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Stellenwert von Adapted Physical Activity im Gesundheitswesen","Description":null,"InitialSituation":null,"Proceedings":null,"DraftText":null,"SubmittedText":"<p>Seit einigen Jahren wird an unseren Hochschulen eine neue Ausbildung angeboten, insbesondere an den Universit\u00e4ten in Basel und Lausanne und an der ETH Z\u00fcrich. Es sind die Bewegungs- und Sportwissenschaften, eine Studienrichtung, in der vermittelt wird, wie sich angepasste k\u00f6rperliche Aktivit\u00e4t positiv auf unsere Gesundheit auswirkt.</p><p>Der Kern dieses therapeutischen Ansatzes liegt gem\u00e4ss Fachleuten in der Anpassung von k\u00f6rperlichen Aktivit\u00e4ten, sodass bei Personen, die ein vor\u00fcbergehendes oder chronisches Leiden haben, dieses minimiert werden kann. Angestrebt wird das physische, mentale und soziale Wohlbefinden. Obwohl keine direkte Heilung erfolgt, kann man dank der physischen Aktivit\u00e4t ein Defizit ausgleichen oder verringern. Das Konzept ist auf Pr\u00e4vention, Rehabilitation und Integration in Zusammenarbeit mit Fachleuten aus dem Gesundheitsbereich ausgerichtet. Dabei ist das Anwendungsfeld sehr breit: Behandelt werden k\u00f6nnen Menschen mit chronischen Krankheiten wie Diabetes, kardiovaskul\u00e4ren Erkrankungen, Krebs, motorischen und sensorischen Handicaps, Menschen mit mentalen Behinderungen, auch zur Pr\u00e4vention von Alterung und chronischen Schmerzen eignet sich dieser therapeutische Ansatz.</p><p>Die Fachpersonen in angepasster k\u00f6rperlicher Aktivit\u00e4t (Adapted Physical Activity, APA) sind darauf spezialisiert, Patientinnen und Patienten mit ihren jeweiligen Besonderheiten zu unterst\u00fctzen, indem sie ihnen k\u00f6rperliche Aktivit\u00e4ten, Massnahmen zur Bewegungsf\u00f6rderung und Sport aufzeigen, die f\u00fcr sie am besten geeignet sind. Viele Patientinnen und Patienten k\u00f6nnen dadurch ihre Lebensqualit\u00e4t und ihre Selbstst\u00e4ndigkeit steigern. Da eine Fachperson in APA nicht Physiotherapie macht oder Sport im klassischen Sinne unterrichtet, gestaltet sich die Eingliederung auf dem Arbeitsmarkt schwierig. Es gibt wenige Arbeitsstellen, da Personen mit einer Ausbildung in APA oft als \u00fcberqualifiziert eingestuft werden.</p><p>Ich danke dem Bundesrat im Voraus f\u00fcr die Beantwortung der folgenden Fragen:</p><p>1. Ist der Bundesrat auch der Ansicht, dass der von Fachleuten in APA vorgeschlagene therapeutische Ansatz eine gute Erg\u00e4nzung zu anderen Therapieformen ist und dass damit der Gesundheitszustand der Bev\u00f6lkerung und insbesondere der Personen mit einem Handicap oder einer chronischen Erkrankung verbessert werden kann?</p><p>2. Welche Massnahmen sieht der Bundesrat vor, um diese neue Ausbildung besser bekanntzumachen?</p><p>3. Unser Bildungssystem schafft im Bereich der Bewegungs- und Sportwissenschaften Kompetenzen, die nicht optimal genutzt werden. Wie k\u00f6nnte man dies \u00e4ndern?</p>","ReasonText":null,"DocumentationText":null,"MotionText":null,"FederalCouncilResponseText":"<p>1. Unter dem Aspekt der \u00f6ffentlichen Gesundheit wird Bewegung als Schl\u00fcsselfaktor erachtet. Es besteht ein klarer Zusammenhang zwischen mangelnder Bewegung und der Zunahme nicht\u00fcbertragbarer Krankheiten (non-communicable diseases, NCD). Der Weltgesundheitsbericht 2002 der WHO z\u00e4hlt den sitzenden Lebensstil zu den Hauptrisikofaktoren, die zur Erkrankungs- und Sterblichkeitsrate bei NCD beitragen. Deshalb nimmt die Bewegung einen bedeutenden Platz ein, und zwar sowohl im Nationalen Programm Ern\u00e4hrung und Bewegung (NPEB) als auch in der k\u00fcnftigen nationalen Strategie zur Pr\u00e4vention nicht\u00fcbertragbarer Krankheiten (NCD-Strategie) von Bund und Kantonen, die derzeit ausgearbeitet wird.</p><p>Bewegung wirkt sich nicht nur pr\u00e4ventiv auf die NCD aus, sondern hat auch eine wissenschaftlich umfassend belegte therapeutische Wirkung, sofern sie zweckm\u00e4ssig und angemessen verordnet wird. Die Fachpersonen f\u00fcr Adapted Physical Activity (APA) oder andere Ausbildungen k\u00f6nnten diesen Bedarf abdecken.