{"d":{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20133734,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20133734,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Business"},"BusinessResponsibilities":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20133734,Language='DE')/BusinessResponsibilities"}},"RelatedBusinesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20133734,Language='DE')/RelatedBusinesses"}},"BusinessRoles":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20133734,Language='DE')/BusinessRoles"}},"Publications":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20133734,Language='DE')/Publications"}},"LegislativePeriods":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20133734,Language='DE')/LegislativePeriods"}},"Sessions":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20133734,Language='DE')/Sessions"}},"Preconsultations":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20133734,Language='DE')/Preconsultations"}},"Bills":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20133734,Language='DE')/Bills"}},"Councils":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20133734,Language='DE')/Councils"}},"BusinessTypes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20133734,Language='DE')/BusinessTypes"}},"Votes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20133734,Language='DE')/Votes"}},"SubjectsBusiness":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20133734,Language='DE')/SubjectsBusiness"}},"BusinessStates":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20133734,Language='DE')/BusinessStates"}},"Council":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20133734,Language='DE')/Council"}},"Transcripts":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20133734,Language='DE')/Transcripts"}},"ID":20133734,"Language":"DE","BusinessShortNumber":"13.3734","BusinessType":8,"BusinessTypeName":"Interpellation","BusinessTypeAbbreviation":"Ip.","Title":"Gezieltes Testen als Strategie im Kampf gegen sexuell \u00fcbertragbare Viruskrankheiten","Description":null,"InitialSituation":null,"Proceedings":null,"DraftText":null,"SubmittedText":"<p>W\u00fcrde der Bundesrat ein gezielteres Testen von sexuell \u00fcbertragbaren Viruskrankheiten (STI) als zielf\u00fchrende Strategie unterst\u00fctzen? Sollte der Bundesrat dieses Vorgehen nicht in Betracht ziehen, welche Strategie w\u00e4re dann zielf\u00fchrend?</p>","ReasonText":"<p>In der Schweiz sind bei HIV, HCV und HBV insgesamt mehr als 1,4 Prozent der Bev\u00f6lkerung betroffen (HIV 20 000 bis 30 000; HCV 70 000 bis 100 000; HBV 20 000 bis 40 000). Die Zahl der Neuansteckungen ist aktuell stabil. Viele Virustr\u00e4ger geben das Virus unerkannt und/oder unwissend weiter. Innert kurzer Zeit verzeichneten wir einen 18-fachen Anstieg von HCV-Neuansteckungen bei MSM. J\u00e4hrlich werden bei HIV 600, bei HCV 1500 und bei HBV 100 F\u00e4lle neu gemeldet. F\u00fcr HCV belaufen sich die Kosten aller nichtbehandelten Erkrankungen bis 2030 auf 40 bis 50 Millionen Franken pro Jahr (die Kosten einer Lebertransplantation betragen 150 000 Franken).