{"d":{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20114091,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20114091,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Business"},"BusinessResponsibilities":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20114091,Language='DE')/BusinessResponsibilities"}},"RelatedBusinesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20114091,Language='DE')/RelatedBusinesses"}},"BusinessRoles":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20114091,Language='DE')/BusinessRoles"}},"Publications":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20114091,Language='DE')/Publications"}},"LegislativePeriods":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20114091,Language='DE')/LegislativePeriods"}},"Sessions":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20114091,Language='DE')/Sessions"}},"Preconsultations":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20114091,Language='DE')/Preconsultations"}},"Bills":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20114091,Language='DE')/Bills"}},"Councils":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20114091,Language='DE')/Councils"}},"BusinessTypes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20114091,Language='DE')/BusinessTypes"}},"Votes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20114091,Language='DE')/Votes"}},"SubjectsBusiness":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20114091,Language='DE')/SubjectsBusiness"}},"BusinessStates":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20114091,Language='DE')/BusinessStates"}},"Council":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20114091,Language='DE')/Council"}},"Transcripts":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20114091,Language='DE')/Transcripts"}},"ID":20114091,"Language":"DE","BusinessShortNumber":"11.4091","BusinessType":5,"BusinessTypeName":"Motion","BusinessTypeAbbreviation":"Mo.","Title":"Phosphatmanagement im Brienzersee","Description":null,"InitialSituation":null,"Proceedings":null,"DraftText":null,"SubmittedText":"<p>Der Bundesrat wird beauftragt, einen teilweisen oder vollst\u00e4ndigen Verzicht der Phosphatf\u00e4llung in den Abwasserreinigungsanlagen am Brienzersee im Sinne eines Pilotversuches zu erm\u00f6glichen.</p>","ReasonText":"<p>Eine im Auftrag des Kantons Bern durchgef\u00fchrte Zustandsanalyse hat aufgezeigt, dass heute kaum noch N\u00e4hrstoffe in den Brienzersee gelangen, dass der wichtigste Algenn\u00e4hrstoff Phosphor in den letzten Jahren stark abgenommen hat und dass dadurch die Wasserfl\u00f6he (Daphnien) fast vollst\u00e4ndig verschwunden sind.</p><p>Das Fehlen dieser f\u00fcr die Felchen existentiellen Futterorganismen hat insbesondere bei der Felchenart Brienzlig zu einem verlangsamten Wachstum gef\u00fchrt. W\u00e4hrend vierj\u00e4hrige Fische fr\u00fcher eine L\u00e4nge von rund 26 Zentimetern aufwiesen, erreichen sie jetzt noch ungef\u00e4hr 18 Zentimeter. </p><p>Der Brienzersee weist heute mit 1 bis 2 Kilogramm pro Hektare den mit Abstand tiefsten Jahresfangertrag aller gr\u00f6sseren Schweizerseen auf. In der Folge ist seit 1995 die Zahl der Berufsfischer am Brienzersee von f\u00fcnf auf zwei gesunken, wobei auch diese nicht mehr von der Fischerei leben k\u00f6nnen.</p><p>Hinzu kommt, dass im Brienzersee seit 2008 vermehrt Felchen ohne Geschlechtsorgane auftreten. In den Sommermonaten 2009 und 2010 waren \u00fcber die H\u00e4lfte der Brienzlig steril. Inwieweit die Sterilit\u00e4t dieser Fische in einem Zusammenhang mit der zeitgleich aufgetretenen Futterknappheit steht, ist unklar.</p><p>Gef\u00e4hrdet sind somit am Brienzersee sowohl die Berufsfischerei als auch die Biodiversit\u00e4t.</p><p>Der Fisch ist eines der \u00e4ltesten und beliebtesten Nahrungsmittel des Menschen. Fische sind gesund, weil sie Fetts\u00e4uren enthalten, welche die Entstehung von Herzkreislauferkrankungen vermindern. Auch aus diesem Grund ist eine langfristige Erhaltung der schweizerischen Berufsfischerei angezeigt.</p><p>Die Brienzersee-Fischerei hat zudem eine nicht zu untersch\u00e4tzende touristische und kulinarische Bedeutung.</p><p>Nachdem auch in anderen Seen (Thunersee, Walensee, Vierwaldst\u00e4ttersee) infolge markanter Unterschreitung des gesetzlichen Grenzwertes der Phosphorkonzentrationen von 30 Milligramm pro Kubikmeter sinkende Fangertr\u00e4ge verzeichnet werden, haben Fischereifachleute ein Phosphatmanagement angeregt, bei welchem auf die Phosphatf\u00e4llung in den Abwasserreinigungsanlagen ganz oder teilweise verzichtet w\u00fcrde.