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Aber wie und wo entwickeln wir unsere visuelle Kompetenz?</p><p>40 Prozent der Jungen und 50 Prozent der M\u00e4dchen zwischen 11 und 15 Jahren sind mit ihrer \u00e4usseren Erscheinung und ihren Leistungen nicht zufrieden. Dies geht aus den \"Health Behaviour in School-aged Children\"-Studien der Weltgesundheitsorganisation aus dem Jahr 2010 hervor. Ein Problem, das sich in sp\u00e4teren Studien noch versch\u00e4rft.</p><p>Die Wissenschaft belegt, dass eine solide Ausbildung im Umgang mit Medien als eine Art Schutzschild fungiert und das Selbstwertgef\u00fchl st\u00e4rkt (Gesundheitsf\u00f6rderung Schweiz, 2014). </p><p>Eine zunehmende Anzahl sehr junger Kinder verbringt mehrere Stunden pro Tag vor einem Bildschirm, der zu ihrem Spielgef\u00e4hrten wird. Das hat zur Folge, dass sie Bildern und Stereotypen ausgesetzt sind, vor denen sie sich nicht selbst sch\u00fctzen k\u00f6nnen, da sie noch kein kritisches Auge entwickelt haben.</p><p>Im heutigen digitalen und visuellen Zeitalter:</p><p>- verbringen Kinder und Jugendliche 900 Stunden pro Jahr vor einem Bildschirm in der Schule und 1200 Stunden in ihrer Freizeit (Fernseher, Internet, Videospiele, Smartphones);</p><p>- werden Kinder und Jugendliche regelrecht von Stereotypen und unerreichbaren Vorbildern, die nur selten infrage gestellt werden, \u00fcberflutet; und</p><p>- verschlechtert sich das Selbstwertgef\u00fchl von Kindern und Jugendlichen zunehmend. - Und wir sind in Sachen visueller Medien immer noch Analphabeten.</p><p>Die Thematik der Frauen-M\u00e4nner-Stereotype hat nat\u00fcrlich einen Zusammenhang zum Problem der sexuellen Bel\u00e4stigung und kann generell auch mit der Gewalt gegen Frauen in Verbindung gebracht werden. Schulen reagieren unkoordiniert und ungen\u00fcgend auf dieses Problem.</p><p>Der Westschweizer Lehrplan ist zwar durchaus hilfreich, sieht aber nur ganz wenige Stunden f\u00fcr die Ausbildung im Umgang mit Bildmedien vor. Die Kantone sind untereinander auch wenig koordiniert, wenn es um die Umsetzung von Massnahmen geht. Einige haben am Schulanfang beispielsweise entschieden, Mobiltelefone an den Schulen zu verbieten, andere wiederum haben entschieden, diese zu thematisieren usw.</p><p>Der Bundesrat wird aufgefordert, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Ist der Bundesrat auch der Meinung, dass die Ausbildung im Umgang mit Bildmedien ernster genommen und systematische Programme zu diesem Thema ins Leben gerufen werden sollten?</p><p>2. Ist der Bundesrat bereit:</p><p>- die Koordination zwischen den Kantonen anzuregen;</p><p>- die Zusammenarbeit mit Sachverst\u00e4ndigen (Museen, Stiftungen) zu f\u00f6rdern;</p><p>- die Angebote f\u00fcr Eltern zu erweitern; und</p><p>- Programme wie \"Jugend und Medien\", \"Educa\" und \"Education 21\" besser zu vernetzen?</p>","ReasonText":null,"DocumentationText":null,"MotionText":null,"FederalCouncilResponseText":"<p>Die Allgegenwart des Visuellen, die wir den neuen Technologien zu verdanken haben, ist eine Tatsache unserer modernen Gesellschaft; sie wirkt sich insbesondere auf die Welt der Jugendlichen und die Welt der Bildung sp\u00fcrbar aus. Vor diesem Hintergrund erachtet der Bundesrat die Medienbildung und die Entwicklung von kreativem und kritischem Denken als unerl\u00e4sslich. Die Vermittlung entsprechender Kompetenzen und die Schaffung von Ausbildungsangeboten sind somit von zentraler Bedeutung.