{"d":{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19943252,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19943252,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Business"},"BusinessResponsibilities":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19943252,Language='DE')/BusinessResponsibilities"}},"RelatedBusinesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19943252,Language='DE')/RelatedBusinesses"}},"BusinessRoles":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19943252,Language='DE')/BusinessRoles"}},"Publications":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19943252,Language='DE')/Publications"}},"LegislativePeriods":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19943252,Language='DE')/LegislativePeriods"}},"Sessions":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19943252,Language='DE')/Sessions"}},"Preconsultations":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19943252,Language='DE')/Preconsultations"}},"Bills":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19943252,Language='DE')/Bills"}},"Councils":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19943252,Language='DE')/Councils"}},"BusinessTypes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19943252,Language='DE')/BusinessTypes"}},"Votes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19943252,Language='DE')/Votes"}},"SubjectsBusiness":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19943252,Language='DE')/SubjectsBusiness"}},"BusinessStates":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19943252,Language='DE')/BusinessStates"}},"Council":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19943252,Language='DE')/Council"}},"Transcripts":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19943252,Language='DE')/Transcripts"}},"ID":19943252,"Language":"DE","BusinessShortNumber":"94.3252","BusinessType":8,"BusinessTypeName":"Interpellation","BusinessTypeAbbreviation":"Ip.","Title":"Das schweizerische Blutspendewesen","Description":null,"InitialSituation":null,"Proceedings":null,"DraftText":null,"SubmittedText":"<p>In den letzten Wochen und Monaten ist das SRK bez\u00fcglich Blutspendewesen verschiedentlich in die Medienschlagzeilen geraten. Die \u00d6ffentlichkeit ist verunsichert worden. Verschiedene widerspr\u00fcchliche Aussagen bed\u00fcrfen einer Richtigstellung.</p><p>Ich bitte den Bundesrat, Klarheit zu schaffen und folgende Fragen zu beantworten.</p><p>1. Stimmt es, dass die Schweiz ihren gesamten Bedarf an Blut und Blutpr\u00e4paraten aus eigener Kraft und ausschliesslich mit freiwilligen, unentgeltlichen Blutspenden abdecken kann, so, wie in der SRK-Brosch\u00fcre \"Und pl\u00f6tzlich brauchst Du Blut\", Nr. 1/92, ausgesagt wird? Oder stimmt die Aussage der Pressemeldung der \"BZ\" vom 18. November 1993, wonach laut einer Umfrage des BAG \u00fcber den Blutimport 400 000 bis 500 000 Liter Blut pro Jahr importiert werden?</p><p>2. Wie gross ist der Blut- und Plasmabedarf f\u00fcr die Schweiz? Wie lauten die Import- und Exportzahlen f\u00fcr Blut- und Plasmaprodukte im einzelnen und aufgeschl\u00fcsselt nach Herkunft, Verarbeitungsbetrieb/Vertriebsfirma und Verkaufsland.</p><p>Wie sehen die analogen Zahlen f\u00fcr jenes Blut und Blutplasma aus, die in der Schweiz gespendet werden?</p><p>3. Laut einer \"sda\"-Meldung vom 5. April 1994 hat die IKS ein gentechnisch hergestelltes virussicheres Blutgerinnungsmittel (Faktor VIII) f\u00fcr H\u00e4mophiliekranke zugelassen.</p><p>Wie wird sich diese Entwicklung auf den Blutbedarf in der Schweiz auswirken? Sind andere gentechnologisch hergestellte Ersatzpr\u00e4parate in Entwicklung?</p><p>4. Zwischen dem SRK-Blutspendedienst (insbesondere Zentrallabor SRK) und der Pharmaindustrie (insbesondere Sandoz) finden eine enge Zusammenarbeit und ein Austausch von Blutprodukten statt. Welchen Umfang hat diese Zusammenarbeit?