{"d":{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20111034,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20111034,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Business"},"BusinessResponsibilities":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20111034,Language='DE')/BusinessResponsibilities"}},"RelatedBusinesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20111034,Language='DE')/RelatedBusinesses"}},"BusinessRoles":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20111034,Language='DE')/BusinessRoles"}},"Publications":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20111034,Language='DE')/Publications"}},"LegislativePeriods":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20111034,Language='DE')/LegislativePeriods"}},"Sessions":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20111034,Language='DE')/Sessions"}},"Preconsultations":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20111034,Language='DE')/Preconsultations"}},"Bills":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20111034,Language='DE')/Bills"}},"Councils":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20111034,Language='DE')/Councils"}},"BusinessTypes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20111034,Language='DE')/BusinessTypes"}},"Votes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20111034,Language='DE')/Votes"}},"SubjectsBusiness":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20111034,Language='DE')/SubjectsBusiness"}},"BusinessStates":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20111034,Language='DE')/BusinessStates"}},"Council":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20111034,Language='DE')/Council"}},"Transcripts":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20111034,Language='DE')/Transcripts"}},"ID":20111034,"Language":"DE","BusinessShortNumber":"11.1034","BusinessType":18,"BusinessTypeName":"Anfrage","BusinessTypeAbbreviation":"A","Title":"K\u00e4lbermast. Verbesserungspotenzial","Description":null,"InitialSituation":null,"Proceedings":null,"DraftText":null,"SubmittedText":"<p>J\u00e4hrlich werden in der Schweiz rund 650 000 K\u00e4lber geboren und aufgezogen. Die K\u00e4lbermast stellt einen f\u00fcr die Landwirtschaft strategisch und wirtschaftlich wichtigen Betriebszweig dar. Gleichzeitig scheinen sich hier einige tierschutz- und konsumrelevante Probleme zu stellen. Ich bitte den Bundesrat daher, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Welche objektiven bzw. wissenschaftlichen Fakten z. B. der Fleischqualit\u00e4t (punkto Inhaltsstoffe, Zartheit, Bek\u00f6mmlichkeit und Gesundheit usw.) begr\u00fcnden einen Abzug im Schlachthof alleine aufgrund der Kalbfleischfarbe?</p><p>2. Ist rosarotes oder r\u00f6tliches Kalbfleisch, das ansonsten alle Fleischqualit\u00e4tskriterien erf\u00fcllt, nach Meinung des Bundesrates von untergeordneter Qualit\u00e4t f\u00fcr Konsumenten und K\u00f6che? Falls ja, weshalb?</p><p>3. In welchen F\u00fctterungs- und Haltungsvorschriften unterscheiden sich die K\u00e4lbermasten in der Schweiz und der EU, und welche Konsequenzen f\u00fcr das Tierwohl und die Kalbfleischqualit\u00e4t haben allf\u00e4llige Unterschiede?</p><p>4. Wie hoch beziffert er den Antibiotikaverbrauch in der Schweizer K\u00e4lbermast: absolut (Tonnen pro Jahr) und relativ (Prozentanteil des gesamten Antibiotikaeinsatzes in der Nutztierhaltung)?