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Der Bundesrat wird gebeten, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Konnte bei fr\u00fcheren Massnahmen im Bereich der Bundespersonalkosten (z. B. Streichung von Privilegien, Null-Lohnrunden usw.) beobachtet werden, dass es K\u00fcndigungswellen gab oder dass signifikant weniger oder qualitativ schlechtere Stellenbewerbungen eingingen? Wenn ja, kann er das mit Zahlen belegen?</p><p>2. Wie beurteilt er die Wichtigkeit von Soft-Faktoren f\u00fcr die Attraktivit\u00e4t des Bundes als Arbeitgeber, wie z. B. die Sicherheit des Arbeitsplatzes, das Angebot an sportlichen Aktivit\u00e4ten, betrieblicher Gesundheitsf\u00f6rderung, Sprachkursen, Weiterbildungsm\u00f6glichkeiten, Karrierechancen, interessante und meist auch politische Arbeitsinhalte, gute Netzwerkm\u00f6glichkeiten, das Image des Arbeitgebers, individuelle oder flexible Arbeits- und Arbeitszeitmodelle?</p><p>3. Wie beurteilt er das Gesamtpaket an Sozialleistungen des Bundes, wie etwa Vaterschaftsurlaub, Ferienanspr\u00fcche, Kinderbetreuung, Taggeld- und Unfallversicherung, oder PK-Leistungen im Vergleich zur KMU-Wirtschaft der Schweiz, Fr\u00fchpensionierungen, Abfindungen, Zuschl\u00e4ge usw.?</p><p>4. Heute wird im Start-up-Bereich, aber auch bei grossen innovativen Firmen der Sinn der Arbeit immer wichtiger. Viele junge Menschen gr\u00fcnden Unternehmen oder suchen Stellen, wo sie Sinn in der Arbeit sehen. Sind das heute nicht die viel wichtigeren Faktoren f\u00fcr die Attraktivit\u00e4t eines Arbeitgebers?</p><p>5. In Anbetracht dieser Faktoren bitte ich ihn um eine Gesamtbeurteilung der Attraktivit\u00e4t des Bundes als Arbeitgeber im Vergleich zur KMU- und Start-up-Wirtschaft der Schweiz.</p><p>6. Er wird zudem gebeten, das Bundespersonalwachstum und die entsprechenden Personalkosten der letzten 20 Jahre quantitativ den Entwicklungen der Bev\u00f6lkerungszahl, der Anzahl Firmen, des BIP sowie des BIP pro Kopf gegen\u00fcberzustellen?</p><p>7. Wie beurteilt er aus staatspolitischer Perspektive den Umstand, dass ein Vergleich mit der Privatwirtschaft in Bezug auf die Attraktivit\u00e4t als Arbeitgeber eigentlich nur teilweise relevant ist, da die Arbeitsbedingungen in der Privatwirtschaft durch Einnahmen auf dem freien Markt gew\u00e4hrleistet werden m\u00fcssen, beim Staat hingegen auf kollektiv und zwangsweise entrichteten Steuern und Abgaben beruhen?</p>","ReasonText":null,"DocumentationText":null,"MotionText":null,"FederalCouncilResponseText":"<p>Der Arbeitsmarkt wird \u00fcber die n\u00e4chsten Jahre vom Fachkr\u00e4ftemangel, von der technologischen Entwicklung, der Individualisierung, dem Wertepluralismus, der digitalen Arbeitsweise und der Globalisierung der Wirtschaft gepr\u00e4gt. Der Spardruck auf die \u00f6ffentliche Hand und die Erwartungen an die Bundesverwaltung als vorbildliche Arbeitgeberin sind hoch und d\u00fcrften weiter steigen.