{"d":{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19993297,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19993297,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Business"},"BusinessResponsibilities":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19993297,Language='DE')/BusinessResponsibilities"}},"RelatedBusinesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19993297,Language='DE')/RelatedBusinesses"}},"BusinessRoles":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19993297,Language='DE')/BusinessRoles"}},"Publications":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19993297,Language='DE')/Publications"}},"LegislativePeriods":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19993297,Language='DE')/LegislativePeriods"}},"Sessions":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19993297,Language='DE')/Sessions"}},"Preconsultations":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19993297,Language='DE')/Preconsultations"}},"Bills":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19993297,Language='DE')/Bills"}},"Councils":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19993297,Language='DE')/Councils"}},"BusinessTypes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19993297,Language='DE')/BusinessTypes"}},"Votes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19993297,Language='DE')/Votes"}},"SubjectsBusiness":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19993297,Language='DE')/SubjectsBusiness"}},"BusinessStates":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19993297,Language='DE')/BusinessStates"}},"Council":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19993297,Language='DE')/Council"}},"Transcripts":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=19993297,Language='DE')/Transcripts"}},"ID":19993297,"Language":"DE","BusinessShortNumber":"99.3297","BusinessType":5,"BusinessTypeName":"Motion","BusinessTypeAbbreviation":"Mo.","Title":"Die wahre Geschichte der Schweizer Waisen","Description":null,"InitialSituation":null,"Proceedings":null,"DraftText":null,"SubmittedText":"<p>Der Bundesrat wird aufgefordert, so rasch wie m\u00f6glich eine unabh\u00e4ngige Untersuchungskommission ins Leben zu rufen, die das tragische Los der Schweizer Waisen (oder der von ihren Eltern getrennten Kindern), die in Sonderzentren gebracht wurden, untersuchen soll.</p><p>Insbesondere muss diese Kommission folgende Fragen beantworten:</p><p>1. Stimmt es, dass diese Kinder Opfer schwerer systematischer Misshandlungen waren? Und wenn ja, welcher?</p><p>2. Sind diese Misshandlungen die Konsequenzen eines allgemeinen Willens, der sich auf eine offiziell anerkannte pseudowissenschaftliche Theorie st\u00fctzt?</p><p>3. Gibt es diese unhaltbaren Praktiken wirklich nicht mehr? Seit wann?</p><p>4. Wie viele Schweizer B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger wurden Opfer solcher unbeschreiblicher Machenschaften?</p><p>5. Was soll unternommen werden zur Wiedergutmachung f\u00fcr die Personen, die diese H\u00f6lle erlebt haben?</p><p>6. Welche Massnahmen sind zu treffen, dass sich die Geschichte nicht mehr wiederholt?</p>","ReasonText":"<p>Die Schweizer Waisen oder von ihren Eltern getrennten Kinder wurden noch lange in unserem Jahrhundert h\u00f6chstwahrscheinlich Opfer einer absolut unw\u00fcrdigen Behandlung, die nicht Frucht mehr oder weniger h\u00e4ufiger \"Entgleisungen\" war, sondern zu einem offiziellen \"Erziehungssystem\" (?) geh\u00f6rte, das in den daf\u00fcr vorgesehenen Zentren unseres Landes zur Anwendung gelangte.</p><p>Eine Reihe von Zeugnissen, die verschiedene Akteure und Beobachter dieser Geschichte - sowohl Historikerinnen und Historiker als auch B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger, die Unterst\u00fctzung erhalten haben - gesammelt haben, machen deutlich, dass es sich hier um ein sehr schwerwiegendes Problem von allgemeinem Interesse handelt. Diese individuellen wie auch kollektiven Zeugnisse belegen das Alltagsleben, die Gef\u00fchle, die erlittenen Qualen der Kinder, die manchmal \"zu ihrem Wohl\" misshandelt wurden. Oft wurden sie geschlagen, manchmal gar vergewaltigt, sie waren buchst\u00e4blich Sklaven, ohne Recht auf Meinungs\u00e4usserung und ohne Beziehungen, die diesen Namen verdient h\u00e4tten, ohne Grundrechte und den Launen aller ausgesetzt. Die Beispiele dazu sind zahlreich: Dutzende von Personen wurden weggebracht von einem Heim in eine Erziehungsanstalt, als billige Arbeitskr\u00e4fte ausgebeutet, sie hatten keine M\u00f6glichkeit zur Schule zu gehen oder einen Beruf zu lernen, sie hatten keinen Zugang zu einer minimalen Bildung, sie waren an den Rand der Gesellschaft gedr\u00e4ngt und oft gar ihrer Grundrechte beraubt.</p><p>Die Anschuldigungen sind hart und m\u00fcssen unbedingt \u00fcberpr\u00fcft werden.</p><p>Die Kinder, die in diesen Heimen, Waisenh\u00e4usern, Sondererziehungsheimen und Erziehungsanstalten oder auch bei Gastfamilien untergebracht waren, sind Gegenstand eines Vertuschungsprozesses: Es ist unm\u00f6glich, die Lebensgeschichten einzelner Personen zur\u00fcckzuverfolgen.