{"d":{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20203439,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20203439,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Business"},"BusinessResponsibilities":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20203439,Language='DE')/BusinessResponsibilities"}},"RelatedBusinesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20203439,Language='DE')/RelatedBusinesses"}},"BusinessRoles":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20203439,Language='DE')/BusinessRoles"}},"Publications":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20203439,Language='DE')/Publications"}},"LegislativePeriods":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20203439,Language='DE')/LegislativePeriods"}},"Sessions":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20203439,Language='DE')/Sessions"}},"Preconsultations":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20203439,Language='DE')/Preconsultations"}},"Bills":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20203439,Language='DE')/Bills"}},"Councils":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20203439,Language='DE')/Councils"}},"BusinessTypes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20203439,Language='DE')/BusinessTypes"}},"Votes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20203439,Language='DE')/Votes"}},"SubjectsBusiness":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20203439,Language='DE')/SubjectsBusiness"}},"BusinessStates":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20203439,Language='DE')/BusinessStates"}},"Council":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20203439,Language='DE')/Council"}},"Transcripts":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20203439,Language='DE')/Transcripts"}},"ID":20203439,"Language":"DE","BusinessShortNumber":"20.3439","BusinessType":8,"BusinessTypeName":"Interpellation","BusinessTypeAbbreviation":"Ip.","Title":"Medikamentenknappheit gef\u00e4hrdet Menschenleben. Lieferengp\u00e4sse bei Arzneimitteln wirksam begrenzen, Abh\u00e4ngigkeit der Arzneimittelversorgung vom Ausland abbauen","Description":null,"InitialSituation":null,"Proceedings":null,"DraftText":null,"SubmittedText":"<p>Das Schweizer Gesundheitssystem geh\u00f6rt zu den besten und teuersten der Welt. Dennoch kommt es bei lebenswichtigen Medikamenten immer wieder zu Lieferengp\u00e4ssen. H\u00e4ufig betroffen sind Kranke, die in besonderem Mass auf das richtige Medikament in der richtigen Dosis zur richtigen Zeit angewiesen sind. Die Corona-Ausbreitung hat die Medikamentenknappheit zus\u00e4tzlich versch\u00e4rft. Das Bundesamt f\u00fcr Gesundheit teilte mit, man nehme die Situation sehr ernst. Der Bund nutze alle Kan\u00e4le, um die n\u00f6tigen Produkte zu beschaffen.</p><p>Die ohnehin schon seit Jahren zunehmend schwieriger werdende Medikamenten- und Wirkstoffversorgung durch Auslagerung der Produktion nach China und Indien kann sich durch neue Krankheiten oder ver\u00e4nderte Weltlagen dramatisch verschlechtern. Lieferengp\u00e4sse oder gar Versorgungsschwierigkeiten geh\u00f6ren f\u00fcr Apotheker, Pharmahersteller und H\u00e4ndler insbesondere aber auch f\u00fcr Patienten, f\u00fcr Spit\u00e4ler und f\u00fcr \u00c4rzte leider zum Alltag. Berichte aus \u00c4rztezeitungen machen \u00e4hnliche Ausf\u00fchrungen. Dies gef\u00e4hrdet Menschenleben.</p><p>1. Trifft es zu, dass durch die Auslagerung der Produktion von Wirkstoffen f\u00fcr Medikamente, vor allem nach China und Indien, und dadurch dass wichtige Stoffe teilweise nur an einzelnen Standorten hergestellt werden, eine gef\u00e4hrliche Abh\u00e4ngigkeit f\u00fcr die Schweiz besteht?</p><p>2. Wie viele F\u00e4lle sind f\u00fcr die Jahre 2018/2019/2020 bekannt? Bitte um Auflistung inkl. Nennung der Anzahl der betroffenen Medikamente.</p><p>3. Was waren die Gr\u00fcnde f\u00fcr diese Knappheiten? Und mit welchen Massnahmen haben BAG und Bundesrat darauf reagiert.</p><p>4. Mit welchen Massnahmen wird der Bundesrat die Produktion von lebenswichtigen Medikamenten wieder nach Europa oder in die Schweiz zur\u00fcckholen? Wie kann die Schweiz als anerkannter Forschungs-Standort neu bzw. wieder auch bei der Herstellung im Pharmaziebereich wieder an Bedeutung gewinnen?