{"d":{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19943200,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19943200,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Business"},"BusinessResponsibilities":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19943200,Language='DE')/BusinessResponsibilities"}},"RelatedBusinesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19943200,Language='DE')/RelatedBusinesses"}},"BusinessRoles":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19943200,Language='DE')/BusinessRoles"}},"Publications":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19943200,Language='DE')/Publications"}},"LegislativePeriods":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19943200,Language='DE')/LegislativePeriods"}},"Sessions":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19943200,Language='DE')/Sessions"}},"Preconsultations":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19943200,Language='DE')/Preconsultations"}},"Bills":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19943200,Language='DE')/Bills"}},"Councils":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19943200,Language='DE')/Councils"}},"BusinessTypes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19943200,Language='DE')/BusinessTypes"}},"Votes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19943200,Language='DE')/Votes"}},"SubjectsBusiness":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19943200,Language='DE')/SubjectsBusiness"}},"BusinessStates":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19943200,Language='DE')/BusinessStates"}},"Council":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19943200,Language='DE')/Council"}},"Transcripts":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19943200,Language='DE')/Transcripts"}},"ID":19943200,"Language":"DE","BusinessShortNumber":"94.3200","BusinessType":8,"BusinessTypeName":"Interpellation","BusinessTypeAbbreviation":"Ip.","Title":"Bildungsstand der Schweizer Jugend","Description":null,"InitialSituation":null,"Proceedings":null,"DraftText":null,"SubmittedText":"<p>Die Ergebnisse der P\u00e4dagogischen Rekrutenpr\u00fcfungen 1991 sind gem\u00e4ss Aussagen der Experten und von Journalisten ern\u00fcchternd und entt\u00e4uschend. Sie wurden am 9. Mai 1994 der Presse unterbreitet und sind im Band 13 der wissenschaftlichen PRP-Reihe ver\u00f6ffentlicht. So sollen die Pr\u00fcfungen in Lesen, Schreiben, Rechnen, Staats- und Wirtschaftskunde einen bedenklich tiefen Ausbildungsstand, Ans\u00e4tze zu einem sekund\u00e4ren Analphabetismus, grosse Unterschiede von Region zu Region und ein schwindendes Interesse an der Politik ausweisen. Der Bericht schliesst mit den Worten: \"Ergebnisse also, die es eigentlich verbieten w\u00fcrden, zur Tagesordnung \u00fcberzugehen.\" Nun wird aber von anderer Seite heftig kritisiert, dass ein Teil der gestellten Pr\u00fcfungsaufgaben zu hoch gegriffen und kompliziert gewesen sei.</p><p>Der Bundesrat wird um Auskunft gebeten:</p><p>1. Wie beurteilt er die Pr\u00fcfungsanlage und die Resultate der P\u00e4dagogischen Rekrutenpr\u00fcfung 1991, insbesondere auch im Hinblick auf den Vorwurf, dass ein Teil der Fragen zu schwer, kompliziert und unverst\u00e4ndlich gewesen sei?</p><p>2. Teilt er die Auffassung, dass die Frage des Ausbildungsstandes der Schweizer Jugend dringend weiterer Er\u00f6rterung der Ursachen bedarf, insbesondere hinsichtlich der ausgewiesenen schwindenden Kenntnisse und Interessen gegen\u00fcber unserem politischen System?