{"d":{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20001128,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20001128,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Business"},"BusinessResponsibilities":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20001128,Language='DE')/BusinessResponsibilities"}},"RelatedBusinesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20001128,Language='DE')/RelatedBusinesses"}},"BusinessRoles":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20001128,Language='DE')/BusinessRoles"}},"Publications":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20001128,Language='DE')/Publications"}},"LegislativePeriods":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20001128,Language='DE')/LegislativePeriods"}},"Sessions":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20001128,Language='DE')/Sessions"}},"Preconsultations":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20001128,Language='DE')/Preconsultations"}},"Bills":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20001128,Language='DE')/Bills"}},"Councils":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20001128,Language='DE')/Councils"}},"BusinessTypes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20001128,Language='DE')/BusinessTypes"}},"Votes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20001128,Language='DE')/Votes"}},"SubjectsBusiness":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20001128,Language='DE')/SubjectsBusiness"}},"BusinessStates":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20001128,Language='DE')/BusinessStates"}},"Council":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20001128,Language='DE')/Council"}},"Transcripts":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20001128,Language='DE')/Transcripts"}},"ID":20001128,"Language":"DE","BusinessShortNumber":"00.1128","BusinessType":12,"BusinessTypeName":"Einfache Anfrage","BusinessTypeAbbreviation":"EA","Title":"\u00d6kolinguistisches Gleichgewicht in Gefahr","Description":null,"InitialSituation":null,"Proceedings":null,"DraftText":null,"SubmittedText":"<p>Jedes Jahr sterben weltweit 25 Sprachen. Wenn sich diese Entwicklung im gleichen Rhythmus fortsetzt, dann werden - so der weltweit bekannte franz\u00f6sische Linguist Claude Hag\u00e8ge - in hundert Jahren die H\u00e4lfte der derzeit 5000 gesprochenen Sprachen ausgestorben sein. Das Ph\u00e4nomen ist nicht neu. Vor zweitausend Jahren bereits hat die Verbreitung der lateinischen Sprache zum Verschwinden zahlreicher anderer Sprachen gef\u00fchrt. Heute aber f\u00fchren die Globalisierung und die Entwicklung neuer Kommunikationstechnologien dazu, dass Macht und Geschwindigkeit der Verbreitung von Sprachen wie dem Englischen ein historisch nie da gewesenes Ausmass erreichen. Der Vormarsch der englischen Sprache ist geschichtlich einzigartig.</p><p>Daher m\u00f6chte ich dem Bundesrat folgende Fragen stellen:</p><p>1. Wie beurteilt er diese Entwicklung, die das \u00f6kolinguistische Gleichgewicht gef\u00e4hrdet?</p><p>2. Ist er bereit, zur Erhaltung des sprachlichen Weltkulturerbes einen Beitrag zu leisten?</p><p>3. Ist er nicht auch der Ansicht, dass die mehrsprachige Schweiz in diesem Bereich eine besondere Rolle spielen muss?</p><p>4. Teilt er nicht auch die Meinung, dass zwischen der Erhaltung des sprachlichen Weltkulturerbes und der Verteidigung der sprachlichen Vielfalt unseres Landes, die aufgrund der Omnipr\u00e4senz von Englisch zunehmend bedroht ist, gewisse \u00c4hnlichkeiten bestehen?