{"d":{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20153053,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20153053,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Business"},"BusinessResponsibilities":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20153053,Language='DE')/BusinessResponsibilities"}},"RelatedBusinesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20153053,Language='DE')/RelatedBusinesses"}},"BusinessRoles":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20153053,Language='DE')/BusinessRoles"}},"Publications":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20153053,Language='DE')/Publications"}},"LegislativePeriods":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20153053,Language='DE')/LegislativePeriods"}},"Sessions":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20153053,Language='DE')/Sessions"}},"Preconsultations":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20153053,Language='DE')/Preconsultations"}},"Bills":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20153053,Language='DE')/Bills"}},"Councils":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20153053,Language='DE')/Councils"}},"BusinessTypes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20153053,Language='DE')/BusinessTypes"}},"Votes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20153053,Language='DE')/Votes"}},"SubjectsBusiness":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20153053,Language='DE')/SubjectsBusiness"}},"BusinessStates":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20153053,Language='DE')/BusinessStates"}},"Council":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20153053,Language='DE')/Council"}},"Transcripts":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20153053,Language='DE')/Transcripts"}},"ID":20153053,"Language":"DE","BusinessShortNumber":"15.3053","BusinessType":8,"BusinessTypeName":"Interpellation","BusinessTypeAbbreviation":"Ip.","Title":"Schweizerischer Nationalfonds und Ber\u00fccksichtigung der Landessprachen","Description":null,"InitialSituation":null,"Proceedings":null,"DraftText":null,"SubmittedText":"<p>Der Schweizerische Nationalfonds zur F\u00f6rderung der wissenschaftlichen Forschung (SNF) hat am 10. Dezember 2014 beschlossen, dass Gesuche f\u00fcr politikwissenschaftliche Forschungsprojekte ab dem 1. April 2015 auf Englisch eingereicht werden m\u00fcssen. Bis jetzt werden Geschichte und Soziologie noch verschont. Aber wie lange noch?</p><p>Am 24. Februar 2015 hat der SNF entschieden, diesen Beschluss vorderhand auszusetzen, ihn aber nicht aufzuheben. Er gibt an, dass die neue Regelung, falls keine wesentlichen Argumente dagegen vorgebracht werden, am 1. Oktober 2015 in Kraft tritt. In der Zwischenzeit wurde bekannt, dass die Schweizerische Vereinigung f\u00fcr Politische Wissenschaft eine Konsultation bei ihren Mitgliedern durchgef\u00fchrt hat. Die Meinungen sind geteilt; es gibt etwa gleich viele Stimmen f\u00fcr den Entscheid des SNF wie dagegen.</p><p>Sollte der SNF an seinem Beschluss festhalten, so w\u00fcrde er unsere Landessprachen missachten und damit dem allgemeinen Trend folgen, dass Englisch zur alleinigen Wissenschaftssprache wird.</p><p>Schon in den exakten Wissenschaften ist der Zwang zum Englischen problematisch. Es scheint jedoch geradezu absurd, Forscherinnen und Forscher der Geistes- und Sozialwissenschaften dazu zu zwingen, ihre Gesuche an den SNF - der, wohlgemerkt, von unserem mehrsprachigen Bundesstaat grossz\u00fcgig subventioniert wird (927 Millionen Franken im Jahr 2013) - auf Englisch abzufassen.