{"d":{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20163839,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20163839,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Business"},"BusinessResponsibilities":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20163839,Language='DE')/BusinessResponsibilities"}},"RelatedBusinesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20163839,Language='DE')/RelatedBusinesses"}},"BusinessRoles":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20163839,Language='DE')/BusinessRoles"}},"Publications":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20163839,Language='DE')/Publications"}},"LegislativePeriods":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20163839,Language='DE')/LegislativePeriods"}},"Sessions":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20163839,Language='DE')/Sessions"}},"Preconsultations":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20163839,Language='DE')/Preconsultations"}},"Bills":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20163839,Language='DE')/Bills"}},"Councils":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20163839,Language='DE')/Councils"}},"BusinessTypes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20163839,Language='DE')/BusinessTypes"}},"Votes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20163839,Language='DE')/Votes"}},"SubjectsBusiness":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20163839,Language='DE')/SubjectsBusiness"}},"BusinessStates":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20163839,Language='DE')/BusinessStates"}},"Council":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20163839,Language='DE')/Council"}},"Transcripts":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20163839,Language='DE')/Transcripts"}},"ID":20163839,"Language":"DE","BusinessShortNumber":"16.3839","BusinessType":8,"BusinessTypeName":"Interpellation","BusinessTypeAbbreviation":"Ip.","Title":"Steigende Tierversuchszahlen an den Hochschulen. Wo bleibt die G\u00fcterabw\u00e4gung?","Description":null,"InitialSituation":null,"Proceedings":null,"DraftText":null,"SubmittedText":"<p>F\u00fcr Versuche wurden in der Schweiz 2015 682 333 Tiere verbraucht. Das sind 20,5 Prozent mehr als im Jahr 2000, dem Jahr mit dem bisher niedrigsten Stand an Tierversuchen seit 1983. W\u00e4hrend die Industrie immer weniger Tiere nutzt - seit 2009 ist ein R\u00fcckgang um 40 Prozent ausgewiesen -, stieg im gleichen Zeitraum der Tierverbrauch an den Hochschulen um 30 Prozent, vor allem im Bereich der Grundlagenforschung.</p><p>Ich frage den Bundesrat deshalb an:</p><p>1. Worauf f\u00fchrt er den zunehmenden Tierverbrauch und den starken Anstieg der belastenden Tierversuche in der Hochschulforschung zur\u00fcck?</p><p>2. Wie beurteilt er die Tatsache, dass trotz gesetzlicher Vorgaben f\u00fcr eine faire Abw\u00e4gung zwischen den menschlichen Interessen und den Leiden und Schmerzen der Versuchstiere sowie den vorgeschriebenen 3R-Massnahmen die G\u00fcterabw\u00e4gung der Forscher und Bewilligungsbeh\u00f6rden selbst in der Grundlagenforschung meist zugunsten der Forschungsprojekte ausf\u00e4llt? Sieht er hier Handlungsbedarf?</p><p>3. Welchen Beitrag leisten Bund und Hochschulen, damit mittel- und schwerbelastende Tierversuche entweder durch unproblematische Tierversuche oder Ersatzmethoden ersetzt werden k\u00f6nnen? Wo sind konkrete Ersatzmethoden in Sicht f\u00fcr die Grundlagenforschung?</p><p>4. Welche in der Grundlagenforschung angewendeten mittel- und schwerbelastenden Tierversuche beurteilt er gemessen am Nutzen als fragw\u00fcrdig?</p><p>Die Industrie reduzierte mittel- und schwerbelastende Versuche um 25 Prozent. In der Hochschulforschung nahmen hingegen Versuche mit mittleren Belastungen um 50 Prozent zu. Diese beunruhigende Entwicklung an Hochschulen wirft insbesondere hinsichtlich deren Grundlagenforschung und der gesetzlich vorgeschriebenen G\u00fcterabw\u00e4gung Fragen auf.</p><p>Denn aufgrund der seit 25 Jahren im Tierschutzgesetz festgelegten F\u00f6rderung der Entwicklung, Anerkennung und Anwendung von 3R-Methoden sowie der bereits bestehenden 3R-Technologien ist zu erwarten, dass die Anzahl verbrauchte Tiere und vor allem deren Belastungen markant h\u00e4tten sinken m\u00fcssen. Dieses gesetzlich angestrebte Ziel ist gem\u00e4ss eidgen\u00f6ssischer Tierversuchsstatistik klar verfehlt worden.</p><p>Tierversuche m\u00fcssten laut Gesetz durch \u00fcberwiegende Werte und Interessen begr\u00fcndet sein. Sind mittlere oder schwere Belastungen f\u00fcr die Tiere zu erwarten, m\u00fcsste der konkrete Nutzen daraus umso deutlicher sein. Gerade dies kann die Grundlagenforschung aber h\u00e4ufig nicht ausweisen.