</p><p>3. Ist er nicht auch der Meinung und gewillt, eine unabh\u00e4ngige Expertenkommission mit der Aufgabe zu betrauen, die sich aufdr\u00e4ngenden politischen Schlussfolgerungen aus allen bereits vorliegenden einschl\u00e4gigen Studien und Berichten zu ziehen, Handlungsanweisungen und Empfehlungen zu formulieren?</p><p>4. Ist er bereit, Vorkehrungen zu treffen, damit in seinem eigenen Handlungsbereich der Maturit\u00e4tsanerkennungsverordnung und des Berufsbildungswesens Staats- und Wirtschaftskunde einen h\u00f6heren Stellenwert erhalten? - Allenfalls das Institut f\u00fcr Berufsp\u00e4dagogik zu veranlassen, attraktivere Lehrmittel f\u00fcr den allgemeinbildenden Unterricht an den gewerblich-industriellen Berufsschulen bereitzustellen und die Berufsschullehrer speziell daraufhin vorzubereiten und auszubilden?</p>","ReasonText":"<p>Zwar ber\u00fchrt der Bereich der Volksschule nicht direkt den Bund, sondern prim\u00e4r die Kantone. Es muss aber im nationalen Interesse liegen, dass die Jugend in der obligatorischen Schule eine qualitativ gute Ausbildung erh\u00e4lt. In den weiter f\u00fchrenden Schulen kann der Bund sowohl \u00fcber die Maturit\u00e4tsanerkennungsverordnung als auch \u00fcber die Gesetzgebung im Berufsbildungswesen und \u00fcber das ETH-Gesetz seinen Einfluss geltend machen. Auch wenn die Ergebnisse der P\u00e4dagogischen Rekrutenpr\u00fcfungen nur einen Teil der Jugend betreffen und in ihrer \u00dcbungsanlage 1991 zum Teil auf problematischen und fragw\u00fcrdigen Aufgabenstellungen beruhten, m\u00fcssen sie Ausgangsbasis f\u00fcr eine vertiefte Reflexion sein. Da noch weitere Studien und Untersuchungsergebnisse zur Verf\u00fcgung stehen, ist es nicht n\u00f6tig, noch jahrelang auf Forschungsprojekte und Langzeitstudien zu warten. Handlungsbedarf ist heute gegeben.</p><p>Darum dr\u00e4ngt sich eine Kommission zur Abkl\u00e4rung der politischen Schlussfolgerungen auf. Die Tatsache, dass noch nie so viel Geld ins Bildungswesen investiert wurde und noch nie junge Menschen so lange geschult wurden wie heute, muss zum Denkanstoss f\u00fchren, ob weniger nicht mehr w\u00e4re: ob nicht eine Pause im quantitativen Ausbau des Schulwesens und daf\u00fcr eine in die Tiefe gehende qualitative Reform vonn\u00f6ten w\u00e4ren; ob nicht der Bereich der ausserschulischen Erfahrungen besser in die Gesamtausbildungskonzepte integriert werden sollte; ob nicht die Grundschule von einigem Ballast gesellschaftlicher Wunschthemen, mit dem sie stofflich \u00fcberlastet und \u00fcberfordert wird, zu befreien ist, damit sie sich auf ihre Hauptaufgaben konzentrieren kann. Auch muss die Frage er\u00f6rtert werden, ob der massiv vorgesehene Ausbau des Fachhochschulwesens nicht einseitig die h\u00f6here Jugend beg\u00fcnstigt und indirekt auf Kosten der runden H\u00e4lfte von Jugendlichen in den gewerblich-industriellen Berufsschulen geht.</p><p>Die Schule ist nur eine Komponente des Bildungsprozesses. Ihre Aufgabe ist im Banne von Fernsehen und Computer nicht leichter geworden. Sie allein kann die um sich greifende und auch die Erwachsenen einbeziehende Sprachvernachl\u00e4ssigung nicht aufhalten und korrigieren. Sie muss gesch\u00fctzt werden vor der Gefahr, ein Ort des Spektakels, der Show und der Zerstreuung zu werden. Sie muss ihren Beitrag zur Heranbildung verantwortungsbewusster Staatsb\u00fcrger leisten. - Alarmierend und gravierend ist n\u00e4mlich die immerhin gesicherte Erkenntnis aus den P\u00e4dagogischen Rekrutenpr\u00fcfungen, dass sich rund drei Viertel der Jugendlichen \u00fcberhaupt nicht oder nur m\u00e4ssig f\u00fcr Politik interessieren. Der Hinweis auf \u00e4hnliche Haltungen in Amerika darf nicht einfach so hingenommen werden. Die schweizerische direkte Demokratie setzt viel mehr Engagement und aktive Teilnahme ihrer Staatsb\u00fcrger als in den repr\u00e4sentativen Demokratien voraus. Zunehmende Stimmabstinenz oder Stimmabgabe in Unkenntnis der Fakten kann auf die Dauer schlimme Folgen haben, schwerwiegend vor allem auch im Hinblick auf anstehende Entscheide \u00fcber aussenpolitische Zusammenh\u00e4nge und Beziehungen zur internationalen V\u00f6lkergemeinschaft.