{"d":{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20193922,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20193922,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Business"},"BusinessResponsibilities":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20193922,Language='DE')/BusinessResponsibilities"}},"RelatedBusinesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20193922,Language='DE')/RelatedBusinesses"}},"BusinessRoles":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20193922,Language='DE')/BusinessRoles"}},"Publications":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20193922,Language='DE')/Publications"}},"LegislativePeriods":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20193922,Language='DE')/LegislativePeriods"}},"Sessions":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20193922,Language='DE')/Sessions"}},"Preconsultations":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20193922,Language='DE')/Preconsultations"}},"Bills":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20193922,Language='DE')/Bills"}},"Councils":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20193922,Language='DE')/Councils"}},"BusinessTypes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20193922,Language='DE')/BusinessTypes"}},"Votes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20193922,Language='DE')/Votes"}},"SubjectsBusiness":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20193922,Language='DE')/SubjectsBusiness"}},"BusinessStates":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20193922,Language='DE')/BusinessStates"}},"Council":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20193922,Language='DE')/Council"}},"Transcripts":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20193922,Language='DE')/Transcripts"}},"ID":20193922,"Language":"DE","BusinessShortNumber":"19.3922","BusinessType":8,"BusinessTypeName":"Interpellation","BusinessTypeAbbreviation":"Ip.","Title":"Will die Schweiz einen weltweiten Beitrag zu klimafreundlicheren Baustoffen leisten?","Description":null,"InitialSituation":null,"Proceedings":null,"DraftText":null,"SubmittedText":"<p>Der Zementsektor tr\u00e4gt weltweit und in der Schweiz rund 8 Prozent zu den CO2-Emissionen bei, welche weltweit bis sp\u00e4testens 2050 auf netto null sinken m\u00fcssen. In der Schweiz hat der gr\u00f6sste Zementproduzent seinen Hauptsitz, und an den beiden Eidgen\u00f6ssischen Technischen Hochschulen findet wichtige Forschung zu klimavertr\u00e4glicheren Betonmixturen und Alternativen statt.</p><p>Der Bundesrat wird gebeten, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Welche Technologien oder Ersatzprodukte erachtet der Bundesrat als geeignet, um die CO2-Emissionen des Zementsektors weltweit bis 2050 auf netto null zu senken?</p><p>2. Wie kann in einem Sektor mit hohen Infrastrukturkosten sichergestellt werden, dass die n\u00f6tige Transformation hinreichend rasch erfolgt?</p><p>3. Deutschland hat der Fotovoltaik zum Durchbruch verholfen, und Schweden will den Stahlsektor klimaneutral machen: K\u00f6nnte die Schweiz dem klimaneutralen Zement zum Durchbruch verhelfen und hier eine weltweite F\u00fchrungsrolle \u00fcbernehmen?</p><p>4. Welche Rolle soll die \u00f6ffentliche Hand als Bestellerin \u00fcbernehmen, um diese Transformation auch nachfrageseitig zu beschleunigen?</p><p>5. Ist dem Bundesrat bekannt, dass an der EPFL ein erfolgreiches Forschungsprogramm zu tonbasierten Zementen (LC3) mit deutlich vermindertem CO2-Fussabdruck von der Deza unterst\u00fctzt wird?</p><p>6. Wie stellt er sicher, dass nun der n\u00e4chste Schritt der Implementierung und Skalierung stattfinden kann? Welche nationalen oder internationalen Klimafinanzierungsgelder stehen hierf\u00fcr zur Verf\u00fcgung? Wie kann der schweizerische Know-how-Vorsprung genutzt werden?