</p><p>5. Nach Informationen des Zentrallabors (ZLB) SRK findet in seinen Produktionsanlagen keine Vermischung von in- und ausl\u00e4ndischem Plasma statt. Im Gegensatz dazu steht im Bericht \"Blut und Aids\" folgendes: \"1986 wurden dann zum Plasma aus eigenen (ZLB-) Entnahmen auch Plasma des Amerikanischen Roten Kreuzes zugemischt.\" (Seite 54)</p><p>Welchen Umfang hatten und haben die Plasmavermischungen?</p><p>6. In der im vergangenen M\u00e4rz ver\u00f6ffentlichten \"Look back\"-Studie werden 52 transfusionsassoziierte HIV-Infektionen dokumentiert. Laut Bericht \"Blut und Aids\" sind bis 1991 zudem 67 H\u00e4mophile durch Gerinnungspr\u00e4parate angesteckt worden (Bericht \"Blut und Aids\", Seite 1). Aus Deutschland ist bekannt, dass auch Chirurgiepatientinnen und -patienten sowie Geb\u00e4rende durch Gerinnungspr\u00e4parate (PPSB) mit HIV infiziert worden sind.</p><p>Sind auch in der Schweiz nichth\u00e4mophile Patientinnen und Patienten mit Plasmapr\u00e4paraten (PPSB oder analoge Pr\u00e4parate) HIV-infiziert worden?</p>","ReasonText":null,"DocumentationText":null,"MotionText":null,"FederalCouncilResponseText":"<p>1. Beide Aussagen sind richtig, allerdings meinen sie nicht dasselbe. Es gilt zwischen Blut (f\u00fcr das Transfusionswesen) und Blutpr\u00e4paraten (stabile Endprodukte, die durch industrielle Verarbeitung aus Plasma gewonnen werden) zu unterscheiden. Es stimmt, dass die Schweiz ihren ganzen Bedarf an Transfusionsblut ausschliesslich mit eigenen, freiwilligen und unentgeltlichen Spenden decken kann. Es stimmt ebenfalls, dass j\u00e4hrlich ungef\u00e4hr 400 000 Liter in die Schweiz importiert werden. Hier handelt es sich aber nicht um Transfusionsblut, sondern um getestetes Plasma zur industriellen Verarbeitung. Die daraus gewonnenen Endprodukte werden virusinaktivierenden und viruseliminierenden Massnahmen unterzogen. Sie werden sowohl in der Schweiz wie auch im Ausland vertrieben.</p><p>2. Das Zentrallaboratorium (Blutspendedienst SRK) sammelt mit seiner Spendeorganisation rund 280 000 Blutspenden j\u00e4hrlich, die regionalen Spendezentren und die Spitalblutbanken zusammen weitere rund 328 000 (1993). Das Zentrallaboratorium gewinnt aus den Blutentnahmen rund 72 000 Liter Plasma und kauft von den regionalen Spendezentren und den Spitalblutbanken insgesamt weitere rund 56 000 Liter an.</p><p>Laut der Verordnung vom 9. April 1986 \u00fcber die Verhinderung der \u00dcbertragung von gef\u00e4hrlichen Infektionskrankheiten durch Blut und Blutprodukte sind Importe bewilligungspflichtig. So wurden 1993 mit Bewilligung des Bundesamtes f\u00fcr Gesundheitswesen (BAG) rund 338 000 Liter Plasma und 43 000 Liter Plasmaprodukte wie Trockenplasma oder Kryopr\u00e4zipitat, hingegen kein Vollblut importiert. Davon stammten 74 Prozent aus den USA, 19,5 Prozent aus Grossbritannien und der Bundesrepublik Deutschland und die restlichen 6,5 Prozent aus sechs europ\u00e4ischen L\u00e4ndern. Diese Importe wurden gr\u00f6sstenteils zur Herstellung stabiler Blutprodukte verwendet. In der Schweiz wurden 1993 rund 38 000 Liter stabile Blutprodukte vertrieben, gut 90 Prozent davon durch das Zentrallaboratorium in Bern und rund 9 Prozent durch vier weitere Firmen.</p><p>Exporte sind nicht bewilligungspflichtig. Anhand der Aussenhandelsstatistik-Zahlen ist f\u00fcr Blut- und Plasmaprodukte keine Aufschl\u00fcsselung nach Herkunft, Verarbeitungsbetrieb/Vertriebsfirma und Verkaufsland m\u00f6glich.</p><p>3. Die Auswirkungen des gentechnologisch hergestellten und von der Interkantonalen Kontrollstelle f\u00fcr Heilmittel registrierten Faktor-VIII-Gerinnungspr\u00e4parates auf die Entwicklung des Blutbedarfes in der Schweiz sind heute noch nicht absehbar. Das BAG hat keine Angaben, ob weitere Pr\u00e4parate in Entwicklung sind. Zurzeit ist aber noch kein zweites gentechnolgisch hergestelltes Pr\u00e4parat registriert.