{"d":{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20173409,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20173409,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Business"},"BusinessResponsibilities":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20173409,Language='DE')/BusinessResponsibilities"}},"RelatedBusinesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20173409,Language='DE')/RelatedBusinesses"}},"BusinessRoles":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20173409,Language='DE')/BusinessRoles"}},"Publications":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20173409,Language='DE')/Publications"}},"LegislativePeriods":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20173409,Language='DE')/LegislativePeriods"}},"Sessions":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20173409,Language='DE')/Sessions"}},"Preconsultations":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20173409,Language='DE')/Preconsultations"}},"Bills":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20173409,Language='DE')/Bills"}},"Councils":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20173409,Language='DE')/Councils"}},"BusinessTypes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20173409,Language='DE')/BusinessTypes"}},"Votes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20173409,Language='DE')/Votes"}},"SubjectsBusiness":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20173409,Language='DE')/SubjectsBusiness"}},"BusinessStates":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20173409,Language='DE')/BusinessStates"}},"Council":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20173409,Language='DE')/Council"}},"Transcripts":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20173409,Language='DE')/Transcripts"}},"ID":20173409,"Language":"DE","BusinessShortNumber":"17.3409","BusinessType":8,"BusinessTypeName":"Interpellation","BusinessTypeAbbreviation":"Ip.","Title":"Verbrauch von Antibiotika in der Humanmedizin","Description":null,"InitialSituation":null,"Proceedings":null,"DraftText":null,"SubmittedText":"<p>Der OECD-Bericht 2017 mit dem Titel \"Tackling Wasteful Spending on Health\" listet verschiedene Gesundheitsbereiche auf, in welchen es nachweislich zu unn\u00f6tigen Verschreibungen, Behandlungen und Kosten kommt. Laut Barmett et al. wurden in OECD-L\u00e4ndern im Schnitt 60 Prozent der viralen Erkrankungen mit Antibiotika behandelt. Vor allem in Spit\u00e4lern, Allgemeinpraxen und in der Langzeitpflege w\u00fcrden Antibiotika zu oft, zu lang und auch falsch eingesetzt, dies mit entsprechenden Krankheits-, Kosten- und Resistenzfolgen. Der Bericht best\u00e4tigt damit, was Next, eine Gruppe von Fachleuten, Apothekern und \u00c4rzten einer Schweizer Universit\u00e4tsklinik, bereits 2014 angemahnt hat, dies unter anderem auch im Zusammenhang mit dem Konsum antibiotikahaltiger rezeptfreier Mittel. In der Strategie Star sieht der Bundesrat:</p><p>1. unter 3.3.4 Massnahmen bei \u00fcberdurchschnittlich hohem Antibiotikaeinsatz vor, die Federf\u00fchrung liege beim Bund und bei den Kantonen zusammen mit den Verb\u00e4nden, den Krankenkassen und Hochschulen, sowie</p><p>2. in 3.3.1 Verschreibungsrichtlinien, Federf\u00fchrung f\u00fcr die Umsetzung bei den Fachgesellschaften.</p><p>Angesichts der steigenden Antibiotikaresistenzen wie auch der Gesundheitskosten wird der Bundesrat zur Beantwortung folgender Fragen gebeten: </p><p>a. Wie ist der Stand und wie der konkrete Zeitplan der Umsetzung dieser beiden Massnahmen?</p><p>b. Wie engagieren sich die Krankenkassen und wie die verschiedenen Kantone?</p><p>c. Wie kann eine \u00dcberwachung ohne Meldepflicht funktionieren, also wenn das Melden f\u00fcr die Spit\u00e4ler freiwillig bleibt (s. Star, S. 39)?</p><p>d. Wie viele und welche Kantone f\u00fchren Stewardship-Programme durch? Wie kann der Bund die Kantone in diesen Bem\u00fchungen unterst\u00fctzen? Die Erfahrungen anderer L\u00e4nder sind eindr\u00fccklich positiv (Frankreich minus 39 Prozent Verschreibungen).</p><p>e. Warum wird die Langzeitpflege, laut OECD-Bericht ein weiterer Hotspot, nicht in die \u00dcberwachung einbezogen? Oder was plant der Bund diesbez\u00fcglich?