{"d":{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20193453,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20193453,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Business"},"BusinessResponsibilities":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20193453,Language='DE')/BusinessResponsibilities"}},"RelatedBusinesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20193453,Language='DE')/RelatedBusinesses"}},"BusinessRoles":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20193453,Language='DE')/BusinessRoles"}},"Publications":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20193453,Language='DE')/Publications"}},"LegislativePeriods":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20193453,Language='DE')/LegislativePeriods"}},"Sessions":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20193453,Language='DE')/Sessions"}},"Preconsultations":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20193453,Language='DE')/Preconsultations"}},"Bills":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20193453,Language='DE')/Bills"}},"Councils":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20193453,Language='DE')/Councils"}},"BusinessTypes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20193453,Language='DE')/BusinessTypes"}},"Votes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20193453,Language='DE')/Votes"}},"SubjectsBusiness":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20193453,Language='DE')/SubjectsBusiness"}},"BusinessStates":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20193453,Language='DE')/BusinessStates"}},"Council":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20193453,Language='DE')/Council"}},"Transcripts":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20193453,Language='DE')/Transcripts"}},"ID":20193453,"Language":"DE","BusinessShortNumber":"19.3453","BusinessType":8,"BusinessTypeName":"Interpellation","BusinessTypeAbbreviation":"Ip.","Title":"Kosten eines unterlassenen Umwelt-, Natur- und Klimaschutzes","Description":null,"InitialSituation":null,"Proceedings":null,"DraftText":null,"SubmittedText":"<p>Im Umwelt- und Naturschutz generell und bei der Klimadebatte im Besonderen werden immer wieder die vermeintlich hohen Kosten (wie beispielsweise die CO2-Abgabe auf Treibstoffen) als Rechtfertigung f\u00fcr ein Nichthandeln eingebracht. Nun ist aber bekannt, dass ein unterlassener Umwelt-, Natur- und Klimaschutz deutlich h\u00f6here Kosten aufweiset. In diesem Zusammenhang stellen sich folgende Fragen:</p><p>1. Hat der Bundesrat eine Gesamtschau zu den Folgekosten eines unterlassenen Umwelt-, Natur- und Klimaschutzes? Wenn nein, plant er eine Folgekostenabsch\u00e4tzung aller betroffenen Bereiche und Sektoren?</p><p>2. Kann er eine Liste zusammenstellen aller bisherigen (meist sektoriellen) Studien zu den Kosten eines unterlassenen Umwelt-, Natur- und Klimaschutzes? Dabei sind alle Bereiche gemeint wie direkte Folgekosten der Schadenbehebung (z. B. Bodenverschmutzung, Grundwasser- und Trinkwasserverschmutzung usw.), der Schadenminderung (z. B. bauliche Massnahmen bei schwindendem Permafrost) sowie die indirekten Folgekosten, in Form von entgangenen Einnahmen respektive Folgekosten die bestimmte Wirtschaftszweige zu tragen haben (beispielsweise R\u00fcckgang des Tourismus infolge Schneemangels, Gletscherschwund usw., Minderung der b\u00e4uerlichen Einkommen durch Extremwetterlagen, Minderung der Einnahmen in der Fischerei wegen Gew\u00e4sserverschmutzung usw.).