</p><p>Die Fachleute f\u00fcr APA sind keine Leistungserbringer im Sinne von Artikel\u00a046 der Verordnung \u00fcber die Krankenversicherung (KVV, SR 832.102). Sie haben jedoch bereits die M\u00f6glichkeit, im Pr\u00e4ventionsbereich oder im Rahmen gewisser multidisziplin\u00e4rer Therapieprogramme, die von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung verg\u00fctet werden, spezifische, ihren Kompetenzen entsprechende Aufgaben zu \u00fcbernehmen. So k\u00f6nnen die Fachleute f\u00fcr APA beispielsweise in die multidisziplin\u00e4re Behandlung \u00fcbergewichtiger und adip\u00f6ser Kinder sowie in ambulante oder station\u00e4re Rehabilitationsprogramme einbezogen werden.</p><p>2./3. Anfang 2015 fand ein Treffen der verschiedenen Akteure, darunter die Schweizerische Vereinigung der Fachleute f\u00fcr APA (Association suisse des professionnels en APA, ASP-APA) und das Bundesamt f\u00fcr Gesundheit (BAG), statt. Dabei wurde dar\u00fcber diskutiert, wie die therapeutischen Leistungen von Bewegungsfachleuten genutzt werden k\u00f6nnten. Besprochen wurden auch die Voraussetzungen f\u00fcr eine Kosten\u00fcbernahme durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung. Ein zweites Treffen ist Anfang 2016 vorgesehen. Dann soll nach den Analysen zur Definition des Berufsbildes, die derzeit bei der ASP-APA und dem Schweizerischen Verband f\u00fcr Gesundheitssport und Sporttherapie (SVGS) mit Unterst\u00fctzung der Netzwerkkonferenz Sportstudien Schweiz und der Sportwissenschaftlichen Gesellschaft der Schweiz vorgenommen werden, \u00fcber das weitere Vorgehen diskutiert werden.</p><p>Gleichzeitig pr\u00fcft das BAG neue Ans\u00e4tze, um F\u00f6rdermassnahmen und Konzepte zur Pr\u00e4vention der Risikofaktoren f\u00fcr nicht\u00fcbertragbare Krankheiten ins Gesundheitssystem und insbesondere in die medizinische Grundversorgung einzubinden. Das Pilotprojekt Girasole, das derzeit im Kanton Tessin unter der Leitung des Amtes f\u00fcr Gesundheitsf\u00f6rderung und -evaluation des kantonalen Departementes f\u00fcr Gesundheit und Soziales umgesetzt wird, verfolgt das Ziel, Bewegungstherapien in der Arztpraxis zu f\u00f6rdern und die entsprechenden Angebote auf die spezifischen Bed\u00fcrfnisse der Patientinnen und Patienten abzustimmen. Dazu werden bei der Sprechstunde in der Arztpraxis das vom Kollegium f\u00fcr Hausarztmedizin entwickelte Instrument Gesundheitscoaching sowie das Instrument Paprica (auf Bewegung beruhende Motivationsberatung) eingesetzt. Fachleute f\u00fcr APA oder andere gleichwertige Ausbildungen k\u00f6nnten in dieses Projekt einbezogen werden. Dieses Pilotprojekt wird einer Evaluation unterzogen, um seine Wirksamkeit zu ermitteln.</p><p>Diese verschiedenen Initiativen bieten Einsatzm\u00f6glichkeiten f\u00fcr APA-Fachleute oder andere Ausbildungen und gew\u00e4hrleisten eine bessere Nutzung dieser Kompetenzen im Gesundheitswesen.</p>  Antwort des Bundesrates.","FederalCouncilProposal":8,"FederalCouncilProposalText":null,"FederalCouncilProposalDate":"\/Date(1441152000000)\/","SubmittedBy":"Fridez Pierre-Alain","BusinessStatus":229,"BusinessStatusText":"Erledigt","BusinessStatusDate":"\/Date(1443139200000)\/","ResponsibleDepartment":4,"ResponsibleDepartmentName":"Departement des Innern","ResponsibleDepartmentAbbreviation":"EDI","IsLeadingDepartment":true,"Tags":"28|32|2841","Category":null,"Modified":"\/Date(1690522917007)\/","SubmissionDate":"\/Date(1434585600000)\/","SubmissionCouncil":1,"SubmissionCouncilName":"Nationalrat","SubmissionCouncilAbbreviation":"NR","SubmissionSession":4919,"SubmissionLegislativePeriod":49,"FirstCouncil1":1,"FirstCouncil1Name":"Nationalrat","FirstCouncil1Abbreviation":"NR","FirstCouncil2":null,"FirstCouncil2Name":null,"FirstCouncil2Abbreviation":null,"TagNames":"Soziale Fragen|Bildung|Gesundheit"}}