</p><p>5. Welche L\u00f6sungswege k\u00f6nnten gem\u00e4ss ihm beschritten werden zur Drosselung des Antibiotikaverbrauches in der K\u00e4lbermast, ohne dass die K\u00e4lber darunter leiden?</p><p>6. Unterscheidet sich der Antibiotikaeinsatz in der EU-K\u00e4lbermast von den Schweizer Gepflogenheiten punkto Einsatzmenge und -h\u00e4ufigkeit, verwendete Wirkstoffe usw.?</p><p>7. W\u00e4re es bez\u00fcglich Tierwohl anstrebenswert, die Raus-Beitr\u00e4ge zu erh\u00f6hen?</p><p>8. Welche Wege k\u00f6nnten beschritten werden, um gegen\u00fcber den Konsumentinnen und Konsumenten die Produktionsumst\u00e4nde wie Haltungs- und F\u00fctterungsbedingungen von importiertem Kalbfleisch zu deklarieren?</p>","ReasonText":null,"DocumentationText":null,"MotionText":null,"FederalCouncilResponseText":"<p>1. Dem Bundesrat sind keine objektiven bzw. wissenschaftlichen Fakten bekannt, welche einen Abzug im Schlachthof aufgrund der Kalbfleischfarbe begr\u00fcnden.</p><p>2. Nein, im Gegenteil: Hellrosa Kalbfleisch ist das Resultat einer artgerechten F\u00fctterung von K\u00e4lbern ab der dritten Lebenswoche mit Heu, Mais oder anderem geeignetem Raufutter. Dank der Farbe ist Kalbfleisch am Verkaufspunkt f\u00fcr Konsumentinnen und Konsumenten klar unterscheidbar vom roten Rindfleisch und kann deshalb auf dem Markt gut positioniert werden.</p><p>3. In der K\u00e4lberf\u00fctterung spielen die Eisenversorgung und Raufuttergaben eine wichtige Rolle. F\u00fcr das Tierwohl ist zus\u00e4tzlich die Haltung der Tiere in Gruppen von Bedeutung.</p><p>Sowohl in der Schweiz (Tierschutzverordnung, SR 455.1, und Futtermittelbuch-Verordnung, SR 916.307.1) wie in der EU (Richtlinie 2008/119/EG des Rates vom 18. Dezember 2008 \u00fcber die Mindestanforderungen f\u00fcr den Schutz von K\u00e4lbern, kodifizierte Fassung ABl. L 10 vom 15. Januar 2009, und Verordnung (EG) Nr. 767/2009 des Europ\u00e4ischen Parlamentes und des Rates vom 13. Juli 2009 \u00fcber das Inverkehrbringen und die Verwendung von Futtermitteln) gibt es dazu gesetzliche Vorgaben, die nachfolgend zusammengefasst sind.</p><table border=\"1pt\" width=\"429.85pt\"><tr><td width=\"2.45pt\" colspan=\"0\" rowspan=\"0\" valign=\"center\"><p><b></b></p></td><td width=\"219.05pt\" colspan=\"0\" rowspan=\"0\" valign=\"center\"><p><b>F\u00fctterung</b></p></td><td width=\"198.8pt\" colspan=\"0\" rowspan=\"0\" valign=\"center\"><p><b>Haltung</b></p></td></tr><tr><td width=\"2.45pt\" colspan=\"0\" rowspan=\"0\" valign=\"center\"><p></p></td><td width=\"218.3pt\" colspan=\"0\" rowspan=\"0\" valign=\"center\"><p></p></td><td width=\"198.8pt\" colspan=\"0\" rowspan=\"0\" valign=\"center\"><p></p></td></tr></table><table border=\"1pt\" width=\"480.4pt\"><tr><td width=\"14.45pt\" colspan=\"0\" rowspan=\"0\" valign=\"center\"><p><b></b></p></td><td width=\"182.25pt\" colspan=\"0\" rowspan=\"0\" valign=\"center\"><p><b>Eisenversorgung</b></p></td><td width=\"83.65pt\" colspan=\"0\" rowspan=\"0\" valign=\"center\"><p><b>Raufutter</b></p></td><td width=\"80.15pt\" colspan=\"0\" rowspan=\"0\" valign=\"center\"><p><b>Einzelhaltung</b></p></td><td width=\"96.55pt\" colspan=\"0\" rowspan=\"0\" valign=\"center\"><p><b>Gruppen-haltung</b></p></td></tr><tr><td width=\"14.45pt\" colspan=\"0\" rowspan=\"0\" valign=\"center\"><p><b>CH</b></p></td><td width=\"182.25pt\" colspan=\"0\" rowspan=\"0\" valign=\"center\"><p>Mindestgehalt von 20 mg Eisen pro kg \"Milchaustausch- Alleinfuttermittel\" f\u00fcr K\u00e4lber (umgerechnet auf 93 Prozent Trockensubstanz).