{"d":{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20193101,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20193101,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Business"},"BusinessResponsibilities":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20193101,Language='DE')/BusinessResponsibilities"}},"RelatedBusinesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20193101,Language='DE')/RelatedBusinesses"}},"BusinessRoles":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20193101,Language='DE')/BusinessRoles"}},"Publications":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20193101,Language='DE')/Publications"}},"LegislativePeriods":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20193101,Language='DE')/LegislativePeriods"}},"Sessions":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20193101,Language='DE')/Sessions"}},"Preconsultations":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20193101,Language='DE')/Preconsultations"}},"Bills":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20193101,Language='DE')/Bills"}},"Councils":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20193101,Language='DE')/Councils"}},"BusinessTypes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20193101,Language='DE')/BusinessTypes"}},"Votes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20193101,Language='DE')/Votes"}},"SubjectsBusiness":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20193101,Language='DE')/SubjectsBusiness"}},"BusinessStates":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20193101,Language='DE')/BusinessStates"}},"Council":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20193101,Language='DE')/Council"}},"Transcripts":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20193101,Language='DE')/Transcripts"}},"ID":20193101,"Language":"DE","BusinessShortNumber":"19.3101","BusinessType":8,"BusinessTypeName":"Interpellation","BusinessTypeAbbreviation":"Ip.","Title":"Pestizide und Luftverfrachtungen. Was wissen wir dar\u00fcber?","Description":null,"InitialSituation":null,"Proceedings":null,"DraftText":null,"SubmittedText":"<p>Das M\u00fcnchner Umweltinstitut untersuchte 2018 im italienischen Vinschgau die Belastung durch Pestizide \u00fcber die Luft. Von 29 untersuchten Pestiziden konnten 20 nachgewiesen werden, 12 auch innerhalb einer geschlossenen Ortschaft und 6 auf 1600 Meter \u00fcber Meer, abseits in einem Seitental. An einer Messstelle wurden elf Wirkstoffe gemessen, darunter zwei Fungizide, welche die Wirkung eines ebenfalls nachgewiesenen Insektizids auf Bienen um das Zigfache vergr\u00f6ssern (\"Cocktail-Effekt\"). Die 2019 publizierte gr\u00f6sste derartige Studie aus Deutschland weist \u00fcber 100 luftverfrachtete Pestizid-Wirkstoffe an 47 Standorten nach. Unter anderem wurde Glyphosat an 55 Prozent der Standortproben festgestellt, obwohl es gem\u00e4ss Zulassung in der Luft nicht mobil ist.</p><p>Ich bitte den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Gibt es in der Schweiz Untersuchungen \u00fcber die Verbreitung von Pestiziden auf dem Luftweg, und ist ein systematisches Monitoring geplant?</p><p>2. Was sagt er zu den frappanten Resultaten der k\u00fcrzlich ver\u00f6ffentlichten deutschen Tiem-Studie \"Biomonitoring der Pestizid-Belastung der Luft\" (2019)?</p><p>3. Wie wird dieser Verbreitungsweg bei der Zulassung ber\u00fccksichtigt, und was passiert, wenn nachtr\u00e4glich eine viel gr\u00f6ssere Volatilit\u00e4t festgestellt wird (beispielsweise bei Glyphosat)?</p><p>4. Wie geht die Zulassungsbeh\u00f6rde mit dem Cocktail-Effekt um?</p><p>5. Wie kann das Vorsorgeprinzip angewendet werden, sodass Wohn- und Schutzgebiete, Tourismus und der Biolandbau vor Immissionen gesch\u00fctzt werden k\u00f6nnen?</p><p>6. Reicht der Aktionsplan Pflanzenschutz noch aus, um das Problem der Windverfrachtung von Pestiziden angemessen zu l\u00f6sen? Welche zus\u00e4tzlichen Massnahmen w\u00e4ren n\u00f6tig?</p><p>Quellen:</p><p>Umweltinstitut M\u00fcnchen: <a href=\"http://www.umweltinstitut.org/aktuelle-meldungen/meldungen/2019/vom-winde-verweht-luftmessungen-im-vinschgau.html\">http://www.umweltinstitut.org/aktuelle-meldungen/meldungen/2019/vom-winde-verweht-luftmessungen-im-vinschgau.html</a></p><p>Tiem-Studie (2019): Biomonitoring der Pestizid-Belastung der Luft mittels Luftg\u00fcte-Rindenmonitoring und Multi-Analytik auf &gt;500 Wirkstoffe inklusive Glyphosat 2014-2018: <a href=\"http://enkeltauglich.bio/aktuelle-studie\">http://enkeltauglich.bio/aktuelle-studie</a></p>","ReasonText":null,"DocumentationText":null,"MotionText":null,"FederalCouncilResponseText":"<p>1. In der Schweiz wird die Luftverfrachtung von Pestiziden nicht systematisch gemessen. Die Aufnahme eines systematischen Monitorings der Verbreitung von zugelassenen Pestiziden auf dem Luftweg ist auch nicht geplant. Hingegen wurde die Belastung der Umwelt durch ausgew\u00e4hlte persistente organische Schadstoffe (POP) anhand von Flechten untersucht. Vergleiche der Flechten-Biomonitorings von 1995 und 2014 zeigen eine starke Abnahme der Belastung durch persistente organische Schadstoffe, inklusive persistenter Organochlor-Pestizide (u. a. DDT und Lindan).