{"d":{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20013356,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20013356,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Business"},"BusinessResponsibilities":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20013356,Language='DE')/BusinessResponsibilities"}},"RelatedBusinesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20013356,Language='DE')/RelatedBusinesses"}},"BusinessRoles":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20013356,Language='DE')/BusinessRoles"}},"Publications":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20013356,Language='DE')/Publications"}},"LegislativePeriods":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20013356,Language='DE')/LegislativePeriods"}},"Sessions":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20013356,Language='DE')/Sessions"}},"Preconsultations":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20013356,Language='DE')/Preconsultations"}},"Bills":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20013356,Language='DE')/Bills"}},"Councils":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20013356,Language='DE')/Councils"}},"BusinessTypes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20013356,Language='DE')/BusinessTypes"}},"Votes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20013356,Language='DE')/Votes"}},"SubjectsBusiness":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20013356,Language='DE')/SubjectsBusiness"}},"BusinessStates":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20013356,Language='DE')/BusinessStates"}},"Council":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20013356,Language='DE')/Council"}},"Transcripts":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20013356,Language='DE')/Transcripts"}},"ID":20013356,"Language":"DE","BusinessShortNumber":"01.3356","BusinessType":8,"BusinessTypeName":"Interpellation","BusinessTypeAbbreviation":"Ip.","Title":"Offene Fragen bei der Heroinabgabe. Chronifizierung und Mehrfachabh\u00e4ngigkeit","Description":null,"InitialSituation":null,"Proceedings":null,"DraftText":null,"SubmittedText":"<p>Dem Bericht des Bundesamtes f\u00fcr Gesundheit unter dem Titel \"Die heroingest\u00fctzte Behandlung (HeGeBe) im Jahre 1999\" (publiziert im Herbst 2000) ist zu entnehmen, dass knapp die H\u00e4lfte aller Patienten und Patientinnen mehr als zwei Jahre, \u00fcber ein Drittel gar mehr als vier Jahre am Heroinabgabeprogramm teilnehmen. Gem\u00e4ss diesem Bericht konsumieren ausserdem zahlreiche Heroinempf\u00e4nger zus\u00e4tzlich weitere Drogen. Diese polytoxikomanen oder mehrfachabh\u00e4ngigen Patienten \"zeigen ein schlechteres Einhalten des Therapieprogramms\". Zur Vermeidung der Chronifizierung sei u. a. eine Behandlungsplanung mit viertelj\u00e4hrlicher \u00dcberp\u00fcfung der Behandlungsziele eingef\u00fchrt worden.</p><p>Der Bericht weckt Zweifel bez\u00fcglich der Konzeption und der Wirkung der Heroinabgabe. Ich bitte den Bundesrat deshalb um Beantwortung folgender Fragen:</p><p>1. Teilt er das Unbehagen bez\u00fcglich der Effektivit\u00e4t des Heroinabgabekonzepts? Welche Punkte k\u00f6nnen seiner Ansicht nach im Rahmen der Behandlungsplanung verbessert werden?</p><p>2. Ist er der Meinung, dass Suchtkranke, bei denen der chronische Zustand nicht verhindert werden kann, ohne zeitliche Begrenzung am Heroinabgabeprogramm teilnehmen k\u00f6nnen? Ist der Status einer unumkehrbaren Chronifizierung gen\u00fcgend definiert?</p><p>3. Geht er davon aus, dass das Programm geeignete und gen\u00fcgende Massnahmen vorsieht, um der Polytoxikomanie entgegenzuwirken? Wo sieht er noch Handlungsbedarf bzw. Optimierungsm\u00f6glichkeiten?</p><p>4. Wie beurteilt er die Heroinabgabe aufgrund des Berichtes und unter Einbezug der von der WHO-Evaluation geforderten Kohortenstudie in Bezug auf das Echo der Schweiz im Ausland?</p>","ReasonText":null,"DocumentationText":null,"MotionText":null,"FederalCouncilResponseText":"<p>1. Der Bundesrat teilt das vom Interpellanten ge\u00e4usserte Unbehagen nicht. Die heroingest\u00fctzte Behandlung stellt eine wichtige Erg\u00e4nzung des Therapieangebots f\u00fcr schwer Heroinabh\u00e4ngige dar. Sie wurde im Jahre 1994 im Rahmen des Projektes zur \u00e4rztlichen Verschreibung von Bet\u00e4ubungsmitteln wissenschaftlich erprobt. Aufgrund der positiven Resultate der wissenschaftlichen Evaluation wurde mit dem dringlichen Bundesbeschluss vom 9. Oktober 1998 die gesetzliche Grundlage f\u00fcr die Weiterf\u00fchrung dieser Behandlung geschaffen. Die Einzelheiten, insbesondere die Vorgaben zur Behandlungsplanung, sind in der Verordnung vom 8. M\u00e4rz 1999 \u00fcber die \u00e4rztliche Verschreibung von Heroin geregelt. Das Bundesamt f\u00fcr Gesundheit (BAG) wacht \u00fcber die verordnungskonforme Durchf\u00fchrung der heroingest\u00fctzten Behandlung. Im Rahmen seiner Kontroll- und Koordinationst\u00e4tigkeit hat das BAG im Oktober 2000 ausserdem ein Manual zur heroingest\u00fctzten Behandlung publiziert. Es enth\u00e4lt Richtlinien, Empfehlungen und Informationen zu Behandlung und Betriebsorganisation. Die Modalit\u00e4ten der Behandlungsplanung werden in diesem Handbuch umfassend erl\u00e4utert. Dar\u00fcber hinaus ist es ein Anliegen der Bundesbeh\u00f6rden, die heroingest\u00fctzte Behandlung weiterhin st\u00e4ndig zu optimieren. Zu diesem Zweck werden die Patientendossiers in den Behandlungszentren zweimal pro Jahr stichprobenweise vom BAG kontrolliert und - falls n\u00f6tig - Verbesserungen angemahnt. Das Vorhaben \"Qualit\u00e4tsentwicklung HeGeBe\", das vom BAG initiiert wurde, dient ebenfalls der Optimierung der Behandlungsverl\u00e4ufe sowie der Behandlungsresultate.