{"d":{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20173545,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20173545,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Business"},"BusinessResponsibilities":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20173545,Language='DE')/BusinessResponsibilities"}},"RelatedBusinesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20173545,Language='DE')/RelatedBusinesses"}},"BusinessRoles":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20173545,Language='DE')/BusinessRoles"}},"Publications":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20173545,Language='DE')/Publications"}},"LegislativePeriods":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20173545,Language='DE')/LegislativePeriods"}},"Sessions":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20173545,Language='DE')/Sessions"}},"Preconsultations":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20173545,Language='DE')/Preconsultations"}},"Bills":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20173545,Language='DE')/Bills"}},"Councils":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20173545,Language='DE')/Councils"}},"BusinessTypes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20173545,Language='DE')/BusinessTypes"}},"Votes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20173545,Language='DE')/Votes"}},"SubjectsBusiness":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20173545,Language='DE')/SubjectsBusiness"}},"BusinessStates":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20173545,Language='DE')/BusinessStates"}},"Council":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20173545,Language='DE')/Council"}},"Transcripts":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20173545,Language='DE')/Transcripts"}},"ID":20173545,"Language":"DE","BusinessShortNumber":"17.3545","BusinessType":8,"BusinessTypeName":"Interpellation","BusinessTypeAbbreviation":"Ip.","Title":"Handlungsbedarf bei Tierversuchen. F\u00f6rderung des 3R-Prinzips durch den Schweizerischen Nationalfonds","Description":null,"InitialSituation":null,"Proceedings":null,"DraftText":null,"SubmittedText":"<p>In der Schweiz besteht bei Tierversuchen und 3R-Methoden (replace, reduce, refine) ein hoher Handlungsbedarf. Seit mehr als zwei Jahrzehnten ist im Tierschutzgesetz, Artikel\u00a022 Absatz\u00a02, die Entwicklung, Anerkennung und Anwendung von 3R-Methoden durch den Staat verankert. Leider ist diesbez\u00fcglich bis heute sehr wenig geschehen. In der Vergangenheit hat der Schweizerische Nationalfonds (SNF) h\u00e4ufig 3R-Projekte abgelehnt, obwohl die wissenschaftlichen Grundlagen in diesem Bereich vielfach fehlen. Forschende sind nicht mehr motiviert, 3R-Projekte beim SNF oder in nationalen Forschungsprogrammen einzugeben. Im Jahr 2016 f\u00f6rderte der SNF mit rund 130 Millionen Schweizerfranken insgesamt 236 Projekte in den Bereichen biologische und medizinische Grundlagenwissenschaften sowie in experimenteller Medizin. In diesen Bereichen werden die meisten Tierversuche durchgef\u00fchrt. Leider besteht aber keine Transparenz \u00fcber Tierversuchsprojekte und 3R-Projekte.</p><p>F\u00fcr das Jahr 2018 ist nun das 3R-Kompetenzzentrum geplant. Das ist eine erfreuliche Entwicklung. Die finanziellen Mittel des Kompetenzzentrums sind aber knapp bemessen und reichen nicht aus, um den grossen Nachholbedarf bei der Grundlagenforschung sowie bei der Entwicklung von 3R-Methoden zu \u00fcbernehmen. Um dem gesetzlichen Auftrag gerecht zu werden, m\u00fcssen zuk\u00fcnftig mehr Forschungsgelder des SNF in die 3R-Forschung fliessen.