{"d":{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19973081,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19973081,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Business"},"BusinessResponsibilities":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19973081,Language='DE')/BusinessResponsibilities"}},"RelatedBusinesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19973081,Language='DE')/RelatedBusinesses"}},"BusinessRoles":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19973081,Language='DE')/BusinessRoles"}},"Publications":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19973081,Language='DE')/Publications"}},"LegislativePeriods":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19973081,Language='DE')/LegislativePeriods"}},"Sessions":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19973081,Language='DE')/Sessions"}},"Preconsultations":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19973081,Language='DE')/Preconsultations"}},"Bills":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19973081,Language='DE')/Bills"}},"Councils":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19973081,Language='DE')/Councils"}},"BusinessTypes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19973081,Language='DE')/BusinessTypes"}},"Votes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19973081,Language='DE')/Votes"}},"SubjectsBusiness":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19973081,Language='DE')/SubjectsBusiness"}},"BusinessStates":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19973081,Language='DE')/BusinessStates"}},"Council":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19973081,Language='DE')/Council"}},"Transcripts":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19973081,Language='DE')/Transcripts"}},"ID":19973081,"Language":"DE","BusinessShortNumber":"97.3081","BusinessType":8,"BusinessTypeName":"Interpellation","BusinessTypeAbbreviation":"Ip.","Title":"Ursachenforschung BSE","Description":null,"InitialSituation":null,"Proceedings":null,"DraftText":null,"SubmittedText":"<p>Aufgrund der folgenden, in der Begr\u00fcndung dieser Interpellation zitierten Aussagen im Bericht des nichtst\u00e4ndigen Untersuchungsausschusses f\u00fcr BSE des Europ\u00e4ischen Parlamentes frage ich den Bundesrat:</p><p>1. Welchen Beitrag leistet die Schweiz als am zweitst\u00e4rksten betroffenes BSE-Land an die wissenschaftliche Aufkl\u00e4rung der Ursachen von BSE?</p><p>2. Welchen Theorien betreffend Ursachen - und zwar nicht nur im Zusammenhang mit der \u00dcbertragung durch Tiermehlverf\u00fctterung - von BSE wird in der Schweiz nachgegangen?</p><p>3. Wird neben der Forschung \u00fcber den Prionenerreger auch die Problematik der Nervengiftverseuchung (z. B. durch Phosmet) in bestimmten Gegenden und L\u00e4ndern abgekl\u00e4rt?</p><p>4. Wann wurde in der Schweiz die Dasselfliegenbek\u00e4mpfung durch Phosmet verboten, und warum?</p><p>5. Welches sind die vorhersehbaren Auswirkungen einer neuen Ursachentheorie bei BSE auf die Erkl\u00e4rung der \u00dcbertragbarkeit der Krankheit (und zwar sowohl derjenigen vom Muttertier auf das Kalb wie auch derjenigen auf die Menschen, siehe die neuen Formen der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit, wie sie 1996 in England aufgetreten sein sollen)?</p><p>6. Wer betreibt und wer bezahlt diese Forschungen?