</p><p>3. Gibt es Sch\u00e4tzungen zu den Folgekosten zu irreparablen und irreversiblen Sch\u00e4den wie demArtensterben und dem massiven R\u00fcckgang der Biodiversit\u00e4t? Wenn nein, plant der Bundesrat eine solche Studie?</p><p>4. Wie hoch sch\u00e4tzt der Bundesrat die Folgekosten des Klimawandels bei Unt\u00e4tigkeit in Prozenten des Bruttoinlandproduktes?</p>","ReasonText":null,"DocumentationText":null,"MotionText":null,"FederalCouncilResponseText":"<p>1. F\u00fcr die Umweltpolitik ist Kostenwahrheit von grosser Bedeutung. Dazu m\u00fcssten auch die Kosten des Nichthandelns in der Umweltpolitik ber\u00fccksichtigt werden. \u00d6ffentlich bekannt ist in diesem Zusammenhang vor allem der Stern Report aus dem Jahr 2006, der die Kosten des Klimawandels bei unterlassenem Klimaschutz auf 5 bis 20 Prozent des globalen Bruttoinlandprodukts (BIP) sch\u00e4tzte. Ein im Juli 2019 publizierter Bericht der Internationalen Arbeitsorganisation (\"Working on a warmer planet: The impact of heat stress on labour productivity and decent work\", ILO) sch\u00e4tzt ausserdem, dass bei einem Erderw\u00e4rmungsszenario von 1,5 Grad im Jahr 2030 wegen der Hitzebelastung global 2,2 Prozent der Arbeitsstunden verlorengehen werden. </p><p>Zum Thema Biodiversit\u00e4t ist eine Studie im Auftrag der Europ\u00e4ischen Kommission (\"The cost of policy inaction. The case of not meeting the 2010 biodiversity target\", Leon Braat und Patrick ten Brink) aus dem Jahr 2008 bekanntgeworden, welche davon ausgeht, dass der fortschreitende Biodiversit\u00e4tsverlust 2050 weltweit j\u00e4hrlich Kosten im Umfang von zirka 7 Prozent des BIP ausmachen wird. Die Folgekosten eines unterlassenen Umweltschutzes sind - je nach Umweltbereich - unterschiedlich schwierig zu beziffern. Das Erstellen einer Gesamtschau ist daher kaum m\u00f6glich. Der Bundesrat fokussiert deshalb auf spezifische Fragestellungen zu den Folgekosten.</p><p>2. Die Vertiefung der Kosten des Nichthandelns ist Bestandteil des Forschungskonzeptes Umwelt 2017-2020 des Bundesamtes f\u00fcr Umwelt (Bafu). In diesem Zusammenhang publiziert das Bafu in den kommenden Monaten einen Grundlagenbericht, der u. a. eine breitere \u00dcbersicht \u00fcber Studien aus dem In- und Ausland enth\u00e4lt. Im Folgenden sind ausgew\u00e4hlte, besonders relevante Studien aufgef\u00fchrt:</p><p>- Auswirkungen des Klimawandels im Ausland - Risiken und Chancen f\u00fcr die Schweiz. Infras (voraussichtliche Ver\u00f6ffentlichung im Herbst 2019)</p><p>- \"Starkniederschl\u00e4ge und Einsatzplanung von Schutz &amp; Rettung Z\u00fcrich\", Studie im Rahmen des National Centre for Climate Services (NCCS), Bundesamt f\u00fcr Bev\u00f6lkerungsschutz (Babs) (M\u00e4rz 2019)</p><p>- \"Assessing the impacts of climate change for Switzerland\", Ecole polytechnique f\u00e9d\u00e9rale de Lausanne (EPFL) (2017)</p><p>- \"Massenausbreitung invasiver Arten\", Nationale Gef\u00e4hrdungsanalyse - Gef\u00e4hrdungsdossier Massenausbreitung invasiver Arten, Bundesamt f\u00fcr Bev\u00f6lkerungsschutz (Babs) (2015)</p><p>- \"Klimabedingte Risiken und Chancen: eine schweizweite Synthese\", Bafu (2014)</p><p>- \"Toward Quantitative Scenarios of Climate Change Impacts in Switzerland\", CH2014-Impacts (2014)</p><p>- \"Auswirkungen der Klima\u00e4nderung auf die Schweizer Volkswirtschaft (nationale Einfl\u00fcsse)\", Ecoplan und Sigmaplan (2007)</p><p>- \"Auswirkungen der Klima\u00e4nderung auf die Schweizer Volkswirtschaft (internationale Einfl\u00fcsse)\", Infras und Ecologic (2007)</p><p>3. Auf internationaler Ebene bestehen breite wissenschaftliche Grundlagen zu den Folgen des Nichthandelns, welche die Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services (IPBES) zur Verf\u00fcgung stellt. Die Kosten des Biodiversit\u00e4tsverlusts setzen sich aus der Ver\u00e4nderung von sehr unterschiedlichen \u00d6kosystemleistungen zusammen (z. B. Bodenfruchtbarkeit, Trinkwasseraufbereitung, Best\u00e4ubung, Sch\u00e4dlingsbek\u00e4mpfung, Erholungswert). Die Wechselwirkungen zwischen Biodiversit\u00e4t und \u00d6kosystemleistungen sind komplex. Das Bafu plant, eine vertiefte Kostenanalyse zu spezifischen Teilaspekten des Biodiversit\u00e4tsverlusts zu erstellen.</p><p>4. Der Klimawandel verursacht verschiedene Kosten in Form von Sch\u00e4den, verminderten Ertr\u00e4gen oder nichtrealisiertem Wachstum. Die verf\u00fcgbaren Studien beschr\u00e4nken sich in der Regel auf eine Auswahl m\u00f6glicher Folgen, die relativ zuverl\u00e4ssig quantifiziert werden k\u00f6nnen. Die in der Antwort auf die Frage 2 erw\u00e4hnte Studie der EPFL sch\u00e4tzt den Wohlfahrtsverlust solcher Teilaspekte bei ungebremstem Klimawandel im Jahr 2060 auf bis zu 1,4 Prozent des BIP, wobei beispielsweise aussergew\u00f6hnliche Hitzewellen oder Trockenperioden nicht ber\u00fccksichtigt sind. Die erw\u00e4hnte Studie von Ecoplan und Sigmaplan geht davon aus, dass die Kosten bei einer Erw\u00e4rmung \u00fcber 2 Grad vor allem nach 2050 stark ansteigen und gegen Ende des Jahrhunderts bis zu 1,5 Prozent des BIP der Schweiz betragen k\u00f6nnen. Ausserdem k\u00f6nnten - gem\u00e4ss der erw\u00e4hnten Studie von Infras und Ecologic - bis 2050 \u00fcber Exportverluste weitere 1,1 Prozent des BIP gef\u00e4hrdet sein. Auch hier sind einige wichtige Kostentreiber, unter anderem Sch\u00e4den an Bauten und Infrastruktur, nicht enthalten. Deshalb d\u00fcrften die tats\u00e4chlichen Kosten deutlich h\u00f6her sein. Internationale Studien wie der Stern Report oder Absch\u00e4tzungen der OECD, die die globalen BIP-Verluste gegen Ende des Jahrhunderts auf bis zu 10 Prozent beziffern, weisen in der Regel etwas h\u00f6here Werte aus. </p>  Antwort des Bundesrates.","FederalCouncilProposal":8,"FederalCouncilProposalText":null,"FederalCouncilProposalDate":"\/Date(1566950400000)\/","SubmittedBy":"Badran Jacqueline","BusinessStatus":229,"BusinessStatusText":"Erledigt","BusinessStatusDate":"\/Date(1623974400000)\/","ResponsibleDepartment":9,"ResponsibleDepartmentName":"Departement f\u00fcr Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation","ResponsibleDepartmentAbbreviation":"UVEK","IsLeadingDepartment":true,"Tags":"15|52","Category":null,"Modified":"\/Date(1690512169913)\/","SubmissionDate":"\/Date(1557273600000)\/","SubmissionCouncil":1,"SubmissionCouncilName":"Nationalrat","SubmissionCouncilAbbreviation":"NR","SubmissionSession":5017,"SubmissionLegislativePeriod":50,"FirstCouncil1":1,"FirstCouncil1Name":"Nationalrat","FirstCouncil1Abbreviation":"NR","FirstCouncil2":null,"FirstCouncil2Name":null,"FirstCouncil2Abbreviation":null,"TagNames":"Wirtschaft|Umwelt"}}