{"d":{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20051140,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20051140,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Business"},"BusinessResponsibilities":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20051140,Language='DE')/BusinessResponsibilities"}},"RelatedBusinesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20051140,Language='DE')/RelatedBusinesses"}},"BusinessRoles":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20051140,Language='DE')/BusinessRoles"}},"Publications":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20051140,Language='DE')/Publications"}},"LegislativePeriods":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20051140,Language='DE')/LegislativePeriods"}},"Sessions":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20051140,Language='DE')/Sessions"}},"Preconsultations":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20051140,Language='DE')/Preconsultations"}},"Bills":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20051140,Language='DE')/Bills"}},"Councils":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20051140,Language='DE')/Councils"}},"BusinessTypes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20051140,Language='DE')/BusinessTypes"}},"Votes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20051140,Language='DE')/Votes"}},"SubjectsBusiness":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20051140,Language='DE')/SubjectsBusiness"}},"BusinessStates":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20051140,Language='DE')/BusinessStates"}},"Council":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20051140,Language='DE')/Council"}},"Transcripts":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20051140,Language='DE')/Transcripts"}},"ID":20051140,"Language":"DE","BusinessShortNumber":"05.1140","BusinessType":18,"BusinessTypeName":"Anfrage","BusinessTypeAbbreviation":"A","Title":"Atompropaganda auf Staatskosten. Wie lange noch?","Description":null,"InitialSituation":null,"Proceedings":null,"DraftText":null,"SubmittedText":"<p>Im PSI-\"Energie-Spiegel\" Nr.13 vom Mai 2005 wird behauptet, die Katastrophe von Tschernobyl habe \"bis zu 33 000 gesch\u00e4tzte latente Tote\" zur Folge:</p><p>1. Welchen Effort hat das PSI in epidemiologischer Hinsicht geleistet, als es zu seiner erstaunlich niedrigen Opferbilanz gelangte? Welche Untersuchungen wurden vor Ort durchgef\u00fchrt, mit wie vielen Personen? Wo sind die Daten publiziert?</p><p>2. Die Zahl der heute in kontaminierten Gebieten rund um Tschernobyl lebenden Menschen wird auf 2,5 Millionen gesch\u00e4tzt. Sie essen radioaktiv belastete Lebensmittel; deren Isotope reichern sich im K\u00f6rper an. Bei den Aufr\u00e4umarbeiten waren zudem \u00fcber 600 000 junge \"Liquidatoren\" im Einsatz. Viele von ihnen sind erkrankt oder verstorben, teils durch Suizid. Weshalb zieht das PSI (und die IAEA) die erh\u00f6hte Morbidit\u00e4t und das Leiden dieser Menschen mit keinem Wort in Betracht? Haben die Opfer von Tschernobyl diese extreme Art der Menschenverachtung nach Ansicht des Bundesrates verdient? Kann man von Bundesstellen nicht, wie bei den Holocaust-Opfern, ein Minimum an Respekt gegen\u00fcber der Menschenw\u00fcrde erwarten, anstatt dass die Leiden permanent und mit Methode verharmlost werden?</p><p>3. Kann der Bundesrat mit Sicherheit ausschliessen, dass h\u00f6chstens 33 000 Menschen wegen Tschernobyl eine verk\u00fcrzte Lebenserwartung haben, wie dies vom PSI verbreitet wird, und nicht bedeutend mehr, wie etwa von deutschen Strahleninstituten gesch\u00e4tzt wird?