{"d":{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20020405,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20020405,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Business"},"BusinessResponsibilities":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20020405,Language='DE')/BusinessResponsibilities"}},"RelatedBusinesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20020405,Language='DE')/RelatedBusinesses"}},"BusinessRoles":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20020405,Language='DE')/BusinessRoles"}},"Publications":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20020405,Language='DE')/Publications"}},"LegislativePeriods":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20020405,Language='DE')/LegislativePeriods"}},"Sessions":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20020405,Language='DE')/Sessions"}},"Preconsultations":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20020405,Language='DE')/Preconsultations"}},"Bills":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20020405,Language='DE')/Bills"}},"Councils":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20020405,Language='DE')/Councils"}},"BusinessTypes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20020405,Language='DE')/BusinessTypes"}},"Votes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20020405,Language='DE')/Votes"}},"SubjectsBusiness":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20020405,Language='DE')/SubjectsBusiness"}},"BusinessStates":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20020405,Language='DE')/BusinessStates"}},"Council":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20020405,Language='DE')/Council"}},"Transcripts":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20020405,Language='DE')/Transcripts"}},"ID":20020405,"Language":"DE","BusinessShortNumber":"02.405","BusinessType":4,"BusinessTypeName":"Parlamentarische Initiative","BusinessTypeAbbreviation":"Pa. Iv.","Title":"Unabh\u00e4ngigkeit des Revisorates im Gesellschaftsrecht","Description":null,"InitialSituation":null,"Proceedings":null,"DraftText":null,"SubmittedText":"<p>Gest\u00fctzt auf das Gesch\u00e4ftsverkehrsgesetz schlage ich mit einer Parlamentarischen Initiative in der Form einer allgemeinen Anregung vor, das Aktienrecht oder das B\u00f6rsenrecht zwecks Entflechtung zwischen Aktiengesellschaft und Revisionsfirma mit zwei Grunds\u00e4tzen zu erg\u00e4nzen:</p><p>1. Mit einem Entflechtungsgebot: Die Revisionsfirma darf neben dem externen Revisorat nicht noch andere Beratungsmandate f\u00fcr die revidierte Gesellschaft aus\u00fcben. </p><p>2. Mit einem Rotationsgebot: F\u00fcr die Revisionsfirmen ist bei den gr\u00f6sseren und/oder den b\u00f6rsenkotierten Gesellschaften eine zeitliche Rotation vorzusehen.</p>","ReasonText":"<p>1. Mit den allermeisten Firmenpleiten, Konkursf\u00e4llen und gesch\u00e4ftspolitisch anst\u00f6ssigen Verlustf\u00e4llen der j\u00fcngeren Wirtschaftsgeschichte war eine Fehlbeurteilung respektive Vertuschung von buchhalterischen Manipulationen verbunden. Die Revision der Gesch\u00e4ftsb\u00fccher hat also eine zentrale und entscheidende Funktion bei der Pr\u00e4vention, Fr\u00fcherkennung und Kokrrektur von Verlustf\u00e4llen.</p><p>2. Das externe Revisorat ist im heutigen Recht (Art. 727c OR) und in der aktuellen Praxis systemisch falsch konzipiert, weil die Revisoren von der zu revidierenden Gesellschaft frei gew\u00e4hlt werden k\u00f6nnen, was zu einer Interessenabh\u00e4ngigkeit f\u00fchrt. Dies nach dem Motto: Die Kontrollierten kontrollieren (respektive w\u00e4hlen) ihre Kontrolleure. Dadurch entsteht vom System her eine gef\u00e4hrliche Abh\u00e4ngigkeit der Revisionsfirma von der revidierten Gesellschaft. </p><p>3. Eine zus\u00e4tzliche Abh\u00e4ngigkeit entsteht dadurch, dass die Revisionsfirmen von den Aktiengesellschaften zus\u00e4tzliche Beratungsmandate in andern Bereichen wie Verm\u00f6gensverwaltung, Finanzierung, Management, Sortiments- oder Marktstrategie oder Personal erhalten. Damit wird die Revisionsfirma, die als Kontrollinstanz f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit und die Aktion\u00e4re wirken sollte, noch zus\u00e4tzlich vom Management der Gesellschaft abh\u00e4ngig. </p><p>4. Die st\u00e4ndige Detaillierung und Verfeinerung der Rechnungslegungsvorschriften (FER, IAP, GAAP) n\u00fctzen nichts, wenn die Revisionsfirmen wie heute in einem Abh\u00e4ngigkeitsverh\u00e4ltnis zur Gesellschaft stehen. </p><p>5. Die in der Treuhandkammer vereinten Revisionsfirmen schlagen zur Bek\u00e4mpfung des oben beschriebenen und von keiner Seite bestrittenen Missstandes bloss eine Rotation des Chefs des Revisionsteams (Mandatsleiter) vor. Dies ist Augenwischerei und v\u00f6llig wirkungslos, solange die gleiche Revisionsfirma am Ball bleibt.</p><p>6. Ich schlage zwei Grunds\u00e4tze vor, die gesetzlich im Aktienrecht (im OR) oder im B\u00f6rsengesetz zu verankern sind, n\u00e4mlich einerseits ein Verbot f\u00fcr die Revisionsgesellschaft, weitere Mandate f\u00fcr die Gesellschaft auszu\u00fcben (Mandats-Entflechtungsgebot) und anderseits eine gesetzliche Pflicht zur Rotation der Revisionsgesellschaft, z. B. im Turnus von drei Jahren (entsprechend der gesetzlichen Amtsdauer des Revisorates). Eine weiter gehende, noch wirksamere L\u00f6sung w\u00fcrde darin bestehen, dass die Revisionsgesellschaft vom Staat oder durch Losentscheid gew\u00e4hlt wird. Die vorgeschlagene L\u00f6sung ist als Kompromiss zu betrachten. </p><p>7. Weitere Verst\u00e4rkungen des Revisorates k\u00f6nnten darin bestehen, dass die Anzeigepflichten gem\u00e4ss Artikel\u00a0729b OR und die Revisionshaftung gem\u00e4ss Artikel\u00a0755 OR zu versch\u00e4rfen sind. Ich verzichte in der Parlamentarischen Initiative auf einen diesbez\u00fcglichen Vorschlag, weil dazu die weitere Gerichtspraxis abgewartet werden soll. F\u00fcr den Gesetzgeber wird sicher wegleitend sein, ob die Revisionshaftung im Falle der Swissair/SAir Group zum Tragen kommt.</p>","DocumentationText":null,"MotionText":null,"FederalCouncilResponseText":null,"FederalCouncilProposal":null,"FederalCouncilProposalText":null,"FederalCouncilProposalDate":null,"SubmittedBy":"Strahm Rudolf","BusinessStatus":229,"BusinessStatusText":"Erledigt","BusinessStatusDate":"\/Date(1054684800000)\/","ResponsibleDepartment":null,"ResponsibleDepartmentName":null,"ResponsibleDepartmentAbbreviation":null,"IsLeadingDepartment":null,"Tags":"15","Category":"IV","Modified":"\/Date(1712768536887)\/","SubmissionDate":"\/Date(1015372800000)\/","SubmissionCouncil":1,"SubmissionCouncilName":"Nationalrat","SubmissionCouncilAbbreviation":"NR","SubmissionSession":4612,"SubmissionLegislativePeriod":46,"FirstCouncil1":1,"FirstCouncil1Name":"Nationalrat","FirstCouncil1Abbreviation":"NR","FirstCouncil2":null,"FirstCouncil2Name":null,"FirstCouncil2Abbreviation":null,"TagNames":"Wirtschaft"}}