</p>","ReasonText":null,"DocumentationText":null,"MotionText":null,"FederalCouncilResponseText":"<p>In den letzten Jahren hat die sprach- und verst\u00e4ndigungspolitische Diskussion in der Schweiz an Bedeutung gewonnen. Nachdem der sprachpolitische Auftrag von Bund und Kantonen in der Bundesverfassung erweitert wurde, hat der Bundesrat dessen Bedeutung damit unterstrichen, dass er ihn zum Hauptziel seiner Regierungspolitik erkl\u00e4rt hat. Dieser politische Wille wird von einer grossen Zahl parlamentarischer Vorst\u00f6sse mitgetragen.</p><p>Zurzeit besteht eine gewisse Sorge um die Ver\u00e4nderung des Sprachverhaltens der Schweizer Bev\u00f6lkerung. Dies h\u00e4ngt mit den wachsenden Kommunikationsbed\u00fcrfnissen einer weltweit vernetzten Gesellschaft zusammen, die sich haupts\u00e4chlich auf Englisch verst\u00e4ndigt.</p><p>1. Diese Entwicklung kann je nach Standpunkt unterschiedlich beurteilt werden. Die weltweite sprachliche Evolution hat Gewinn und Verlust zur Folge. In manchen Kreisen wird sie durchaus positiv eingestuft, er\u00f6ffnet sie doch beispielweise in wirtschaftlicher und technologischer Hinsicht unserer Gesellschaft manche neue M\u00f6glichkeiten. Auch aus kultureller Sicht kann man der modernen Kommunikationsgesellschaft positive Seiten abgewinnen. Es ist aber auch eine Tatsache, dass diese Entwicklung aus nationaler wie auch globaler Betrachtung auf Kosten der sprachlichen und kulturellen Vielfalt geht. Das sprachliche Gleichgewicht, verbunden mit der gegenseitigen Anerkennung unterschiedlicher Kulturen, ist eine wichtige Voraussetzung f\u00fcr die Erhaltung des sozialen Friedens und f\u00fcr das Zusammenleben im mehrsprachigen Staat wie auch in der mehrsprachigen Staatengemeinschaft.</p><p>2. Die Bereitschaft des Bundes, einen Beitrag zur Erhaltung des sprachlichen Weltkulturerbes zu leisten, kann aufgrund seines sprachpolitischen Engagements im eigenen Land beurteilt werden. Den gr\u00f6ssten Beitrag kann die Schweiz durch die F\u00f6rderung der Sprachenvielfalt und der individuellen Mehrsprachigkeit leisten. Um die sprachpolitischen Ziele des Bundes, wie sie in den Artikeln 4, 18 und 70 der Bundesverfassung umschrieben sind, zu erreichen, sowie zur Umsetzung zahlreicher parlamentarischer Vorst\u00f6sse hat der Bundesrat die Vorbereitung eines Sprachengesetzes in Auftrag gegeben, zu dem er in der ersten Jahresh\u00e4lfte 2001 die Vernehmlassung er\u00f6ffnen will. Das Sprachengesetz bezweckt die Erhaltung der Viersprachigkeit des Landes und die F\u00f6rderung der Mehrsprachigkeit als Voraussetzung f\u00fcr die interkulturelle Verst\u00e4ndigung. Damit wird der Bund sein sprachpolitisches Engagement in Zusammenarbeit mit den Kantonen erweitern. Die bislang vorliegenden Resultate zeigen, dass noch viel Arbeit geleistet werden muss.</p><p>Der Bund engagiert sich nach M\u00f6glichkeit auch im internationalen Bereich, indem er z. B. entsprechende Initiativen des Europarates unterst\u00fctzt. Er hat am 25. November 1997 die Europ\u00e4ische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen (BBl 1997 I 1165) sowie am 21. Oktober 1998 das Rahmenabkommen zum Schutz der nationalen Minderheiten (BBl 1998 II 1293) ratifiziert. Die Schweiz ist mit der Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) aktiv an den grossen sprachpolitischen Projekten des Europarates beteiligt, namentlich im Rahmen des Projet Langues Vivantes mit der Gestaltung des Europ\u00e4ischen Jahres der Sprachen 2001. Es sei auch auf die Bem\u00fchungen der EDK zur Koordination des Sprachunterrichtes in der Schweiz mit einem Gesamtsprachkonzept hingewiesen.