{"d":{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20021021,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20021021,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Business"},"BusinessResponsibilities":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20021021,Language='DE')/BusinessResponsibilities"}},"RelatedBusinesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20021021,Language='DE')/RelatedBusinesses"}},"BusinessRoles":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20021021,Language='DE')/BusinessRoles"}},"Publications":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20021021,Language='DE')/Publications"}},"LegislativePeriods":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20021021,Language='DE')/LegislativePeriods"}},"Sessions":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20021021,Language='DE')/Sessions"}},"Preconsultations":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20021021,Language='DE')/Preconsultations"}},"Bills":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20021021,Language='DE')/Bills"}},"Councils":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20021021,Language='DE')/Councils"}},"BusinessTypes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20021021,Language='DE')/BusinessTypes"}},"Votes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20021021,Language='DE')/Votes"}},"SubjectsBusiness":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20021021,Language='DE')/SubjectsBusiness"}},"BusinessStates":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20021021,Language='DE')/BusinessStates"}},"Council":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20021021,Language='DE')/Council"}},"Transcripts":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20021021,Language='DE')/Transcripts"}},"ID":20021021,"Language":"DE","BusinessShortNumber":"02.1021","BusinessType":12,"BusinessTypeName":"Einfache Anfrage","BusinessTypeAbbreviation":"EA","Title":"Tschernobyl. 15 Jahre danach","Description":null,"InitialSituation":null,"Proceedings":null,"DraftText":null,"SubmittedText":"<p>Studien, die j\u00fcngst in Frankreich durchgef\u00fchrt wurden, beschreiben das Ausmass der radioaktiven Verseuchung, die noch heute, 15 Jahre nach dem Unfall in Tschernobyl, besteht. In einigen Regionen sind die \u00c4rztinnen und \u00c4rzte beunruhigt \u00fcber die Zunahme gewisser Krankheiten, insbesondere von Schilddr\u00fcsenkrebs.</p><p>Ein Blick auf die Karte der betroffenen franz\u00f6sischen Regionen macht deutlich, dass die am schlimmsten betroffenen Regionen die Nachbarregionen der Schweiz sind: Savoyen, der Jura, die Franche-Comt\u00e9 und das Elsass. Im Jahre 1999 betrug die C\u00e4sium-137-Kontamination des Bodens in der \u00f6stlichen H\u00e4lfte Frankreichs noch 35 000 Becquerel pro Quadratmeter, im S\u00fcdosten Frankreichs und auf Korsika sogar bis zu 50 000. Der Normalwert liegt jedoch bei 10 000 Becquerel pro Quadratmeter. Es ist kaum anzunehmen, dass die Radioaktivit\u00e4t an unserer Grenze Halt macht, und es w\u00e4re deshalb wichtig, die Situation in der Schweiz zu kennen.</p><p>Im Gegensatz zu Frankreich hat die Schweiz das Ausmass der Verseuchung im Jahre 1986 nicht heruntergespielt, und in allen betroffenen Regionen wurden Vorsichtsmassnahmen getroffen. Doch wie sieht die Situation heute aus? Werden in regelm\u00e4ssigem Abstand Massnahmen ergriffen, insbesondere im Westen und im S\u00fcden der Schweiz? Wurde ein epidemiologisches Programm zur \u00dcberwachung derjenigen Krankheiten lanciert, die in einem m\u00f6glichen Zusammenhang mit der Katastrophe stehen? Ist immer noch Vorsicht geboten, sind vorbeugende Massnahmen immer noch vonn\u00f6ten? Liegen F\u00e4lle vor, in denen ein direkter Zusammenhang zwischen der Erkrankung und dem Unfall erwiesen ist? Sind  Schadenersatzforderungen eingegangen?</p>","ReasonText":null,"DocumentationText":null,"MotionText":null,"FederalCouncilResponseText":"<p>Im Gegensatz zu Frankreich hat die Schweiz das Ausmass der Verseuchung im Jahre 1986 nicht heruntergespielt, und in allen betroffenen Regionen wurden Vorsichtsmassnahmen getroffen.