{"d":{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20073020,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20073020,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Business"},"BusinessResponsibilities":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20073020,Language='DE')/BusinessResponsibilities"}},"RelatedBusinesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20073020,Language='DE')/RelatedBusinesses"}},"BusinessRoles":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20073020,Language='DE')/BusinessRoles"}},"Publications":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20073020,Language='DE')/Publications"}},"LegislativePeriods":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20073020,Language='DE')/LegislativePeriods"}},"Sessions":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20073020,Language='DE')/Sessions"}},"Preconsultations":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20073020,Language='DE')/Preconsultations"}},"Bills":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20073020,Language='DE')/Bills"}},"Councils":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20073020,Language='DE')/Councils"}},"BusinessTypes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20073020,Language='DE')/BusinessTypes"}},"Votes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20073020,Language='DE')/Votes"}},"SubjectsBusiness":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20073020,Language='DE')/SubjectsBusiness"}},"BusinessStates":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20073020,Language='DE')/BusinessStates"}},"Council":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20073020,Language='DE')/Council"}},"Transcripts":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20073020,Language='DE')/Transcripts"}},"ID":20073020,"Language":"DE","BusinessShortNumber":"07.3020","BusinessType":9,"BusinessTypeName":"Dringliche Interpellation","BusinessTypeAbbreviation":"D.Ip.","Title":"Volkswirtschaftliche Auswirkungen des Klimawandels auf die Schweiz","Description":null,"InitialSituation":null,"Proceedings":null,"DraftText":null,"SubmittedText":"<p>Laut dem Bericht des IPCC erw\u00e4rmt sich das Klima schneller als prognostiziert. Der ehemalige Chef\u00f6konom der Weltbank Nicolas Stern rechnete im letzten Herbst vor, dass nur 1 Prozent des weltweiten Bruttosozialproduktes f\u00fcr umfassende Aktionen gegen die Klimaerw\u00e4rmung n\u00f6tig sei. Unternehme die Menschheit hingegen weiterhin nichts, werde sie eines Tages die Folgen ihrer Unt\u00e4tigkeit mit einer um ein Vielfaches h\u00f6heren Summe bezahlen m\u00fcssen.</p><p>Fragen an den Bundesrat:</p><p>1. Teilt er die Einsch\u00e4tzung des IPCC-Berichtes, dass die jetzige durch den Menschen verursachte Belastung durch Treibhausgase um mehr als ein Drittel reduziert werden muss, um den Ausstoss von Treibhausgasen auf ein nicht weiter das Klima ver\u00e4nderndes Ausmass zu begrenzen?</p><p>2. Lassen sich die Berechnungen von Nicolas Stern auf die Schweiz \u00fcbertragen? Kann der Bundesrat Angaben zu den Kosten machen, welche aufgrund des Klimawandels f\u00fcr die Schweiz entstehen? Wie hoch w\u00e4ren die Kosten f\u00fcr eine Schadensvermeidungsstrategie?</p><p>3. Welche Sch\u00e4den erwartet er aufgrund des Klimawandels in der Schweiz und in welchen Wirtschaftszweigen (Prognose bis 2020 und 2050)?</p><p>4. Welche Auswirkungen hat der Klimawandel auf die Landwirtschaft (Auswirkungen auf das b\u00e4uerliche Einkommen? Welche auf Ernteverluste und in welcher H\u00f6he? Welche Bauernbetriebe sind besonders betroffen? Welche Regionen und H\u00f6henlagen sind besonders betroffen)?</p><p>5. Welche Auswirkungen hat der Klimawandel auf den Tourismus (Auswirkungen auf die Besch\u00e4ftigung und auf die Wertsch\u00f6pfung; betroffene Branchen; betroffene Regionen und H\u00f6henlagen)?</p><p>6. Kann er Angaben machen \u00fcber die Auswirkungen eines warmen Winters - wie des zu Ende gehenden - auf den Wintertourismus inklusive auch auf die Besch\u00e4ftigung?</p><p>7. Von wie vielen Leuten in der Schweiz ist der Lebensraum besonders gef\u00e4hrdet? Gibt es dazu einen Gefahrenkataster? Erarbeitet der Bundesrat Pl\u00e4ne, wie diese Leute \"umgesiedelt\" werden k\u00f6nnen?