</p>","ReasonText":"<p>Schon vor einiger Zeit habe ich von der Vermutung geh\u00f6rt, dass die Ursache der BSE-Seuche eine Nervengiftverseuchung durch Phosmet sein k\u00f6nnte. Die Lekt\u00fcre des Berichtes des nichtst\u00e4ndigen Untersuchungsausschusses des Europ\u00e4ischen Parlamentes hat mich nun ziemlich ersch\u00fcttert, eben was die merkw\u00fcrdige Hilflosigkeit der abendl\u00e4ndischen Forschung bez\u00fcglich der Ursachenabkl\u00e4rung bei BSE anbelangt. Hierzu die folgenden Zitate aus dem Bericht:</p><p>\"Die vom Landwirtschaftsministerium des Vereinigten K\u00f6nigreichs offiziell f\u00fcr die Krankheit verantwortlich gemachte und wahrscheinliche Ursache ist die Verf\u00fctterung von Fleisch- und Knochenmehl, das aus R\u00fcckst\u00e4nden von Schafen und Rindern stammte und das mit dem BSE- bzw. dem Scrapie-Erreger infiziert war, an Rinder. Die Ver\u00e4nderungen bei den Herstellungsverfahren, die Ende der siebziger und zu Beginn der achtziger Jahre vorgenommen wurden, haben m\u00f6glicherweise ebenfalls zur Kontamination des Futters beigetragen, da sich diese Verfahren f\u00fcr die Inaktivierung des Erregers als unwirksam erwiesen.\"</p><p>\"Nach dem Verbot der Verf\u00fctterung von Fleisch- und Knochenmehl an Wiederk\u00e4uer ging die Zahl der F\u00e4lle von infizierten Tieren im Vereinigten K\u00f6nigreich erheblich zur\u00fcck. Jedoch entstanden durch die weiterhin auftauchenden Krankheitsf\u00e4lle bei nach dem Verbot geborenen Rindern neue Zweifel \u00fcber den Ursprung und die \u00dcbertragungswege bzw. die tats\u00e4chliche Einhaltung des Verbots.\"</p><p>\"Ein weiteres Thema, das auf grosse Resonanz stiess, war die Ank\u00fcndigung der Schweizer Regierung vom 16. September 1996, 230 000 Rinder t\u00f6ten zu wollen. Dies versch\u00e4rfte die Krise und liess die Kritik am Rhythmus der Umsetzung des selektiven britischen Schlachtungsplans und an der von Grossbritannien im Vergleich zu anderen Mitgliedstaaten verfolgten Strategie zur Ausmerzung der Krankheit wieder zum aktuellen Tagesthema werden.\" (S. 23ff.)</p><p>\"Man war \u00fcberzeugt, dass sich die Seuche im Rahmen der \u00fcblichen Vorhersagen entwickeln w\u00fcrde, und ging davon aus, dass nach Ablauf der f\u00fcnfj\u00e4hrigen Inkubationszeit im Anschluss an das Verbot der Verf\u00fctterung von Fleisch- und Knochenmehl ein Ende der Seuche zu erwarten sei.\" (S. 35)</p><p>\"Die gemeinsame Agrarpolitik muss ge\u00e4ndert werden, um insgesamt Rahmenbedingungen zu schaffen, die die Verantwortlichkeit der landwirtschaftlichen Betriebe f\u00fcr die Erzeugung gesunder Lebensmittel mittels nachhaltiger b\u00e4uerlicher Wirtschaftsweisen erm\u00f6glichen und st\u00e4rken.\" (S. 52)</p><p>\"Es besteht jetzt allgemein \u00dcbereinstimmung dar\u00fcber, dass Entscheidungen \u00fcber Massnahmen im Zusammenhang mit BSE wissenschaftlich untermauert sein m\u00fcssen. Die Schwierigkeit bei BSE besteht darin, dass eine grosse Ungewissheit \u00fcber die Ursachen und die \u00dcbertragung herrscht und dass sich die Experten weiterhin widerspr\u00fcchlich \u00e4ussern, insbesondere was den Zusammenhang von BSE mit der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit betrifft.\" (S. 233)</p>","DocumentationText":null,"MotionText":null,"FederalCouncilResponseText":"<p>Das Europ\u00e4ische Parlament setzte einen nichtst\u00e4ndigen Untersuchungsausschuss ein, der zu pr\u00fcfen hatte, ob im Zusammenhang mit der BSE in der EU Verst\u00f6sse gegen das Gemeinschaftsrecht vorliegen. Die zitierten Stellen in der Begr\u00fcndung der Interpellation stammen aus dem am 7. Februar 1997 ver\u00f6ffentlichten Bericht dieses Untersuchungsausschusses.