{"d":{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20023243,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20023243,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Business"},"BusinessResponsibilities":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20023243,Language='DE')/BusinessResponsibilities"}},"RelatedBusinesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20023243,Language='DE')/RelatedBusinesses"}},"BusinessRoles":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20023243,Language='DE')/BusinessRoles"}},"Publications":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20023243,Language='DE')/Publications"}},"LegislativePeriods":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20023243,Language='DE')/LegislativePeriods"}},"Sessions":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20023243,Language='DE')/Sessions"}},"Preconsultations":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20023243,Language='DE')/Preconsultations"}},"Bills":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20023243,Language='DE')/Bills"}},"Councils":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20023243,Language='DE')/Councils"}},"BusinessTypes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20023243,Language='DE')/BusinessTypes"}},"Votes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20023243,Language='DE')/Votes"}},"SubjectsBusiness":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20023243,Language='DE')/SubjectsBusiness"}},"BusinessStates":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20023243,Language='DE')/BusinessStates"}},"Council":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20023243,Language='DE')/Council"}},"Transcripts":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20023243,Language='DE')/Transcripts"}},"ID":20023243,"Language":"DE","BusinessShortNumber":"02.3243","BusinessType":8,"BusinessTypeName":"Interpellation","BusinessTypeAbbreviation":"Ip.","Title":"Verschreibung von Ritalin","Description":null,"InitialSituation":null,"Proceedings":null,"DraftText":null,"SubmittedText":"<p>1. Hat der Bundesrat vor, die Untersuchungen des Bundesamtes f\u00fcr Gesundheit \u00fcber die Verschreibung von Ritalin fortsetzen zu lassen?</p><p>2. Beabsichtigt der Bundesrat angesichts der Tatsache, dass die Verschreibung von Ritalin in unserem Land beunruhigende Ausmasse angenommen hat, in diesen Bereich einzugreifen und wenn ja, auf welche Art und Weise?</p><p>3. Kann der Bundesrat pr\u00e4zisieren, ob die Anerkennung der \"Aufmerksamkeits- und Hyperaktivit\u00e4tsst\u00f6rung (ADHD)\" als Krankheit wissenschaftlich fundiert ist? Wenn ja, wie kann man diese \"Krankheit\" von anderen Verhaltensst\u00f6rungen, die auf \u00e4ussere Faktoren zur\u00fcckzuf\u00fchren sind, unterscheiden?</p>","ReasonText":"<p>Das Bundesamt f\u00fcr Gesundheit hat im April einen detaillierten Bericht \u00fcber die \"Entwicklung der Anzahl Verschreibungen f\u00fcr Ritalin (Methylphenidat) im Kanton Neuenburg zwischen 1996 und 2000\" sowie einige Daten zur allgemeinen Verwendung von Ritalin in der Schweiz und in anderen L\u00e4ndern ver\u00f6ffentlicht. Gem\u00e4ss diesem Bericht hat die Verschreibung von Ritalin an Kinder im Schulalter (5 bis 14 Jahre) in den letzten Jahren massiv zugenommen. Dieses Medikament wird haupts\u00e4chlich f\u00fcr die Behandlung von Kindern eingesetzt, die an der ADHD leiden. </p><p>Nun ist aber diese Behandlung sehr umstritten, sowohl wegen der Diagnostizierung der Krankheit ADHD als auch wegen der Verwendung des erw\u00e4hnten Stoffes, der gem\u00e4ss gewissen wissenschaftlichen Quellen kurz- oder langfristig ernste Nebenwirkungen hervorrufen kann.