</p></td><td width=\"83.65pt\" colspan=\"0\" rowspan=\"0\" valign=\"center\"><p>K\u00e4lbern, \u00e4lter als 2 Wochen, muss Heu, Mais oder anderes geeignetes Raufutter zur freien Aufnahme zur Verf\u00fcgung stehen.</p><p>Stroh darf nicht als alleiniges Raufutter angeboten werden.</p></td><td width=\"79.4pt\" colspan=\"0\" rowspan=\"0\" valign=\"center\"><p>W\u00e4hrend der ersten 2 Lebenswochen erlaubt.</p></td><td width=\"96.55pt\" colspan=\"0\" rowspan=\"0\" valign=\"center\"><p>Obligatorisch ab 3. Lebenswoche, wenn der Betrieb mindestens 2 K\u00e4lber h\u00e4lt.</p></td></tr><tr><td width=\"14.45pt\" colspan=\"0\" rowspan=\"0\" valign=\"center\"><p><b>EU</b></p></td><td width=\"182.25pt\" colspan=\"0\" rowspan=\"0\" valign=\"center\"><p>Mindestgehalt von 30 mg Eisen pro kg \"Milchaustausch-Alleinfuttermittel\" (umgerechnet auf 88 Prozent Trockensubstanz), nur f\u00fcr K\u00e4lber bis 70 kg Lebendgewicht.</p><p>Die Futterration muss gen\u00fcgend Eisen enthalten.</p></td><td width=\"83.65pt\" colspan=\"0\" rowspan=\"0\" valign=\"center\"><p>Die Futterration muss ab der zweiten Lebenswoche der K\u00e4lber eine Mindestmenge an faserigem Raufutter enthalten. </p><p>Diese Mindestmenge wird f\u00fcr 8 bis 20 Wochen alte K\u00e4lber von 50 g auf 250 g erh\u00f6ht.</p></td><td width=\"79.4pt\" colspan=\"0\" rowspan=\"0\" valign=\"center\"><p>W\u00e4hrend der ersten 8 Lebenswochen erlaubt.</p></td><td width=\"96.55pt\" colspan=\"0\" rowspan=\"0\" valign=\"center\"><p>Obligatorisch ab 9. Lebenswoche, wenn der Betrieb mindestens 6 K\u00e4lber h\u00e4lt.</p></td></tr></table><p></p><p>\u00dcber allf\u00e4llige Konsequenzen dieser unterschiedlichen F\u00fctterungs- und Haltungsvorschriften auf das Tierwohl liegen keine gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnisse vor. Bez\u00fcglich der Konsequenzen auf die Qualit\u00e4t wird auf die Antworten zu den Fragen 1 und 2 verwiesen.</p><p>4. Im Jahr 2009 wurden insgesamt 70 789 Kilo Antibiotika zur Anwendung in der Veterin\u00e4rmedizin verkauft. Davon waren 61 643 Kilo (87 Prozent des Gesamttotals) in Pr\u00e4paraten zur ausschliesslichen Anwendung bei Nutztieren (Gefl\u00fcgel, K\u00e4lber, Pferde, Rindvieh, Schweine, Schafe usw.) enthalten. Der gr\u00f6sste Teil dieser Menge ist in Pr\u00e4paraten enthalten, die f\u00fcr die orale Anwendung bestimmt sind. Der genaue Verbrauch von Antibiotika in der K\u00e4lbermast wird nicht erhoben.</p><p>K\u00e4lber werden in Gruppen gehalten, und deshalb werden sie auch als Gruppe therapiert. Dazu eignen sich die Arzneimittelvormischungen (AMV), welche nach dem Einmischen in ein Futtermittel oder in Wasser als F\u00fctterungsarzneimittel oral verabreicht werden. Insgesamt waren im Jahr 2009 48 176 Kilo der vertriebenen antimikrobiellen Wirkstoffe Bestandteil von AMV. Diese werden bei K\u00e4lbern (Aufzucht und Mast), Schweinen und zu einem wesentlich geringeren Anteil auch bei Gefl\u00fcgel eingesetzt. Viele Pr\u00e4parate sind deshalb zur Behandlung von Schweinen und K\u00e4lbern zugelassen. Alle AMV, die zurzeit von Swissmedic zur Anwendung bei K\u00e4lbern zugelassen sind, sind auch f\u00fcr Schweine zugelassen. Eine Speziesverteilung liegt jedoch zurzeit nicht vor.