</p><p>1. Wie wurden der Bundesrat und der SNF, nebst der Unterst\u00fctzung der Stiftung 3R, ihrem Auftrag gerecht, die Entwicklung, Anerkennung und Anwendung von 3R-Methoden durch den Staat zu f\u00f6rdern?</p><p>2. Wie viel SNF-Forschungsgelder flossen in den letzten Jahren in 3R-Forschungsprojekte bzw. Projekte mit Tierversuchen? Wie viel Projekte wurden unterst\u00fctzt? Den \u00f6ffentlich zug\u00e4nglichen Informationen sind diese Zahlen nicht zu entnehmen. Ist der SNF bereit, 3R-Projekte und Projekte mit Tierversuchen transparent auszuweisen?</p><p>3. Warum wurden in den letzten Jahren viele 3R-Forschungsprojekte vom SNF abgelehnt? Fallen 3R-Projekte nicht in das F\u00f6rderkonzept des SNF - oder geh\u00f6ren sie nicht zu den SNF-F\u00f6rderbereichen?</p><p>4. Teilt er die Meinung, dass bez\u00fcglich 3R-Forschung ein Nachholbedarf besteht und dass diese Aufgabe nicht allein durch das 3R-Kompetenzzentrum erf\u00fcllt werden kann?</p><p>5. Welche nationalen Forschungsgelder k\u00f6nnten durch 3R-Projekte abgeholt werden, abgesehen von den SNF-Geldern?</p>","ReasonText":null,"DocumentationText":null,"MotionText":null,"FederalCouncilResponseText":"<p>Das Schweizer Tierschutzgesetz (SR 455) verpflichtet Forschende, Tierversuche auf das unerl\u00e4ssliche Mass zu beschr\u00e4nken und kein Tier unn\u00f6tig leiden zu lassen. Als Forschungsf\u00f6rderungsorgan des Bundes beurteilt der Schweizerische Nationalfonds (SNF) die wissenschaftliche Qualit\u00e4t eines Projektes in Ber\u00fccksichtigung der gesetzlichen Rahmenbedingungen f\u00fcr Tierversuche.</p><p>Vor diesem Hintergrund lassen sich die Fragen wie folgt beantworten:</p><p>1. Der verantwortungsbewusste und schonende Umgang mit Versuchstieren unter Anwendung der 3R-Prinzipien steht im Zentrum der obligatorischen Aus- und Weiterbildung des Fachpersonals f\u00fcr Tierversuche. Diese Anforderungen sind in der Verordnung des EDI \u00fcber Ausbildungen in der Tierhaltung und im Umgang mit Tieren (SR 455.109.1) festgelegt. Nur Personen, die eine entsprechende Schulung nachweisen k\u00f6nnen, sind berechtigt, Tierversuche durchzuf\u00fchren oder zu leiten. Zudem f\u00fchrt das Bundesamt f\u00fcr Lebensmittelsicherheit und Veterin\u00e4rwesen (BLV) j\u00e4hrlich eine Tagung mit einem 3R-relevanten Schwerpunkt f\u00fcr die kantonalen Fachexpertinnen und Fachexperten, die Mitglieder der kantonalen Tierversuchskommissionen sowie die Tierschutzbeauftragten (Animal Welfare Officer, AWO) von Unternehmen und Hochschulen durch. Des Weiteren ist geplant, die Tierschutzverordnung dahingehend anzupassen, dass jedes Institut oder Laboratorium, das Tierversuche durchf\u00fchrt, einen AWO bezeichnen muss (voraussichtliches Inkrafttreten der Revision: Anfang 2018). Auf der Basis des vom Bundesrat im Jahr 2015 verabschiedeten Berichtes zum Postulat 12.3660, \"Zukunft der Stiftung Forschung 3R und Alternativmethoden f\u00fcr Tierversuche\", wurden bereits Massnahmen eingeleitet (vgl. Antwort auf die Interpellation 16.4121, \"Alternativen zu Tierversuchen w\u00e4hrend der Ausbildung besser ber\u00fccksichtigen\"). Der SNF seinerseits f\u00f6rdert den 3R-Ansatz insbesondere durch seine hohen Qualit\u00e4tsanforderungen an die Forschungsprojekte. Die Projekte m\u00fcssen dem \"state of the art\" entsprechen und damit auch die 3R-Prinzipien erf\u00fcllen. Zum Beispiel darf in der Versuchsplanung die Zahl der Tiere weder unn\u00f6tig erh\u00f6ht werden (\"reduce\") noch die Versuchsanordnung unverh\u00e4ltnism\u00e4ssig belastend sein (\"refine\"). Zudem f\u00f6rdert der SNF viele Projekte mit Zellkulturen (\"replace\"), ohne dass diese ausdr\u00fccklich als 3R-Projekte ausgewiesen werden.