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Die schnelle Vermehrung dieses Insekts der Ordnung der Hautfl\u00fcgler kann in den Tessiner Kastanienw\u00e4ldern grosse Sch\u00e4den anrichten, mit schwerwiegenden Folgen f\u00fcr die Kastanienzucht wie auch f\u00fcr die Bienenzucht und die Honigproduktion.</p><p>Ich frage deshalb den Bundesrat, wie er dieses Problem beurteilt und ob er gedenkt, das Bundesamt f\u00fcr Umwelt anzuweisen, Massnahmen zu ergreifen, um den Waldbestand und damit die Kastanienw\u00e4lder zu sch\u00fctzen, die im Kanton Tessin 20 Prozent des kantonalen Waldbestandes ausmachen.</p>","ReasonText":null,"DocumentationText":null,"MotionText":null,"FederalCouncilResponseText":"<p>Die Edelkastaniengallwespe (Dryocosmus kuriphilus) hat sich seit ihrem Erstauftreten im Piemont im Jahre 2002 schnell im s\u00fcdlichen Europa ausgebreitet. Das Bundesamt f\u00fcr Umwelt (Bafu) beobachtet den Verlauf des Befalls durch die Edelkastaniengallwespe seit ihrem Erstauftreten in der Schweiz in Mendrisio im Jahre 2009 sehr genau. Mittlerweile tritt die Wespe auch auf der Alpennordseite vermehrt auf.</p><p>Die Gefahr, die von der Gallwespe f\u00fcr schweizerische Edelkastanien ausgeht, ist dem Bund schon l\u00e4nger bekannt, und vor\u00fcbergehende Pflanzenschutzmassnahmen zum Schutz gegen die Einschleppung und Ausbreitung der Edelkastaniengallwespe sind bereits in Kraft getreten (VvPM; SR 916.202.1, Abschnitt 4). F\u00fcr die Umsetzung der Massnahmen wie auch die Pflege des Waldes und die allf\u00e4llige Bek\u00e4mpfung von Sch\u00e4dlingen sind die Kantone zust\u00e4ndig. Das Bafu arbeitet eng mit den Forst- und Pflanzenschutzdiensten des Kantons Tessin zusammen, um geeignete L\u00f6sungen zu finden. Der Kanton Tessin hat, um die weitere Verschleppung des Sch\u00e4dlings zu verhindern, den Handel mit Material aus Baumschulen in den befallenen Zonen verboten und betreibt ein intensives Monitoringprogramm.</p><p>Um die momentan geltenden Bestimmungen der Verordnung \u00fcber die vor\u00fcbergehenden Pflanzenschutzmassnahmen betreffend die Edelkastaniengallwespe und deren Anpassung an die neuen Gegebenheiten zu pr\u00fcfen, hat das Bafu im Oktober dieses Jahres eine Arbeitsgruppe bestehend aus Vertretern des Bundes und der Kantone (inklusive Tessin) einberufen. Die Arbeitsgruppe beabsichtigt, bis Ende 2011 Richtlinien zur Umsetzung der Massnahmen gegen die Edelkastaniengallwespe zuhanden der Kantone zu erstellen.</p><p>Die Bek\u00e4mpfung der Edelkastaniengallwespe ist schwierig. Einerseits l\u00e4sst sie sich kaum mit chemischen Pflanzenschutzmitteln bek\u00e4mpfen. Andererseits w\u00fcrde auch der Anbau resistenter Kastaniensorten das Problem nur kurzfristig l\u00f6sen, da die Gallwespe die Resistenz relativ einfach \u00fcberwinden kann. Schliesslich ist eine mechanische Sch\u00e4dlingsbek\u00e4mpfung aufwendig und teuer. Eine m\u00f6gliche Alternative w\u00e4re die biologische Sch\u00e4dlingsbek\u00e4mpfung. Dazu k\u00f6nnte die aus China stammende parasitische Wespe Torymus sinensis eingef\u00fchrt werden, welche die Kastaniengallwespe bef\u00e4llt. In der Tat wird diese parasitische Wespe in Italien bereits eingesetzt.</p><p>F\u00fcr den Einsatz dieser parasitischen Wespe in der Schweiz ist eine Bewilligung nach den Artikeln 25ff. der Verordnung \u00fcber den Umgang mit Organismen in der Umwelt (FrSV; SR 814.911) einzuholen. Hierzu hat der Kanton Tessin im November 2010 dem Bafu ein Bewilligungsgesuch eingereicht. Das Bafu pr\u00fcft und publiziert das Gesuch, sobald dieses vollst\u00e4ndig ist. Es erteilt eine Bewilligung, wenn gezeigt werden kann, dass diese Wespe sich f\u00fcr die biologische Bek\u00e4mpfung der Edelkastaniengallwespe im Tessin eignet und keine unannehmbaren Auswirkungen auf die Umwelt und Biodiversit\u00e4t der Schweiz haben wird (siehe Art. 30 FrSV). Das Bafu l\u00e4sst gegenw\u00e4rtig Abkl\u00e4rungen durchf\u00fchren, die m\u00f6gliche Risiken und Nutzen einer nat\u00fcrlichen Sch\u00e4dlingsbek\u00e4mpfung der Edelkastaniengallwespe n\u00e4her untersuchen.</p>  Antwort des Bundesrates.","FederalCouncilProposal":8,"FederalCouncilProposalText":null,"FederalCouncilProposalDate":"\/Date(1322006400000)\/","SubmittedBy":"Carobbio Guscetti Marina","BusinessStatus":229,"BusinessStatusText":"Erledigt","BusinessStatusDate":"\/Date(1322006400000)\/","ResponsibleDepartment":9,"ResponsibleDepartmentName":"Departement f\u00fcr Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation","ResponsibleDepartmentAbbreviation":"UVEK","IsLeadingDepartment":true,"Tags":"52","Category":null,"Modified":"\/Date(1750805189570)\/","SubmissionDate":"\/Date(1317340800000)\/","SubmissionCouncil":1,"SubmissionCouncilName":"Nationalrat","SubmissionCouncilAbbreviation":"NR","SubmissionSession":4820,"SubmissionLegislativePeriod":48,"FirstCouncil1":1,"FirstCouncil1Name":"Nationalrat","FirstCouncil1Abbreviation":"NR","FirstCouncil2":null,"FirstCouncil2Name":null,"FirstCouncil2Abbreviation":null,"TagNames":"Umwelt"}}