{"d":{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20184315,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20184315,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Business"},"BusinessResponsibilities":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20184315,Language='DE')/BusinessResponsibilities"}},"RelatedBusinesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20184315,Language='DE')/RelatedBusinesses"}},"BusinessRoles":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20184315,Language='DE')/BusinessRoles"}},"Publications":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20184315,Language='DE')/Publications"}},"LegislativePeriods":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20184315,Language='DE')/LegislativePeriods"}},"Sessions":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20184315,Language='DE')/Sessions"}},"Preconsultations":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20184315,Language='DE')/Preconsultations"}},"Bills":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20184315,Language='DE')/Bills"}},"Councils":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20184315,Language='DE')/Councils"}},"BusinessTypes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20184315,Language='DE')/BusinessTypes"}},"Votes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20184315,Language='DE')/Votes"}},"SubjectsBusiness":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20184315,Language='DE')/SubjectsBusiness"}},"BusinessStates":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20184315,Language='DE')/BusinessStates"}},"Council":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20184315,Language='DE')/Council"}},"Transcripts":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20184315,Language='DE')/Transcripts"}},"ID":20184315,"Language":"DE","BusinessShortNumber":"18.4315","BusinessType":8,"BusinessTypeName":"Interpellation","BusinessTypeAbbreviation":"Ip.","Title":"Gyn\u00e4kologische und geburtshilfliche Gewalt in der Schweiz. Ein Update","Description":null,"InitialSituation":null,"Proceedings":null,"DraftText":null,"SubmittedText":"<p>1. Verf\u00fcgt das Bundesamt f\u00fcr Gesundheit oder das Schweizerische Gesundheitsobservatorium \u00fcber Daten zum Thema gyn\u00e4kologische und geburtshilfliche Gewalt in der Schweiz?</p><p>2. Falls nicht, in welcher Weise und anhand welcher Indikatoren k\u00f6nnte das Thema auf der Grundlage der im franz\u00f6sischen Bericht be- und umschriebenen Erkenntnisse untersucht werden?</p><p>3. Gibt es konkrete Zahlen zur Anzahl Dammschnitte, die bei Geburten in der Schweiz durchgef\u00fchrt werden? Falls ja, kann eine Ver\u00e4nderung beobachtet werden? Gibt es medizinische Empfehlungen in Bezug auf diese Praxis? Falls ja, welche?</p><p>4. Gibt es Statistiken dar\u00fcber, wie oft bei Geburten der \"Druck auf das Geb\u00e4rmutterdach\" angewandt wird? Falls ja, kann eine Ver\u00e4nderung beobachtet werden? Gibt es medizinische Empfehlungen in Bezug auf diese Praxis? Falls ja, welche?</p><p>5. Wird dem Thema der Pr\u00e4ventionsarbeit in Zusammenhang mit Praktiken, die f\u00fcr die Patientinnen im Rahmen der medizinischen Versorgung problematisch sind, in der Pflegeausbildung im Allgemeinen ausreichend Rechnung getragen?</p>","ReasonText":"<p>Die Praktiken, die sowohl im station\u00e4ren als auch im ambulanten Bereich bei Frauen angewandt werden, sind zunehmend umstritten. In den letzten Jahren haben viele Frauen Handlungen angeprangert, die sie w\u00e4hrend der gyn\u00e4kologischen und geburtshilflichen Betreuung in Form von Handgriffen, Kommentaren, Praktiken und Verhaltensweisen erdulden mussten. Dabei geht es darum, dass Handlungen von Pflegefachpersonen (Frauen und M\u00e4nnern) entweder durchgef\u00fchrt oder unterlassen werden, ohne dass zwangsl\u00e4ufig beabsichtigt wird, die Patientinnen zu missbrauchen.