</p><p>Eine kosteneffiziente Massnahme zur Intervention bei STI ist das gezielte Testen: eine diagnostische Abkl\u00e4rung, die bei gewissen Verdachtsmomenten veranlasst wird. Studien haben nachgewiesen, dass das Kosten-Nutzen-Verh\u00e4ltnis eines Tests direkt abh\u00e4ngig von der H\u00e4ufigkeit einer Erkrankung in der untersuchten Bev\u00f6lkerung ist. Die Schweiz stellt in ihrer HIV-Teststrategie (\"BAG-Bulletin\" 21/07) auf Symptome und Krankheitsbilder ab, in denen systematisch ein HIV-Test indiziert werden soll, weil unter diesen Symptomen HIV h\u00e4ufiger auftritt und das Testen in diesen Situationen kosteneffizient ist (ein allgemeines Testen hingegen nicht). M\u00fcssten diese Erfahrungen nicht auch in den Gebieten mit HCV und HBV Eingang finden und bestimmte Testrichtlinien erarbeitet werden, in welchen Zielgruppen mit erh\u00f6hter H\u00e4ufigkeit von HCV und HBV und unter welchen Umst\u00e4nden ein Testen systematisch indiziert werden soll? Bei HCV empfiehlt sich das sehr gezielte Testen der Babyboomer-Jahrg\u00e4nge 1945 bis 1965.</p><p>Der k\u00fcrzliche Anstieg der HIV-Neuinfektionen kann beispielsweise auf ein verbessertes Testen in den Zielgruppen mit erh\u00f6hter HIV-H\u00e4ufigkeit zur\u00fcckgef\u00fchrt werden.</p><p>Die fr\u00fchzeitige Erkennung einer STI erlaubt</p><p>1. den rechtzeitigen Zugang zu Beratung/Therapie;</p><p>2. die Verhinderung einer Verteuerung der Behandlung wegen zu sp\u00e4ter Diagnose und Gesundheitssch\u00e4den;</p><p>3. die Verhinderung der unwissentlichen Weitergabe des Virus auf den Sexualpartner. Zus\u00e4tzlich, wenn HCV fr\u00fchzeitig erkannt und behandelt w\u00fcrde, k\u00f6nnten damit j\u00e4hrlich etwa 40 bis 50 Lebertransplantationen verhindert werden.</p>","DocumentationText":null,"MotionText":null,"FederalCouncilResponseText":"<p>1. Sexuell \u00fcbertragbare Infektionen (STI, sexually transmitted infections) werden sowohl durch Viren (Humanes Immunschw\u00e4che-Virus, Hepatitis-B-Virus) als auch durch Bakterien (insbesondere die Erreger der Syphilis, der Gonorrh\u00f6, der Chlamydiose) verursacht. Hepatitis C ist dagegen eine Viruskrankheit, die nur selten sexuell \u00fcbertragen wird.</p><p>F\u00fcr HIV und andere sexuell \u00fcbertragbare Infektionen bef\u00fcrwortet der Bundesrat das von der Interpellantin geforderte gezielte Testen. Diese Strategie ist im Nationalen Programm HIV und andere sexuell \u00fcbertragbare Infektionen 2011-2017 (NPHS) ausdr\u00fccklich enthalten: Angeh\u00f6rige der Zielgruppen der Achse 2 (M\u00e4nner, die mit M\u00e4nnern Sex haben; Sexworker und Sexworkerinnen; Migranten und Migrantinnen aus Endemiel\u00e4ndern; intraven\u00f6s Drogenkonsumierende und Menschen im Straf- und Massnahmenvollzug) sollen sich regelm\u00e4ssig auf HIV und andere STI untersuchen lassen, wobei Testzeitpunkt und -h\u00e4ufigkeit vom individuellen sexuellen Verhalten (Partnerzahl, Kondomgebrauch, andere Schutzstrategien) mitbestimmt werden sollten. Diese Strategie wurde vom Bundesrat beschlossen, ist anerkannt und wird teilweise umgesetzt. Die daf\u00fcr notwendigen Laboruntersuchungen sind teilweise sehr teuer. Sie werden bei medizinischer Indikation zwar von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) \u00fcbernommen, unterliegen aber Selbstbehalt und Franchise.</p><p>Wir gehen davon aus, dass viele Menschen, die sich gezielt testen lassen sollten, jung und gesund sind und eine hohe Franchise abgeschlossen haben, um von den Pr\u00e4mienrabatten zu profitieren. Weil in diesem Fall die gesamten Untersuchungskosten zu ihren Lasten gehen, ist damit zu rechnen, dass sie sich h\u00e4ufig gegen die Durchf\u00fchrung der medizinisch indizierten und \u00e4rztlich empfohlenen Untersuchungen entscheiden. Dies ist nicht nur zum Nachteil f\u00fcr ihre eigene Gesundheit, sondern auch zum Nachteil f\u00fcr die \u00f6ffentliche Gesundheit und zum Nachteil f\u00fcr die Pr\u00e4mienzahler. Werden Infektionen nicht erkannt, haben sie Sp\u00e4tfolgen f\u00fcr die betroffene Person, und die Behandlung kann komplexer werden. Auch werden nichtdiagnostizierte Infektionen weitergegeben. Beide Umst\u00e4nde d\u00fcrften Mehrkosten zulasten der OKP verursachen.