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Wie steht es in der Schweiz mit dem \u00dcberkonsum von medizinischen Leistungen?","Description":null,"InitialSituation":null,"Proceedings":null,"DraftText":null,"SubmittedText":"<p>Der Bundesrat wird beauftragt, ein nationales Forschungsprogramm (NFP) zum Thema \"\u00dcberkonsum von medizinischen Leistungen und Untersuchungen\" beim Schweizerischen Nationalfonds in die Wege zu leiten.</p>","ReasonText":"<p>Medizinische Untersuchungen tragen zur Besserung unserer Gesundheit bei. Ist dies tats\u00e4chlich immer der Fall? In der medizinischen Literatur gibt es zu dieser Frage immer mehr Zweifel. Ein wichtiger Teil der Gesundheitskosten wird f\u00fcr Untersuchungen und Behandlungen ausgegeben, die nicht zur Verbesserung der Prognose der Patienten beitragen. Das k\u00f6nnte teilweise erkl\u00e4ren, dass z. B. Holland mit seiner stark ausgebauten Grundversorgung bei der Versorgungsqualit\u00e4t an erster Stelle steht, obschon das Land nur halb so viel ausgibt wie die USA. Warum tragen manche \u00e4rztliche Untersuchungen nicht zu besserer Patientengesundheit bei oder schaden ihr sogar? Bei der Indikationsstellung f\u00fcr eine Untersuchung darf nicht nur der Gewinn dank Diagnosestellung ber\u00fccksichtigt werden. Vielmehr m\u00fcssen s\u00e4mtliche Konsequenzen der verschiedenen m\u00f6glichen Resultate im Auge behalten werden.</p><p>In letzter Zeit sind verschiedene Initiativen zur Bewertung dieses Problems ergriffen worden, so die Serie \"Less is more\" im \"Archives of Internal Medicine\" oder die Initiative \"Choosing wisely\" des American Board of Internal Medicine. Sie sollen die Untersuchungen und Behandlungen identifizieren, auf die in vielen F\u00e4llen ohne Nachteil f\u00fcr die Patienten - ja manchmal sogar zu ihrem Vorteil - verzichtet werden k\u00f6nnte. In einem Editorial des \"Schweiz Med Forum\" (2013; 13(10): 196) bem\u00e4ngelt Professor Rodondi vom Inselspital Bern das schmerzliche Fehlen in der Schweiz von Daten \u00fcber Wirksamkeitsvergleiche von diagnostischen oder therapeutischen Massnahmen in der Praxis. Die Forschung zum Gesundheitswesen und zu Wirksamkeitsvergleichen stecke immer noch in den Kinderschuhen. Auch die Schweizerische Akademie der medizinischen Wissenschaften hat das Thema in ihrem Positionspapier \"Nachhaltige Medizin\" aufgenommen.</p><p>Ein NFP zur Situation in der Schweiz dr\u00e4ngt sich auf! Die Erkenntnisse w\u00e4ren eine Grundlage f\u00fcr die Reform hin zu einem nachhaltigen Gesundheitswesen. \u00c4rzte in der Praxis und im Spital m\u00fcssen sich gemeinsam bem\u00fchen, das Problem des \u00dcberkonsums an medizinischen Leistungen zu reduzieren, und so dazu beitragen, dass wir unseren Patienten auch weiterhin eine Betreuung von hoher Qualit\u00e4t anbieten k\u00f6nnen, zu bezahlbaren Pr\u00e4mien.</p>","DocumentationText":null,"MotionText":null,"FederalCouncilResponseText":"<p>Wie bereits in der Antwort auf die Interpellation 11.4190, \"Schweiz - wie weiter? Hausarztmedizin st\u00e4rken\", ausgef\u00fchrt, begr\u00fcsst der Bundesrat zus\u00e4tzliche Forschungsaktivit\u00e4ten zur medizinischen Grundversorgung. Im Rahmen des Masterplans \"Hausarztmedizin und medizinische Grundversorgung\" und im Einklang mit der Strategie des Bundesrates im Gesundheitswesen \"Gesundheit 2020\" hat das Bundesamt f\u00fcr Gesundheit die Schweizerische Akademie der medizinischen Wissenschaften mit der Erarbeitung eines nationalen Konzeptes f\u00fcr die Versorgungsforschung beauftragt. Das Konzept ist als Grundlage f\u00fcr ein nationales Forschungsprogramm (NFP) zur Versorgungsforschung gedacht. Dieses soll in einem Schwerpunkt Forschungsfragen zu \"Hausarztmedizin / Medizinische Grundversorgung\" ber\u00fccksichtigen. Die in der Motion dargelegten Anliegen betreffend Erarbeitung wissenschaftlicher Erkenntnisse \u00fcber Wirksamkeitsvergleiche diagnostischer und therapeutischer Massnahmen in der Schweiz k\u00f6nnen in diesem Kontext ber\u00fccksichtigt werden.</p><p>Aus Sicht des Bundesrates sind Initiativen wie \"Choosing wisely\" oder \"Less is more\" sinnvoll und bereits heute realisierbar. Einige medizinische Fachgesellschaften haben denn auch bereits erste Schritte in diese Richtung unternommen.</p><p>Was den eigentlichen Entscheid zur Lancierung eines solchen NFP betrifft, gelten die in der Forschungs- und Innovationsf\u00f6rderungsverordnung (SR 420.11) dargelegten Pr\u00fcfverfahren. Unter diesem Vorbehalt kann die Motion angenommen werden.</p>  Der Bundesrat beantragt die Annahme der Motion.","FederalCouncilProposal":19,"FederalCouncilProposalText":"Der Bundesrat beantragt die Annahme der Motion.","FederalCouncilProposalDate":"\/Date(1368576000000)\/","SubmittedBy":"Cassis Ignazio","BusinessStatus":229,"BusinessStatusText":"Erledigt","BusinessStatusDate":"\/Date(1393977600000)\/","ResponsibleDepartment":8,"ResponsibleDepartmentName":"Departement f\u00fcr Wirtschaft, Bildung und Forschung","ResponsibleDepartmentAbbreviation":"WBF","IsLeadingDepartment":true,"Tags":"2841","Category":null,"Modified":"\/Date(1690557604803)\/","SubmissionDate":"\/Date(1363824000000)\/","SubmissionCouncil":1,"SubmissionCouncilName":"Nationalrat","SubmissionCouncilAbbreviation":"NR","SubmissionSession":4907,"SubmissionLegislativePeriod":49,"FirstCouncil1":1,"FirstCouncil1Name":"Nationalrat","FirstCouncil1Abbreviation":"NR","FirstCouncil2":null,"FirstCouncil2Name":null,"FirstCouncil2Abbreviation":null,"TagNames":"Gesundheit"}}