{"d":{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19973313,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19973313,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Business"},"BusinessResponsibilities":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19973313,Language='DE')/BusinessResponsibilities"}},"RelatedBusinesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19973313,Language='DE')/RelatedBusinesses"}},"BusinessRoles":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19973313,Language='DE')/BusinessRoles"}},"Publications":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19973313,Language='DE')/Publications"}},"LegislativePeriods":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19973313,Language='DE')/LegislativePeriods"}},"Sessions":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19973313,Language='DE')/Sessions"}},"Preconsultations":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19973313,Language='DE')/Preconsultations"}},"Bills":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19973313,Language='DE')/Bills"}},"Councils":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19973313,Language='DE')/Councils"}},"BusinessTypes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19973313,Language='DE')/BusinessTypes"}},"Votes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19973313,Language='DE')/Votes"}},"SubjectsBusiness":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19973313,Language='DE')/SubjectsBusiness"}},"BusinessStates":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19973313,Language='DE')/BusinessStates"}},"Council":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19973313,Language='DE')/Council"}},"Transcripts":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19973313,Language='DE')/Transcripts"}},"ID":19973313,"Language":"DE","BusinessShortNumber":"97.3313","BusinessType":8,"BusinessTypeName":"Interpellation","BusinessTypeAbbreviation":"Ip.","Title":"Frauen- und Genderforschung in der Schweiz","Description":null,"InitialSituation":null,"Proceedings":null,"DraftText":null,"SubmittedText":"<p>Einem Artikel im Bulletin 2/97 der Schweizerischen Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften ist zu entnehmen, dass im Rahmen der Evaluation der historischen Wissenschaften eine Expertin mit der Beurteilung der Situation der Frauen- und Genderforschung in der Schweiz beauftragt wurde. Das Resultat dieser \u00dcberpr\u00fcfung ist f\u00fcr die schweizerische Wissenschaft niederschmetternd. Nach 25 Jahren sei dieser wissenschaftliche Ansatz in der Schweiz immer noch am Nullpunkt. Mit Ausnahme der Geschichte habe keines der evaluierten F\u00e4cher den Paradigmenwechsel, den die feministische Wissenschaftskritik um 1970 ausl\u00f6ste, zur Kenntnis genommen. Die wissenschaftliche Praxis werde nach wie vor unlegitimiert und unreflektiert von einem Androzentrismus gepr\u00e4gt. Und: \"Angesichts der fortgeschrittenen Institutionalisierung von Frauen- und Genderforschung in den USA und in Westeuropa und angesichts der heute selbstverst\u00e4ndlichen Integration von geschlechtsspezifischen Fragestellungen ist die massive Resistenz gegen\u00fcber der Analysekategorie 'gender' in der Schweiz mehr als eine m\u00e4nnliche Gedankenlosigkeit. Sie ist eine wissenschafts- und geschlechtspolitische Option.\"</p><p>Beunruhigt \u00fcber diese Beurteilung, bitte ich den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Hat der Bundesrat diese Beurteilung zur Kenntnis genommen?</p><p>2. Welche Konsequenzen zieht der Bundesrat aus dieser Beurteilung?</p><p>3. Ist sich der Bundesrat der sozialen und politischen Folgen der nach wie vor herrschenden androzentrischen Forschung und Lehre in der Schweiz bewusst?</p><p>4. M\u00fcsste nicht ein Teil der Bundesgelder, die an die Universit\u00e4ten fliessen, an den Auftrag gebunden werden, Frauen- und Genderforschung in allen Wissenschaftsdisziplinen voranzubringen?</p><p>5. M\u00fcsste - angesichts des fehlenden Interesses der kantonal organisierten Universit\u00e4ten - nicht ein schweizerisches Institut f\u00fcr feministische Wissenschaften eingerichtet werden?