{"d":{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19963348,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19963348,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Business"},"BusinessResponsibilities":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19963348,Language='DE')/BusinessResponsibilities"}},"RelatedBusinesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19963348,Language='DE')/RelatedBusinesses"}},"BusinessRoles":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19963348,Language='DE')/BusinessRoles"}},"Publications":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19963348,Language='DE')/Publications"}},"LegislativePeriods":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19963348,Language='DE')/LegislativePeriods"}},"Sessions":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19963348,Language='DE')/Sessions"}},"Preconsultations":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19963348,Language='DE')/Preconsultations"}},"Bills":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19963348,Language='DE')/Bills"}},"Councils":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19963348,Language='DE')/Councils"}},"BusinessTypes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19963348,Language='DE')/BusinessTypes"}},"Votes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19963348,Language='DE')/Votes"}},"SubjectsBusiness":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19963348,Language='DE')/SubjectsBusiness"}},"BusinessStates":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19963348,Language='DE')/BusinessStates"}},"Council":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19963348,Language='DE')/Council"}},"Transcripts":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19963348,Language='DE')/Transcripts"}},"ID":19963348,"Language":"DE","BusinessShortNumber":"96.3348","BusinessType":8,"BusinessTypeName":"Interpellation","BusinessTypeAbbreviation":"Ip.","Title":"Abgabe der Archive des Schriftstellers Chessex an das schweizerische Literaturarchiv","Description":null,"InitialSituation":null,"Proceedings":null,"DraftText":null,"SubmittedText":"<p>Die \u00dcbernahme des Archivs des Waadtl\u00e4nder Schriftstellers Jacques Chessex durch das Schweizerische Literaturarchiv wirft eine Reihe von Fragen auf:</p><p>1. Wurde das Schweizerische Literaturarchiv geschaffen, als das D\u00fcrrenmatt-Archiv an den Bund \u00fcberging?</p><p>2. Hat Friedrich D\u00fcrrenmatt dem Bund sein Archiv gratis abgetreten?</p><p>3. Wie berechnet man den Erwerbspreis f\u00fcr ein Archiv?</p><p>4. Wieviel hat das Schweizerische Literaturarchiv f\u00fcr das Archiv des Waadtl\u00e4nder Schriftstellers bezahlt?</p><p>5. Fanden Diskussionen zwischen den Verantwortlichen des Schweizerischen Literaturarchivs und denjenigen des Waadtl\u00e4nder Staatsarchivs statt, oder wurde der Kauf abgeschlossen, ohne dass die Waadtl\u00e4nder Beh\u00f6rden etwas davon wussten?</p>","ReasonText":"<p>Die Waadtl\u00e4nderinnen und Waadtl\u00e4nder waren doch leicht \u00fcberrascht, als sie erfuhren, dass der Schriftsteller, der sie portr\u00e4tiert hat, der vom Verlag .Cahiers de la Renaissance vaudoise. verlegt wurde, der f\u00fcr sein k\u00fcnstlerisches Schaffen den Preis des Kantons Waadt erhalten hat und der sich in seinem Werk mehr mit der Region als mit dem ganzen Land auseinandersetzt, sein Archiv dem Schweizerischen Literaturarchiv abgetreten habe.</p><p>Ist die Geste des Autors Ausdruck der Bef\u00fcrchtung, die Verschlechterung des Waadtl\u00e4nder Klimas k\u00f6nnte auf dasjenige der Kultur abf\u00e4rben? Oder hat er Angst vor den Auswirkungen des Plans Orchidee II, die die Waadtl\u00e4nder Verwaltung veranlassen k\u00f6nnten, das Archiv schlecht zu behandeln? Welche Gr\u00fcnde der Autor auch immer f\u00fcr seinen Entscheid hatte - ein Entscheid, den er nat\u00fcrlich als Eigent\u00fcmer des Archivs treffen darf -, dieser Vorgang stellt den Politiker vor Fragen zu den Beziehungen zwischen Bund und Kantonen im Bereich der Zust\u00e4ndigkeit f\u00fcr literarisches Kulturgut, zu den Kriterien, nach denen diese Zust\u00e4ndigkeit festgelegt wird, und zu den finanziellen Aufwendungen, die zu bewilligen sind. Auf jeden Fall muss vermieden werden, dass sich Bund und Kantone gegenseitig \u00fcberbieten.