</p><p>2. Der Bundesrat nimmt die neuen Erkenntnisse der Tiem Studie zum Biomonitoring der Pestizid-Belastungen der Luft zur Kenntnis. Eine m\u00f6gliche Verfrachtung von Pestiziden \u00fcber die Luft ist bekannt. Die Studie zeigt, dass von den 500 untersuchten Pestiziden 8 bewilligte Pflanzenschutzmittel in dem Rindenmonitoring gefunden wurden. In dieser Studie wurde nicht gepr\u00fcft, ob die gemessenen Konzentrationen f\u00fcr die Umwelt sch\u00e4dlich sein k\u00f6nnen. Der Nachweis einer Substanz sagt alleine noch nichts \u00fcber allf\u00e4llige sch\u00e4dliche Auswirkungen aus.</p><p>3. Der Eintrag eines Pflanzenschutzmittels in die Luft wird im Rahmen des Zulassungsprozesses beurteilt. Dabei werden Prozesse wie die Volatilit\u00e4t - Verdampfen des Wirkstoffs - als auch der fotochemische Abbau in der Luft ber\u00fccksichtigt. Mittels chemischer Parameter (Dampfdruck, Henry-Konstante, Halbwertzeit in der Luft) wird beurteilt, ob ein Wirkstoff das Potenzial hat, in die Atmosph\u00e4re zu gelangen, und ausreichend stabil ist, dass er \u00fcber weite Distanzen transportiert werden k\u00f6nnte (\"long range transport\"). Die meisten Pflanzenschutzmittel sind kaum fl\u00fcchtig.</p><p>Die h\u00f6chsten Emissionen von Pflanzenschutzmitteln ausserhalb der Kultur sind bei der Applikation durch Abdrift zu erwarten. In der Zulassung werden f\u00fcr diesen Eintragsweg in angrenzende Fl\u00e4chen m\u00f6gliche Risiken f\u00fcr Mensch und Umwelt bewertet.</p><p>Glyphosat ist ein Wirkstoff, der eine geringe Volatilit\u00e4t aufweist. Der Transport von Glyphosat, wie er in der Tiem-Studie beschrieben wird, erfolgt wahrscheinlich \u00fcber Winderosion von Bodenpartikeln.</p><p>4. Nach heutigem Stand des Wissens wird das Risiko eines Cocktail-Effekts als gering eingestuft. Es sind aber sowohl auf internationaler Ebene als auch national im Rahmen des Aktionsplans Pflanzenschutzmittel Massnahmen vorgesehen, m\u00f6gliche Effekte von Mehrfachr\u00fcckst\u00e4nden noch intensiver und genauer zu pr\u00fcfen.</p><p>5. Das Vorsorgeprinzip wird bereits insofern umgesetzt, als im Rahmen des Registrierungsverfahrens eine Risikobeurteilung f\u00fcr die menschliche Gesundheit und die Umwelt durchgef\u00fchrt wird, bevor ein Produkt in Verkehr gebracht wird. Im Massnahmenpaket der Agrarpolitik 2022 ist zur Verst\u00e4rkung des Vorsorgeprinzips vorgesehen, dass Landwirte, die Direktzahlungen erhalten, die Abdrift bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln um 75 Prozent zum Schutz der aquatischen und terrestrischen Umwelt und des Menschen reduzieren m\u00fcssen. Diese Massnahme vermindert die Emissionen von Pflanzenschutzmitteln in alle angrenzenden Gebiete. Andere Massnahmen im Rahmen des Vorsorgeprinzips, wie der Verzicht auf Pflanzenschutzmittel, Direktsaat und Mulchsaat sowie Zwischensaaten, werden bereits heute im Rahmen der Direktzahlungsverordnung umgesetzt und tragen massgeblich zu einer Reduktion der Gesamtemissionen einschliesslich der Winderosion bei.</p><p>6. Durch den Aktionsplan wird eine Vielzahl von Massnahmen umgesetzt, um den mengenm\u00e4ssigen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu reduzieren. Jede mengenm\u00e4ssige Reduktion f\u00fchrt letztendlich auch zu einer Reduktion der Immissionen in andere Bereiche. Es werden keine zus\u00e4tzlichen Massnahmen anvisiert, um Verfrachtungen durch Wind in der Landwirtschaft zu erfassen und zu regeln.</p>  Antwort des Bundesrates.","FederalCouncilProposal":8,"FederalCouncilProposalText":null,"FederalCouncilProposalDate":"\/Date(1558483200000)\/","SubmittedBy":"Graf Maya","BusinessStatus":229,"BusinessStatusText":"Erledigt","BusinessStatusDate":"\/Date(1575504000000)\/","ResponsibleDepartment":8,"ResponsibleDepartmentName":"Departement f\u00fcr Wirtschaft, Bildung und Forschung","ResponsibleDepartmentAbbreviation":"WBF","IsLeadingDepartment":true,"Tags":"52|55","Category":null,"Modified":"\/Date(1690513040733)\/","SubmissionDate":"\/Date(1552435200000)\/","SubmissionCouncil":1,"SubmissionCouncilName":"Nationalrat","SubmissionCouncilAbbreviation":"NR","SubmissionSession":5016,"SubmissionLegislativePeriod":50,"FirstCouncil1":1,"FirstCouncil1Name":"Nationalrat","FirstCouncil1Abbreviation":"NR","FirstCouncil2":null,"FirstCouncil2Name":null,"FirstCouncil2Abbreviation":null,"TagNames":"Umwelt|Landwirtschaft"}}