</p><p>7. Welche weiteren zukunftsweisenden Forschungsresultate im Bereich Baustoffe k\u00f6nnte die Schweiz bis zum industriellen und marktnahen Massstab bef\u00f6rdern?</p><p>8. Welche M\u00f6glichkeiten sieht der Bundesrat, a) die Forschung zu f\u00f6rdern, um das geogene CO2 mit geeigneten Massnahmen wieder ins Gestein zur\u00fcckzuf\u00fchren, und b) eine Anschubfinanzierung einer m\u00f6glichen Pilotanlage z. B. \u00fcber die CO2-Abgabe zu etablieren?</p>","ReasonText":null,"DocumentationText":null,"MotionText":null,"FederalCouncilResponseText":"<p>1. Zementklinker wird in einem Hochtemperaturprozess unter Verwendung von Kalkstein (plus Ton) und fossilen oder alternativen Brennstoffen aus Abf\u00e4llen erzeugt. Beide Komponenten (Verbrennung und Dekarbonatisierung) tragen zu den hohen CO2-Emissionen der Zementindustrie bei. Gleichzeitig ist die Anlagentechnik sehr kapitalintensiv und damit langfristig investiert. Vor allem \u00fcber den sogenannten Klinkerfaktor lassen sich zwar graduelle Optimierungen der Emissionen, aber keine direkte CO2-Neutralit\u00e4t erzielen. Einzige M\u00f6glichkeit ist die indirekte CO2-Neutralit\u00e4t durch Ersatzmassnahmen oder Abscheidung und Versorgung des emittierten CO2 (vgl. Antwort zu Frage 8). Ersatzprodukte und -prozesse sind erst im Labor- oder Pilotmassstab verf\u00fcgbar und k\u00f6nnen den weltweiten Jahresbedarf von \u00fcber 4 Milliarden Tonnen Zement nicht decken.</p><p>2. Die Klimapolitik setzt f\u00fcr den Zementsektor in erster Linie auf das langfristig ausgelegte Emissionshandelssystem (EHS), das eine kontinuierliche Absenkung der insgesamt verf\u00fcgbaren Emissionsrechte vorsieht. Steigende CO2-Preise f\u00fchren dazu, dass alternative nichtfossile Brennstoffe sowie CO2-\u00e4rmere Technologien attraktiver werden. CO2-Neutralit\u00e4t l\u00e4sst sich mit dem Instrument des Emissionshandels erst erreichen, wenn keine Emissionsrechte mehr zugeteilt werden.</p><p>3. Stahl l\u00e4sst sich mit strombetriebenen Schmelz\u00f6fen immer wieder aufschmelzen und damit auch klimaneutral vollst\u00e4ndig erneuern. Diese Technologie fehlt in der Zementindustrie. Im Unterschied zum Stahl wird nicht ein prim\u00e4res Material hergestellt. Zementklinker ist nur ein Bestandteil des Werkstoffs Beton. Um die geogenen CO2-Emissionen zu substituieren, m\u00fcsste erst ein Rohstoff gefunden werden, von dem mehrere Millionen Tonnen pro Jahr gewonnen werden k\u00f6nnten und der zudem \u00e4hnliche Eigenschaften aufweist. F\u00fcr die Schweiz ist die fl\u00e4chendeckende praktische Umsetzung eines CO2-neutralen Baustoffes als Ersatz f\u00fcr Zement und Beton nach heutigem Kenntnisstand nicht realistisch.</p><p>4. Die zivile Bundesverwaltung und der ETH-Bereich erf\u00fcllen bei Neubauten die \u00f6kologischen Vorgaben des Standards Minergie-P-Eco. Das VBS erf\u00fcllt bei beheizten Neu- und Umbauten den geeignetsten Minergie-Standard. Das frisch bezogene Areal Guisanplatz 1 erhielt das erste Platin-Zertifikat des Standards Nachhaltiges Bauen Schweiz (SNBS) f\u00fcr B\u00fcrobauten. Die aktuellen Laborprojekte der ETH Z\u00fcrich werden nach dem Standard der Schweizer Gesellschaft f\u00fcr nachhaltige Immobilienwirtschaft (SGNI) geplant und realisiert. Alle Standards f\u00f6rdern den Einsatz von Recyclingbeton und die Verwendung von \u00f6kologischeren Zementarten mit tieferen Treibhausgasemissionen.</p><p>Die Koordinationskonferenz der Bau- und Liegenschaftsorgane der \u00f6ffentlichen Bauherren (KBOB) stellt in ihrer Empfehlung 2009/1:2016, \"\u00d6kobilanzdaten im Baubereich\", \u00d6kobilanzdaten von Betonen zur Verf\u00fcgung. Mit dem Betonsortenrechner der KBOB existiert eine technische Grundlage, um Umweltkennwerte von spezifischen Betonen mit verschiedenen Zementtypen und Gesteinsk\u00f6rnungen als Kriterium in die Beschaffung zu integrieren.