</p><p>8. Ist er bereit, sich bei der Weltbank f\u00fcr einen Klimafonds zu engagieren, um die \u00e4rmsten Staaten im Klimaschutz zu unterst\u00fctzen?</p>","ReasonText":null,"DocumentationText":null,"MotionText":null,"FederalCouncilResponseText":"<p>1. Der Bundesrat sch\u00e4tzt den im Jahr 1988 von der Weltmeteorologie-Organisation und dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen gegr\u00fcndeten Zwischenstaatlichen Ausschuss f\u00fcr Klima\u00e4nderungen (IPCC) als glaubw\u00fcrdiges wissenschaftliches Gremium. Der IPCC, den die Schweiz unterst\u00fctzt und dem auch Schweizer Experten angeh\u00f6ren, ist die internationale Referenz bei der Beurteilung neuer Erkenntnisse \u00fcber den Klimawandel. Im neuen IPCC-Bericht werden die Aussagen des vorangegangenen Berichtes aus dem Jahr 2001 best\u00e4tigt und weiter ausgef\u00fchrt. So h\u00e4lt der IPPC fest, dass die seit Mitte des 20. Jahrhunderts beobachtete Erw\u00e4rmung wahrscheinlich gr\u00f6sstenteils an der steigenden Treibhausgaskonzentration in der Atmosph\u00e4re liegt und diese wiederum auf menschliche T\u00e4tigkeiten zur\u00fcckzuf\u00fchren ist.</p><p>2.-6. Da die Berechnungen im Stern-Review auf globaler Ebene ansetzen, k\u00f6nnen diese nicht direkt auf die Schweiz \u00fcbertragen werden. Die monet\u00e4ren Auswirkungen der Klima\u00e4nderung auf die Schweizer Volkswirtschaft sind noch wenig untersucht. Die erste und letzte Sch\u00e4tzung (Ruedi Meier, 1998, Sozio\u00f6konomische Aspekte von Klima\u00e4nderungen und Naturkatastrophen in der Schweiz, Schlussbericht NFP 31), welche im Jahr 1998 im Rahmen des NFP 31 (Nationales Forschungsprogramm) vorgenommen wurde, geht von Sch\u00e4den zwischen 2,3 bis 3,2 Milliarden Franken aus (Preisstand 1995). Dies entspricht knapp 1 Prozent des Bruttosozialproduktes im Jahre 1995. Den weitaus gr\u00f6ssten Wertsch\u00f6pfungsverlust identifiziert die NFP-31-Studie beim Wintertourismus.</p><p>F\u00fcr zahlreiche Sektoren wie Tourismus, Land- und Forstwirtschaft, Wasser- und Energiewirtschaft sowie die Versicherungsbranche spielen klimatische Faktoren eine bedeutende Rolle. Die zuk\u00fcnftige Entwicklung dieser Branchen kann daher vom Klimawandel massgeblich beeinflusst werden.</p><p>Gem\u00e4ss der j\u00fcngsten Studie des Beratenden Organ f\u00fcr Fragen der Klima\u00e4nderung, OcCC (2007, Klima\u00e4nderung und die Schweiz 2050: Erwartete Auswirkungen auf Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft) wird sich die Schweizer Landwirtschaft durch geeignete Anpassungsmassnahmen an einen moderaten mittleren Temperaturanstieg von 2 bis 3 Grad Celsius bis 2050 anpassen k\u00f6nnen. Als problematisch erweisen sich hingegen die Zunahme von Hitze- und Trockenperioden sowie h\u00e4ufigere Starkniederschl\u00e4ge. Steigen die Temperaturen mehr als 2 bis 3 Grad Celsius werden die negativen Auswirkungen auf die Landwirtschaft \u00fcberwiegen.</p><p>Der Sommertourismus in den Alpen k\u00f6nnte gem\u00e4ss dieser Studie von einer Klimaerw\u00e4rmung profitieren, wenn Hitzeperioden im Mittelland und an anderen Ferienzielen h\u00e4ufiger werden. Durch den massiven R\u00fcckzug der Gletscher verlieren andererseits die alpinen Tourismusdestinationen als Erholungsraum an Attraktivit\u00e4t. Im Weiteren wird durch die zunehmende Gef\u00e4hrdung der Verkehrswege durch Extremereignisse in den Alpen die Erreichbarkeit der Tourismusorte erschwert, und auftauender Permafrost erfordert kostspielige Investitionen. Die abnehmende Schneesicherheit wird weitreichende Auswirkungen auf den Wintertourismus haben. Insbesondere Skigebiete in den Voralpen werden aufgrund der steigenden Schneefallgrenze langfristig kaum mehr rentabel betrieben werden k\u00f6nnen. H\u00f6here Frequenzen im Sommer d\u00fcrften die Einnahmenausf\u00e4lle von Bergbahnen und Hotellerie im Winter nicht kompensieren k\u00f6nnen.</p><p>Eine k\u00fcrzlich publizierte Studie des Forschungsinstitutes f\u00fcr Freizeit und Tourismus der Universit\u00e4t Bern hat die Auswirkungen der Klima\u00e4nderung auf den Tourismus im Berner Oberland untersucht. Die Studie zeigt, dass selbst nach erfolgten Anpassungsmassnahmen insbesondere im Wintertourismus mit starken Umsatzeinbussen (minus 22 Prozent) zu rechnen ist. Dabei ist zu beachten, dass das Berner Oberland mit einigen hochgelegenen Skigebieten im Vergleich zu anderen Regionen eher von Konzentrationsprozessen profitieren kann. F\u00fcr den Sommertourismus wird eine klimabedingte Umsatzsteigerung von etwa 7 Prozent erwartet.