</p><p>Die meisten individuellen oder institutionellen Archive sind zerst\u00f6rt oder unzug\u00e4nglich. Diese Situation macht glauben, dass implizit in Bezug auf die Spuren und Zeugnisse der Existenz und des Schicksals, das diesen Leuten zu teil wurde, tats\u00e4chlich eine Politik der \"verbrannten Erde\" verfolgt wurde.</p><p>Zudem reden diese um ihre Grundrechte gebrachten Kinder, die heute erwachsen sind, von ihren Qualen und verlangen Genugtuung.</p><p>Man muss ihnen das Wort geben, ihr tragisches Schicksal aufarbeiten und pr\u00fcfen, ob heute solche Praktiken noch immer m\u00f6glich sind.</p>","DocumentationText":null,"MotionText":null,"FederalCouncilResponseText":"<p>Aus der Begr\u00fcndung der Motion geht hervor, dass nicht nur Waisen - wie dies der Titel vermuten l\u00e4sst - sondern ganz allgemein die Problematik der beh\u00f6rdlichen Wegnahme von Kindern in der Vergangenheit angesprochen wird.</p><p>Die Versorgung von (Waisen-) Kindern in Heimen und die Problematik der sogenannten Verdingkinder ist im Zusammenhang mit dem Umgang der b\u00fcrgerlichen Gesellschaft mit der \"sozialen Frage\" im 19. und 20. Jahrhundert zu betrachten. Diese war ihrerseits eine Begleiterscheinung des s\u00e4kularen Modernisierungsprozesses.</p><p>Besonders betroffen waren in der Schweiz bekanntlich Kinder und Eltern der nichtsesshaften Bev\u00f6lkerung der Jenischen. Wie die im Auftrag des Bundes erstellte und 1998 ver\u00f6ffentlichte historische Studie \u00fcber das \"Hilfswerk f\u00fcr die Kinder der Landstrasse\" gezeigt hat, wurden zwischen 1926 und 1973 im Rahmen des Pro Juventute Hilfswerks \u00fcber 600 Kinder von Jenischen ihren Eltern weggenommen und in Pflegefamilien, Heimen oder Kliniken untergebracht. Mit der Studie wurde ein dunkles Kapitel der schweizerischen Sozial- und F\u00fcrsorgepolitik beleuchtet. Sie gibt einen \u00dcberblick \u00fcber die im Bundesarchiv zusammengef\u00fchrten Hilfswerkakten der Kantone, \u00fcber die Entstehungsgeschichte und die Aktivit\u00e4ten des Hilfswerks sowie \u00fcber die Rollen der Pro Juventute und des Bundes. Es handelte sich um einen Modellfall von Diskriminierung einer Minderheit in der Schweiz, bei dem eine private Institution und die direkt involvierten Vormundschaftsbeh\u00f6rden der Kantone und Gemeinden die Hauptverantwortung trugen. Da der Bund die Aktion politisch, moralisch und finanziell unterst\u00fctzte, hat er den Betroffenen zwischen 1988 und 1993 Entsch\u00e4digungszahlungen im Umfang von 11 Millionen Franken  ausbezahlt, nachdem sich Bundesrat Alphons Egli 1986 bei diesen entschuldigt hatte. Die Studie ist ein Schritt zur Aufarbeitung des Unrechts, das der jenischen Bev\u00f6lkerung in der Schweiz widerfahren ist und soll dazu beitragen, dass sich \u00c4hnliches nie mehr wiederholt.</p><p>Dar\u00fcber hinaus d\u00fcrfte jedoch die Problematik der Waisenf\u00fcrsorge die Institutionen des Bundes konkret kaum oder nur am Rande betreffen. F\u00fcrsorgepolitik f\u00e4llt in der Schweiz im wesentlichen in die Kompetenz der Gemeinden und Kantone. Relevante Quellen finden sich deshalb wohl in erster Linie in Gemeinde- und Staatsarchiven sowie in Archiven von staatlichen und privaten Institutionen (Heime, Erziehungsanstalten). Es macht deshalb wenig Sinn, seitens des Bundes eine spezielle Untersuchungskommission einzusetzen. Die in der Motion angesprochene Thematik ist aber zugleich von gesamtgesellschaftlicher Relevanz. Eine fundierte historische Aufarbeitung bietet sich sicherlich an. Der Bundesrat ist deshalb bereit zu pr\u00fcfen, ob entsprechende Forschungsvorhaben, die namentlich auch auf kantonaler Ebene sinnvollerweise zu erfolgen haben, auch im Rahmen eines Nationalen Forschungsprogrammes zu sachverwandten Themen (z. B. \"Kinder der Landstrasse\", Waisenkinder, F\u00fcrsorgepolitik, Eugenik, Zwangssterilisation) ber\u00fccksichtigt werden k\u00f6nnten.</p>  Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwandeln.","FederalCouncilProposal":2,"FederalCouncilProposalText":"Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwandeln.","FederalCouncilProposalDate":"\/Date(936748800000)\/","SubmittedBy":"Simon Jean-Charles","BusinessStatus":229,"BusinessStatusText":"Erledigt","BusinessStatusDate":"\/Date(1054771200000)\/","ResponsibleDepartment":4,"ResponsibleDepartmentName":"Departement des Innern","ResponsibleDepartmentAbbreviation":"EDI","IsLeadingDepartment":true,"Tags":null,"Category":null,"Modified":"\/Date(1763103126747)\/","SubmissionDate":"\/Date(929577600000)\/","SubmissionCouncil":1,"SubmissionCouncilName":"Nationalrat","SubmissionCouncilAbbreviation":"NR","SubmissionSession":4519,"SubmissionLegislativePeriod":45,"FirstCouncil1":1,"FirstCouncil1Name":"Nationalrat","FirstCouncil1Abbreviation":"NR","FirstCouncil2":null,"FirstCouncil2Name":null,"FirstCouncil2Abbreviation":null,"TagNames":null}}