</p><p>5./6. Die Deza finanziert eine Forschungspartnerschaft zur Entwicklung des neuen Zementtyps LC3, an der neben der Ecole polytechnique f\u00e9d\u00e9rale de Lausanne (EPFL) auch Kompetenzzentren in Indien und Kuba beteiligt sind. Bei der Herstellung von LC3 entweicht bis zu 30 Prozent weniger CO2 als bei herk\u00f6mmlichem Zement. LC3 k\u00f6nnte daher einen wichtigen Beitrag zur Eind\u00e4mmung des Klimawandels leisten. Langfristig ist geplant, LC3 in Zementm\u00e4rkten mit grosser Nachfrage anzubieten. Aus diesem Grund arbeiten die Deza und das Projektteam mit Vertreterinnen und Vertretern der internationalen Zementindustrie zusammen.</p><p>7. Insbesondere unter dem Aspekt der Klimaneutralit\u00e4t gilt auch bei den Baustoffen die sogenannte 3R-Kaskade (Reuse-Reduce-Recycle): Die Schweiz engagiert sich mit verschiedenen Projekten zur Wiederverwendung von Baustoffen, wie zum Beispiel Madaster, die eine Schweizer Online-Bibliothek f\u00fcr verbaute Materialien betreibt. Ein weiteres nationales innovatives Vorzeigeprojekt ist das Eins-zu-eins-Forschungsgeb\u00e4ude Nest (Next Evolution in Sustainable Building Technologies) der Eidgen\u00f6ssischen Materialpr\u00fcfungs- und Forschungsanstalt (Empa) in D\u00fcbendorf und das Smart Living Lab in Freiburg. An beiden Zentren wird zum Thema nachhaltiges Bauen (neue Baustoffe, neue Bautechnologien) geforscht.</p><p>8. a) Zur Abscheidung und Einlagerung von CO2 (Carbon Capture and Storage, CCS) oder f\u00fcr die Umwandlung von abgeschiedenem CO2 in nutzbare Produkte (Carbon Capture and Utilization, CCU) wird in erster Linie an der Eidgen\u00f6ssischen Technischen Hochschule Z\u00fcrich (ETHZ), der EPFL und dem Paul-Scherrer-Institut (PSI), bei Swisstopo (Geologischer Landesdienst), an den Universit\u00e4ten Genf, Lausanne und Bern sowie an der Z\u00fcrcher Fachhochschule geforscht.</p><p>Weiter sind mehrere Industrie- und Dienstleistungsunternehmungen (z. B. Sulzer, Casale, Climeworks, Lafarge Holcim, First Climate) in dieser Forschung t\u00e4tig. Im Bericht in Erf\u00fcllung des Postulates Thorens Goumaz 18.4211 wird der Bundesrat allf\u00e4llig weiteren Forschungsbedarf aufzeigen.</p><p>b) Der Bundesrat erachtet Pilotprojekte dort f\u00fcr sinnvoll, wo sie am erfolgversprechendsten umgesetzt werden k\u00f6nnen. Bereits heute finanzieren die Bundes\u00e4mter f\u00fcr Energie und Umwelt einzelne Forschungs-, Pilot- und Demonstrationsprojekte im Inland (Climeworks in Hinwil/ZH) und im Ausland (europaweites Eranet-Projekt Elegancy). Der Bundesrat erwartet aber auch von Industrien mit schwer vermeidbaren Emissionen, dass sie alle verf\u00fcgbaren M\u00f6glichkeiten pr\u00fcfen, um ihren Emissionsausstoss zu verringern und ihren Beitrag an die Klimaziele der Schweiz zu leisten. Dies schliesst auch CCS und CCU mit ein. Einzelne Akteure der Schweizer Zementindustrie sind an der Erstellung von Machbarkeitsstudien.</p>  Antwort des Bundesrates.","FederalCouncilProposal":8,"FederalCouncilProposalText":null,"FederalCouncilProposalDate":"\/Date(1567555200000)\/","SubmittedBy":"B\u00e4umle Martin","BusinessStatus":229,"BusinessStatusText":"Erledigt","BusinessStatusDate":"\/Date(1569542400000)\/","ResponsibleDepartment":9,"ResponsibleDepartmentName":"Departement f\u00fcr Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation","ResponsibleDepartmentAbbreviation":"UVEK","IsLeadingDepartment":true,"Tags":"15|36|52","Category":null,"Modified":"\/Date(1690511799620)\/","SubmissionDate":"\/Date(1561075200000)\/","SubmissionCouncil":1,"SubmissionCouncilName":"Nationalrat","SubmissionCouncilAbbreviation":"NR","SubmissionSession":5018,"SubmissionLegislativePeriod":50,"FirstCouncil1":1,"FirstCouncil1Name":"Nationalrat","FirstCouncil1Abbreviation":"NR","FirstCouncil2":null,"FirstCouncil2Name":null,"FirstCouncil2Abbreviation":null,"TagNames":"Wirtschaft|Wissenschaft und Forschung|Umwelt"}}