</p><p>Auf allen Ebenen des Bildungssystems werden die Auswirkungen der Digitalisierung intensiv diskutiert, Strategien entwickelt und Massnahmen geplant oder bereits umgesetzt. Auf der interkantonalen Ebene hat die Plenarversammlung der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) am 21. Juni 2018 ihre Strategie f\u00fcr den Umgang mit Wandel durch Digitalisierung im Bildungswesen verabschiedet. Gest\u00fctzt darauf soll 2019 eine Massnahmenplanung beschlossen werden. Aufseiten des Bundes hat der Bundesrat am 5. Juli 2017 im Rahmen der Arbeiten zur Strategie Digitale Schweiz den vom Eidgen\u00f6ssischen Departement f\u00fcr Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) erarbeiteten \"Aktionsplan Digitalisierung im BFI-Bereich in den Jahren 2019 und 2020\" zur Kenntnis genommen und das WBF mit der Umsetzung beauftragt.</p><p>Vor diesem Hintergrund beantwortet der Bundesrat die gestellten Fragen wie folgt:</p><p>1. Die obligatorische Schule f\u00e4llt in die Zust\u00e4ndigkeit der Kantone. Somit liegt es an den kantonalen Beh\u00f6rden und den Gemeinden, daf\u00fcr zu sorgen, dass alle Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler sowie die Lehrpersonen grundlegende digitale Kompetenzen erwerben, f\u00fcr die Risiken im Zusammenhang mit \u00fcberm\u00e4ssiger Bildschirmzeit sensibilisiert werden und in der Lage sind, digitale Medien und Informatik-Tools zu verstehen und korrekt einzusetzen wie auch die dadurch vermittelten Stereotype zu hinterfragen. In den sprachregionalen Lehrpl\u00e4nen sind diese Schl\u00fcsselkompetenzen bereits ber\u00fccksichtigt.</p><p>2. Der Bundesrat erachtet die von Bund und Kantonen eingeleiteten strategischen Prozesse und Massnahmen als zielf\u00fchrend.</p><p>Die nationale Plattform \"Jugend und Medien\" ist ein gutes Beispiel. Um den Austausch mit dem schulischen Bereich zu f\u00f6rdern, geh\u00f6ren ihr auch Vertreterinnen und Vertreter der EDK und der Conf\u00e9rence intercantonale de l'instruction publique de la Suisse romande et du Tessin (CIIP) an. Die Plattform steht zudem im regelm\u00e4ssigen Kontakt mit educa.ch und Education 21. Der Bund sieht diesbez\u00fcglich also keinen Handlungsbedarf.</p>  Antwort des Bundesrates.","FederalCouncilProposal":8,"FederalCouncilProposalText":null,"FederalCouncilProposalDate":"\/Date(1542153600000)\/","SubmittedBy":"Fehlmann Rielle Laurence","BusinessStatus":229,"BusinessStatusText":"Erledigt","BusinessStatusDate":"\/Date(1544745600000)\/","ResponsibleDepartment":8,"ResponsibleDepartmentName":"Departement f\u00fcr Wirtschaft, Bildung und Forschung","ResponsibleDepartmentAbbreviation":"WBF","IsLeadingDepartment":true,"Tags":"28|34","Category":null,"Modified":"\/Date(1690515039137)\/","SubmissionDate":"\/Date(1537401600000)\/","SubmissionCouncil":1,"SubmissionCouncilName":"Nationalrat","SubmissionCouncilAbbreviation":"NR","SubmissionSession":5014,"SubmissionLegislativePeriod":50,"FirstCouncil1":1,"FirstCouncil1Name":"Nationalrat","FirstCouncil1Abbreviation":"NR","FirstCouncil2":null,"FirstCouncil2Name":null,"FirstCouncil2Abbreviation":null,"TagNames":"Soziale Fragen|Medien und Kommunikation"}}