{"d":{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20023193,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20023193,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Business"},"BusinessResponsibilities":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20023193,Language='DE')/BusinessResponsibilities"}},"RelatedBusinesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20023193,Language='DE')/RelatedBusinesses"}},"BusinessRoles":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20023193,Language='DE')/BusinessRoles"}},"Publications":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20023193,Language='DE')/Publications"}},"LegislativePeriods":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20023193,Language='DE')/LegislativePeriods"}},"Sessions":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20023193,Language='DE')/Sessions"}},"Preconsultations":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20023193,Language='DE')/Preconsultations"}},"Bills":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20023193,Language='DE')/Bills"}},"Councils":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20023193,Language='DE')/Councils"}},"BusinessTypes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20023193,Language='DE')/BusinessTypes"}},"Votes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20023193,Language='DE')/Votes"}},"SubjectsBusiness":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20023193,Language='DE')/SubjectsBusiness"}},"BusinessStates":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20023193,Language='DE')/BusinessStates"}},"Council":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20023193,Language='DE')/Council"}},"Transcripts":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20023193,Language='DE')/Transcripts"}},"ID":20023193,"Language":"DE","BusinessShortNumber":"02.3193","BusinessType":6,"BusinessTypeName":"Postulat","BusinessTypeAbbreviation":"Po.","Title":"Schutz der Landessprachen gegen Anglizismen","Description":null,"InitialSituation":null,"Proceedings":null,"DraftText":null,"SubmittedText":"<p>Ich ersuche den Bundesrat, die Massnahmen zu ergreifen, die notwendig sind, um die missbr\u00e4uchliche Verwendung von Anglizismen oder Amerikanismen in den Texten zu vermeiden, die in der Bundesverwaltung und in den Unternehmungen des Bundes in den Landessprachen verfasst werden.</p>","ReasonText":"<p>Niemand bestreitet heute, dass die F\u00f6rderung der Mehrsprachigkeit und das Erlernen einer, zweier oder gar der drei anderen Landessprachen f\u00fcr den nationalen Zusammenhalt unabdingbar sind. Angesichts der wachsenden Bedeutung des Englischen als Sprache der internationalen Kommunikation ist es aber notwendig, auch diese Sprache zu erlernen. Alle sind sich darin einig, dass es f\u00fcr das heutige Bildungswesen eine der Herausforderungen ist, diese beiden Forderungen unter einen Hut zu bringen.</p><p>Das Problem ist um so schwieriger zu l\u00f6sen, als das Englische bei den Jungen im ganzen Land heute viel popul\u00e4rer ist als die anderen Landessprachen, und zwar als Vehikel der angloamerikanischen Kultur, als universelle Sprache der Technik, aber auch als Kommunikationsmittel, das scheinbar einfacher zu lernen und zu verwenden ist und auf das man sogar im schweizerischen Dialog zwischen den Sprachgemeinschaften zur\u00fcckgreift. Das Englische l\u00f6st also tendenziell die Landessprachen im Dialog \u00fcber die Sprachgrenzen hinweg ab. Diese Tendenz wird leider dadurch zus\u00e4tzlich verst\u00e4rkt, dass immer mehr englische Ausdr\u00fccke in den Landessprachen selbst auftauchen. Diese Ausdr\u00fccke ersetzen meist einzig aus Gr\u00fcnden der Mode deutsche, italienische, r\u00e4toromanische oder franz\u00f6sische Ausdr\u00fccke und verdr\u00e4ngen diese mit der Zeit.