{"d":{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20154229,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20154229,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Business"},"BusinessResponsibilities":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20154229,Language='DE')/BusinessResponsibilities"}},"RelatedBusinesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20154229,Language='DE')/RelatedBusinesses"}},"BusinessRoles":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20154229,Language='DE')/BusinessRoles"}},"Publications":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20154229,Language='DE')/Publications"}},"LegislativePeriods":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20154229,Language='DE')/LegislativePeriods"}},"Sessions":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20154229,Language='DE')/Sessions"}},"Preconsultations":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20154229,Language='DE')/Preconsultations"}},"Bills":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20154229,Language='DE')/Bills"}},"Councils":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20154229,Language='DE')/Councils"}},"BusinessTypes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20154229,Language='DE')/BusinessTypes"}},"Votes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20154229,Language='DE')/Votes"}},"SubjectsBusiness":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20154229,Language='DE')/SubjectsBusiness"}},"BusinessStates":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20154229,Language='DE')/BusinessStates"}},"Council":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20154229,Language='DE')/Council"}},"Transcripts":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20154229,Language='DE')/Transcripts"}},"ID":20154229,"Language":"DE","BusinessShortNumber":"15.4229","BusinessType":5,"BusinessTypeName":"Motion","BusinessTypeAbbreviation":"Mo.","Title":"ADHS ist keine Krankheit! Die wirklichen Ursachen m\u00fcssen nun angepackt werden","Description":null,"InitialSituation":null,"Proceedings":null,"DraftText":null,"SubmittedText":"<p>Der Bundesrat wird beauftragt, daf\u00fcr zu sorgen, dass die wirklichen Ursachen, die sich hinter der \"Diagnose\" ADHS verbergen, angepackt werden und damit die viel zu hohe Verschreibungspraxis in der Deutsch- und Westschweiz massiv reduziert wird.</p>","ReasonText":"<p>In der Stellungnahme zur Motion 15.3146, \"Ritalinkonsum in der Schweiz\", sagt der Bundesrat: \"Das Tessin scheint in dieser Frage stark von Italien gepr\u00e4gt zu sein, das aus unbekannten Gr\u00fcnden weniger Verschreibungen von Methylphenidat aufweist.\"</p><p>Eine genauere Analyse der Tatsache, wieso im Tessin f\u00fcnfmal weniger solche Substanzen verschrieben werden, zeigt Folgendes:</p><p>a. Im Interview mit dem Schweizer Radio (SRF, 16. Februar 2015, \"Warum Tessiner Kinder weniger Ritalin erhalten\") sagt der Tessiner Kinderarzt Andreas Wechsler: \"Niemand hat es gern, wenn Kinder l\u00e4rmen, aber im Tessin st\u00f6rt dies weniger.\" Die Toleranz der Gesellschaft sei gr\u00f6sser, was Kinder angeht. Dies habe zum einen mit der Mentalit\u00e4t s\u00fcdlich des Gotthard zu tun. Dazu komme ein Schulsystem, das seit Jahrzehnten auf den integrativen Ansatz setzt.</p><p>b. Zus\u00e4tzlich zeigt dies unmissverst\u00e4ndlich, dass es sich bei ADHS nicht um eine Krankheit handelt, wie dies auch vom Erfinder von ADHS, Dr. Leon Eisenberg, in seinem letzten Interview (\"Spiegel\" 6/2012) best\u00e4tigt wird: \"Niemals h\u00e4tte er gedacht, dass seine Erfindung einmal derart popul\u00e4r w\u00fcrde. 'ADHS ist ein Paradebeispiel f\u00fcr eine fabrizierte Erkrankung. Die genetische Veranlagung von ADHS wird vollkommen \u00fcbersch\u00e4tzt. Stattdessen sollten Kinderpsychiater viel gr\u00fcndlicher die psychosozialen Gr\u00fcnde ermitteln, die zu Verhaltensauff\u00e4lligkeiten f\u00fchren k\u00f6nnen', sagte Eisenberg.\"</p><p>c. Die Schlussfolgerungen der im November 2014 ver\u00f6ffentlichten Studie \"Behandlung von ADHS bei Kindern und Jugendlichen im Kanton Z\u00fcrich\", welche im Auftrag der Regierung des Kantons Z\u00fcrichs angefertigt wurde, zeigen Folgendes:</p><p>\"Der Begriff ADHS hat eine 'gesellschaftliche Karriere' zu verzeichnen: Es scheint, dass damit auch eine bestimmte Art unangepassten Verhaltens von Kindern gegen\u00fcber schulischen Leistungs- und Verhaltensanforderungen beschrieben wird, das - im Trend der Zeit - mit medizinischen oder psychologischen Mitteln zu korrigieren versucht wird.\" Es solle deshalb im Schulbereich dar\u00fcber nachgedacht werden, wie der (schulische) Leidensdruck von ADHS-Kindern (und ihrer Eltern) reduziert oder vermieden werden k\u00f6nnte.