</p><p>Die Schweiz unterst\u00fctzt ferner auch internationale Bestrebungen der weltweit t\u00e4tigen politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Organisationen, die sich f\u00fcr die globale Erhaltung der sprachlichen Vielfalt einsetzen. In diesem Zusammenhang sei auf die Resolution der Unesco Vollversammlung (187 L\u00e4nder) vom 17. November 1999 hingewiesen, die zahlreiche Empfehlungen zur weltweiten F\u00f6rderung und zum Gebrauch der Mehrsprachigkeit beinhaltet. Die Beteiligung der Schweiz an der Organisation internationale de la Francophonie gibt ihr die M\u00f6glichkeit, neben ihrer T\u00e4tigkeit f\u00fcr die Verbreitung des Franz\u00f6sischen auch zur F\u00f6rderung der sprachlichen und kulturellen Vielfalt beizutragen.</p><p>3. Seit der Gr\u00fcndung des Bundesstaates gestaltet und entwickelt sich das Zusammenleben der vier Sprachgemeinschaften ohne schwerwiegende Konflikte. Das Bekenntnis zur Viersprachigkeit als einem Wesensmerkmal unseres Landes und die damit verbundene R\u00fccksichtnahme und Toleranz gegen\u00fcber den Minderheiten bilden daf\u00fcr eine wichtige Voraussetzung. Die Bem\u00fchungen um die Spracherhaltung und Sprachf\u00f6rderung, namentlich des R\u00e4toromanischen und des Italienischen, geh\u00f6ren seit l\u00e4ngerer Zeit zu den Hauptzielen der Sprachenpolitik des Bundes.</p><p>4. Mit der Frage ist die Konkurrenzsituation angesprochen, die sich f\u00fcr die Landessprachen infolge der wachsenden Beliebtheit des Englischen ergibt. Der Bundesrat hat sich bereits in seiner Antwort auf die Interpellation Hubmann 97.3459 vom 8. Oktober 1997, \"Englisch als Kommunikationssprache in der mehrsprachigen Schweiz?\", dazu wie folgt ge\u00e4ussert: \"Die Schweiz ist, wie \u00fcbrigens auch die Europ\u00e4ische Union, mit einer doppelten Herausforderung konfrontiert: Einerseits muss sie die sprachliche und kulturelle Vielfalt erhalten, und andererseits muss sie ihren B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern den Zugang zu den Informationen und M\u00e4rkten der Welt erm\u00f6glichen. Der vermehrte Gebrauch des Englischen stellt zwar nicht eine unmittelbare Gef\u00e4hrdung der Sprachenvielfalt unseres Landes, aber eine zus\u00e4tzliche Herausforderung f\u00fcr die mehrsprachige Schweiz dar. Es gilt, diese Herausforderung anzunehmen und geeignete Massnahmen zur Erhaltung und F\u00f6rderung der Sprachkompetenz in den Landessprachen zu treffen, ohne dabei dem Erlernen des Englischen als globaler Kommunikationssprache grunds\u00e4tzliche Hindernisse in den Weg zu stellen.\" Ferner hat der Bundesrat in seiner Antwort zur Interpellation der gr\u00fcnen Fraktion 00.3428 vom 19. September 2000, \"Sprachenfrieden in Gefahr\", die Ansicht vertreten, \"dass die Vermittlung von Englischkenntnissen zu unseren Bildungsprogrammen geh\u00f6ren. Dies ist machbar, ohne die Landessprachen zu benachteiligen.\"</p>  Antwort des Bundesrates.","FederalCouncilProposal":8,"FederalCouncilProposalText":null,"FederalCouncilProposalDate":"\/Date(984096000000)\/","SubmittedBy":"Rennwald Jean-Claude","BusinessStatus":229,"BusinessStatusText":"Erledigt","BusinessStatusDate":"\/Date(984096000000)\/","ResponsibleDepartment":4,"ResponsibleDepartmentName":"Departement des Innern","ResponsibleDepartmentAbbreviation":"EDI","IsLeadingDepartment":true,"Tags":"28","Category":null,"Modified":"\/Date(1750799971827)\/","SubmissionDate":"\/Date(976492800000)\/","SubmissionCouncil":1,"SubmissionCouncilName":"Nationalrat","SubmissionCouncilAbbreviation":"NR","SubmissionSession":4605,"SubmissionLegislativePeriod":46,"FirstCouncil1":1,"FirstCouncil1Name":"Nationalrat","FirstCouncil1Abbreviation":"NR","FirstCouncil2":null,"FirstCouncil2Name":null,"FirstCouncil2Abbreviation":null,"TagNames":"Soziale Fragen"}}