</p><p>Die gegenseitige Beeinflussung von Sprachen, die nebeneinander existieren, ist sicher ein allgemeines Ph\u00e4nomen. Durch den gegenseitigen Austausch von Substantiven, Verben und ganzen Ausdr\u00fccken werden die Sprachen reicher. Solche Einfl\u00fcsse sind positiv, und man darf sie nicht unter dem Vorwand bek\u00e4mpfen, man wolle die Bedeutung und die Reinheit der Sprache unbedingt sicherstellen. Es geht also nicht darum, in allen deutschen, franz\u00f6sischen oder italienischen W\u00f6rterb\u00fcchern alle W\u00f6rter englischen Ursprungs zu entfernen, auch wenn die Antwort \"ok\" nicht mehr aussagt als \"d'accord\", \"einverstanden\" oder \"d'accordo\".</p><p>Das \"excellent week-end\", das wir Welsche uns jeweils am Freitag w\u00fcnschen, ist sicher nicht besser als das \"bonne fin de semaine\", das sich die Qu\u00e9bequois im Bestreben, einen englischen Ausdruck zu vermeiden, w\u00fcnschen. Die systematische Verwendung von englischen oder amerikanischen Ausdr\u00fccken tr\u00e4gt nichts zur Verst\u00e4ndlichkeit geschriebener oder gesprochener Texte bei. Vielmehr verunstalten sie die Sprache, und manchmal ver\u00e4ndern sie sogar den Sinn. Dennoch verbreitet sich diese Praxis, die der franz\u00f6sische Linguist Ren\u00e9 Etiemble seit langem anprangert, in der schriftlichen wie auch in der m\u00fcndlichen Kommunikation immer mehr. Sie erfasst selbst die amtlichen Texte der Verwaltungen.</p><p>So streuen die vom Bund abh\u00e4ngigen Unternehmungen wie die Post, die Swisscom (deren Firmenname schon englisch oder amerikanisch angehaucht ist) und die SBB (bald Swissrail?), aber auch die ETH in ihren Mitteilungen, in ihrer Werbung und selbst in ihren l\u00e4ngeren Texten immer mehr englische Ausdr\u00fccke ein. Diese sind nicht selten schlecht gew\u00e4hlt oder f\u00fcr wirklich Englischsprachige gar unverst\u00e4ndlich. So liest man auf der in den drei Amtssprachen und in Englisch abgefassten Homepage der SBB in allen vier Versionen nur die Ausdr\u00fccke \"newsletters\", \"games\" und \"open access\". Der Generaldirektor der Post und auch derjenige der Swisscom nennen sich, wie die Generaldirektoren der Grossbanken, \"CEO (Chief Executive Officer)\"  eine Abk\u00fcrzung, die vermeintlich viel Sexappeal zeigt. Bei der Swisscom nennt sich der Chef der Finanzabteilung \"Team Leader Credit Management\" und der Leiter der Rechtsabteilung \"Team Leader Legal Collection\".</p><p>Auch die Bundesverwaltung selbst erstellt nicht mehr Zusammenfassungen oder \u00dcbersichten, sondern \"executive summaries\" (so beispielsweise das BFF, \"Ausschaffungspraxis, 2. Bericht der Abteilung Vollzugsunterst\u00fctzung\", September 2001).</p><p>Es g\u00e4be noch zahlreiche Beispiele f\u00fcr die Tendenz, unsere Landessprachen, die unser kultureller Reichtum sind, zu verunstalten. Diese Tendenz kann nur deren Verdr\u00e4ngung durch eine verarmte Form von Sprache f\u00f6rdern, welche auf einem angloamerikanischen Idiom basiert, das seinerseits jegliche Farbe verloren hat. Gewiss kann man solche Praktiken nicht mit einem autorit\u00e4ren Federstrich unterbinden. Doch der Bund sollte seine Vorbildfunktion wahrnehmen und die von ihm abh\u00e4ngigen Unternehmungen dazu anhalten, wo immer m\u00f6glich, d. h., sooft ein Wort aus einer Fremdsprache f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis des ausgedr\u00fcckten Sachverhalts nicht unbedingt n\u00f6tig ist, W\u00f6rter aus der eigenen Sprache zu verwenden.