</p><p>Angesichts der alarmierenden Situation im Brienzersee ist die Forderung der Fischereiorganisationen, einen wissenschaftlich zu begleitenden Pilotversuch durchzuf\u00fchren, verst\u00e4ndlich und sollte erm\u00f6glicht werden.</p>","DocumentationText":null,"MotionText":null,"FederalCouncilResponseText":"<p>In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Wasserqualit\u00e4t der Schweizer Seen vor allem hinsichtlich der Belastung mit N\u00e4hrstoffen deutlich verbessert. Dieser Erfolg wurde massgeblich durch grosse Investitionen in die Abwasserinfrastruktur und durch das Phosphatverbot in Waschmitteln erm\u00f6glicht. Noch nicht \u00fcberall ist diese Verbesserung nachhaltig. Verschiedene Mittellandseen weisen noch zu hohe Phosphorkonzentrationen auf, einige m\u00fcssen sogar noch bel\u00fcftet werden.</p><p>Gewisse Seen, wie z. B. auch der Brienzersee, n\u00e4hern sich heute punkto Phosphoreintrag wieder einem naturnahen Zustand. Ein sinkender N\u00e4hstoffgehalt f\u00fchrt in der Regel zu einer verminderten Produktion von Biomasse und damit auch zu geringeren Fischfangertr\u00e4gen. Nat\u00fcrlicherweise n\u00e4hrstoffarme, karge Gew\u00e4sser wie der Brienzersee weisen allerdings schon von Natur aus einen tiefen Fischfangertrag auf. Insgesamt sind in der Schweiz dagegen die Fangertr\u00e4ge der Berufsfischerei im Rahmen einer auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Nutzung \u00fcber die Jahre hinweg stabil. Zwar ist die Anzahl der Berufsfischerinnen und -fischer r\u00fcckl\u00e4ufig, diese sind aber immer besser ausger\u00fcstet. Der j\u00e4hrliche Fangertrag betr\u00e4gt in den Schweizer Seen etwa 1700 Tonnen Fisch.</p><p>Limnologische Untersuchungen zeigen \u00fcberdies, dass der sinkende Phosphatgehalt zu einer h\u00f6heren Biodiversit\u00e4t im See f\u00fchrt. So konnte etwa im Z\u00fcrichsee parallel zur Verminderung des Phosphatgehaltes seit den Siebzigerjahren mehr als eine Verdoppelung der Planktonarten nachgewiesen werden.</p><p>Die Limitierung des Phosphorgehaltes in unseren Gew\u00e4ssern ist und bleibt aus Gr\u00fcnden des Umweltschutzes ein wichtiges Anliegen. Die Massnahmen des Gew\u00e4sserschutzes haben insbesondere einen m\u00f6glichst naturnahen Zustand der Gew\u00e4sser und den Erhalt von deren Artenvielfalt, u. a. an einheimischen Fischen, zum Ziel. Die nachhaltige Nutzung der Fisch- und Krebsbest\u00e4nde ist ebenfalls ein Ziel der Umweltschutzgesetzgebung. Eine k\u00fcnstliche Zugabe von Phosphor im einseitigen Interesse von h\u00f6heren Fischertr\u00e4gen durch einen teilweisen oder vollst\u00e4ndigen Verzicht auf die Phosphatf\u00e4llung in den Abwasserreinigungsanlagen w\u00fcrde im Hinblick auf die Gew\u00e4sserschutzpolitik der vergangenen Jahrzehnte falsche Signale setzen, die bisherigen Anstrengungen und Investitionen f\u00fcr den Gew\u00e4sserschutz infrage stellen und der Zielsetzung der Umweltschutzgesetzgebung widersprechen. Dies gilt auch f\u00fcr ein schrittweises Vorgehen mit Pilotversuchen in einzelnen Seen.</p><p>Im \u00dcbrigen zeigen Erfahrungen in der Vergangenheit, dass Grossversuche an \u00d6kosystemen aufgrund unvorhersehbarer Vorg\u00e4nge in der Natur in der Regel scheitern. Welche Auswirkungen die bei einem teilweisen oder kompletten Verzicht auf die Phosphatf\u00e4llung zus\u00e4tzlich in den See gelangenden Phosphormengen auf das \u00d6kosystem des Brienzersees h\u00e4tten, ist schwierig vorauszusagen. Insbesondere w\u00fcrde damit keineswegs zwingend der gleiche Bestand und Ertrag an Felchen im Brienzersee erreicht wie in einem fr\u00fcheren Zustand mit vergleichbarer Phosphorkonzentration.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.","FederalCouncilProposal":21,"FederalCouncilProposalText":"Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.","FederalCouncilProposalDate":"\/Date(1329264000000)\/","SubmittedBy":"Luginb\u00fchl Werner","BusinessStatus":229,"BusinessStatusText":"Erledigt","BusinessStatusDate":"\/Date(1347235200000)\/","ResponsibleDepartment":9,"ResponsibleDepartmentName":"Departement f\u00fcr Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation","ResponsibleDepartmentAbbreviation":"UVEK","IsLeadingDepartment":true,"Tags":"15|52","Category":null,"Modified":"\/Date(1690553183700)\/","SubmissionDate":"\/Date(1324425600000)\/","SubmissionCouncil":2,"SubmissionCouncilName":"St\u00e4nderat","SubmissionCouncilAbbreviation":"SR","SubmissionSession":4901,"SubmissionLegislativePeriod":49,"FirstCouncil1":2,"FirstCouncil1Name":"St\u00e4nderat","FirstCouncil1Abbreviation":"SR","FirstCouncil2":null,"FirstCouncil2Name":null,"FirstCouncil2Abbreviation":null,"TagNames":"Wirtschaft|Umwelt"}}