</p><p>In Frankreich hat der Hohe Rat f\u00fcr die Gleichstellung von Frauen und M\u00e4nnern k\u00fcrzlich einen Bericht zu diesem Thema ver\u00f6ffentlicht. Darin kommt er zu einem besorgniserregenden Ergebnis; er macht sechs Arten von Gewalt aus, die weder harmlos noch selten sind: Nichtbeachtung des Unbehagens der Patientin; wertende Bemerkungen zur Sexualit\u00e4t, zum Auftreten, zum Gewicht und zum vorhandenen oder fehlenden Kinderwunsch; Beleidigungen; Handlungen, die ohne vorherige Zustimmung der Patientin und ohne Ber\u00fccksichtigung ihrer Wahl oder ihrer Aussagen durchgef\u00fchrt werden; Handlungen oder das Verweigern von Handlungen, die nicht medizinisch gerechtfertigt sind; sexuelle Gewalt.</p><p>Solche Vorkommnisse gibt es auch in der Schweiz. Mehrere Medien berichteten k\u00fcrzlich, dass jede dritte Frau aufgrund einer unzureichenden Behandlung bei der Geburt traumatisiert ist (Gef\u00fchl, zu wenig Unterst\u00fctzung erhalten zu haben, mangelnde Erkl\u00e4rungen, fehlende Kommunikation oder Nichteinholen der Zustimmung bei bestimmten medizinischen Handlungen, pl\u00f6tzliche Handbewegungen, unangemessene Sprache). Die Folgen k\u00f6nnen schwerwiegend sein und bei der betroffenen Frau zu einem Gef\u00fchl des Versagens f\u00fchren, das jahrelang anhalten kann.</p>","DocumentationText":null,"MotionText":null,"FederalCouncilResponseText":"<p>Wie in der Medizin generell, gelten f\u00fcr Fachpersonen im Bereich Gyn\u00e4kologie und Geburtshilfe die Berufspflichten, die im Bundesgesetz \u00fcber die universit\u00e4ren Medizinalberufe (MedBG, SR 811.11) geregelt sind. Die Verantwortung f\u00fcr die Aufsicht \u00fcber die Spit\u00e4ler sowie f\u00fcr die \u00dcberwachung der \u00c4rzteschaft liegt bei den Kantonen. Die dort zust\u00e4ndigen Stellen (Gesundheitsdirektionen, Kantons\u00e4rzte) sind daf\u00fcr verantwortlich, \u00c4rztinnen oder \u00c4rzten die Bewilligung zur Berufsaus\u00fcbung zu entziehen oder andere rechtliche Schritte einzuleiten, sollten sie zu der Einsch\u00e4tzung gelangen, dass diese Patientinnen und Patienten gef\u00e4hrden. Den Patientinnen und Patienten stehen auf nationaler sowie kantonaler Ebene verschiedene Beratungsstellen zur Verf\u00fcgung. Richtlinien f\u00fcr die \u00c4rzteschaft zu spezifischen Themen werden von den zust\u00e4ndigen medizinischen Fachgesellschaften erarbeitet. Die Schweizerische Gesellschaft f\u00fcr Gyn\u00e4kologie und Geburtshilfe (SGGG) hat Richtlinien zum Thema \"Sexuelle \u00dcbergriffe in der Arztpraxis\" sowie zur \"Kommunikation im medizinischen Alltag\" ver\u00f6ffentlicht.</p><p>Der im Vorstoss erw\u00e4hnte Bericht aus Frankreich (\"Actes sexistes durant le suivi gyn\u00e9cologique et obst\u00e9trical: reconna\u00eetre et mettre fin \u00e0 des violences longtemps ignor\u00e9es\") wurde im Juni 2018 vom Haut Conseil \u00e0 l'Egalit\u00e9 entre les femmes et les hommes (HCD) ver\u00f6ffentlicht: <a href=\"http://www.haut-conseil-egalite.gouv.fr/IMG/pdf/hce_les_actes_sexistes_durant_le_suivi_gynecologique_et_obstetrical_20180629.pdf\">www.haut-conseil-egalite.gouv.fr/IMG/pdf/hce_les_actes_sexistes_durant_le_suivi_gynecologique_et_obstetrical_20180629.pdf</a>. Der Bericht beschreibt die Problematik der \"violences gyn\u00e9cologiques et obst\u00e9tricales\" und formuliert Handlungsempfehlungen. F\u00fcr die Schweiz ist dem Bundesrat kein solcher Bericht bekannt. In der \u00f6ffentlichen Debatte sowie in Fachkreisen ist die Thematik jedoch auch in der Schweiz pr\u00e4sent.</p><p>Die einzelnen Fragen beantwortet der Bundesrat wie folgt:</p><p>1. Das Bundesamt f\u00fcr Gesundheit (BAG), das Bundesamt f\u00fcr Statistik (BFS) und das Schweizerische Gesundheitsobservatorium (Obsan) verf\u00fcgen \u00fcber keine geeigneten Daten zu dieser Thematik.