{"d":{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20163519,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20163519,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Business"},"BusinessResponsibilities":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20163519,Language='DE')/BusinessResponsibilities"}},"RelatedBusinesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20163519,Language='DE')/RelatedBusinesses"}},"BusinessRoles":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20163519,Language='DE')/BusinessRoles"}},"Publications":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20163519,Language='DE')/Publications"}},"LegislativePeriods":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20163519,Language='DE')/LegislativePeriods"}},"Sessions":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20163519,Language='DE')/Sessions"}},"Preconsultations":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20163519,Language='DE')/Preconsultations"}},"Bills":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20163519,Language='DE')/Bills"}},"Councils":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20163519,Language='DE')/Councils"}},"BusinessTypes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20163519,Language='DE')/BusinessTypes"}},"Votes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20163519,Language='DE')/Votes"}},"SubjectsBusiness":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20163519,Language='DE')/SubjectsBusiness"}},"BusinessStates":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20163519,Language='DE')/BusinessStates"}},"Council":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20163519,Language='DE')/Council"}},"Transcripts":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20163519,Language='DE')/Transcripts"}},"ID":20163519,"Language":"DE","BusinessShortNumber":"16.3519","BusinessType":8,"BusinessTypeName":"Interpellation","BusinessTypeAbbreviation":"Ip.","Title":"Ist die Gesundheit \u00e4lterer Menschen in der Schweiz durch die zunehmende Klimaerw\u00e4rmung gef\u00e4hrdet? Was unternimmt die Schweiz?","Description":null,"InitialSituation":null,"Proceedings":null,"DraftText":null,"SubmittedText":"<p>Anl\u00e4sslich der am 28. Mai 2016 zu Ende gegangenen WHO-Konferenz betonte die Generalsekret\u00e4rin des Uno-Klimasekretariats die Bedeutung der Bek\u00e4mpfung des Klimawandels auf den Gesundheitssektor. Bereits im Jahr 2010 adressierten die Mitglieder der WHO Europa (auch die Schweiz) in der Parma Declaration on Environment and Health den Klimawandel als eine der gr\u00f6ssten Herausforderungen des Gesundheitsschutzes und vereinbarten eine Reihe von Handlungsfeldern, z. B. den Einbezug von Gesundheitsaspekten in die Klimaschutzstrategien.</p><p>Zunehmende Hitzewellen mit Folgen f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung werden durch die fortschreitende Klimaerw\u00e4rmung beg\u00fcnstigt. Gem\u00e4ss Forschern der ETH Z\u00fcrich kann man statistisch schon heute rund die H\u00e4lfte der Hitzewellen in Europa auf die menschgemachte Klimaerw\u00e4rmung zur\u00fcckf\u00fchren (Fischer E. M., Knutti R.: Anthropogenic contribution to global occurrence of heavy-precipitation and high-temperature extremes, \"Nature Climate Change\", 27. April 2015). BAG und Bafu schreiben, dass \"besonders bei \u00e4lteren Personen Herz und Kreislauf und der Wasserhaushalt schnell \u00fcberfordert sind. M\u00f6gliche Folgen: Dehydrierung, Hyperthermie, Ermattung, Bewusstlosigkeit, Hitzekr\u00e4mpfe und Hitzschlag (BAG, Bafu, Schutz bei Hitze, 2007, S. 3).</p><p>Nun gibt es gleichzeitig Untersuchungen, die zeigen, dass innerhalb der besonders stark betroffenen Risikogruppen der \u00e4lteren Menschen Frauen empfindlicher auf Hitzeeinwirkungen reagieren als M\u00e4nner. Ebenso hat eine Studie zu den Auswirkungen des Hitzesommers 2003 in Europa gezeigt, dass am heissesten Tag die Mortalit\u00e4t von Frauen gegen\u00fcber der von M\u00e4nnern deutlich erh\u00f6ht war.