</p><p>Infektionen mit dem Hepatitis-B-Virus kann kosteneffektiv durch eine Impfung vorgebeugt werden. Die Impfung wird seit 1998 allen Jugendlichen empfohlen. Zudem werden Schwangere auf das Hepatitis-B-Virus getestet, um bei positivem Befund das Neugeborene zu immunisieren. Dar\u00fcber hinaus ist die Impfung allen Menschen mit erh\u00f6htem Risiko des Kontaktes mit einer das Hepatitis-B-Virus tragenden Person empfohlen (z. B. medizinisches, zahn\u00e4rztliches und pflegendes Personal, Drogenkonsumierende und ihre Betreuenden, Menschen mit h\u00e4ufig wechselnden Sexualpartnern, Sexworkerinnen, Dialysepatienten usw). Durch die Verankerung der Hepatitis-B-Impfung in den Schweizerischen Impfempfehlungen konnte bereits eine derart breite Impfabdeckung erzielt werden, dass Neuerkrankungen an Hepatitis B r\u00fcckl\u00e4ufig sind und dieser Trend auch in Zukunft anhalten wird.</p><p>Das Hepatitis-C-Virus dagegen ist nur in seltenen F\u00e4llen sexuell \u00fcbertragbar. Die Haupt\u00fcbertragung erfolgte fr\u00fcher \u00fcber medizinische Eingriffe, bevor Blut und Blutprodukte auf das Hepatitis-C-Virus getestet werden konnten, und heute noch innerhalb der Gruppe der intraven\u00f6s Drogenkonsumierenden. F\u00fcr das gezielte Testen auf Hepatitis C bestehen bereits Empfehlungen des Bundesamtes f\u00fcr Gesundheit und des Netzwerkes von Hepatitis-Fachspezialisten (SEVHep). Die neuesten Empfehlungen sind 2013 in der Fachzeitschrift \"Swiss Medical Weekly\" erschienen. Das gezielte Testen ist bei den Hauptrisikogruppen (ehemals oder aktuell Drogenkonsumierende; Menschen, die bis Ende der Achtzigerjahre ein Organ oder eine Bluttransfusion erhalten haben; Dialysepatienten; Kinder von infizierten M\u00fcttern; Gesundheitspersonal nach Exposition mit infiziertem Blut) empfohlen. Diese Empfehlungen werden periodisch \u00fcberpr\u00fcft und mit internationalen Empfehlungen abgeglichen. Die N\u00fctzlichkeit einer gezielten Testempfehlung f\u00fcr die Jahrg\u00e4nge 1955 bis 1975 ist gegenw\u00e4rtig in Evaluation.</p><p>2. Der Bundesrat hat das gezielte Testen auf HIV und andere sexuell \u00fcbertragbare Infektionen als zielf\u00fchrende Strategie im NPHS verankert. Er unterst\u00fctzt das gezielte Testen auch bei anderen \u00fcbertragbaren Viruskrankheiten wie Hepatitis C. Der Bundesrat ist deshalb der Ansicht, dass das Anliegen der Interpellantin bereits heute weitgehend erf\u00fcllt ist.</p>  Antwort des Bundesrates.","FederalCouncilProposal":8,"FederalCouncilProposalText":null,"FederalCouncilProposalDate":"\/Date(1384905600000)\/","SubmittedBy":"Fiala Doris","BusinessStatus":229,"BusinessStatusText":"Erledigt","BusinessStatusDate":"\/Date(1386892800000)\/","ResponsibleDepartment":4,"ResponsibleDepartmentName":"Departement des Innern","ResponsibleDepartmentAbbreviation":"EDI","IsLeadingDepartment":true,"Tags":"2841","Category":null,"Modified":"\/Date(1715865185473)\/","SubmissionDate":"\/Date(1379462400000)\/","SubmissionCouncil":1,"SubmissionCouncilName":"Nationalrat","SubmissionCouncilAbbreviation":"NR","SubmissionSession":4910,"SubmissionLegislativePeriod":49,"FirstCouncil1":1,"FirstCouncil1Name":"Nationalrat","FirstCouncil1Abbreviation":"NR","FirstCouncil2":null,"FirstCouncil2Name":null,"FirstCouncil2Abbreviation":null,"TagNames":"Gesundheit"}}