</p><p>2. Der Bundesrat verf\u00fcgt zur Praxis im gyn\u00e4kologischen und geburtshilflichen Kontext \u00fcber keine auswertbaren Daten, da die Qualit\u00e4tssicherung in diesem Bereich in die Zust\u00e4ndigkeit der Fachgesellschaften f\u00e4llt. Wie die Themen, die im Bericht aus Frankreich aufgeworfen werden, f\u00fcr die Schweiz analysiert werden k\u00f6nnten, m\u00fcsste in Zusammenarbeit mit den Fachgesellschaften vertieft gepr\u00fcft werden.</p><p>3. Die medizinische Statistik der Krankenh\u00e4user (MS) enth\u00e4lt Daten zur Anzahl Dammschnitte, die bei Entbindungen in der Schweiz durchgef\u00fchrt werden. 2017 wurden bei nat\u00fcrlichen Geburten 9906 Dammschnitte vorgenommen. Die Tendenz ist r\u00fcckl\u00e4ufig: W\u00e4hrend 2012 bei 25 Prozent der nat\u00fcrlichen Geburten ein Dammschnitt vorgenommen wurde, waren es 2017 noch 17 Prozent.</p><p>Im Fr\u00fchling 2019 ver\u00f6ffentlicht das BFS eine Studie zu den Geburten und der M\u00fcttergesundheit. Darin werden die Art der Entbindung (nichtinstrumentale vaginale Entbindung, instrumentale vaginale Entbindung, Kaiserschnitt), die Dammschnitte, die Dammrisse sowie die Geburtseinleitungen untersucht.</p><p>F\u00fcr medizinische Empfehlungen sind die entsprechenden Fachgesellschaften zust\u00e4ndig. Die SGGG bezieht sich auf das gemeinsame Leitlinienprogramm der deutschen und der \u00f6sterreichischen Fachgesellschaft: <a href=\"http://www.sggg.ch/fachthemen/leitlinien-sggg-dggg-oeggg/\">www.sggg.ch/fachthemen/leitlinien-sggg-dggg-oeggg/</a></p><p>4. Dem Bundesrat sind bez\u00fcglich der Praxis der \"expression abdominale\" (manuell Druck auf den Geb\u00e4rmuttergrund aus\u00fcben, um die Geburt zu beschleunigen) keine schweizweiten Daten bekannt, ausser in einer Studie der Z\u00fcrcher Frauenklinik aus 2016 (siehe Fuhrer R. et al., 2016: \"Maternal and fetal outcomes after uterine fundal pressure in spontaneous and assisted vaginal deliveries\"). Die diesbez\u00fcgliche Leitlinie der Fachgesellschaften f\u00fcr Gyn\u00e4kologie und Geburtshilfe ist aktuell in Erarbeitung.</p><p>5. Die Verantwortung f\u00fcr Bildungsinhalte im Gesundheitsbereich tragen die verschiedenen Bildungsorganisationen. Soweit dem Bundesrat bekannt, werden in den relevanten Aus- und Weiterbildungsg\u00e4ngen die notwendigen Inhalte zur Pr\u00e4vention von Gewalt im gyn\u00e4kologischen und geburtshilflichen Kontext vermittelt. In den allgemeinen Lernzielen der \u00e4rztlichen Aus- und Weiterbildung sind Themen wie die gemeinsame Entscheidungsfindung und die Ber\u00fccksichtigung der W\u00fcnsche der Patienten festgehalten. F\u00fcr die Ausbildung der Hebammen ist im Bundesgesetz \u00fcber die Gesundheitsberufe (GesBG, BBl 2015 8781, voraussichtliche Inkraftsetzung Anfang 2020) definiert, dass sie bei der Berufsaus\u00fcbung f\u00e4hig sein sollen, das Selbstbestimmungsrecht der zu behandelnden Personen zu wahren (Art. 4 Abs. 2c).</p>  Antwort des Bundesrates.","FederalCouncilProposal":8,"FederalCouncilProposalText":null,"FederalCouncilProposalDate":"\/Date(1550620800000)\/","SubmittedBy":"Ruiz Rebecca Ana","BusinessStatus":229,"BusinessStatusText":"Erledigt","BusinessStatusDate":"\/Date(1561075200000)\/","ResponsibleDepartment":4,"ResponsibleDepartmentName":"Departement des Innern","ResponsibleDepartmentAbbreviation":"EDI","IsLeadingDepartment":true,"Tags":"2841","Category":null,"Modified":"\/Date(1690514299797)\/","SubmissionDate":"\/Date(1544745600000)\/","SubmissionCouncil":1,"SubmissionCouncilName":"Nationalrat","SubmissionCouncilAbbreviation":"NR","SubmissionSession":5015,"SubmissionLegislativePeriod":50,"FirstCouncil1":1,"FirstCouncil1Name":"Nationalrat","FirstCouncil1Abbreviation":"NR","FirstCouncil2":null,"FirstCouncil2Name":null,"FirstCouncil2Abbreviation":null,"TagNames":"Gesundheit"}}