</p>","ReasonText":null,"DocumentationText":null,"MotionText":null,"FederalCouncilResponseText":"<p>1. Der Bundesrat verfolgt mit Interesse das Projekt des Schweizerischen Wissenschaftsrates, die Geisteswissenschaften in der Schweiz zu untersuchen, und erwartet vor Ende dieses Jahres dessen Stellungnahme zum Evaluationsbericht der internationalen Expertinnen- und Expertengruppe. Diese Expertinnen und Experten sind im Rahmen ihrer Abkl\u00e4rungen zu elf ausgew\u00e4hlten Disziplinen (u. a. den historischen Wissenschaften: Altertumswissenschaften, Arch\u00e4ologie, Geschichte, Kunstgeschichte, Theologie, Religionswissenschaften) auch auf die Lage der Gender Studies eingegangen.</p><p>2. Der Bundesrat wird aufgrund der Stellungnahme des Wissenschaftsrates das weitere Vorgehen festlegen. Denkbar ist die Weiterleitung der Analysen und Empfehlungen an interessierte Kreise und die Aufnahme u. a. in die \"Zielvorstellungen f\u00fcr die Entwicklung der schweizerischen Hochschulen\" des Wissenschaftsrates, die ihrerseits eine der Grundlagen f\u00fcr die gesamtschweizerische Hochschulpolitik und die Kreditvorlage an die eidgen\u00f6ssischen R\u00e4te f\u00fcr die Hochschulf\u00f6rderung des Bundes in der n\u00e4chsten Beitragsperiode (2000 bis 2003) bilden werden.</p><p>3. Die sozialen und politischen Folgen der \"herrschenden androzentrischen Forschung und Lehre\" sind f\u00fcr die Schweiz bisher empirisch nicht gen\u00fcgend untersucht worden; dies w\u00e4re ein Desiderat f\u00fcr ein Forschungsprojekt \u00fcber die gesellschaftlichen Wirkungen bestimmter Forschungstendenzen, mit dem beispielsweise der Wissenschaftsrat zusammen mit spezialisierten Gremien und Fachstellen (wie etwa die Konferenz der Frauenbeauftragten an den schweizerischen Hochschulen Kofrah, die Eidgen\u00f6ssische Kommission f\u00fcr Frauenfragen, der Verein Feministische Wissenschaft und das Eidgen\u00f6ssische B\u00fcro f\u00fcr die Gleichstellung von Frau und Mann) beauftragt werden k\u00f6nnte.</p><p>4. Der Bund f\u00f6rdert bereits heute mittels bestehender Instrumente (wie etwa der Nationalen Forschungsprogramme, z. B. NFP 35 \"Frauen in Recht und Gesellschaft\", der Schwerpunktprogramme, z. B. SPP \"Zukunft Schweiz\") in Ans\u00e4tzen die Gender Studies. Zudem bereitet der Wissenschaftsrat (nach R\u00fccksprache mit anderen wissenschafts- und frauenpolitischen Organen) eine Untersuchung \u00fcber die Forschung und Lehre in den Gender Studies in der Schweiz vor.</p><p>Das Bundesgesetz \u00fcber die Hochschulf\u00f6rderung (HFG 1991) erlaubte es dem Bund bisher nicht, mittels dieser Subventionen unmittelbar auf Lehr- und Forschungsinhalte der autonomen kantonale Universit\u00e4ten Einfluss zu nehmen.</p><p>Es steht indessen ausser Zweifel, dass sich Bund, Kantone und Universit\u00e4ten auch finanziell weiterhin daf\u00fcr einsetzen sollten, dass die Lehr- und Forschungsstrukturen im Bereich Gender Studies verbessert werden.</p><p>5. Die Frage nach der Zweckm\u00e4ssigkeit der Gr\u00fcndung eines gesamtschweizerischen Instituts eigens f\u00fcr feministische Wissenschaften wird u. a. Gegenstand der in Vorbereitung befindlichen, unter Ziffer 3 erw\u00e4hnten Studie des Wissenschaftsrates sein m\u00fcssen. Der Bundesrat wird nach Vorliegen der Untersuchungsergebnisse besser beurteilen k\u00f6nnen, welche institutionellen Massnahmen zur Verbesserung der Frauen- und Genderforschung in allen Wissenschaftsdisziplinen zu ergreifen sein werden, und ob und inwieweit die Schaffung eines Instituts ein gangbarer Weg w\u00e4re, um Artikel\u00a04 Absatz\u00a02 der Bundesverfassung im Bereich der Wissenschaft umzusetzen.</p>  Antwort des Bundesrates.","FederalCouncilProposal":8,"FederalCouncilProposalText":null,"FederalCouncilProposalDate":"\/Date(872035200000)\/","SubmittedBy":"Stump Doris","BusinessStatus":229,"BusinessStatusText":"Erledigt","BusinessStatusDate":"\/Date(876441600000)\/","ResponsibleDepartment":4,"ResponsibleDepartmentName":"Departement des Innern","ResponsibleDepartmentAbbreviation":"EDI","IsLeadingDepartment":true,"Tags":null,"Category":null,"Modified":"\/Date(1712757595397)\/","SubmissionDate":"\/Date(866592000000)\/","SubmissionCouncil":1,"SubmissionCouncilName":"Nationalrat","SubmissionCouncilAbbreviation":"NR","SubmissionSession":4508,"SubmissionLegislativePeriod":45,"FirstCouncil1":1,"FirstCouncil1Name":"Nationalrat","FirstCouncil1Abbreviation":"NR","FirstCouncil2":null,"FirstCouncil2Name":null,"FirstCouncil2Abbreviation":null,"TagNames":null}}