</p><p>5. Folgende Pr\u00e4ventionsmassnahmen k\u00f6nnten nach Meinung des Bundesrates zu einer Reduktion des Antibiotikaeinsatzes in der K\u00e4lbermast beitragen:</p><p>- Herkunft der K\u00e4lber von weniger Betrieben: Durch das Mischen von K\u00e4lbern aus vielen verschiedenen Herkunftsbetrieben kommen K\u00e4lber innerhalb von kurzer Zeit mit vielen neuen Keimen in Ber\u00fchrung, auf die ihre Immunabwehr noch nicht vorbereitet ist.</p><p>- Ausreichende Versorgung der K\u00e4lber im Herkunftsbetrieb mit Kolostrum nach der Geburt: Die in den ersten Tagen verabreichte Milch ist wesentlich f\u00fcr eine gute Entwicklung des Immunsystems und eine gute Widerstandskraft der K\u00e4lber.</p><p>- Gew\u00e4hrleisten eines guten Gesundheitszustands der K\u00e4lber vor dem Verkauf und dem Transport.</p><p>- Optimierte Tierhaltung (vor allem Stallklima) und F\u00fctterung auf dem Mastbetrieb.</p><p>Der Bundesrat ist sich bewusst, dass die praktische Umsetzung dieser Massnahmen mit den aktuellen Strukturen in der Landwirtschaft eine grosse Herausforderung ist. Nur wenige Betriebe sind in der Lage, gleichzeitig eine gr\u00f6ssere Zahl gleichaltriger Mastk\u00e4lber in die spezialisierten Betriebe zu liefern.</p><p>6. Nein, grunds\u00e4tzlich nicht. Sch\u00e4tzungen ergeben, dass insbesondere in der Einstallphase an bis zu 90 Prozent aller Mastk\u00e4lber AMV verabreicht werden. Als Wirkstoffe werden sowohl in der Schweiz wie in der EU am h\u00e4ufigsten Sulfonamide und Tetracycline verwendet.</p><p>7. Das Bundesamt f\u00fcr Landwirtschaft (BLW) analysiert j\u00e4hrlich die BTS- und Raus-Beteiligungen bei den einzelnen Tierkategorien. Im Zusammenhang mit der Agrarpolitik 2014-2017 wurde bei den Kategorien mit relativ geringer Beteiligung die Wirkung einer Erh\u00f6hung des Beitragsansatzes abgesch\u00e4tzt. Das BLW beurteilt allein bei den K\u00e4lberkategorien eine Erh\u00f6hung des Raus-Ansatzes als merklich wirksam. Folglich schl\u00e4gt der Bundesrat eine Erh\u00f6hung im Rahmen der Agrarpolitik 2014-2017 vor.</p><p>8. Den Marktakteuren stehen privatrechtliche L\u00f6sungen im Rahmen der Positivdeklaration nach Artikel\u00a016a des Landwirtschaftsgesetzes (LwG) zur Verf\u00fcgung. Eine zwingende Negativdeklaration nach Artikel\u00a018 LwG, wie sie u. a. f\u00fcr importiertes Fleisch, Fleischzubereitungen und Fleischerzeugnisse aus in der Schweiz verbotener Produktion (Einsatz von Hormonen zur Leistungsf\u00f6rderung und antimikrobiellen Leistungsf\u00f6rderern) gilt, erachtet der Bundesrat f\u00fcr vorliegende Fragestellung als keinen zweckm\u00e4ssigen Ansatz.</p>  Antwort des Bundesrates.","FederalCouncilProposal":8,"FederalCouncilProposalText":null,"FederalCouncilProposalDate":"\/Date(1309910400000)\/","SubmittedBy":"Graf Maya","BusinessStatus":229,"BusinessStatusText":"Erledigt","BusinessStatusDate":"\/Date(1309910400000)\/","ResponsibleDepartment":8,"ResponsibleDepartmentName":"Departement f\u00fcr Wirtschaft, Bildung und Forschung","ResponsibleDepartmentAbbreviation":"WBF","IsLeadingDepartment":true,"Tags":"55","Category":null,"Modified":"\/Date(1779233105147)\/","SubmissionDate":"\/Date(1302739200000)\/","SubmissionCouncil":1,"SubmissionCouncilName":"Nationalrat","SubmissionCouncilAbbreviation":"NR","SubmissionSession":4818,"SubmissionLegislativePeriod":48,"FirstCouncil1":1,"FirstCouncil1Name":"Nationalrat","FirstCouncil1Abbreviation":"NR","FirstCouncil2":null,"FirstCouncil2Name":null,"FirstCouncil2Abbreviation":null,"TagNames":"Landwirtschaft"}}