</p>","DocumentationText":null,"MotionText":null,"FederalCouncilResponseText":"<p>1. Das EMD, dem die P\u00e4dagogischen Rekrutenpr\u00fcfungen gem\u00e4ss Verordnung vom 22. November 1973 unterstehen, hat daf\u00fcr eine Kommission eingesetzt, der die Festlegung der j\u00e4hrlichen Pr\u00fcfungsthemen und die Bezeichnung der wissenschaftlichen Projektleiter obliegen. Es steht aber weder dieser Kommission noch dem EMD und dem Bundesrat zu, die Einzelheiten eines Pr\u00fcfungskonzepts und die Befunde der Projektleiter zu kommentieren oder sogar zu korrigieren; der Grundsatz der Lehr- und Forschungsfreiheit geniesst in unserem Land zu Recht einen hohen Stellenwert.</p><p>Die Fragebogen f\u00fcr die Rekrutenbefragungen werden regelm\u00e4ssig in einem Pretest erprobt und n\u00f6tigenfalls angepasst. Es f\u00e4llt auf, dass der Pretest f\u00fcr die Pr\u00fcfungen im Jahre 1991 zum Thema Grundwissen, der teilweise mit Lehrlingen der Berufsschule St. Gallen durchgef\u00fchrt wurde, bessere Ergebnisse erzielt hat als die gesamtschweizerische Befragung. Der Bundesrat beurteilt die betreffenden Fragen als zum Teil anspruchsvoll, aber keineswegs unverst\u00e4ndlich.</p><p>2. Der Bundesrat teilt die Auffassung, dass das staatsb\u00fcrgerliche Grundwissen der jungen Generation und das schwindende Interesse f\u00fcr politische Fragen da und dort Anlass zu echter Besorgnis geben k\u00f6nnen. Er begr\u00fcsst deshalb grunds\u00e4tzlich die mit den Ergebnissen der P\u00e4dagogischen Rekrutenpr\u00fcfungen 1991 vorliegende Standortbestimmung und hofft, dass die Kantone, denen die Schulhoheit zusteht, die Pr\u00fcfungsergebnisse sorgf\u00e4ltig analysieren und Wege zur Verbesserung des Grundwissens der jungen Generation suchen.</p><p>3./4. Im Bereich der Aus- und Fortbildung von Berufsschullehrern, f\u00fcr die der Bund zust\u00e4ndig ist, wird diesen Fragen besondere Aufmerksamkeit beizumessen sein. Grunds\u00e4tzlich geniessen die Lehrkr\u00e4fte an Berufsschulen Methoden- und Lehrfreiheit, und der Bund bet\u00e4tigt sich nicht selber als Herausgeber von Lehrmitteln. Er begleitet aber deren Erarbeitung und Einf\u00fchrung durch beratende Kommissionen.</p>  Antwort des Bundesrates.","FederalCouncilProposal":8,"FederalCouncilProposalText":null,"FederalCouncilProposalDate":"\/Date(777081600000)\/","SubmittedBy":"Bundi Martin","BusinessStatus":229,"BusinessStatusText":"Erledigt","BusinessStatusDate":"\/Date(819504000000)\/","ResponsibleDepartment":6,"ResponsibleDepartmentName":"Departement f\u00fcr Verteidigung, Bev\u00f6lkerungsschutz und Sport","ResponsibleDepartmentAbbreviation":"VBS","IsLeadingDepartment":true,"Tags":null,"Category":null,"Modified":"\/Date(1779240895117)\/","SubmissionDate":"\/Date(770947200000)\/","SubmissionCouncil":1,"SubmissionCouncilName":"Nationalrat","SubmissionCouncilAbbreviation":"NR","SubmissionSession":4414,"SubmissionLegislativePeriod":44,"FirstCouncil1":1,"FirstCouncil1Name":"Nationalrat","FirstCouncil1Abbreviation":"NR","FirstCouncil2":null,"FirstCouncil2Name":null,"FirstCouncil2Abbreviation":null,"TagNames":null}}