</p>","ReasonText":null,"DocumentationText":null,"MotionText":null,"FederalCouncilResponseText":"<p>a. Die Schweizerischen Fachgesellschaften f\u00fcr Infektiologie (SSI) und Mikrobiologie (SGM) sowie der Verein Swissnoso haben im Rahmen eines vom Bund finanziell unterst\u00fctzten Projektes die Federf\u00fchrung der Massnahme 3.3.1 \u00fcbernommen mit dem Ziel, nationale Richtlinien f\u00fcr die \u00c4rzteschaft und Spit\u00e4ler zu erarbeiten. Die Richtlinien werden etappenweise (alle sechs Monate bis Ende 2018) unter Einbindung weiterer betroffener medizinischer Fachgesellschaften f\u00fcr den station\u00e4ren und ambulanten Bereich erstellt. </p><p>Gem\u00e4ss Planung sollte eine erste Serie von Verschreibungsrichtlinien per Ende 2017 erarbeitet sein und auf einer geeigneten Plattform zur Verf\u00fcgung stehen. Mit dieser Massnahme erhofft sich der Bundesrat eine breitabgest\u00fctzte Verbesserung des Einsatzes von Antibiotika in der Humanmedizin. Es gilt die zuk\u00fcnftigen Erfahrungswerte aus der \u00dcberwachung (siehe Frage b) sowie der Umsetzung der Stewardship-Programme (siehe Frage d) abzuwarten, bevor weitere, allenfalls restriktivere Schritte unternommen werden, wie die unter 3.3.4 vorgesehene Massnahme zur Reduktion \u00fcberdurchschnittlich hohen Antibiotikaeinsatzes.</p><p>b. Der Bundesrat hat Kenntnis davon, dass einzelne Krankenversicherer in Zusammenarbeit mit Universit\u00e4ten begonnen haben, Abrechnungsdaten hinsichtlich der Antibiotikaverschreibungen auszuwerten. Ein im Rahmen des Nationalen Forschungsprogrammes Antimikrobielle Resistenz (NFP 72) bewilligtes Projekt beruht auf einer derartigen Zusammenarbeit und untersucht die Verschreibungspraktik bei Grundversorgern (Prof. Heiner C. Bucher). Im Rahmen der Pr\u00fcfung der Leistungspflicht nach dem Bundesgesetz \u00fcber die Krankenversicherung (KVG; SR 832.10) kontrollieren die Krankenversicherer, ob die durchgef\u00fchrten Behandlungen die erforderlichen Kriterien der Wirksamkeit, Zweckm\u00e4ssigkeit und Wirtschaftlichkeit erf\u00fcllen. F\u00fcr Antibiotikaverschreibungen, die diese Kriterien nicht erf\u00fcllen, wird die Kosten\u00fcbernahme abgelehnt. Die Kantone ihrerseits sind eng in die Strategieumsetzung eingebunden, beispielsweise durch das neugeschaffene Koordinationsorgan Epidemiengesetz von Bund und Kantonen. </p><p>c. Das bestehende \u00dcberwachungssystem beinhaltet sowohl freiwillige als auch obligatorische Meldungen:</p><p>1. Antibiotikaresistenzen und der Antibiotikaverbrauch werden von einer f\u00fcr die Schweiz repr\u00e4sentativen Anzahl von freiwillig meldenden Spit\u00e4lern und Laboratorien an das Schweizerische Zentrum f\u00fcr Antibiotikaresistenzen (Anresis.ch) signalisiert. Anresis.ch wird sukzessive auf zus\u00e4tzliche Meldeeinheiten ausgedehnt. Die Einf\u00fchrung eines Obligatoriums zum jetzigen Zeitpunkt w\u00fcrde die Kapazit\u00e4ten von Anresis.ch \u00fcbersteigen.</p><p>2. Anresis.ch stehen zudem die j\u00e4hrlichen Antibiotikaverkaufszahlen zur Verf\u00fcgung.</p><p>3. F\u00fcr eine spezifische Gruppe von resistenzbildenden Bakterien (Carbapenemase-bildende Enterobakterien) besteht seit Januar 2016 eine Meldepflicht.</p><p>d. Erste Resultate einer von Swissnoso durchgef\u00fchrten Umfrage zeigen, dass in rund einem Drittel aller Spit\u00e4ler bereits Stewardship-Programme bestehen. Rund 80 Prozent aller Spit\u00e4ler verf\u00fcgen zumindest \u00fcber interne Empfehlungen zu Antibiotikabehandlungen. Im Rahmen des in der Antwort auf Frage a erw\u00e4hnten Projektes werden bis Mitte 2019 detaillierte Anforderungen an Programme zum sachgem\u00e4ssen Umgang mit Antibiotika formuliert. Mit der Erarbeitung nationaler Richtlinien zu Stewardship-Programmen wird den Spit\u00e4lern zuk\u00fcnftig eine Grundlage zur Verf\u00fcgung stehen, um spitalintern ein System zur \u00dcberwachung und Optimierung des Antibiotikagebrauchs zu etablieren. Der Bund f\u00fchrt keine Zusammenstellung der bestehenden oder geplanten Stewardship-Programme.</p><p>e. Resistenzdaten in Pflegeheimen werden ebenfalls durch Anresis.ch erfasst. Die Erfassung ist allerdings unvollst\u00e4ndig, da die Meldungen der teilweise externen Betreuungs\u00e4rzte nicht einem Pflegeheim zugeordnet werden k\u00f6nnen. Eine erste Studie zur Resistenzlage in Institutionen der Langzeitpflege ist seit Mitte 2017 angelaufen und sollte im Fr\u00fchjahr 2018 erste Resultate liefern. Der Antibiotikaverbrauch in der Langzeitpflege wird bisher nicht separat erfasst. </p>  Antwort des Bundesrates.","FederalCouncilProposal":8,"FederalCouncilProposalText":null,"FederalCouncilProposalDate":"\/Date(1503446400000)\/","SubmittedBy":"Heim Bea","BusinessStatus":229,"BusinessStatusText":"Erledigt","BusinessStatusDate":"\/Date(1506643200000)\/","ResponsibleDepartment":4,"ResponsibleDepartmentName":"Departement des Innern","ResponsibleDepartmentAbbreviation":"EDI","IsLeadingDepartment":true,"Tags":"2841","Category":null,"Modified":"\/Date(1690518424273)\/","SubmissionDate":"\/Date(1496880000000)\/","SubmissionCouncil":1,"SubmissionCouncilName":"Nationalrat","SubmissionCouncilAbbreviation":"NR","SubmissionSession":5009,"SubmissionLegislativePeriod":50,"FirstCouncil1":1,"FirstCouncil1Name":"Nationalrat","FirstCouncil1Abbreviation":"NR","FirstCouncil2":null,"FirstCouncil2Name":null,"FirstCouncil2Abbreviation":null,"TagNames":"Gesundheit"}}