</p><p>Ich bitte den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen:</p><p>1. Wie beurteilt er die Evidenz zwischen fortschreitender Klimaerw\u00e4rmung und den gesundheitlichen Folgen f\u00fcr die Schweizer Bev\u00f6lkerung? </p><p>2. Sieht er eine besondere Betroffenheit der \u00e4lteren Bev\u00f6lkerung, insbesondere Frauen? </p><p>3. Gibt es die M\u00f6glichkeit, die Risiken regional genauer zu bestimmen? </p><p>4. Was unternimmt die Schweiz, um die Gesundheit der Bev\u00f6lkerung, vor allem \u00e4lterer Menschen, vor den Auswirkungen des Klimawandels zu sch\u00fctzen? </p><p>5. Was unternimmt die Schweiz, um die Verpflichtungen der Parma Declaration der WHO Europa aus dem Jahr 2010 zu erf\u00fcllen? </p><p>6. Mit welchen Kostenfolgen rechnet er in Zusammenhang mit den gesundheitlichen Folgen der Klimaerw\u00e4rmung?</p>","ReasonText":null,"DocumentationText":null,"MotionText":null,"FederalCouncilResponseText":"<p>1. F\u00fcr den Bundesrat ist der Zusammenhang zwischen Klimaerw\u00e4rmung und gesundheitlichen Folgen durch eine Vielzahl von Studien belegt. Direkte Effekte wie extreme Hitzeperioden stellen bereits heute eine Gefahr f\u00fcr die Gesundheit dar. Indirekte Auswirkungen beeinflussen die Verbreitung der durch Vektoren (z. B. Stechm\u00fccken oder Zecken) \u00fcbertragenen Infektionskrankheiten.</p><p>2. Der Bundesrat stellt fest, dass aus diversen Studien eine klare Evidenz hervorgeht, dass insbesondere f\u00fcr \u00e4ltere Personen Hitzewellen ein lebensbedrohliches Risiko darstellen k\u00f6nnen. \u00c4ltere Menschen verf\u00fcgen \u00fcber eine schlechtere W\u00e4rmeregulation. Sie schwitzen weniger und haben ein vermindertes Durstgef\u00fchl. Dies macht sie anf\u00e4llig f\u00fcr Hitzestress und kann ihr Herz-Kreislauf-System beeintr\u00e4chtigen. Auch die w\u00e4hrend Hitzeperioden meist erh\u00f6hte Ozonkonzentration in der Luft kann gesundheitliche Beschwerden wie Augenbrennen und Atemwegsbeschwerden verursachen.</p><p>Es gibt hingegen nur wenige Beweise, dass Frauen st\u00e4rker betroffen sind als M\u00e4nner. Eine Studie der Universit\u00e4t Basel hat gezeigt, dass bei der Hitzewelle im Jahr 2003 die Mortalit\u00e4t bei den Frauen leicht h\u00f6her (7,5 Prozent) war als bei den M\u00e4nnern (6,1 Prozent). In einer aktuellen Studie zum Hitzesommer 2015 (noch nicht ver\u00f6ffentlicht) deuten die Resultate auf eine tiefere hitzebedingte Sterblichkeit bei den Frauen (5 Prozent) als bei den M\u00e4nnern (6 Prozent) hin.</p><p>3. Einzelne Kantone, St\u00e4dte und Gemeinden besch\u00e4ftigen sich bereits aktiv mit Aspekten der Anpassung an den Klimawandel und haben Grundlagendokumente oder Strategien f\u00fcr eine Anpassung an den Klimawandel entwickelt. Der Bund analysiert die durch den Klimawandel verursachten Risiken und Chancen in einer landesweiten Studie. Bis anhin wurden acht kantonale Fallstudien in den Kantonen Aargau, Jura, Freiburg, Genf, Basel-Stadt, Graub\u00fcnden, Uri und Tessin durchgef\u00fchrt. Ein Synthesebericht wird n\u00e4chstes Jahr ver\u00f6ffentlicht.</p><p>Die Wahrscheinlichkeit des Auftretens neuer Infektionskrankheiten wird nach wie vor im Wesentlichen vom Reiseverhalten der Personen bestimmt. Mit den zuk\u00fcnftigen ver\u00e4nderten klimatischen Bedingungen besteht jedoch die M\u00f6glichkeit einer Verbreitung von neuen (z. B. Chikungunya- und Dengue-Fieber) oder bereits bestehenden (z. B. zecken\u00fcbertragene Krankheiten wie Fr\u00fchsommer-Meningoenzephalitis und Borreliose) Infektionskrankheiten. Um das Risiko von durch Vektoren \u00fcbertragenen Krankheiten fr\u00fchzeitig zu erkennen, werden die von S\u00fcden her einwandernden Tigerm\u00fccken im Tessin und entlang der Nord-S\u00fcd-Verkehrsachsen \u00fcberwacht und bek\u00e4mpft.</p><p>4. Der Bundesrat hat im ersten Teil seiner Strategie zur Anpassung an den Klimawandel in der Schweiz vom 2. M\u00e4rz 2012 (<a href=\"http://www.bafu.admin.ch\">www.bafu.admin.ch</a> &gt; Themen &gt; Anpassung an den Klimawandel) die Ziele f\u00fcr die Anpassung auf Bundesebene formuliert, die gr\u00f6ssten Risiken und Herausforderungen beschrieben und Handlungsfelder f\u00fcr neun Sektoren, darunter auch die Gesundheitspolitik, identifiziert. Im zweiten Teil der Strategie vom 9. April 2014 wird im Rahmen eines Aktionsplans aufgezeigt, wie die Schweiz ihre Anpassungsziele erreichen und die Herausforderungen bew\u00e4ltigen will. Die Strategie des Bundesrates setzt den Rahmen f\u00fcr das koordinierte Vorgehen der Bundes\u00e4mter bei der Anpassung an den Klimawandel. Als Folge des Rekordsommers 2003 hat das Bundesamt f\u00fcr Gesundheit