</p>","ReasonText":null,"DocumentationText":null,"MotionText":null,"FederalCouncilResponseText":"<p>1. Die Zunahme der Versuchstierzahlen und der Anstieg der belastenden Tierversuche in der Hochschulforschung sind auf die starke Entwicklung in den biomedizinischen Wissenschaften zur\u00fcckzuf\u00fchren. Die Anzahl Tierversuchsbewilligungen hat zwar zugenommen, die Anzahl der betroffenen Tiere pro Bewilligung hat aber abgenommen. Dies weist auf die gezieltere Verwendung der eingesetzten Versuchstiere hin.</p><p>2. Der G\u00fcterabw\u00e4gung geht die Beurteilung des unerl\u00e4sslichen Masses von belastenden Tierversuchen voraus. In der Tierschutzverordnung sind die entsprechenden Anforderungen definiert. Diese orientieren sich an den 3R-Prinzipien. Die Einhaltung des unerl\u00e4sslichen Masses ist eine der Bewilligungsvoraussetzungen. F\u00fcr Vorhaben, welche die Bewilligungsvoraussetzungen offensichtlich nicht erf\u00fcllen, werden schon gar keine Gesuche gestellt. Zudem gehen den Bewilligungsentscheiden h\u00e4ufig kritische Diskussionen zwischen den Gesuchstellenden und den Beh\u00f6rden voraus. Diese f\u00fchren zu Anpassungen der Gesuche und somit zur Verbesserung der Versuchsvorhaben. Im Bewilligungsverfahren werden somit nur noch gut abgest\u00fctzte Gesuche beurteilt, weshalb es selten zur Ablehnung von Forschungsprojekten kommt. </p><p>3. Das BLV und das SBFI haben dieses Jahr die Rektorenkonferenz Swissuniversities eingeladen, ein Konzept f\u00fcr ein nationales 3R-Kompetenzzentrum zu entwickeln. Das Kompetenzzentrum soll die Forschungskompetenzen b\u00fcndeln und allf\u00e4llige Forschungsl\u00fccken in Bezug auf 3R identifizieren. Dabei sollen die Methodenentwicklung in allen 3R-Bereichen, die \u00dcberf\u00fchrung von Projektergebnissen in einsatzreife Methoden und die Aus- und Weiterbildung gef\u00f6rdert werden.</p><p>Das BLV unterst\u00fctzt zudem die Stiftung Forschung 3R mit 365 000 Franken pro Jahr. Der Schweizerische Nationalfonds ber\u00fccksichtigt bei der Vergabe seiner Mittel ebenfalls die Einhaltung der 3R-Prinzipien als wichtiges Kriterium bei der Evaluation bez\u00fcglich Machbarkeit und Aktualit\u00e4t eines Projektes. Dies tr\u00e4gt dazu bei, die F\u00f6rderung methodisch ungen\u00fcgender bzw. veralteter oder wissenschaftlich wenig relevanter Projekte und der wiederholten Durchf\u00fchrung von Projekten auszuschliessen. Die Schweizer Universit\u00e4ten haben sich zudem in einem Grundsatzpapier verpflichtet, 3R zu f\u00f6rdern und einzufordern.</p><p>Beispiele f\u00fcr den Ersatz von Tierversuchen sind die Forschung mit rekombinanten Antik\u00f6rpern, f\u00fcr deren Produktion keine Tierversuche mehr n\u00f6tig sind, sowie die Verwendung von Stammzellen oder von Gewebeproben aus Biobanken. Zunehmend werden Tierversuche auch durch die Simulation von Analysen mit Computermodellen ersetzt. Auch die Metaanalysen, d. h. die Auswertungen und Quervergleiche von Ergebnissen in Publikationen zu einem bestimmten Thema, erm\u00f6glichen neue Erkenntnisse ohne Tierversuche. Zudem k\u00f6nnen Daten mit einem Mausklick von weltweit verf\u00fcgbaren Datenbanken, in denen die Ergebnisse zu grossen Analyseprojekten gesammelt werden, abgerufen werden.</p><p>4. Es kann einige Zeit dauern, bis der m\u00f6gliche Nutzen einzelner Tierversuche verwertbar wird. Unter Umst\u00e4nden ist das Zusammenf\u00fcgen von verschiedenen Forschungsergebnissen zu einem gr\u00f6sseren Bild n\u00f6tig. Erst der Versuch zeigt, ob der erhoffte Erkenntnisgewinn erbracht werden kann. Aufgrund der zahlreichen unbekannten Faktoren gestaltet sich die G\u00fcterabw\u00e4gung im Bewilligungsverfahren entsprechend anspruchsvoll. Inakzeptabel w\u00e4ren aber alle Tierversuche, die nicht nach den tierschutzrechtlichen Vorgaben und wissenschaftlichen Prinzipien sowie dem aktuellen Stand der Erkenntnisse durchgef\u00fchrt w\u00fcrden.</p>  Antwort des Bundesrates.","FederalCouncilProposal":8,"FederalCouncilProposalText":null,"FederalCouncilProposalDate":"\/Date(1479859200000)\/","SubmittedBy":"Graf Maya","BusinessStatus":229,"BusinessStatusText":"Erledigt","BusinessStatusDate":"\/Date(1538092800000)\/","ResponsibleDepartment":4,"ResponsibleDepartmentName":"Departement des Innern","ResponsibleDepartmentAbbreviation":"EDI","IsLeadingDepartment":true,"Tags":"32|36|52","Category":null,"Modified":"\/Date(1690519265813)\/","SubmissionDate":"\/Date(1475193600000)\/","SubmissionCouncil":1,"SubmissionCouncilName":"Nationalrat","SubmissionCouncilAbbreviation":"NR","SubmissionSession":5005,"SubmissionLegislativePeriod":50,"FirstCouncil1":1,"FirstCouncil1Name":"Nationalrat","FirstCouncil1Abbreviation":"NR","FirstCouncil2":null,"FirstCouncil2Name":null,"FirstCouncil2Abbreviation":null,"TagNames":"Bildung|Wissenschaft und Forschung|Umwelt"}}