</p><p>Die Zahlen in der im Bericht enthaltenen Tabelle vermitteln den Eindruck, die Schweiz sei das am zweitst\u00e4rksten betroffene Land Europas. Dies muss jedoch relativiert werden. Die Anzahl der gemeldeten F\u00e4lle h\u00e4ngt n\u00e4mlich in erster Linie davon ab, wie gut die Meldedisziplin, die \u00dcberwachung und die Diagnostik im jeweiligen Land sind. Von besonderer Bedeutung ist dabei der Informationsstand der Personen, die Tiere halten, betreuen oder behandeln. W\u00e4hrend die Inspektoren der EU-Kommission der Schweiz in dieser Beziehung ein sehr gutes Zeugnis ausstellten, haben sie in den meisten Mitgliedstaaten der EU erhebliche M\u00e4ngel festgehalten. Es muss angenommen werden, dass in verschiedenen Staaten der EU bedeutend mehr BSE-F\u00e4lle aufgetreten sind, als dies in der Tabelle angegeben ist.</p><p>Die Ende 1990 erlassenen Massnahmen des Bundes, insbesondere das F\u00fctterungsverbot von Tiermehlen an Wiederk\u00e4uer, bewirkten einen markanten R\u00fcckgang der Neuinfektionen. W\u00e4hrend bisher bei den 1990 geborenen K\u00fchen 79 BSE-F\u00e4lle festgestellt worden sind, traten bei den 1991 geborenen nur noch 8 F\u00e4lle auf. Seit 1996, d. h. nach einer mittleren Inkubationszeit von 5,5 Jahren, ist die Zahl der BSE-F\u00e4lle in der Schweiz r\u00fcckl\u00e4ufig.</p><p>Bereits vor dem ersten Auftreten der BSE in der Schweiz informierte das Bundesamt f\u00fcr Veterin\u00e4rwesen die Tier\u00e4rzte \u00fcber diese Krankheit. Gleichzeitig sorgte es f\u00fcr die Einrichtung eines Referenzlaboratoriums am Institut f\u00fcr Tierneurologie der veterin\u00e4rmedizinischen Fakult\u00e4t in Bern. Dieses erhielt den Auftrag, die Diagnostik der BSE sicherzustellen. Seit dem Auftreten der Krankheit in der Schweiz umfasst der Auftrag auch das Vorkommen, die Verbreitung und die Ursache von neurologischen Erkrankungen bei Tieren. Die Forschung erfolgt in Zusammenarbeit mit anderen Instituten, namentlich mit dem Institut f\u00fcr Neuropathologie der Universit\u00e4t Z\u00fcrich.</p><p>Im Vordergrund stehen Studien zur Ermittlung von BSE-Risikofaktoren. Um eine effiziente Ursachenforschung zu erm\u00f6glichen, sind empfindliche Methoden zur Erfassung der Infektiosit\u00e4t erforderlich. So wurden Antik\u00f6rper entwickelt, mit denen der vermutete Erreger der BSE immunologisch nachgewiesen werden kann. Ebenfalls werden biochemische Nachweismethoden vorbereitet. Im weiteren soll mit dem Einsatz transgener M\u00e4use eine deutliche Verbesserung des Nachweises erzielt werden.</p><p>Die einzelnen Fragen k\u00f6nnen wie folgt beantwortet werden:</p><p>1. Das Bundesamt f\u00fcr Veterin\u00e4rwesen veranlasste in 165 BSE-Best\u00e4nden und 157 freien Best\u00e4nden epidemiologische Abkl\u00e4rungen, um im Vergleich der Daten potentielle Risikofaktoren zu finden. Indirekt wird die Ursachenforschung der BSE auch dadurch unterst\u00fctzt, dass diagnostische Mittel entwickelt werden.