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September 2007 zum \u00dcbereinkommen zur Bewahrung des immateriellen Kulturerbes","InitialSituation":"<p>Das im Jahr 2003 von der UNESCO-Generalversammlung verabschiedete und am 20. April 2006 in Kraft getretene \u00dcbereinkommen zur Bewahrung des immateriellen Kulturerbes [\u00dcbereinkommen] regelt das gesellschaftliche Verh\u00e4ltnis zu einem bisher rechtlich kaum anerkannten Bereich, der zuweilen - und nur teilweise zutreffend - auch als traditionelle Kultur, Folklore oder Volkskultur bezeichnet wird. Das Abkommen zielt auf die Erhaltung, F\u00f6rderung und Erforschung von traditionellen kulturellen Ausdrucksweisen wie Musik, Theater, Legenden, Tanz sowie traditionelles Wissen \u00fcber Umwelt und Handwerkstechniken. Mit dem \u00dcbereinkommen werden die bestehenden internationalen \u00dcbereink\u00fcnfte, Empfehlungen und Beschl\u00fcsse zum Natur- und Kulturerbe durch neue Bestimmungen zum immateriellen Kulturerbe wirksam bereichert und erg\u00e4nzt.</p><p>Das \u00dcbereinkommen schliesst an die seit Jahrzehnten von der UNESCO verfolgte und von der Schweiz unterst\u00fctzte Kulturpolitik an. Sie ist als Erg\u00e4nzung zu den \u00dcbereinkommen zum Welterbe (1972), zum Kulturg\u00fctertransfer (1970) sowie zum Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten (1954) zu sehen, welche sich auf materielle Kulturg\u00fcter beschr\u00e4nken. Komplement\u00e4r ist das \u00dcbereinkommen zur Bewahrung des immateriellen Kulturerbes auch zu dem 2005 verabschiedeten \u00dcbereinkommen \u00fcber den Schutz und die F\u00f6rderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen.  </p><p>Das immaterielle Kulturerbe, das lange in seiner Bedeutung f\u00fcr regionale und nationale Identit\u00e4tsverst\u00e4ndnisse untersch\u00e4tzt wurde, erf\u00e4hrt durch das UNESCO-\u00dcbereinkommen die notwendige Aufwertung. Insofern das \u00dcbereinkommen nun von einer grossen Zahl von Staaten ratifiziert wird, kommt ihm eine grosse Bedeutung zu.</p><p>In der Schweiz ist die Bedeutung des immateriellen Kulturerbes f\u00fcr die kulturelle Vielfalt, f\u00fcr den gesellschaftlichen Zusammenhalt, f\u00fcr das kulturelle Selbstverst\u00e4ndnis sowie f\u00fcr das Erscheinungsbild des Landes anerkannt. Viele nationale und regionale Eigenheiten definieren sich \u00fcber immaterielle Kulturaspekte. Offenkundig ist dies im Brauchtum, in der Volksmusik und im Volkstanz, im traditionellen Handwerk sowie in m\u00fcndlich \u00fcberlieferten Traditionen und Ausdrucksweisen, einschliesslich der Sprache als Tr\u00e4ger dieses Erbes.</p><p>Im \u00dcbereinkommen wird die Bedeutung der m\u00fcndlichen \u00dcberlieferung f\u00fcr die Kontinuit\u00e4t des immateriellen Kulturerbes anerkannt, ebenso die globale Vielfalt traditioneller kultureller Ausdrucksweisen. Die Vertragsstaaten des \u00dcbereinkommens werden auf nationaler Ebene und durch internationale Zusammenarbeit zu Massnahmen angehalten, g\u00fcnstige Rahmenbedingungen f\u00fcr die Praxis und \u00dcberlieferung des immateriellen Kulturerbes zu schaffen. Auf internationaler Ebene sieht das \u00dcbereinkommen die Einrichtung einer repr\u00e4sentativen Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit vor. Weitere Projekte und Programme zur Bewahrung und F\u00f6rderung des immateriellen Kulturerbes werden durch Mittel aus einem eigens ge\u00e4ufneten Fonds finanziert.</p><p>Auch wenn der Begriff des immateriellen Kulturerbes in der Schweiz selten verwendet wird, ist die Erhaltung und die F\u00f6rderung traditioneller kultureller Ausdrucksweisen durch die Unterst\u00fctzung von Kulturveranstaltungen, durch die F\u00f6rderung von Kulturvermittlung und durch Beitr\u00e4ge an Kulturschaffende fest in der staatlichen Kulturf\u00f6rderung verankert. Deshalb st\u00e4rkt und bekr\u00e4ftigt das \u00dcbereinkommen die in der Schweiz bestehenden Massnahmen zur Bewahrung des immateriellen Kulturerbes. Mit der Ratifikation schliesst sich die Schweiz dem von der UNESCO verabschiedeten koh\u00e4renten internationalen Rechtsrahmen zum Schutz und zur F\u00f6rderung der kulturellen Vielfalt an. Die Ratifikation des \u00dcbereinkommens hat geringf\u00fcgige finanzielle Auswirkungen auf den Bund. Diese ergeben sich haupts\u00e4chlich aus der Verpflichtung, alle zwei Jahre einen Beitrag an den UNESCO-Fonds f\u00fcr das immaterielle Kulturerbe zu entrichten. </p><p>(Quelle : Botschaft des Bundesrates)</p>","Proceedings":"<p></p><p>In der Gesamtabstimmung stimmten beide R\u00e4te dem Bundesbeschluss ohne Gegenstimme zu.</p><p></p><p><b>In der Schlussabstimmung wurde der Bundesbeschluss im Nationalrat mit 184 zu 8 und im St\u00e4nderat mit 41 zu 0 Stimmen angenommen.</b></p>","DraftText":null,"SubmittedText":null,"ReasonText":null,"DocumentationText":null,"MotionText":null,"FederalCouncilResponseText":null,"FederalCouncilProposal":null,"FederalCouncilProposalText":null,"FederalCouncilProposalDate":null,"SubmittedBy":null,"BusinessStatus":229,"BusinessStatusText":"Erledigt","BusinessStatusDate":"\/Date(1206016316273)\/","ResponsibleDepartment":4,"ResponsibleDepartmentName":"Departement des Innern","ResponsibleDepartmentAbbreviation":"EDI","IsLeadingDepartment":true,"Tags":"2831","Category":"IV","Modified":"\/Date(1770757348770)\/","SubmissionDate":"\/Date(1190332800000)\/","SubmissionCouncil":null,"SubmissionCouncilName":null,"SubmissionCouncilAbbreviation":null,"SubmissionSession":4718,"SubmissionLegislativePeriod":47,"FirstCouncil1":1,"FirstCouncil1Name":"Nationalrat","FirstCouncil1Abbreviation":"NR","FirstCouncil2":null,"FirstCouncil2Name":null,"FirstCouncil2Abbreviation":null,"TagNames":"Kultur"}}