters f\u00fchren oft zu einem Medikamentenmissbrauch. Manche \u00c4rzte verschreiben gewisse Medikamentengruppen wie die Tranquilizer zu schnell und zu lange. Nur Massnahmen im Rahmen einer globalen Pr\u00e4ventionspolitik, die sich sowohl auf die Information der Medizinalpersonen wie auch auf die Aufkl\u00e4rung der Bev\u00f6lkerung beziehen, k\u00f6nnen deshalb erfolgreich sein. Das Bundesamt f\u00fcr Gesundheitswesen (BAG) plant f\u00fcr die n\u00e4chsten Jahre eine entsprechende Kampagne.</p><p>Anders als in einigen L\u00e4ndern (Holland, Deutschland, Skandinavien, USA, Kanada, Grossbritannien) gibt es in der Schweiz bisher kein offizielles System zur Erfassung von Detaildaten \u00fcber Medikamente. Nur die Pharmaindustrie verf\u00fcgt \u00fcber entsprechende Statistiken. Diese sind jedoch nicht \u00f6ffentlich. Infolgedessen ist auch keine Statistik verf\u00fcgbar, die \u00fcber den Konsum von rezeptpflichtigen oder -freien Medikamenten mit Abh\u00e4ngigkeitspotential Auskunft gibt. Der Bund hat jedoch einen ersten Schritt in diese Richtung getan. Eine j\u00fcngst abgeschlossene Untersuchung im Auftrag des BAG enth\u00e4lt Angaben \u00fcber den Gesundheitszustand der Bev\u00f6lkerung. Einige Angaben geben auch Auskunft \u00fcber die H\u00e4ufigkeit des Medikamentenkonsums und dar\u00fcber, ob diese Medikamente von einem Arzt verschrieben worden sind. Die n\u00e4chste Erhebung, die wahrscheinlich 1996 durchgef\u00fchrt werden wird, wird den Bed\u00fcrfnissen und Auswertungsresultaten der gegenw\u00e4rtigen Untersuchung entsprechend genauer angepasst werden k\u00f6nnen.</p><p>Ferner gilt es, pr\u00e4zise diagnostische Kriterien f\u00fcr die Ermittlung einer Abh\u00e4ngigkeit zu erarbeiten. Solche Angaben sind heute praktisch nicht existent oder schwer zug\u00e4nglich. Sodann m\u00fcsste der Aufbau eines entsprechenden Datenerfassungssystem gepr\u00fcft werden, wie es in anderen L\u00e4ndern schon existiert. Dies w\u00fcrde zwar Mittel erfordern, w\u00e4re aber durchaus sinnvoll. Es w\u00fcrde zu einer besseren Kenntnis des Gebrauchs und Missbrauchs von Medikamenten beitragen und unentbehrliche Informationen f\u00fcr eine Pr\u00e4ventionskampagne liefern.</p>  Antwort des Bundesrates.","FederalCouncilProposal":8,"FederalCouncilProposalText":null,"FederalCouncilProposalDate":"\/Date(764380800000)\/","SubmittedBy":"Bischof Hardi","BusinessStatus":229,"BusinessStatusText":"Erledigt","BusinessStatusDate":"\/Date(819504000000)\/","ResponsibleDepartment":4,"ResponsibleDepartmentName":"Departement des Innern","ResponsibleDepartmentAbbreviation":"EDI","IsLeadingDepartment":true,"Tags":null,"Category":null,"Modified":"\/Date(1712760389720)\/","SubmissionDate":"\/Date(754617600000)\/","SubmissionCouncil":1,"SubmissionCouncilName":"Nationalrat","SubmissionCouncilAbbreviation":"NR","SubmissionSession":4412,"SubmissionLegislativePeriod":44,"FirstCouncil1":1,"FirstCouncil1Name":"Nationalrat","FirstCouncil1Abbreviation":"NR","FirstCouncil2":null,"FirstCouncil2Name":null,"FirstCouncil2Abbreviation":null,"TagNames":null}}