</p><p>Insbesondere die zunehmende Individualisierung wirkt sich auf die Loyalit\u00e4t und Leistungsbereitschaft der Mitarbeitenden aus. Die weichen Faktoren haben an Bedeutung gewonnen und \u00fcberstrahlen die traditionellen Einflussgr\u00f6ssen Verg\u00fctung und Karrierem\u00f6glichkeiten. Dies gilt vor allem dann, wenn Letztere von den Mitarbeitenden als marktkonform eingesch\u00e4tzt werden.</p><p>Das kompetitive Marktumfeld konditioniert die verschiedenen Faktoren dahingehend, dass Verschlechterungen in einem Bereich Verbesserungen in anderen Bereichen bedingen. Geschieht dies nicht, wechseln gut qualifizierte Arbeitskr\u00e4fte rasch die Stelle. Dies ist aufgrund des Fachkr\u00e4ftemangels problemlos m\u00f6glich. Und die abnehmende Loyalit\u00e4t zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer verst\u00e4rkt diesen Trend. Da spielen selbst die mit einem Arbeitgeberwechsel verbundenen Unw\u00e4gbarkeiten und eine allenfalls geringere Arbeitsplatzsicherheit nur eine untergeordnete Rolle.</p><p>Der Bundesrat verf\u00fcgt \u00fcber keine Daten bez\u00fcglich der Ver\u00e4nderung der Qualit\u00e4t der Stellenbewerbungen nach Anpassungen der Anstellungsbedingungen oder darauf gr\u00fcndender Ausschl\u00e4ge der Fluktuationsrate.</p><p>Ein genereller Zusammenhang zwischen der Entwicklung des Bundespersonalwachstums beziehungsweise der Personalkosten und der Bev\u00f6lkerungs-, Firmen- und BIP-Entwicklung existiert nicht. Wohl aber beeinflussen diese Faktoren die Entwicklung des Personalbestandes in einzelnen Verwaltungseinheiten.</p><p>Aufgrund ihrer Aufgabenstellung, Heterogenit\u00e4t, Gr\u00f6sse, Komplexit\u00e4t und Breitenwirkung vergleicht sich die Bundesverwaltung prim\u00e4r mit gr\u00f6sseren Unternehmen, kantonalen Verwaltungen und bundesnahen Unternehmen. Ein Vergleich mit KMU oder Start-up-Unternehmen ist nicht sachgerecht.</p><p>Was schliesslich die angesprochene Relativierung des Vergleichs der \u00f6ffentlichen Verwaltung mit der Privatwirtschaft anbelangt, so ist festzuhalten, dass der Bund seine Mitarbeitenden ebenso wie private Firmen auf dem \u00f6ffentlichen Arbeitsmarkt rekrutieren muss. Damit steht er zwangsweise in Konkurrenz mit der Privatwirtschaft, unabh\u00e4ngig davon, ob die Entl\u00f6hnung durch Steuergelder oder durch privat erwirtschaftetes Kapital erfolgt.</p>  Antwort des Bundesrates.","FederalCouncilProposal":8,"FederalCouncilProposalText":null,"FederalCouncilProposalDate":"\/Date(1519171200000)\/","SubmittedBy":"Burgherr Thomas","BusinessStatus":229,"BusinessStatusText":"Erledigt","BusinessStatusDate":"\/Date(1521158400000)\/","ResponsibleDepartment":7,"ResponsibleDepartmentName":"Finanzdepartement","ResponsibleDepartmentAbbreviation":"EFD","IsLeadingDepartment":true,"Tags":"4|15|44","Category":null,"Modified":"\/Date(1690516751723)\/","SubmissionDate":"\/Date(1513296000000)\/","SubmissionCouncil":1,"SubmissionCouncilName":"Nationalrat","SubmissionCouncilAbbreviation":"NR","SubmissionSession":5011,"SubmissionLegislativePeriod":50,"FirstCouncil1":1,"FirstCouncil1Name":"Nationalrat","FirstCouncil1Abbreviation":"NR","FirstCouncil2":null,"FirstCouncil2Name":null,"FirstCouncil2Abbreviation":null,"TagNames":"Staatspolitik|Wirtschaft|Besch\u00e4ftigung und Arbeit"}}