</p><p>Dieser Entscheid w\u00fcrde zu einer Uniformisierung des Denkens f\u00fchren, die Sprachenvielfalt beeintr\u00e4chtigen und eine klare Trennung bewirken zwischen der Sprache, in der geforscht wird, und der Sprache, die im Forschungsgebiet der Politikwissenschaften gesprochen wird. Letzteres ist in Bezug auf das Verh\u00e4ltnis zwischen Universit\u00e4t und Allgemeinheit politisch hochproblematisch. Ausserdem vermischt der SNF die Sprache, in der die Gedanken formuliert und die Projekte ausgearbeitet werden, und die Sprache, in der die Ergebnisse kommuniziert werden.</p><p>Der SNF begr\u00fcndet diesen b\u00fcrokratischen Entscheid mit der Schwierigkeit, ausserhalb unseres Landes Fachleute zu finden, die eine unserer Landessprachen beherrschen. Dieses Argument ist nicht stichhaltig, da gen\u00fcgend Fachpersonen innerhalb und ausserhalb der Schweiz eine unserer Landessprachen sprechen.</p><p>Ich bitte den Bundesrat deshalb, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Wie beurteilt er diesen Entscheid angesichts der Tatsache, dass der SNF eine halb\u00f6ffentliche Institution (Stiftung) ist, deren Statuten der Bundesrat genehmigt hat und die von ihm beaufsichtigt wird?</p><p>2. Ist es nach Ansicht des Bundesrates logisch, dass die Politikwissenschaft, die in erster Linie die Schweiz - ein Land, in dem Englisch (noch!) keine Landessprache ist - erforscht, diese Sprache verwenden soll?</p><p>3. Wird der Bundesrat dahingehend intervenieren, dass die Mehrsprachigkeit in unserem Land auch im Bereich der Forschung respektiert wird?</p>","ReasonText":null,"DocumentationText":null,"MotionText":null,"FederalCouncilResponseText":"<p>Der Schweizerische Nationalfonds (SNF) unterst\u00fctzt im Auftrag des Bundes die Forschung in allen Gebieten der Wissenschaft. Die beim SNF eingereichten Forschungsgesuche werden nach internationalen Standards gem\u00e4ss einem Peer-Review-Verfahren evaluiert. Im Beitragsreglement des SNF und im entsprechenden Ausf\u00fchrungsreglement sind die Voraussetzungen f\u00fcr die Gesuchstellung festgelegt. Seit Jahren m\u00fcssen alle Gesuche in den Bereichen Biologie, Medizin, Mathematik, Physik, Natur- und Ingenieurwissenschaften auf Englisch eingereicht werden. Diese Regelung gilt in den Geistes- und Sozialwissenschaften auch f\u00fcr die Psychologie und die Wirtschaftswissenschaften. Dabei k\u00f6nnen die Gesuche grunds\u00e4tzlich weiterhin in einer der Amtssprachen eingereicht werden, sofern eine englische \u00dcbersetzung des Forschungsplanes beigelegt wird.</p><p>Eine solche Regelung beabsichtigte der SNF auch f\u00fcr die Politikwissenschaften einzuf\u00fchren, nicht zuletzt, weil in den Jahren 2013 und 2014 eine grosse Mehrheit der Gesuche in den Politikwissenschaften bereits auf Englisch eingereicht wurden. Nachdem von einzelnen Forschenden Kritik ge\u00e4ussert wurde, hat der SNF die geplante \u00c4nderung sistiert. Er wird das Resultat der konsultativen Befragung der Schweizerischen Vereinigung f\u00fcr Politische Wissenschaft nochmals in seinen Gremien diskutieren und im Mai 2015 abschliessend \u00fcber die Einf\u00fchrung per 1. Oktober 2015 entscheiden.</p><p>Vor diesem Hintergrund lassen sich die Fragen wie folgt beantworten:</p><p>1. Das Beitragsreglement des SNF wird gem\u00e4ss dem Forschungs- und Innovationsf\u00f6rderungsgesetz (Art. 9 Abs. 3; SR 420.1) und den Statuten des SNF (Art. 16 Abs. 2 Bst. j) durch den Bundesrat genehmigt. Im geltenden Beitragsreglement werden u. a. die pers\u00f6nlichen und formellen Voraussetzungen f\u00fcr die Genehmigung eines Gesuchs festgelegt. In welcher Sprache die Dokumente eingereicht werden m\u00fcssen, wird in Artikel\u00a09 Absatz\u00a01 des Beitragsreglements geregelt. Buchstabe\u00a0c dieser Bestimmung erm\u00e4chtigt den