</p><p>2. Verschiedene Forschungsbefunde deuten darauf hin, dass auch bei langj\u00e4hrigen Drogenabh\u00e4ngigen, die als chronifiziert bezeichnet werden k\u00f6nnten, immer wieder Entwicklungen in Gang kommen, bei denen, teilweise erst nach jahrelangen Substitutionsbehandlungen, Suchtfreiheit m\u00f6glich wird. Deshalb empfiehlt es sich auch aus behandlungsethischen Erw\u00e4gungen, auf eine Definition der unumkehrbaren Chronifizierung zu verzichten. Die Auswertungen der Austritte aus der heroingest\u00fctzten Behandlung zeigen zudem deutlich auf, dass die Wahrscheinlichkeit, in eine abstinenzorientierte Therapie \u00fcberzutreten, mit zunehmender Behandlungsdauer steigt. Die Publikation der entsprechenden wissenschaftlichen Befunde wird noch f\u00fcr dieses Jahr erwartet. Aus diesen Gr\u00fcnden sieht der Bundesrat davon ab, eine zeitliche Begrenzung der heroingest\u00fctzten Behandlung festzulegen.</p><p>3. Tats\u00e4chlich ist bei zahlreichen Patienten und Patientinnen die Polytoxikomanie ein ernstes Problem, welches in s\u00e4mtlichen Behandlungszentren angegangen wird. So verf\u00fcgen beispielsweise die meisten HeGeBe-Zentren \u00fcber Alkohol-Atemluft-Messger\u00e4te, mit denen das Ausmass des Alkoholbeikonsums vor der Heroinapplikation ermittelt werden kann. Da es bei einer Mischung von Alkohol und Heroin zu lebensbedrohenden Vergiftungen kommen kann, wird die Heroinapplikation bei Beikonsum von Alkohol ausgesetzt. Die Problematik des Kokain- und Benzodiazepinbeikonsums wird mit Gespr\u00e4chs- und Verhaltenstherapie sowie mit medikament\u00f6sen Massnahmen angegangen. Ausserdem wurde der Abbau der Polytoxikomanie und die damit zusammenh\u00e4ngende Reduktion des Beikonsums vom BAG zum Schwerpunktthema der \"Qualit\u00e4tsentwicklung HeGeBe\" f\u00fcr das laufende und das n\u00e4chste Jahr erkl\u00e4rt. Mit Hilfe von Know-how-Transfer unter den Behandlungszentren und bei den Ausbildungsmassnahmen sollen die Behandlungsresultate weiter verbessert werden. Das BAG beh\u00e4lt sich vor, in diesem Bereich weitere Richtlinien f\u00fcr die Behandlung zu erlassen.</p><p>4. Das Echo auf die heroingest\u00fctzte Behandlung in der Schweiz ist im Ausland gross. Dabei werden trotz dem grunds\u00e4tzlichen Interesse an dieser neuen Behandlungsform auch immer wieder kritische \u00c4usserungen gemacht. Die Schweiz ist nicht das einzige Land, welches diese Behandlungsform zul\u00e4sst bzw. erforscht. Deutschland und Spanien stehen kurz vor der Umsetzung eines entsprechenden Behandlungsprotokolles. In den Niederlanden befindet sich diese Behandlung in der Phase der wissenschaftlichen Erforschung, in Grossbritannien war die Substitution mit Heroin bei Drogenabh\u00e4ngigen schon von je her m\u00f6glich. Die WHO hat - bei aller Anerkennung f\u00fcr die schweizerischen Leistungen - zu verstehen gegeben, dass eine abschliessende Beurteilung der heroingest\u00fctzten Behandlung erst durch eine Studie mit Kontrollgruppe erfolgen k\u00f6nne. Die im Jahre 1999 in Holland gestartete Studie verspricht eine Kl\u00e4rung dieses Sachverhaltes, und der Bundesrat wartet mit Interesse auf die diesbez\u00fcglichen Resultate. Er ist jedoch der Ansicht, dass ein Abwarten der Resultate der holl\u00e4ndischen Ergebnisse nicht notwendig war, um eine erste Beurteilung der therapeutischen N\u00fctzlichkeit der heroingest\u00fctzten Behandlung vorzunehmen.</p>  Antwort des Bundesrates.","FederalCouncilProposal":8,"FederalCouncilProposalText":null,"FederalCouncilProposalDate":"\/Date(999043200000)\/","SubmittedBy":"Schenk Simon","BusinessStatus":229,"BusinessStatusText":"Erledigt","BusinessStatusDate":"\/Date(1018915200000)\/","ResponsibleDepartment":4,"ResponsibleDepartmentName":"Departement des Innern","ResponsibleDepartmentAbbreviation":"EDI","IsLeadingDepartment":true,"Tags":"2841","Category":null,"Modified":"\/Date(1712758550690)\/","SubmissionDate":"\/Date(993081600000)\/","SubmissionCouncil":1,"SubmissionCouncilName":"Nationalrat","SubmissionCouncilAbbreviation":"NR","SubmissionSession":4608,"SubmissionLegislativePeriod":46,"FirstCouncil1":1,"FirstCouncil1Name":"Nationalrat","FirstCouncil1Abbreviation":"NR","FirstCouncil2":null,"FirstCouncil2Name":null,"FirstCouncil2Abbreviation":null,"TagNames":"Gesundheit"}}