</p><p>Zahlreiche Eltern und Lehrer sind \u00fcber diese Entwicklung beunruhigt und w\u00fcrden sich eine energische Massnahme des Bundesamtes f\u00fcr Gesundheit w\u00fcnschen, damit die stark zunehmende Verschreibung dieses Stoffes gestoppt wird, begr\u00fcssen es aber, dass auf diesem Gebiet wissenschaftliche Studien durchgef\u00fchrt und Statistiken erstellt werden.</p>","DocumentationText":null,"MotionText":null,"FederalCouncilResponseText":"<p>Im April 2002 wurde im Bulletin des Bundesamts f\u00fcr Gesundheit (BAG) ein Artikel \u00fcber die Entwicklung der Anzahl Verschreibungen f\u00fcr Ritalin im Kanton Neuenburg und in der Schweiz zwischen 1996 und 2000 ver\u00f6ffentlicht. Der Kantonsapotheker des Kantons Neuenburg hat im Auftrag des BAG eine Studie zu diesem Thema durchgef\u00fchrt, nachdem das Amt eine Zunahme der Verschreibungen festgestellt und sich mit deren Angemessenheit auseinandergesetzt hatte. Da Ritalin der Bet\u00e4ubungsmittelgesetzgebung untersteht und es vor allem an Kinder im Schulalter, die an einer Aufmerksamkeits- und Hyperaktivit\u00e4tsst\u00f6rung (ADHD) leiden, abgegeben wird, dr\u00e4ngte sich die Untersuchung einiger Aspekte dieser Problematik auf. </p><p>W\u00e4hrend die Behandlung mit Ritalin von gewissen Kreisen, denen es oft an Kenntnissen der medizinischen Aspekte von ADHD fehlt, in Frage gestellt wird, wird sie von Psychiatern, Kinderpsychiatern und Kinder\u00e4rzten gr\u00f6sstenteils als die angemessenste Therapie, die zurzeit verf\u00fcgbar ist, eingestuft. Eine solche Therapie muss auf einer sorgf\u00e4ltigen Diagnose beruhen, die von erfahrenen Therapeutinnen und Therapeuten gestellt wird, und mit einer psychosozialen Unterst\u00fctzung und Begleitung der Familie einhergehen. </p><p>Die Schweiz ist nicht das einzige Land, das von einer Zunahme der Verschreibungen f\u00fcr Ritalin betroffen ist. Auf internationaler Ebene befassen sich die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die vom Europarat beigezogenen Expertinnen und Experten mit diesem Thema. Auf der Basis des heutigen Wissensstandes empfehlen sie die Durchf\u00fchrung angemessener Behandlungen, darunter auch die Verschreibung von Stimulantien des Typs Ritalin.</p><p>Dass die Eltern und Lehrerschaft sowie die \u00d6ffentlichkeit im Allgemeinen beunruhigt sind, wenn den Kindern vermehrt eine dem Bet\u00e4ubungsmittelgesetz unterstellte Substanz verschrieben wird, ist verst\u00e4ndlich. Die zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden verfolgen die Entwicklung bei der Verwendung dieses Medikamentes denn auch mit grosser Aufmerksamkeit und sind bereit, gegebenenfalls die n\u00f6tigen Massnahmen zu ergreifen, um eine missbr\u00e4uchliche Anwendung einzud\u00e4mmen.</p><p>Die Zunahme der Verschreibungen l\u00e4sst sich teilweise mit der Entwicklung der Erkenntnisse \u00fcber ADHD erkl\u00e4ren: In der Vergangenheit wurden diese St\u00f6rungen oft nicht behandelt. Die Tatsache, dass eine bessere Symptomkontrolle erreicht und Ritalin von den meisten Kindern gut vertragen wird, ist ermutigend und zeigt, dass die Behandlungen in der Regel seri\u00f6s durchgef\u00fchrt werden und Vorteile bringen, die mit anderen Mitteln schwer erzielbar w\u00e4ren.