</p><p>Gest\u00fctzt auf die neuen Erkenntnisse in der Klimaforschung werden in einer vom Bafu in Auftrag gegebenen Studie die Auswirkungen der Klima\u00e4nderung auf die Schweizer Volkswirtschaft vertieft analysiert und die Sch\u00e4tzungen der NFP-31-Studie punktuell aufdatiert. Die Studie hat zum Ziel, auch erste Aussagen \u00fcber m\u00f6gliche Anpassungskosten zu machen. Erste Resultate werden f\u00fcr Mitte 2007 erwartet.</p><p>7. Eine erste \u00dcbersicht der durch Naturgefahren gef\u00e4hrdeten Gebiete f\u00fcr die Schweiz ist zwar vorhanden, ein vollst\u00e4ndiger Kataster der besonders gef\u00e4hrdeten Gebiete fehlt aber noch. Aus diesem Grund kann die Anzahl der besonders gef\u00e4hrdeten Personen heute noch nicht beziffert werden. Bis 2011 werden die detaillierten Gefahrenkarten fl\u00e4chendeckend vorliegen.</p><p>Mit dem Klimawandel \u00e4ndert sich die Gefahrensituation. Auch aus diesem Grund wird die Gef\u00e4hrdung periodisch \u00fcberpr\u00fcft und werden die Gefahrenkarten entsprechend aktualisiert. Basierend auf dem aktuellen Wissensstand sind nach Einsch\u00e4tzungen von Experten keine grossr\u00e4umigen Umsiedlungen vorzusehen. Der Bundesrat sieht deshalb keinen Handlungsbedarf zur Planung grossr\u00e4umiger Umsiedlungen. Hingegen ist im Alpenraum, insbesondere im Einflussbereich von Wildb\u00e4chen, Lawinen und instabilen H\u00e4ngen im Einzelfall zu beurteilen, ob ein gef\u00e4hrdetes Gebiet verlassen werden muss.</p><p>8. Die Schweiz hat zwei internationale Vertr\u00e4ge ratifiziert, um mit anderen L\u00e4ndern beim Kampf gegen Klima\u00e4nderungen zusammenzuarbeiten, n\u00e4mlich das Rahmen\u00fcbereinkommen der Vereinten Nationen \u00fcber Klima\u00e4nderungen und das Kyoto-Protokoll. Beide Vertr\u00e4ge sehen technische und finanzielle Unterst\u00fctzung der Entwicklungsl\u00e4nder bei der Umsetzung ihrer Verpflichtungen vor.</p><p>Der Globale Umweltfonds ist der Finanzmechanismus des Kyoto-Protokolls. Dar\u00fcber hinaus wurden vor Kurzem zwei weitere Fonds geschaffen, n\u00e4mlich der Special Climate Change Fund und der Least Developed Countries Fund. Die Schweiz hat sich f\u00fcr die Schaffung dieser Fonds stark engagiert und tr\u00e4gt zu ihrer Speisung bei.</p><p>Im Rahmen der wirtschaftlichen Entwicklungszusammenarbeit hat das Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft (Seco) bereits 1997 gemeinsam mit der Weltbank einen Trust Fund eingerichtet im Hinblick auf die Ausarbeitung von Nationalen Klimastrategien in Entwicklungs- und Transitionsl\u00e4ndern. Dieses sp\u00e4ter auch von anderen Gebern unterst\u00fctzte Programm entwickelte sich zum weltweit gr\u00f6ssten technischen Assistenzprogramm im Klimabereich. In der Folge unterst\u00fctzt das Seco seit 2005 zudem das Nachfolgeprogramm \"Carbon Finance Assist Trust Fund\" der Weltbank. Dieser unterst\u00fctzt Entwicklungs- und Transitionsl\u00e4nder bei der Nutzung der Kyoto-Mechanismen durch Fachberatung und Information. Die entsprechende Schweizer Beteiligung an diesem Fonds ist 2006 um 1,8 Millionen US-Dollar aufgestockt worden.</p>  Antwort des Bundesrates.","FederalCouncilProposal":8,"FederalCouncilProposalText":null,"FederalCouncilProposalDate":"\/Date(1174003200000)\/","SubmittedBy":"Gr\u00fcne Fraktion","BusinessStatus":229,"BusinessStatusText":"Erledigt","BusinessStatusDate":"\/Date(1174435200000)\/","ResponsibleDepartment":9,"ResponsibleDepartmentName":"Departement f\u00fcr Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation","ResponsibleDepartmentAbbreviation":"UVEK","IsLeadingDepartment":true,"Tags":"15|52","Category":null,"Modified":"\/Date(1690547787333)\/","SubmissionDate":"\/Date(1173225600000)\/","SubmissionCouncil":1,"SubmissionCouncilName":"Nationalrat","SubmissionCouncilAbbreviation":"NR","SubmissionSession":4716,"SubmissionLegislativePeriod":47,"FirstCouncil1":1,"FirstCouncil1Name":"Nationalrat","FirstCouncil1Abbreviation":"NR","FirstCouncil2":null,"FirstCouncil2Name":null,"FirstCouncil2Abbreviation":null,"TagNames":"Wirtschaft|Umwelt"}}