</p>","DocumentationText":null,"MotionText":null,"FederalCouncilResponseText":"<p>Die Interpellation stellt drei grunds\u00e4tzliche Fragen: Die Gr\u00fcnde, warum das pers\u00f6nliche Archiv von Jacques Chessex an den Bund abgegeben wurde, das Verfahren f\u00fcr die Bestimmung des Erwerbspreises beim Ankauf von literarischen Archiven sowie die Beziehungen zwischen Bund und Kantonen in diesem Bereich. Der Bundesrat \u00e4ussert sich zun\u00e4chst zu den grunds\u00e4tzlichen Fragen.</p><p></p><p>Anl\u00e4sslich der offiziellen \u00dcbergabe seines Archivs an die Schweizerische Landesbibliothek und an das Literaturarchiv, die beide dem Bundesamt f\u00fcr Kultur angeh\u00f6ren, hat Jacques Chessex selbst die Hauptfrage der Interpellation beantwortet. Nach den Worten des Autors hatte er sich seit der Gr\u00fcndung des Literaturarchives mit dem Gedanken getragen, sein pers\u00f6nliches Archiv an das Literaturarchiv abzugeben, das der Bund auf Wunsch von Friedrich D\u00fcrrenmatt geschaffen hatte. \"Warum also Bern?\", fragte Jacques Chessex in seiner Rede w\u00e4hrend der Zeremonie im von Wattenwyl-Haus im Beisein der Vorsteherin des Departementes des Innern. \"Bern ist f\u00fcr mich gleichzeitig die Hauptstadt eines Bundesstaates, dem mein Heimatkanton angeh\u00f6rt, das verwaltungsorganisatorische Zentrum der Schweiz sowie eine starke Stadt im Herzen Europas.\" Sodann verwies er auf andere Schriftsteller und pers\u00f6nliche Freunde, die vor ihm ihr Archiv an das Schweizerische Literaturarchiv \u00fcbergeben hatten, so z.B. Maurice Chappaz, Corinna Bille, Pierre-Olivier Walzer und Bertil Galland. Er erw\u00e4hnte auch Autoren wie Blaise Cendrars, Ludwig Hohl, Otto F. Walter, Hermann Burger, Niklaus Meienberg und Giovanni Orelli, die er sehr sch\u00e4tzt und deren Nachlass oder Archiv sich ebenfalls in Bern befinden.</p><p></p><p>Wenn sich Jacques Chessex f\u00fcr das Literaturarchiv der Schweizerischen Landesbibliothek entschieden hat, so handelt es sich also um eine pers\u00f6nliche Entscheidung des Autors, die auf das Vertrauen in diese Institution und in die fachliche Qualifikation ihrer Mitarbeiter/innen gegr\u00fcndet ist. Jacques Chessex pflegte schon lange Kontakt mit der Schweizerischen Landesbibliothek, lange vor der Einf\u00fchrung der Sparmassnahmen im Kanton Waadt, die unter dem Namen \"Orchidee\" bekannt sind; jedenfalls spielten bei der Wahl des Schweizerischen Literaturarchives finanzielle \u00dcberlegungen keine Rolle. Die Schweizerische Landesbibliothek und das Literaturarchiv f\u00fchlen sich geehrt durch die Entscheidung dieses Autors waadtl\u00e4ndischer Herkunft, dessen Werk gesamtschweizerische, wenn nicht gar internationale Bedeutung zukommt.</p><p></p><p>Sowohl die Schweizerische Landesbibliothek als auch das Literaturarchiv sind sich der Gefahr bewusst, dass sich Bund und Kantone gegenseitig \u00fcberbieten k\u00f6nnten. Genau aus diesem Grund haben sie auch nie Erwerbspreise bekanntgegeben; diese bleiben vertraulich. Dieselbe Praxis wird im \u00fcbrigen auch von allen vergleichbaren Institutionen befolgt, so z.B. vom bekannten Deutschen Literaturarchiv in Marbach bei Stuttgart. Jeder Nachlass ist ein Einzelfall, den es in allen Einzelheiten zu pr\u00fcfen gilt, um seinen Wert zu bestimmen. Was enth\u00e4lt er? Hat der Autor alle seine Manuskripte, auch seine Notizen, Entw\u00fcrfe, Vorversionen behalten? F\u00fcgt sich der betreffende Bestand in bereits bestehende Sammlungen ein? Ausserdem ist darauf hinzuweisen, dass die Erwerbskosten nur einen Teil der mit der Betreuung und Erschliessung eines Nachlasses verbundenen Kosten darstellen. Neben diesen wirtschaftlichen \u00dcberlegungen sind auch die privaten Interessen des Verk\u00e4ufers sowie das \u00f6ffentliche Interesse des Literaturarchives zu ber\u00fccksichtigen, die hier \u00fcberwiegend gegen die Bekanntgabe einer Summe sprechen. Das Verwaltungsorganisationsgesetz sieht bei einer solchen Interessenlage keine Ver\u00f6ffentlichung der vereinbarten Summe vor. In vielen F\u00e4llen erh\u00e4lt der Bund jedoch Archive und Best\u00e4nde in Form von Schenkungen.