</p><p>Es ist Sache der kantonalen Gesundheitsbeh\u00f6rden zu kontrollieren, dass kein Missbrauch betrieben wird, insbesondere bei den \u00e4rztlichen Verschreibungen f\u00fcr Ritalin. Das BAG unterst\u00fctzt die Forschung und die Information. Zurzeit sind Empfehlungen f\u00fcr die \u00c4rzteschaft zur F\u00f6rderung einer sinnvollen und begr\u00fcndeten Verschreibung von Ritalin in Vorbereitung. Mangels wirksamer, nebenwirkungsfreier Alternativen werden das BAG - und wohl auch die kantonalen Gesundheitsbeh\u00f6rden - berechtigte Verschreibungen f\u00fcr Kinder, die eine Therapie ben\u00f6tigen, nicht verhindern k\u00f6nnen. </p><p>Zus\u00e4tzlich zu den oben aufgef\u00fchrten Informationen k\u00f6nnen die drei gestellten Fragen wie folgt beantwortet werden:</p><p>1. Das BAG setzt die Unterst\u00fctzung von Studien \u00fcber die Verwendung von Ritalin fort. Eine Studie befasst sich mit den epidemiologischen Aspekten von ADHD; ihre Ergebnisse sollten Ende Jahr vorliegen und im n\u00e4chsten Jahr ver\u00f6ffentlicht werden. Das BAG und Swissmedic, das Schweizerische Heilmittelinstitut, interessieren sich ebenfalls f\u00fcr Artikel aus der Fachpresse und arbeiten mit internationalen Organisationen wie dem Europarat zusammen, um relevante Informationen zu ADHD zusammenzutragen.</p><p>2. Zwischen 1996 und 2000 hat sich die Zahl der Verschreibungen f\u00fcr Ritalin versiebenfacht, was in der Tat einem massiven Anstieg entspricht. Diese Zunahme muss aber relativiert werden, da ADHD fr\u00fcher nicht immer behandelt wurde. Sollten aber die Verschreibungen weiterhin in gleichem Masse zunehmen, m\u00fcsste eine n\u00e4here Untersuchung der daf\u00fcr verantwortlichen Gr\u00fcnde und der Notwendigkeit der verschriebenen Behandlungen vorgenommen werden. Was die Verschreibungen anbelangt, so sind die kantonalen Gesundheitsbeh\u00f6rden zust\u00e4ndig f\u00fcr die n\u00f6tigen Kontrollen. Gem\u00e4ss geltendem Recht sind das BAG und Swissmedic nicht befugt, den verschreibenden \u00c4rztinnen und \u00c4rzten Einschr\u00e4nkungen aufzuerlegen. Sie d\u00fcrfen lediglich Empfehlungen abgeben, insbesondere in Form von Informationsschreiben an die \u00c4rzteschaft. In dem von Swissmedic gutgeheissenen Informationsschreiben \u00fcber Ritalin wird die Notwendigkeit einer ganzheitlichen Behandlung von ADHD unterstrichen. Diese sollte neben der medikament\u00f6sen auch eine psychotherapeutische Behandlung sowie soziale und erzieherische Massnahmen beinhalten. </p><p>3. Die Diagnosekriterien f\u00fcr ADHD sind klar festgelegt (Handbuch der Psychiatrie DSM-IV und internationale Klassifikation der Krankheiten ICD-10 der WHO). Diese Kriterien beruhen auf einer wissenschaftlichen Grundlage, die von der \u00c4rzteschaft, insbesondere den Spezial\u00e4rztinnen und -\u00e4rzten, denen auch die Psychiater, Kinderpsychiater und Kinder\u00e4rzte angeh\u00f6ren, verwendet wird. Es handelt sich dabei um komplexe Kriterien, die erm\u00f6glichen sollen, ADHD von anderen Verhaltensst\u00f6rungen zu unterscheiden. In Grenzf\u00e4llen verschreiben Fach\u00e4rztinnen und -\u00e4rzte in der Regel nicht gleich Ritalin, sondern geben einer psychosozialen Unterst\u00fctzung den Vorzug.</p>  Antwort des Bundesrates.","FederalCouncilProposal":8,"FederalCouncilProposalText":null,"FederalCouncilProposalDate":"\/Date(1031097600000)\/","SubmittedBy":"Brunner Christiane","BusinessStatus":229,"BusinessStatusText":"Erledigt","BusinessStatusDate":"\/Date(1032393600000)\/","ResponsibleDepartment":4,"ResponsibleDepartmentName":"Departement des Innern","ResponsibleDepartmentAbbreviation":"EDI","IsLeadingDepartment":true,"Tags":"2841","Category":null,"Modified":"\/Date(1712750907847)\/","SubmissionDate":"\/Date(1023753600000)\/","SubmissionCouncil":2,"SubmissionCouncilName":"St\u00e4nderat","SubmissionCouncilAbbreviation":"SR","SubmissionSession":4614,"SubmissionLegislativePeriod":46,"FirstCouncil1":2,"FirstCouncil1Name":"St\u00e4nderat","FirstCouncil1Abbreviation":"SR","FirstCouncil2":null,"FirstCouncil2Name":null,"FirstCouncil2Abbreviation":null,"TagNames":"Gesundheit"}}