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Weil die Einkommen bei Ehepaaren, nicht aber bei unverheirateten Paaren zusammengerechnet werden, werden Ehepaare auch unter Ber\u00fccksichtigung des Abzuges f\u00fcr Doppelverdiener mit einer eigentlichen Steuer- und Progressionsstrafe belegt. Am st\u00e4rksten sind jene Ehepaare betroffen, wo der Zweitverdiener einen wesentlichen Beitrag an das Gesamteinkommen leistet: je h\u00f6her sein Anteil am Gesamteinkommen, um so gr\u00f6sser der Steuernachteil. Bei gleichem Gesamteinkommen zahlt ein Ehepaar bis zum doppelten Steuerbetrag, den ein unverheiratetes Paar zu entrichten hat. Der Nachteil beginnt bereits bei Gesamteinkommen um 40 000 Franken und erreicht schon bei Gesamteinkommen ab 60 000 Franken gegen 100 Prozent; hohe Einkommen sind wieder etwas weniger benachteiligt. Die Zahl der benachteiligten Ehepaare ist sehr hoch, denn in jeder zweiten Ehe sind Frau und Mann erwerbst\u00e4tig.</p><p>An dieser Ungleichheit \u00e4ndert auch die Revision der direkten Bundessteuer nichts, welche per 1995 in Kraft tritt.</p><p>Das Bundesgericht bezeichnet Steuerunterschiede zu Lasten der Ehepaare sp\u00e4testens ab 10 Prozent Mehrbelastung als verfassungswidrig (Art. 4 der Bundesverfassung). Bei der direkten Bundessteuer kann das Bundesgericht nicht eingreifen, weil es Bundesgesetze nicht auf ihre Verfassungsm\u00e4ssigkeit \u00fcberpr\u00fcfen darf. Eine Korrektur ist nur durch eine Gesetzes\u00e4nderung m\u00f6glich.</p><p>1994 ist das Jahr der Familie! Um die direkte Bundessteuer familiengerecht auszugestalten und die krasse Benachteiligung der Ehepaare gegen\u00fcber unverheirateten Paaren zu beseitigen, wird der Bundesrat aufgefordert, eine Gesetzesrevision vorzulegen, welche</p><p>- die verfassungswidrige steuerliche Benachteiligung der Ehepaare gegen\u00fcber unverheirateten Paaren beseitigt,</p><p>- ohne dass dadurch das gesamte Steueraufkommen des Bundes ver\u00e4ndert wird.</p>","ReasonText":null,"DocumentationText":null,"MotionText":null,"FederalCouncilResponseText":"Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwandeln.","FederalCouncilProposal":2,"FederalCouncilProposalText":"Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwandeln.","FederalCouncilProposalDate":"\/Date(781401600000)\/","SubmittedBy":"Frick Bruno","BusinessStatus":229,"BusinessStatusText":"Erledigt","BusinessStatusDate":"\/Date(1054771200000)\/","ResponsibleDepartment":7,"ResponsibleDepartmentName":"Finanzdepartement","ResponsibleDepartmentAbbreviation":"EFD","IsLeadingDepartment":true,"Tags":null,"Category":"IV","Modified":"\/Date(1750816781003)\/","SubmissionDate":"\/Date(755308800000)\/","SubmissionCouncil":2,"SubmissionCouncilName":"St\u00e4nderat","SubmissionCouncilAbbreviation":"SR","SubmissionSession":4412,"SubmissionLegislativePeriod":44,"FirstCouncil1":2,"FirstCouncil1Name":"St\u00e4nderat","FirstCouncil1Abbreviation":"SR","FirstCouncil2":null,"FirstCouncil2Name":null,"FirstCouncil2Abbreviation":null,"TagNames":null}}