</p><p>In der Schweiz waren das Tessin, ein Teil der Ostschweiz und einige Gebiete des Juras die am schlimmsten betroffenen Regionen. Nach dem Unfall in Tschernobyl betrug der C\u00e4sium-137-Anteil pro Quadratmeter im Kanton Tessin etwa 40 000 Becquerel, in der Ostschweiz etwa 15 000 und im Jura l\u00e4ngs der Linie Chasseral-Chasseron-Vall\u00e9e de Joux-La D\u00f4le etwa 5000. Bei diesen Ergebnissen handelt es sich um Durchschnittswerte f\u00fcr eine Oberfl\u00e4che von ungef\u00e4hr 10 Quadratmetern. In unbewohnten H\u00f6hengebieten zwischen 1500 und 2500 Metern wurden punktuell h\u00f6here Werte gemessen. </p><p>Die Situation hat sich ab 1987 rasch normalisiert. Heute sind im Boden im Kanton Tessin noch C\u00e4sium-137-Spuren zu finden. Diese tragen pro Jahr maximal 0,5 Millisievert zur externen Dosis bei, wenn man von einem Daueraufenthalt in den am st\u00e4rksten verseuchten Gebieten auf der Alpens\u00fcdseite ausgeht. In Nahrungsmitteln lassen sich, ebenfalls im Kanton Tessin, noch vereinzelt C\u00e4sium-137-Werte bis zu 20 oder 30 Becquerel pro Liter in der Milch nachweisen, diese Werte liegen \u00fcber dem Toleranzwert von 10 Becquerel pro Liter, aber deutlich unterhalb des Grenzwertes von 1000 Becquerel pro Liter. Auch in gewissen Wildpilzen und im Wild ist C\u00e4sium-137 noch nachweisbar. Wenn man aber der kleinen konsumierten Menge dieser Nahrungsmittel Rechnung tr\u00e4gt, ist die absorbierte Dosis klein. Das BAG berichtet \u00fcber den Verlauf der radioaktiven Verseuchung in seinen Jahresberichten \u00fcber die Radioaktivit\u00e4t in der Umwelt.</p><p>Seit 1956 existiert in der Schweiz ein nationales \u00dcberwachungsprogramm f\u00fcr die Radioaktivit\u00e4t. Die Messungen umfassen Luft, Niederschl\u00e4ge, Boden, Oberfl\u00e4chengew\u00e4sser, Gras, Nahrungsmittel (inl\u00e4ndische und ausl\u00e4ndische) usw. sowie die Radioaktivit\u00e4t im menschlichen K\u00f6rper. Ungef\u00e4hr 25 Labors und Stellen von Bund, Universit\u00e4ten und Kantonen (insbesondere die kantonalen Labors f\u00fcr die Lebensmittelkontrolle) beteiligen sich an diesen Messungen. Das BAG koordiniert das Programm und publiziert die Ergebnisse regelm\u00e4ssig in den Jahresberichten \u00fcber die Radioaktivit\u00e4t in der Umwelt. Dieses \u00dcberwachungsprogramm, welches das ganze Gebiet der Schweiz abdeckt, wurde nach dem Unfall in Tschernobyl intensiviert und wird regelm\u00e4ssig den aktuellen Gegebenheiten angepasst. Zudem wird es von der Eidgen\u00f6ssischen Kommission f\u00fcr Strahlenschutz und \u00dcberwachung der Radioaktivit\u00e4t (KSR) evaluiert. Die Probenahme- und Messmethoden entsprechen den internationalen Empfehlungen. Das Programm umfasst ebenfalls Messnetze f\u00fcr die automatische Dosisleistungs\u00fcberwachung und f\u00fcr die Radioaktivit\u00e4t in der Luft. Bei einem deutlichen Anstieg der Radioaktivit\u00e4t l\u00f6sen die Messwerte bei den zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden sofort Alarm aus.</p><p>Nach dem Unfall in Tschernobyl wurde kein spezielles epidemiologisches Programm lanciert. In den Jahren 1986 bis 2000 zusammen hat die Schweizer Bev\u00f6lkerung infolge dieses Unfalls eine zus\u00e4tzliche interne und externe Strahlendosis von durchschnittlich 0.5 Millisievert erhalten. Die Zahl der Krebserkrankungen, die gem\u00e4ss den Risikofaktoren der Internationalen Kommission f\u00fcr Strahlenschutz durch die Katastrophe in Tschernobyl in unserem Land zus\u00e4tzlich verursacht werden k\u00f6nnten, ist in Anbetracht der Schwankungen in der Inzidenz der Krebserkrankungen nicht nachweisbar.</p><p>Aus der Sicht des Strahlenschutzes sind zurzeit keine vorbeugenden Massnahmen n\u00f6tig.</p><p>In der Schweiz gibt es kein nationales Register der Krebserkrankungen. In acht Regionen wird hingegen ein solches Register gef\u00fchrt, und zwar in Genf, Neuenburg, Waadt, Wallis, Basel-Stadt/Baselland, Graub\u00fcnden, St. Gallen, Appenzell-Innerrhoden/Appenzell-Ausserrhoden, Z\u00fcrich, Tessin. Die neuesten Statistiken zeigen f\u00fcr beide Geschlechter eine Abnahme der Krebsmortalit\u00e4t, ausser bei den tabakbedingten Krebserkrankungen der Atemwege bei den Frauen.</p><p>Bei den Schweizer Beh\u00f6rden sind bis heute keine Schadenersatzforderungen aus gesundheitlichen Gr\u00fcnden eingegangen.</p>  Antwort des Bundesrates.","FederalCouncilProposal":8,"FederalCouncilProposalText":null,"FederalCouncilProposalDate":"\/Date(1024012800000)\/","SubmittedBy":"Men\u00e9trey-Savary Anne-Catherine","BusinessStatus":229,"BusinessStatusText":"Erledigt","BusinessStatusDate":"\/Date(1024012800000)\/","ResponsibleDepartment":4,"ResponsibleDepartmentName":"Departement des Innern","ResponsibleDepartmentAbbreviation":"EDI","IsLeadingDepartment":true,"Tags":"2841","Category":null,"Modified":"\/Date(1750806632140)\/","SubmissionDate":"\/Date(1016496000000)\/","SubmissionCouncil":1,"SubmissionCouncilName":"Nationalrat","SubmissionCouncilAbbreviation":"NR","SubmissionSession":4612,"SubmissionLegislativePeriod":46,"FirstCouncil1":1,"FirstCouncil1Name":"Nationalrat","FirstCouncil1Abbreviation":"NR","FirstCouncil2":null,"FirstCouncil2Name":null,"FirstCouncil2Abbreviation":null,"TagNames":"Gesundheit"}}