</p><p>2. S\u00e4mtliche in der Schweiz durchgef\u00fchrten Tierversuche sind in der Statistik des BLV aufgef\u00fchrt. Der SNF informiert auf Anfrage jederzeit \u00fcber die Tierversuche in den von ihm gef\u00f6rderten Forschungsprojekten. Da viele Projekte mit Tierversuchen parallel auch wichtige 3R-Ans\u00e4tze verfolgen, ist eine klare Trennung in 3R-Projekte und Tierversuchsprojekte nicht m\u00f6glich. Aus diesen Mischformen lassen sich keine aussagekr\u00e4ftigen Statistiken erstellen.</p><p>Um solche Daten bez\u00fcglich Anwendung des 3R-Ansatzes systematisch ausweisen zu k\u00f6nnen, f\u00fchrt der SNF per 1. April 2018 eine Selbstdeklaration der Forschenden bez\u00fcglich der 3R-Relevanz ihrer Projekte ein. Dadurch wird er die Forschenden zus\u00e4tzlich nochmals f\u00fcr die Umsetzung der 3R-Prinzipien sensibilisieren.</p><p>3. Der SNF evaluiert 3R-relevante Forschungsprojekte nach den gleichen Regeln wie alle anderen Projektgesuche. Wenn sie den Ausschreibungsbedingungen entsprechen und sich in der kompetitiven Beurteilung durchsetzen, werden sie gef\u00f6rdert, sofern die kantonalen Bewilligungen vorliegen. Die Erfolgsquote von Projektgesuchen in der Abteilung Biologie und Medizin, wo 3R-relevante Projekte eingereicht werden, betr\u00e4gt rund 45 Prozent. Die Projektf\u00f6rderung fokussiert gem\u00e4ss Reglement des SNF hypothesengeleitete Forschungsfragen. Projekte, die sich ausschliesslich mit der Methodenentwicklung - darunter auch 3R-Projekte - befassen, k\u00f6nnen in der Regel nicht \u00fcber den SNF gef\u00f6rdert werden.</p><p>4. Der Bundesrat hat in seinem Bericht zum Postulat 12.3660, \"Zukunft der Stiftung Forschung 3R und Alternativmethoden f\u00fcr Tierversuche\", vom 1. Juli 2015 zur St\u00e4rkung der 3R-Kompetenzen verschiedene Handlungsfelder benannt: Aus- und Weiterbildung, systematische Erfassung von 3R-relevanten Informationen und St\u00e4rkung der entsprechenden Forschungskompetenzen mittels Schaffung eines 3R-Zentrums und Initiierung der Methodenforschung. F\u00fcr alle Handlungsfelder sind entsprechende Massnahmen geplant bzw. umgesetzt.</p><p>5. Neben der generellen F\u00f6rderung durch den SNF hat die Stiftung Forschung 3R seit 1987 Forschung im Bereich 3R (auch im Bereich der Entwicklung und Validierung von Methoden) unterst\u00fctzt. Die zur H\u00e4lfte vom Bund getragene Stiftung hat zwischen 1987 und 2014 insgesamt 142 Projekte mit einem Betrag von 19 Millionen Franken finanziert. Die finanziellen Mittel, mit welchen der Bund bisher die Stiftung 3R unterst\u00fctzte, sollen in Zukunft dem geplanten 3R-Kompetenzzentrum zur Verf\u00fcgung gestellt werden. Damit sollen Wissensl\u00fccken im 3R-Bereich aufgedeckt und Forschungsprojekte, namentlich methodische Weiterentwicklungen, angestossen werden.</p>  Antwort des Bundesrates.","FederalCouncilProposal":8,"FederalCouncilProposalText":null,"FederalCouncilProposalDate":"\/Date(1503446400000)\/","SubmittedBy":"Munz Martina","BusinessStatus":229,"BusinessStatusText":"Erledigt","BusinessStatusDate":"\/Date(1561075200000)\/","ResponsibleDepartment":8,"ResponsibleDepartmentName":"Departement f\u00fcr Wirtschaft, Bildung und Forschung","ResponsibleDepartmentAbbreviation":"WBF","IsLeadingDepartment":true,"Tags":"36|52","Category":null,"Modified":"\/Date(1690519120067)\/","SubmissionDate":"\/Date(1497484800000)\/","SubmissionCouncil":1,"SubmissionCouncilName":"Nationalrat","SubmissionCouncilAbbreviation":"NR","SubmissionSession":5009,"SubmissionLegislativePeriod":50,"FirstCouncil1":1,"FirstCouncil1Name":"Nationalrat","FirstCouncil1Abbreviation":"NR","FirstCouncil2":null,"FirstCouncil2Name":null,"FirstCouncil2Abbreviation":null,"TagNames":"Wissenschaft und Forschung|Umwelt"}}