{"d":{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20113286,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20113286,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Business"},"BusinessResponsibilities":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20113286,Language='DE')/BusinessResponsibilities"}},"RelatedBusinesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20113286,Language='DE')/RelatedBusinesses"}},"BusinessRoles":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20113286,Language='DE')/BusinessRoles"}},"Publications":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20113286,Language='DE')/Publications"}},"LegislativePeriods":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20113286,Language='DE')/LegislativePeriods"}},"Sessions":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20113286,Language='DE')/Sessions"}},"Preconsultations":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20113286,Language='DE')/Preconsultations"}},"Bills":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20113286,Language='DE')/Bills"}},"Councils":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20113286,Language='DE')/Councils"}},"BusinessTypes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20113286,Language='DE')/BusinessTypes"}},"Votes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20113286,Language='DE')/Votes"}},"SubjectsBusiness":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20113286,Language='DE')/SubjectsBusiness"}},"BusinessStates":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20113286,Language='DE')/BusinessStates"}},"Council":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20113286,Language='DE')/Council"}},"Transcripts":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20113286,Language='DE')/Transcripts"}},"ID":20113286,"Language":"DE","BusinessShortNumber":"11.3286","BusinessType":8,"BusinessTypeName":"Interpellation","BusinessTypeAbbreviation":"Ip.","Title":"Kosmetische Genitaloperationen bei Kindern mit uneindeutigen k\u00f6rperlichen Geschlechtsmerkmalen","Description":null,"InitialSituation":null,"Proceedings":null,"DraftText":null,"SubmittedText":"<p>Etwa jedes 2000. Neugeborene kommt mit \"uneindeutigen\" k\u00f6rperlichen Geschlechtsmerkmalen auf die Welt (Hermaphroditen, Zwitter oder Intersexuelle, der aktuelle medizinische Fachbegriff lautet DSD = Disorders of Sex Development = St\u00f6rung der Geschlechtsentwicklung). </p><p>Diese Kinder sind nicht per se krank. Trotzdem werden sie als \"abnormal\" klassifiziert und zum medizinisch-chirurgischen Notfall erkl\u00e4rt. Ohne ihre Einwilligung werden sie meist mehrfach an ihren \"auff\u00e4lligen\" Genitalien operiert. Dabei wird in Kauf genommen, dass ihr sexuelles Empfinden vermindert oder zerst\u00f6rt wird. Diesen Operationen liegen keine medizinischen Indikationen zugrunde, es handelt sich um rein kosmetische Eingriffe. Zus\u00e4tzlich werden viele ohne ihre Einwilligung kastriert, das heisst, es werden ihnen die in der Regel gesunden, Hormon produzierenden inneren Geschlechtsorgane entfernt, was eine lebenslange Substitution mit k\u00f6rperfremden Hormonen zur Folge hat. Auch diese Kastrationen haben meistens keine medizinische Indikation. </p><p>Die betroffenen Menschen und oft auch ihre Eltern werden \u00fcber die Besonderheit und die an ihnen vorgenommenen Eingriffe schlecht informiert, um ihnen ihr wahres Geschlecht zu verheimlichen. </p><p>Die meisten Opfer dieser Praxis tragen massive psychische und physische Sch\u00e4den davon, unter denen sie ein Leben lang leiden. Dies ist durch mehrere wissenschaftliche Studien erh\u00e4rtet. </p><p>Wir bitten den Bundesrat, uns folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Wie viele Behandlungen wurden von der IV \u00fcbernommen seit Inkrafttreten der Verordnung \u00fcber Geburtsgebrechen (GgV), aufgeschl\u00fcsselt nach Jahr, Kanton, Alter der Behandelten, den jeweils konkret vorgenommenen Eingriffen (einschliesslich ob Ersteingriffe oder Nachbesserungseingriffe infolge von Komplikationen)?</p><p>2. Ist ihm bekannt, dass eine Vielzahl von erwachsenen Behandelten die an ihnen im Kindes- und Jugendalter vorgenommenen Eingriffe kritisiert?