</p><p>In Kanada ist der Druck des Englischen noch viel ausgepr\u00e4gter als in Europa. Deshalb haben die Kanadier nicht gez\u00f6gert, eine Charta f\u00fcr die franz\u00f6sische Sprache zu verabschieden. Diese zeigt Wirkung. Sie hat nicht nur dazu beigetragen, den Gebrauch des Franz\u00f6sischen in den franz\u00f6sischsprachigen Gebieten Kanadas zu verst\u00e4rken, sondern auch eine Art von Verunreinigung des Franz\u00f6sischen durch englische Modeausdr\u00fccke zu verhindern. Der Bund m\u00fcsste nicht so weit gehen, aber er k\u00f6nnte immerhin mit dem guten Beispiel vorangehen  - \"just for fun\"!</p>","DocumentationText":null,"MotionText":null,"FederalCouncilResponseText":"<p>Die Bundesverwaltung hat die Aufgabe, ihre Texte in einer klaren, einfachen und m\u00f6glichst allgemein verst\u00e4ndlichen Sprache zu verfassen. Diesem Ziel l\u00e4uft die unkritische Verwendung von Lehnw\u00f6rtern, namentlich die zurzeit grassierende Verwendung von Anglizismen und Amerikanismen, die oft nur von bestimmten Personengruppen verstanden werden, zuwider.</p><p>Angesichts dieser Situation hat die Bundeskanzlei im Mai 2001 eine departements\u00fcbergreifende Arbeitsgruppe eingesetzt mit dem Auftrag, die Verwendung von Lehnw\u00f6rtern in den offiziellen Texten des Bundes zu studieren. Diese Arbeitsgruppe hat sich folgende Ziele gesetzt:</p><p>1. Sie will f\u00fcr die Bundesverwaltung Empfehlungen zur Vermeidung von Anglizismen und anderen Lehnw\u00f6rtern ausarbeiten, ohne dabei jedoch puristische Absichten zu verfolgen. Zudem soll ber\u00fccksichtigt werden, dass jede Amtssprache ihre eigenen Besonderheiten und Ausdrucksmittel hat und die verschiedenen Sprachgemeinschaften auf Anglizismen und andere Lehnw\u00f6rter mit unterschiedlicher Sensibilit\u00e4t reagieren.</p><p>2. Sie will das Ph\u00e4nomen der Verwendung von Anglizismen in der Bundesverwaltung weiter verfolgen und eine interaktive Intranet- und Internetseite einrichten und unterhalten. Diese soll dazu dienen, Anglizismen zu sammeln, bei denen sich die Frage stellt, wie mit ihnen umzugehen ist; sie bietet ihren Benutzerinnen und Benutzern die M\u00f6glichkeit, ihre Meinungen auszutauschen, und erm\u00f6glicht eine weite Verbreitung von Informationen und Wortalternativen mittels einer mehrsprachigen Wortliste.</p><p>Zu erw\u00e4hnen ist in diesem Zusammenhang auch der Entwurf des Sprachengesetzes. Dieses soll den Gebrauch der Amtssprachen regeln und statuiert, unter anderem, den Grundsatz, dass der Bund in einer sachgerechten, klaren und auf das Zielpublikum ausgerichteten Sprache kommunizieren muss.</p><p>Zusammenfassend kann man, mit Blick auf laufende Bem\u00fchungen innerhalb der Bundesverwaltung und auf das erw\u00e4hnte Gesetzesprojekt, festhalten, dass die Problematik der Anglizismen erkannt worden ist und damit dem Anliegen des Postulats heute schon Rechnung getragen wird. Die Bundesverwaltung wird auf dem eingeschlagenen Weg fortfahren; sie setzt dabei vor allem auf gute Information und Anregungen und zieht diese einer starren Regelung vor.</p> Der Bundesrat beantragt, das Postulat als erf\u00fcllt abzuschreiben.","FederalCouncilProposal":null,"FederalCouncilProposalText":"Der Bundesrat beantragt, das Postulat als erf\u00fcllt abzuschreiben.","FederalCouncilProposalDate":"\/Date(1029888000000)\/","SubmittedBy":"Schwaab Jean Jacques","BusinessStatus":229,"BusinessStatusText":"Erledigt","BusinessStatusDate":"\/Date(1033689600000)\/","ResponsibleDepartment":10,"ResponsibleDepartmentName":"Bundeskanzlei","ResponsibleDepartmentAbbreviation":"BK","IsLeadingDepartment":true,"Tags":"2831","Category":null,"Modified":"\/Date(1712769076010)\/","SubmissionDate":"\/Date(1019001600000)\/","SubmissionCouncil":1,"SubmissionCouncilName":"Nationalrat","SubmissionCouncilAbbreviation":"NR","SubmissionSession":4613,"SubmissionLegislativePeriod":46,"FirstCouncil1":1,"FirstCouncil1Name":"Nationalrat","FirstCouncil1Abbreviation":"NR","FirstCouncil2":null,"FirstCouncil2Name":null,"FirstCouncil2Abbreviation":null,"TagNames":"Kultur"}}