</p><p>4. Das Zentrallaboratorium arbeitet seit Jahren mit der Firma Sandoz Pharma AG zusammen. Das Zentrallaboratorium stellt ein intraven\u00f6ses Immunglobulin her, das die Firma Sandoz im In- und Ausland verkauft. F\u00fcr den Inlandbedarf wird ausschliesslich aus Schweizer Plasma produziert, f\u00fcr den Auslandbedarf vor allem aus Plasma ausl\u00e4ndischer Herkunft. Die Zusammenarbeit entstand haupts\u00e4chlich, um \u00fcbersch\u00fcssige Blutkomponenten sinnvoll zu verwenden.</p><p>5. 1986 entstand wegen der Einf\u00fchrung des HIV-Tests die Ausnahmesituation eines Versorgungsengpasses. Nicht getestete Best\u00e4nde durften nicht mehr verwendet und neues Ausgangsmaterial musste f\u00fcr Versuche zur Virusinaktivierung eingesetzt werden. 1986 wurde deshalb w\u00e4hrend einiger Zeit das Faktor-VIII-Konzentrat sowohl aus anti-HIV-getestetem Schweizer Plasma wie auch aus anti-HIV-getestetem Plasma des American Red Cross (ARC) hergestellt. Gem\u00e4ss den Satzungen des Zentrallaboratorium wie des American Red Cross st\u00fctzen sich beide ausschliesslich auf freiwillige, unentgeltliche Blutspenden ab.</p><p>6. HIV-positive Testergebnisse und Aidserkrankungen sind in der Schweiz seit 1987 meldepflichtig. Der meldende Arzt vermerkt auf dem betreffenden Formular zuhanden des BAG die wahrscheinlichste Infektionsquelle. Bei Bluttransfusions-/Blutprodukteempf\u00e4ngern wird ebenso wie bei H\u00e4mophilen auf dem Formular weder nach dem Grund der Verabreichung noch nach dem eingesetzten Produkt gefragt. Somit l\u00e4sst sich die Frage, ob in der Schweiz nichth\u00e4mophile und auch von der \"Look back\"-Studie nicht erfasste Patientinnen und Patienten mit den genannten Plasmapr\u00e4paraten HIV-infiziert wurden, aufgrund der \u00c4rztemeldungen nicht beantworten. (Die \"Look back\"-Studie schloss lediglich die folgenden labilen Blutprodukte in die Untersuchungen ein: Vollblut, Erythrocytenkonzentrate, Thrombocytenkonzentrate und frisch gefrorenes Plasma. Plasmapr\u00e4parate konnten nicht eingeschlossen werden, da sie nicht aus Einzelspenden wie die labilen Blutprodukte hergestellt wurden und somit das gew\u00e4hlte \"Look back\"-Verfahren auf sie nicht anwendbar war.)</p><p>Mit den Angaben auf den Gesuchsformularen f\u00fcr \"Leistungen des Bundes an HIV-infizierte H\u00e4mophile und Transfusionsempf\u00e4nger und deren HIV-infizierten Ehegatten\" verf\u00fcgt das BAG \u00fcber gewisse zus\u00e4tzliche, allerdings h\u00e4ufig wenig detaillierte Informationen. So wurde einem Gesuch eines HIV-infizierten Fibrinogen-Empf\u00e4ngers entsprochen, weil die Ansteckung nicht mit letzter Sicherheit ausgeschlossen werden konnte, obwohl die Wahrscheinlichkeit dieser Infektionsquelle als gering erachtet wurde. Daraus folgt, dass mindestens ein m\u00f6glicher Fall im Sinne der Interpellation in der Schweiz existieren k\u00f6nnte.</p>","FederalCouncilProposal":null,"FederalCouncilProposalText":null,"FederalCouncilProposalDate":null,"SubmittedBy":"Hollenstein Pia","BusinessStatus":229,"BusinessStatusText":"Erledigt","BusinessStatusDate":"\/Date(771724800000)\/","ResponsibleDepartment":4,"ResponsibleDepartmentName":"Departement des Innern","ResponsibleDepartmentAbbreviation":"EDI","IsLeadingDepartment":true,"Tags":null,"Category":null,"Modified":"\/Date(1712736448217)\/","SubmissionDate":"\/Date(771724800000)\/","SubmissionCouncil":1,"SubmissionCouncilName":"Nationalrat","SubmissionCouncilAbbreviation":"NR","SubmissionSession":4414,"SubmissionLegislativePeriod":44,"FirstCouncil1":1,"FirstCouncil1Name":"Nationalrat","FirstCouncil1Abbreviation":"NR","FirstCouncil2":null,"FirstCouncil2Name":null,"FirstCouncil2Abbreviation":null,"TagNames":null}}