</p><p>3. Wie beurteilt er die Praxis kosmetischer Genitaloperationen, Kastrationen, Hormontherapien und sonstige medizinisch nicht notwendiger Eingriffe an Kindern und Jugendlichen mit uneindeutigen k\u00f6rperlichen Geschlechtsmerkmalen?</p>","ReasonText":null,"DocumentationText":null,"MotionText":null,"FederalCouncilResponseText":"<p>1. Aufgrund der IV-Statistik werden seit Inkrafttreten der Verordnung \u00fcber Geburtsgebrechen (1. Januar 1986) jeweils f\u00fcr ein bis drei Kinder pro Jahrgang medizinische Massnahmen f\u00fcr das Gebrechen \"Ziffer 359, Hermaphroditismus verus und Pseudohermaphroditismus\" zugesprochen. Jedes Jahr werden f\u00fcr rund 30 Kinder medizinische Massnahmen wegen Ziffer 359 verg\u00fctet. Eine Aufschl\u00fcsselung nach Kantonen und Alter ist bei dieser tiefen Zahl nicht angezeigt. Zudem verf\u00fcgt die IV-Statistik nicht \u00fcber Angaben zur Art der medizinischen Leistung (Operation), welche von der Versicherung verg\u00fctet wird.</p><p>2./3. Die von der Interpellantin aufgef\u00fchrte Kritik ist dem Bundesrat bekannt. Allerdings ist festzuhalten, dass kosmetische Operationen und Hormontherapien keine zwingenden medizinischen Indikationen darstellen. Solche Eingriffe sollen deshalb nach Ansicht des Bundesrates nur nach Erreichen der Vollj\u00e4hrigkeit und mit Einwilligung der betroffenen Person erfolgen.</p><p>Anders sieht die Situation aus, wenn eine zwingende medizinische Indikation vorliegt, bei der eine Operation bereits im S\u00e4uglings- oder Kleinkindalter angezeigt ist. In Bezug auf die Vornahme von Operationen in diesen F\u00e4llen ist zwischen echtem und nichtechtem Transsexualismus zu unterscheiden:</p><p>- Echter Transsexualismus: Gem\u00e4ss heutiger Praxis gelten bei echtem Transsexualismus somatische (z. B. erh\u00f6htes Krebsrisiko) und psychische Indikationen (z. B. Probleme bei der Einschulung eines Kindes) als zwingende medizinische Indikationen. Allerdings kann eine Operation auch bei Vorliegen einer zwingenden medizinischen Indikation nur nach einer umfassenden interdisziplin\u00e4ren Abkl\u00e4rung und mit dem schriftlichen Einverst\u00e4ndnis der Eltern erfolgen.</p><p>- Nichtechter Transsexualismus: Bei Geburtsgebrechen, bei denen es sich nicht um einen echten Transsexualismus handelt, sind Operationen im Fr\u00fchkindesalter nur bei solchen Gebrechen angezeigt, welche unbehandelt mit schweren somatischen und psychischen Sch\u00e4den einhergehen und welche fach\u00e4rztlich indiziert sind. Zu diesen Gebrechen z\u00e4hlt u. a. der beidseitige Kryptorchismus (Hoden liegen im Leistenkanal oder in der Bauchh\u00f6hle), Ziffer 355, der ohne chirurgische Fixation der Hoden bei praktisch allen M\u00e4nnern zur Infertilit\u00e4t f\u00fchrt.</p><p>Insgesamt stehen aus Sicht des Bundesrates das Wohl des Kindes, die Wahrung dessen h\u00f6chstpers\u00f6nlicher Rechte und der Umgang mit der f\u00fcr alle Beteiligten schwierigen Situation im Zentrum. Dabei ist es wichtig, dass die Eltern in die Entscheidprozesse einbezogen werden, wie dies heute der Fall ist. Die Thematik wirft indes aber auch grundlegende ethische Fragen auf, wie beispielsweise die Frage, in welcher Form die Beratung der Eltern stattfinden soll. Der Bundesrat wird daher die Nationale Ethikkommission (NEK-CNE) beauftragen, sich dieser Thematik anzunehmen.</p>  Antwort des Bundesrates.","FederalCouncilProposal":8,"FederalCouncilProposalText":null,"FederalCouncilProposalDate":"\/Date(1307318400000)\/","SubmittedBy":"Glanzmann-Hunkeler Ida","BusinessStatus":229,"BusinessStatusText":"Erledigt","BusinessStatusDate":"\/Date(1363910400000)\/","ResponsibleDepartment":4,"ResponsibleDepartmentName":"Departement des Innern","ResponsibleDepartmentAbbreviation":"EDI","IsLeadingDepartment":true,"Tags":"2841","Category":null,"Modified":"\/Date(1690548115377)\/","SubmissionDate":"\/Date(1300406400000)\/","SubmissionCouncil":1,"SubmissionCouncilName":"Nationalrat","SubmissionCouncilAbbreviation":"NR","SubmissionSession":4817,"SubmissionLegislativePeriod":48,"FirstCouncil1":1,"FirstCouncil1Name":"Nationalrat","FirstCouncil1Abbreviation":"NR","FirstCouncil2":null,"FirstCouncil2Name":null,"FirstCouncil2Abbreviation":null,"TagNames":"Gesundheit"}}