</p>","DocumentationText":null,"MotionText":null,"FederalCouncilResponseText":"<p>ADHS ist eine im Kindesalter beginnende St\u00f6rung der Konzentration und der emotionalen Kontrolle. Die Diagnosekriterien f\u00fcr ADHS sind im \"Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM-V)\" der American Psychiatric Association und in der Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme (ICD-10) der Weltgesundheitsorganisation der Vereinten Nationen enthalten.</p><p>Dem Krankheitsbild ADHS liegen verschiedene Ursache-Wirkungs-Ketten zugrunde. Da die Entstehung durch individuelle genetische, soziale und kulturelle Faktoren bestimmt ist, gibt es keine generellen Ursachen, auf die allf\u00e4llige Interventionen ausgerichtet werden k\u00f6nnten. Aufgrund der Komplexit\u00e4t und Individualit\u00e4t der jeweiligen Ursachen muss sich auch die Behandlung gezielt an den Bed\u00fcrfnissen der Betroffenen orientieren.</p><p>Die Meinungen, ob ADHS eine Krankheit im eigentlichen Sinne oder lediglich ein St\u00f6rungsbild ist, gehen auseinander. Unbestritten ist jedoch, dass die Betroffenen einem hohen Leidensdruck ausgesetzt sind und Hilfe ben\u00f6tigen. In der Regel erfolgt die Behandlung im Rahmen eines umfassenden Behandlungssettings, das sowohl medizinische wie auch psychische und sozialtherapeutische Interventionen umfasst.</p><p>Das gilt insbesondere auch f\u00fcr die Frage, ob und unter welchen Rahmenbedingungen methylphenidathaltige Arzneimittel, wie z. B. Ritalin, eingesetzt werden sollen. Diese Frage muss unter Ber\u00fccksichtigung der individuellen Behandlungsbed\u00fcrfnisse und situativen Gegebenheiten entschieden werden.</p><p>Der Bundesrat ist bereits auf der Grundlage des Expertenberichtes \"Leistungssteigernde Medikamente - Bedeutung, Anwendung und Auswirkungen\" in Erf\u00fcllung verschiedener Postulate (09.3665, 13.3012 und 13.3157) zum Schluss gekommen, dass die Verschreibungspraxis bei methylphenidathaltigen Arzneimitteln in der Schweiz den internationalen Empfehlungen und den anerkannten Regeln der medizinischen Wissenschaft entspricht. Er sieht daher keinen Anlass, in die \u00e4rztliche Behandlungsfreiheit einzugreifen.</p><p>In der Antwort auf die Motion 15.3146 verweist der Bundesrat auf das im Jahr 2013 vom Bundesamt f\u00fcr Gesundheit (BAG) in Auftrag gegebene Forschungsprojekt \"Interventionsstudie bei Aufmerksamkeits- und Verhaltensproblemen in der Unterstufe\". Im Rahmen dieser Studie werden Interventionsm\u00f6glichkeiten bei auftretenden Aufmerksamkeits- und Verhaltensproblemen in der Einschulungsphase (erste und zweite Klasse) entwickelt. Die 2015 an die Schweiz adressierten Empfehlungen des UN Committee on the Rights of the Child greifen die Forschung zu nichtmedikament\u00f6sen Behandlungsans\u00e4tzen bei ADHS ebenfalls auf. </p><p>Zur Frage, warum im Tessin weniger Ritalin verschrieben wird, liegen keine gesicherten Erkenntnisse vor. Bei dem in der Motion erw\u00e4hnten Zitat handelt es sich um eine Expertenmeinung, die im Grunde lediglich besagt, dass daf\u00fcr m\u00f6glicherweise kulturelle Unterschiede verantwortlich sein k\u00f6nnten.</p><p>F\u00fcr eine vertiefende Analyse dieser Frage w\u00e4re eine systematische Kontrolle der Verschreibungspraxis erforderlich. Das ist jedoch keine Bundesaufgabe, denn die Kontrolle der \u00c4rzteschaft f\u00e4llt gem\u00e4ss Artikel\u00a029d Absatz\u00a01 Buchstabe\u00a0d des Bet\u00e4ubungsmittelgesetzes (BetmG; SR 812.121) in die Kompetenz der Kantone. Demgem\u00e4ss kann der Bund die in die ADHS-Behandlung eingebundenen Akteure (Familien, \u00c4rzteschaft, Lehrerschaft, Sozialbeh\u00f6rden usw.) auch nicht verpflichten, die daf\u00fcr notwendigen Daten zu erheben und zu liefern.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.","FederalCouncilProposal":21,"FederalCouncilProposalText":"Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.","FederalCouncilProposalDate":"\/Date(1456272000000)\/","SubmittedBy":"Herzog Verena","BusinessStatus":229,"BusinessStatusText":"Erledigt","BusinessStatusDate":"\/Date(1537228800000)\/","ResponsibleDepartment":4,"ResponsibleDepartmentName":"Departement des Innern","ResponsibleDepartmentAbbreviation":"EDI","IsLeadingDepartment":true,"Tags":"28|2841","Category":null,"Modified":"\/Date(1690555937963)\/","SubmissionDate":"\/Date(1450396800000)\/","SubmissionCouncil":1,"SubmissionCouncilName":"Nationalrat","SubmissionCouncilAbbreviation":"NR","SubmissionSession":5001,"SubmissionLegislativePeriod":50,"FirstCouncil1":1,"FirstCouncil1Name":"Nationalrat","FirstCouncil1Abbreviation":"NR","FirstCouncil2":null,"FirstCouncil2Name":null,"FirstCouncil2Abbreviation":null,"TagNames":"Soziale Fragen|Gesundheit"}}