</p><p>4. Der russische Professor Wassilij Nesterenko hat die Konzentration von Radioaktivit\u00e4t in den K\u00f6rpern von 110 000 Menschen in Minsk und Umgebung untersucht und festgestellt, dass viele Menschen, besonders auch nach 1986 geborene Kinder, durch die Aufnahme kontaminierter Nahrung gesch\u00e4digt werden. In manchen Kindern wurde eine radioaktive Aktivit\u00e4t zwischen 50 und 1250 Becquerel Radioaktivit\u00e4t pro gemessenem Kilogramm Gewicht gemessen. Hat das PSI die Untersuchungen von Prof. Nesterenko bei seinen Todesfallsch\u00e4tzungen ber\u00fccksichtigt, und wenn ja, in welcher Hinsicht?</p><p>5. C\u00e4sium und Strontium strahlen w\u00e4hrend vielen hundert Jahren, Isotope wie Plutonium sogar w\u00e4hrend Hunderttausenden von Jahren. Welche Methodik f\u00fchrt zur Sch\u00e4tzung des PSI \u00fcber die Zahl der Opfer (\"bis 33 000 Menschenopfer\"), wenn man die zuk\u00fcnftige Population in den kontaminierten Gebieten in Zukunft noch nicht kennt?</p><p>6. Das Bundesamt f\u00fcr Zivilschutz und die Prognos AG sch\u00e4tzten die Kosten eines schweren Atomunfalls in der Schweiz auf 4000 bis 9000 Milliarden Franken. Eine Versicherung dieses Risikos w\u00fcrde zu Versicherungspr\u00e4mien f\u00fchren, welche die geltenden Marktpreise f\u00fcr Strom um ein Vielfaches \u00fcbersteigen. Die Autoren der PSI-Studien ignorieren diese ungedeckten Versicherungskosten systematisch. Teilt der Bundesrat die Auffassung, dass man von einem Projekt, das sich \"ganzheitliche Betrachtung von Energiesystemen (Gabe)\" nennt, erwarten kann, dass es die externen Kosten vollst\u00e4ndig und eben nicht willk\u00fcrlich in seine Berechnungen einbezieht?</p><p>7. Auf der aktuellen Internetsite des Gabe-Projektes und in der Publikation \"\u00d6kologisches Profil von Nuklearsystemen\" (P. Hardegger, R. Dones, 2005) wird die Windenergie mit Gestehungskosten von 20 bis 51 Rappen pro Kilowattstunde beziffert, Atomenergie mit Kosten von unter 10 Rappen pro Kilowattstunde (inklusive externe Kosten!). Die Einspeiseverg\u00fctungen f\u00fcr Windenergie betragen in Deutschland und Spanien, beides L\u00e4nder mit mehreren tausend Megawatt Zubau pro Jahr, im Jahre 2005 zwischen 5,8 und 8,7 Eurocents pro Kilowattstunde, also unter 13,5 Rappen pro Kilowattstunde. Aus welchen Quellen bezieht das PSI seine phantastischen, im Effekt v\u00f6llig absurden Zahlenangaben \u00fcber die Kosten der Windenergie?</p><p>8. Welche Konsequenzen zieht der Bundesrat, wenn hoch bezahlte Forschungsabteilungen des Bundes (und internationale Organisationen wie die IAEA) auf Staatskosten reinen Pfusch publizieren, und ihre Woodoo-Wissenschaft auch noch auf Staatskosten dem breiten Publikum verbreiten?</p>","ReasonText":null,"DocumentationText":null,"MotionText":null,"FederalCouncilResponseText":"<p>Im Rahmen des Projektes \"Ganzheitliche Betrachtungen von Energiesystemen\" studiert das Paul-Scherrer-Institut (PSI) die technischen, sicherheitstechnischen, \u00f6kologischen und \u00f6konomischen Zusammenh\u00e4nge bei der Produktion und dem Einsatz von Energiesystemen. Im \"Energie-Spiegel\" des PSI wird periodisch \u00fcber Erkenntnisse aus der Energieforschung und den interdisziplin\u00e4ren Studien berichtet. Der Energiespiegel Nr. 13 vom Mai 2005 berichtet \u00fcber schwere Unf\u00e4lle bei der Anwendung fossiler Energiequellen, der Wasserkraft und der Kernenergie. In diesem Zusammenhang werden auch die Risiken von schweren Unf\u00e4llen angesprochen und die Zahl von 33 000 latenten Todesf\u00e4llen f\u00fcr die n\u00e4chsten 70 Jahre aus dem Tschernobyl-Unfall genannt.</p><p>1.