Forschungsrat, die Einreichung von Forschungspl\u00e4nen und anderen Unterlagen in englischer Sprache vorzuschreiben. Im Ausf\u00fchrungsreglement - in Abstimmung mit der wissenschaftlich etablierten Praxis - ist definiert, in welchen Wissenschaftsbereichen der wissenschaftliche Teil des Gesuchs in englischer Sprache einzureichen ist. Die Forschenden haben jedoch weiterhin die M\u00f6glichkeit, das Gesuch in einer Amtssprache abzufassen und eine englische \u00dcbersetzung des Forschungsplans einzureichen. Ebenfalls unver\u00e4ndert wird der SNF auch in Zukunft die Publikationen von Ergebnissen wissenschaftlicher Forschung in den Landessprachen f\u00f6rdern, denn der SNF verfolgt weiterhin eine zielgruppengerechte Kommunikation der Forschungsresultate. Auch die sogenannten Lay Summaries, welche die Forschungsinhalte f\u00fcr ein breites Publikum aufbereiten, sollen in den Amtssprachen verfasst werden.</p><p>2. Der Forschungsplatz Schweiz muss ein Gleichgewicht zwischen regionaler Verankerung und fortschreitender Internationalisierung finden. Dabei steht der SNF als Garant f\u00fcr die Qualit\u00e4t und Vielfalt der Forschungsmethoden und die Vergleichbarkeit zwischen den Forschungsprojekten, unabh\u00e4ngig von Sprache und geografischer Region. Aus Sicht des SNF sind die Gr\u00fcnde f\u00fcr die Einreichungssprache Englisch nicht die Standardisierung oder die Vereinfachung von Verwaltungsabl\u00e4ufen. Vielmehr handelt es sich um eine praktische Notwendigkeit, um geeignete Expertinnen und Experten zu finden. Hinzu kommt, dass in den Politikwissenschaften die Eingaben in den Amtssprachen deutlich abgenommen haben. So wurden im letzten Oktober von insgesamt 13 Gesuchen keines und im April 2014 von insgesamt 21 Gesuchen nur vier (je zwei auf Deutsch und Franz\u00f6sisch) in einer Amtssprache eingereicht. \u00dcber die letzten vier Semester wurden \u00fcber 80 Prozent der Gesuche in Englisch eingegeben. Der getroffene Entscheid stellt kein Pr\u00e4judiz f\u00fcr andere Disziplinen der Geistes- und Sozialwissenschaften dar. Es ist auch keine \u00c4nderung der Gesuchssprache in anderen Fachbereichen geplant.</p><p>3. Grunds\u00e4tzlich unterscheidet der Bundesrat zwischen den Anforderungen der Gesuchseinreichung und der effektiven Forschungsarbeit sowie der Publikation der Ergebnisse, welche weiterhin in den jeweiligen Landessprachen erfolgen k\u00f6nnen. Die vom SNF vorgeschlagene Regelung f\u00fcr die Gesuchseinreichung ist so formuliert, dass die Forschenden weiterhin ihre Forschungsprojekte in der jeweiligen Landessprache einreichen k\u00f6nnen. Das Prinzip der Sprachenvielfalt und die grosse Bedeutung der Landessprachen sind dadurch nicht infrage gestellt. Der Bundesrat sieht daher keinen Handlungsbedarf.</p>  Antwort des Bundesrates.","FederalCouncilProposal":8,"FederalCouncilProposalText":null,"FederalCouncilProposalDate":"\/Date(1431043200000)\/","SubmittedBy":"Berberat Didier","BusinessStatus":229,"BusinessStatusText":"Erledigt","BusinessStatusDate":"\/Date(1434499200000)\/","ResponsibleDepartment":8,"ResponsibleDepartmentName":"Departement f\u00fcr Wirtschaft, Bildung und Forschung","ResponsibleDepartmentAbbreviation":"WBF","IsLeadingDepartment":true,"Tags":"36|2831","Category":null,"Modified":"\/Date(1690525092887)\/","SubmissionDate":"\/Date(1425427200000)\/","SubmissionCouncil":2,"SubmissionCouncilName":"St\u00e4nderat","SubmissionCouncilAbbreviation":"SR","SubmissionSession":4917,"SubmissionLegislativePeriod":49,"FirstCouncil1":2,"FirstCouncil1Name":"St\u00e4nderat","FirstCouncil1Abbreviation":"SR","FirstCouncil2":null,"FirstCouncil2Name":null,"FirstCouncil2Abbreviation":null,"TagNames":"Wissenschaft und Forschung|Kultur"}}