</p><p></p><p>F\u00fcr jeden Neuerwerb erstellt das Literaturarchiv der Schweizerischen Landesbibliothek ein umfassendes Gutachten auf der Grundlage eines detaillierten Inventars; die eigene Bewertung wird dabei mit den Preisen auf dem Manuskriptmarkt verglichen. Als \u00f6ffentliche Institution ist sich das Literaturarchiv seiner diesbez\u00fcglichen Verantwortung bewusst; um eine gegenseitiges \u00dcberbieten zu vermeiden, hat es schon mehrfach auf einen Kauf verzichtet, so z.B. bei einer Auktion in Paris im Jahre 1993, an welcher ein einziges Manuskript von Blaise Cendrars f\u00fcr 350'000 franz\u00f6sische Francs versteigert wurde. Das Literaturarchiv war nicht bereit, einen solchen Betrag zu bezahlen.</p><p></p><p>Der Bundesrat ist sich der Rechte und der Stellung der Kantone im Kulturbereich bewusst; er ber\u00fccksichtigt bei seinem Vorgehen stets die spezifischen Kompetenzen der Kantone im Kulturbereich und kommt mit den Kantonen zu einvernehmlichen L\u00f6sungen. Deshalb haben die Schweizerische Landesbibliothek und das Literaturarchiv bereits 1992 alle zust\u00e4ndigen Leiter von Manuskriptabteilungen der kantonalen und Universit\u00e4tsbibliotheken zu einem Treffen eingeladen, um die grunds\u00e4tzlichen Fragen des Erwerbes von Best\u00e4nden mit ihnen zu diskutieren. Das Literaturarchiv beteiligt sich aktiv an den Arbeiten der Gruppe der Handschriften-Konservatoren im Rahmen der Berufsorganisationen BBS (Verband der Bibliotheken und der Bibliothekarinnen/Bibliothekare der Schweiz) und hat diese Gruppe sogar w\u00e4hrend einiger Zeit geleitet. Die Wahl der entsprechenden Institution bleibt aber letztlich Sache des Schriftstellers. Dasselbe Problem stellte sich im \u00fcbrigen bereits fr\u00fcher, so z.B. 1955, als der Bund das Archiv des Freiburgers Gonzague de Reynold erwarb, 1981 bei den Archiven des Wallisers Maurice Chappaz und 1991 bei den Archiven des Tessiners Giovanni Orelli und des Z\u00fcrchers Erwin Jaeckle. Umgekehrt entschieden sich Elias Canetti und Ella Maillart, die ihre Archive an Z\u00fcrich bzw. an Genf \u00fcbergaben.</p><p></p><p>Aufgrund dieser \u00dcberlegungen beantwortet der Bundesrat die Fragen der Interpellation wie folgt:</p><p></p><p>1. Ja, das Literaturarchiv wurde anl\u00e4sslich der \u00dcbergabe des Archivs von Friedrich D\u00fcrrenmatt an den Bund geschaffen.</p><p></p><p>2. Ja, Friedrich D\u00fcrrenmatt hat sein Archiv dem Bund gratis abgetreten.</p><p></p><p>3. Die Praxis bei der Bestimmung des Erwerbspreises f\u00fcr Archive wurde oben erl\u00e4utert.</p><p></p><p>4. Der Erwerb des fraglichen Archivs wurde oben beschrieben.</p><p></p><p>5. Im vorliegenden Fall fanden keine Diskussionen zwischen den Verantwortlichen der Schweizerischen Landesbibliothek und der entsprechenden Waadtl\u00e4nder Institution statt, da sich der Schriftsteller bereits grunds\u00e4tzlich f\u00fcr das nationale Archiv entschieden hatte.</p>  Antwort des Bundesrates.","FederalCouncilProposal":8,"FederalCouncilProposalText":null,"FederalCouncilProposalDate":"\/Date(840585600000)\/","SubmittedBy":"Ruffy Victor","BusinessStatus":229,"BusinessStatusText":"Erledigt","BusinessStatusDate":"\/Date(898819200000)\/","ResponsibleDepartment":4,"ResponsibleDepartmentName":"Departement des Innern","ResponsibleDepartmentAbbreviation":"EDI","IsLeadingDepartment":true,"Tags":null,"Category":null,"Modified":"\/Date(1712758768780)\/","SubmissionDate":"\/Date(835315200000)\/","SubmissionCouncil":1,"SubmissionCouncilName":"Nationalrat","SubmissionCouncilAbbreviation":"NR","SubmissionSession":4503,"SubmissionLegislativePeriod":45,"FirstCouncil1":1,"FirstCouncil1Name":"Nationalrat","FirstCouncil1Abbreviation":"NR","FirstCouncil2":null,"FirstCouncil2Name":null,"FirstCouncil2Abbreviation":null,"TagNames":null}}