-5. Das PSI hat die Zahlen f\u00fcr latente Todesf\u00e4lle im Zusammenhang mit dem Reaktorunfall von Tschernobyl aufgrund von Studien der EU, IAEA und WHO (1996) und UNSCEAR (1993) unter Ber\u00fccksichtigung von russischen Quellen in einem umfassenden Bericht \u00fcber schwere Unf\u00e4lle im Energiebereich (alle erw\u00e4hnten Berichte und Publikationen sind auf Anfrage \u00fcber das Staatssekretariat f\u00fcr Bildung und Forschung beziehbar) im November 1998 publiziert. Dessen Ergebnisse wurden von nationalen und internationalen Experten \u00fcberpr\u00fcft und als richtig befunden. Bei einer erneuten \u00dcberpr\u00fcfung im Jahr 2004 im Rahmen einer EU-Studie hat das PSI festgestellt, dass die Zahlenwerte weiterhin g\u00fcltig, jedoch im Vergleich zu Ergebnissen anderer Publikationen eher zu hoch gesch\u00e4tzt worden sind. Im September 2005 wurde von einem Forum der Uno (unter Beteiligung von IAEA, WHO, UNDP, FAO, Unep, UN-OCHA und UNSCEAR), der Weltbank und den Regierungen von Russland, Belarus, und der Ukraine eine neue unabh\u00e4ngige Studie zu den Folgen des Tschernobyl-Unfalles ver\u00f6ffentlicht. Eine der Schlussfolgerungen aus diesem Bericht ist, dass aufgrund der Strahlenbelastung durch den genannten Unfall bis zu 4000 Menschen gestorben sein k\u00f6nnten. Bis Mitte 2005 sind gem\u00e4ss Bericht etwa 50 Todesf\u00e4lle registriert worden, die in direktem Zusammenhang mit dem Unfall stehen. Die neuesten Erkenntnisse von namhaften Experten, die mit Studien und Forschungsarbeiten vor Ort in Kontakt waren, ergeben demnach deutlich tiefere Todesfallzahlen als die im \"Energie-Spiegel\" dargestellten Werte.</p><p>6. Die durch Reaktorunf\u00e4lle potenziell verursachten externen Kosten sind in den Berechnungen der externen Kosten der Kernenergie in den PSI-Studien ber\u00fccksichtigt. Auch bei Annahme m\u00f6glicher Folgesch\u00e4den in der angegebenen Gr\u00f6sse bleiben die resultierenden Zusatzkosten aufgrund der geringen Wahrscheinlichkeit derart schwerer Unf\u00e4lle bei schweizerischen Kernkraftwerken auf 0,01 bis 0,1 Rappen pro Kilowattstunde beschr\u00e4nkt. Auch diese Ans\u00e4tze sind im Vergleich zu Studien der EU und der USA konservativ.</p><p>7. Die zitierten Angaben zu den Kosten f\u00fcr die in der Schweiz produzierte Windenergie stammen aus einer PSI-Publikation aus dem Jahre 1999. Darin wurden sowohl Windenergieanlagen ber\u00fccksichtigt, die an geeigneten Standorten und mit moderner Technik produzieren, als auch Anlagen, die in weniger geeigneten Gebieten vorgesehen waren. F\u00fcr aktuelle Windenergieprojekte, die das PSI in seinen Studien ber\u00fccksichtigt hat, liegen die Produktionskosten bei 20 Rappen pro Kilowattstunde. In Deutschland und Spanien kann Windenergie kosteng\u00fcnstiger produziert werden als in der Schweiz. Dies h\u00e4ngt damit zusammen, dass dort die Windverh\u00e4ltnisse wesentlich besser sind und zudem gr\u00f6ssere Windparks errichtet werden k\u00f6nnen.</p><p>8. Das PSI hat eine hohe nationale und internationale wissenschaftliche Reputation. Seine Energiesystemstudien und anderen Energieforschungsarbeiten geniessen hohe Anerkennung und werden von Wissenschaftern aus dem In- und Ausland in Publikationen zitiert und f\u00fcr deren Studien ber\u00fccksichtigt. Aus diesen Gr\u00fcnden sieht der Bundesrat keinen Handlungsbedarf, der \u00fcber die im Rahmen seines Leistungsauftrages an den ETH-Bereich durchzuf\u00fchrenden Evaluationen hinausgehen w\u00fcrde. Er begr\u00fcsst die Anstrengungen des PSI, die \u00d6ffentlichkeit \u00fcber Erkenntnisse aus seinen Forschungsarbeiten zu informieren.</p>  Antwort des Bundesrates.","FederalCouncilProposal":8,"FederalCouncilProposalText":null,"FederalCouncilProposalDate":"\/Date(1133481600000)\/","SubmittedBy":"Rechsteiner Rudolf","BusinessStatus":229,"BusinessStatusText":"Erledigt","BusinessStatusDate":"\/Date(1133481600000)\/","ResponsibleDepartment":4,"ResponsibleDepartmentName":"Departement des Innern","ResponsibleDepartmentAbbreviation":"EDI","IsLeadingDepartment":true,"Tags":"66","Category":null,"Modified":"\/Date(1750805313833)\/","SubmissionDate":"\/Date(1128556800000)\/","SubmissionCouncil":1,"SubmissionCouncilName":"Nationalrat","SubmissionCouncilAbbreviation":"NR","SubmissionSession":4709,"SubmissionLegislativePeriod":47,"FirstCouncil1":1,"FirstCouncil1Name":"Nationalrat","FirstCouncil1Abbreviation":"NR","FirstCouncil2":null,"FirstCouncil2Name":null,"FirstCouncil2Abbreviation":null,"TagNames":"Energie"}}