in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt f\u00fcr Umwelt Verhaltensempfehlungen und Informationen f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung erarbeitet und stellt diese jeden Sommer den Kantonen und weiteren betroffenen Akteuren wie z. B. Einrichtungen der Langzeitpflege zur Verf\u00fcgung (www.hitzewelle.ch). Zus\u00e4tzlich soll f\u00fcr kantonale Beh\u00f6rden ein Leitfaden f\u00fcr den Umgang und das Management der Auswirkungen von lang andauernden Hitzewellen erstellt werden, damit bei den relevanten Zielgruppen effektive Massnahmen ergriffen werden k\u00f6nnen. Die kantonalen Massnahmen sind heterogen und reichen von einfachen Verhaltensanweisungen bis zu Betreuungsmassnahmen. Insbesondere in der S\u00fcd- und Westschweiz wurden im Rahmen von Hitzepl\u00e4nen (z. B. Kanton Waadt) Betreuungsmassnahmen f\u00fcr verletzliche Personengruppen durch den Zivilschutz seit 2003 verst\u00e4rkt oder Fr\u00fchwarnsysteme eingef\u00fchrt (Kantone Tessin, Waadt, Neuenburg und Genf).</p><p>5. Die Deklaration von Parma (<a href=\"http://www.euro.who.int/__data/assets/pdf_file/0003/78609/E93618G.pdf\">http://www.euro.who.int/__data/assets/pdf_file/0003/78609/E93618G.pdf</a>) stand im Zeichen des Schutzes der Kinder in einer sich \u00e4ndernden Umwelt. Mit der Strategie und dem Aktionsplan zur Anpassung an den Klimawandel (vgl. Ziff. 4) hat der Bundesrat eine wichtige Massnahme ergriffen, um die in Ziffer 3a der Parma-Deklaration erw\u00e4hnten gesundheitlichen Folgen des Klimawandels zu reduzieren.</p><p>6. Dem Bundesrat sind keine Kostenfolgensch\u00e4tzungen der Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesundheit f\u00fcr die gesamte Schweiz bekannt. Die in den kantonalen Fallstudien (vgl. Ziff. 3) zum Zwecke des Vergleichs mit Risiken in anderen Auswirkungsbereichen vorgenommene Monetarisierung der gesundheitlichen Risiken zeigt, dass die finanziellen Auswirkungen der klimabedingten Gefahren f\u00fcr die Gesundheit vergleichsweise hoch ausfallen k\u00f6nnen. Im Rahmen der Nationalen Risikoanalyse f\u00fcr Katastrophen und Notlagen des Babs werden f\u00fcr ein mit dem Rekordsommer 2003 vergleichbares Hitzewellenszenario rund 550 Millionen Franken direkte Sch\u00e4den gesch\u00e4tzt und wird mit einer Reduktion der wirtschaftlichen Leistungsf\u00e4higkeit von rund 850 Millionen Franken gerechnet (<a href=\"http://www.babs.admin.ch\">www.babs.admin.ch</a> &gt; Weitere Aufgabenfelder &gt; Gef\u00e4hrdungen und Risiken &gt; Nationale Gef\u00e4hrdungsanalyse). Die mit Hitzewellen verbundenen Kosten umfassen vorzeitige Todesf\u00e4lle, eine erh\u00f6hte Anzahl Spitaleinweisungen und zus\u00e4tzlichen Pflegeaufwand, geringere Leistungsf\u00e4higkeit und damit Produktivit\u00e4tsverluste. Weiter kann die durch den Klimawandel verl\u00e4ngerte Vegetationsperiode viele Allergiker beeintr\u00e4chtigen. Dazu kommen die durch Infektionskrankheiten (infolge von Verunreinigungen von Lebensmitteln und Wasser, durch vermehrte \u00dcbertragung durch Zecken und andere) verursachten Kosten. Der Bundesrat geht davon aus, dass die Kosten f\u00fcr pr\u00e4ventive Anpassungsmassnahmen zur Minimierung dieser Risiken in Zukunft mit fortschreitendem Klimawandel stark zunehmen werden. Sie werden aber nur einen Bruchteil der erwarteten volkswirtschaftlichen Kosten der gesundheitlichen Auswirkungen des Klimawandels ohne diese Anpassungsmassnahmen betragen. </p>  Antwort des Bundesrates.","FederalCouncilProposal":8,"FederalCouncilProposalText":null,"FederalCouncilProposalDate":"\/Date(1472601600000)\/","SubmittedBy":"Quadranti Rosmarie","BusinessStatus":229,"BusinessStatusText":"Erledigt","BusinessStatusDate":"\/Date(1475193600000)\/","ResponsibleDepartment":4,"ResponsibleDepartmentName":"Departement des Innern","ResponsibleDepartmentAbbreviation":"EDI","IsLeadingDepartment":true,"Tags":"28|52|2841","Category":null,"Modified":"\/Date(1763106949930)\/","SubmissionDate":"\/Date(1466035200000)\/","SubmissionCouncil":1,"SubmissionCouncilName":"Nationalrat","SubmissionCouncilAbbreviation":"NR","SubmissionSession":5004,"SubmissionLegislativePeriod":50,"FirstCouncil1":1,"FirstCouncil1Name":"Nationalrat","FirstCouncil1Abbreviation":"NR","FirstCouncil2":null,"FirstCouncil2Name":null,"FirstCouncil2Abbreviation":null,"TagNames":"Soziale Fragen|Umwelt|Gesundheit"}}