</p><p>2. In den epidemiologischen Abkl\u00e4rungen wurden die F\u00fctterung und andere \u00dcbertragungsm\u00f6glichkeiten wie tier\u00e4rztliche Behandlungen, die Ansteckung von Tier zu Tier, vom Muttertier zum Kalb, die Ausl\u00f6sung der Krankheit durch Chemikalien wie Organophosphate untersucht. Die F\u00fctterung von kontaminiertem Futter hat sich dabei nach wie vor als die wahrscheinlichste Ursache f\u00fcr die BSE in der Schweiz erwiesen. Es gibt keine Hinweise f\u00fcr eine andere Ursache. Indessen muss, wie bei den anderen Infektionskrankheiten, auch bei der BSE mit der M\u00f6glichkeit gerechnet werden, dass Ver\u00e4nderungen des Erregers, des infizierten Organismus oder der Umwelt zur Krankheit f\u00fchrten. Alle direkten Nachkommen von BSE-K\u00fchen und alle im Rahmen des Bundesbeschlusses \u00fcber befristete Sofortmassnahmen gegen die BSE eliminierten Tiere werden gr\u00fcndlich auf Ver\u00e4nderungen im Gehirn untersucht. Bei den direkten Nachkommen erfolgt zudem vor dem T\u00f6ten eine eingehende klinische Untersuchung.</p><p>3. Der Wirkstoff Phosmet, ein Organophosphat, wird seit Jahrzehnten im Obst- und Feldbau zur Bek\u00e4mpfung verschiedener Sch\u00e4dlinge eingesetzt. Dies geschieht weltweit, insbesondere auch in vielen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern. Es konnte weder ein zeitlicher noch ein r\u00e4umlicher Zusammenhang zwischen dem Auftreten der BSE und diesem Einsatz von Phosmet festgestellt werden. Aufgrund zahlreicher wissenschaftlicher Studien bestehen keine Anzeichen daf\u00fcr, dass Organophosphate spongiforme Enzephalopathien hervorrufen.</p><p>4. Phosmet wurde in der Schweiz nie in der Dasselbek\u00e4mpfung eingesetzt. Das einzige den Wirkstoff Phosmet enthaltende Tierarzneimittel wurde 1993 zur Bek\u00e4mpfung der Schweiner\u00e4ude registriert.</p><p>5. Die schweizerischen Bestimmungen \u00fcber die BSE beruhten von Anfang an auf der Hypothese, dass diese Krankheit auf den Menschen \u00fcbertragbar sein k\u00f6nnte. Sie stehen in \u00dcbereinstimmung mit den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation und des internationalen Tierseuchenamtes und tragen auch den vorl\u00e4ufigen Erkenntnissen aus England \u00fcber eine Ansteckung des Kalbes durch das Muttertier Rechnung.</p><p>6. Die erw\u00e4hnten epidemiologischen und diagnostischen Forschungen werden an den veterin\u00e4rmedizinischen Fakult\u00e4ten der Universit\u00e4ten Bern und Z\u00fcrich, im Institut f\u00fcr Viruskrankheiten und Immunprophylaxe in Mittelh\u00e4usern und im Institut f\u00fcr Neuropathologie der Universit\u00e4t Z\u00fcrich durchgef\u00fchrt. Sie werden zur Hauptsache aus Forschungsmitteln des Bundesamtes f\u00fcr Veterin\u00e4rwesen finanziert. Zudem wurde im Rahmen des Nationalen Forschungsprogrammes \"Krankheiten des Nervensystems\" der Kredit zur Erforschung von \"Entstehungsmechanismen neuartiger Infektionskrankheiten\" aufgestockt. Entsprechende Projekte befinden sich in Vorbereitung.</p>  Antwort des Bundesrates.","FederalCouncilProposal":8,"FederalCouncilProposalText":null,"FederalCouncilProposalDate":"\/Date(864777600000)\/","SubmittedBy":"B\u00e4umlin Ursula","BusinessStatus":229,"BusinessStatusText":"Erledigt","BusinessStatusDate":"\/Date(921801600000)\/","ResponsibleDepartment":8,"ResponsibleDepartmentName":"Departement f\u00fcr Wirtschaft, Bildung und Forschung","ResponsibleDepartmentAbbreviation":"WBF","IsLeadingDepartment":true,"Tags":null,"Category":null,"Modified":"\/Date(1779234698250)\/","SubmissionDate":"\/Date(857952000000)\/","SubmissionCouncil":1,"SubmissionCouncilName":"Nationalrat","SubmissionCouncilAbbreviation":"NR","SubmissionSession":4506,"SubmissionLegislativePeriod":45,"FirstCouncil1":1,"FirstCouncil1Name":"Nationalrat","FirstCouncil1Abbreviation":"NR","FirstCouncil2":null,"FirstCouncil2Name":null,"FirstCouncil2Abbreviation":null,"TagNames":null}}