</p><p>5. Billige Importe im Medikamentenbereich d\u00fcrfen nicht zulasten der Gesundheit der Bev\u00f6lkerung gehen, die hier in der Schweiz lebt. Wie kann die Schweizer Pharmaindustrie dazu bewegt werden, vermehrt innerhalb von Europa zu produzieren?</p><p>6. K\u00f6nnte eine Meldepflicht \u00fcber eine voraussichtlich mehr als 2 Wochen dauernde Nichtverf\u00fcgbarkeit eines verschreibungspflichtigen Medikamentes als Fr\u00fchwarnsystem die Lage entsch\u00e4rfen? </p><p>7. K\u00f6nnte ein \"vor\u00fcbergehend der \u00f6ffentlichen Gesundheit dienendes\" und daher zul\u00e4ssiges Exportverbot f\u00fcr die betroffenen Arzneimittel helfen?</p><p>8. Sollen Hersteller-Zuschl\u00e4ge grunds\u00e4tzlich auf mindestens zwei unterschiedliche Anbieter verteilt werden, von denen mindestens einer sowohl das Fertigarzneimittel als auch den darin enthaltenen Wirkstoff innerhalb der Schweiz herstellt bzw. herstellen l\u00e4sst?</p><p>9. Trifft es zu, dass nicht nur Abh\u00e4ngigkeit vom Ausland, sondern Probleme, Unf\u00e4lle und auch R\u00fcckrufe z. B. bei Verunreinigungen zum Ausfall gleich einer Vielzahl von Fertigarzneimitteln gleich einer Vielzahl von Zulassungsinhabern bzw. Pharmazeutischen Unternehmen f\u00fchren kann?</p><p>10. K\u00f6nnte die \u00fcberf\u00e4llige Zulassung von E-Rezepten und E-Apotheken die Knappheitssituation entsch\u00e4rfen, weil einfacher auf mehr Lagerbest\u00e4nde - insb. auch jene der E-H\u00e4ndler - zur\u00fcckgegriffen werden kann?</p><p>11. K\u00f6nnte eine deutliche Verminderung der verschreibungspflichtigen Arzneimittel (also mehr rezeptfrei erh\u00e4ltliche Wirkstoffe zug\u00e4nglich machen) die Knappheitssituation entsch\u00e4rfen, weil so Patientinnen und Patienten einfacher und unb\u00fcrokratischer selbst f\u00fcr Vorr\u00e4te sorgen k\u00f6nnen?</p>","ReasonText":null,"DocumentationText":null,"MotionText":null,"FederalCouncilResponseText":"<p>1./4./5./6./7./8./9. Die Konzentration der Produktion von Wirkstoffen und Medikamenten auf wenige asiatische Standorte hat vorwiegend \u00f6konomische Gr\u00fcnde, deren Ursachen bei der globalisierten Wertsch\u00f6pfungskette bzw. der Spezialisierung der einzelnen L\u00e4nder auf ihre wettbewerbsf\u00e4higen T\u00e4tigkeiten liegen. Daraus k\u00f6nnen Versorgungsschwierigkeiten resultieren, die nicht nur die Schweiz, sondern den weltweiten Medikamentenmarkt treffen. Wichtiger als die geografische Lage eines Standortes ist die Anzahl unabh\u00e4ngiger Anbieter, um im Falle von St\u00f6rungen ausweichen zu k\u00f6nnen. St\u00f6rungen der letzten Jahre fanden ihren Ursprung h\u00e4ufig auch in europ\u00e4ischen Standorten. In seiner Antwort auf die Interpellation 20.3212 M\u00fcller Damian \"Medikamente, Impfstoffe und medizinische G\u00fcter - wie steht es um die Schweizer Versorgungssicherheit?\" hat sich der Bundesrat ausf\u00fchrlich zur Frage der Sicherheit der Arzneimittelversorgung in normalen Zeiten ge\u00e4ussert. Darin hat er festgehalten, dass er auch weiterhin Handlungsbedarf sieht. Deshalb ist das Bundesamt f\u00fcr Gesundheit (BAG) zusammen mit Swissmedic, dem Bundesamt f\u00fcr wirtschaftliche Landesversorgung und der Armeeapotheke daran, einen Versorgungsbericht zu verfassen (vgl. Motion 20.3166 SGK-S \"Erh\u00f6hung der Versorgungssicherheit bei Medikamenten und Impfstoffen\" und Interpellation 20.3194 Schneeberger \"Wie k\u00f6nnen die Rahmenbedingungen f\u00fcr Medikamente verbessert werden um die Versorgungssicherheit mit Medikamenten zu gew\u00e4hrleisten?\" ) Dieser Bericht basiert auf einer Befragung der relevanten Akteure zu den Herausforderungen bei der Versorgung mit essentiellen Arzneimitteln und stellt die aktuelle Lage dar. Er soll im Herbst 2020 vorliegen und m\u00f6gliche Stossrichtungen bei der Markt\u00fcberwachung, der Lagerhaltung und des Marktzugangs f\u00fcr die pharmazeutische Industrie aufzeigen. Dabei werden auch Massnahmen wie Meldeverpflichtungen, Exportverbote und Anreize f\u00fcr die Industrie untersucht. Weiter greift er die Frage einer Beschaffung und Herstellung essentieller Wirkstoffe und Arzneimittel durch den Bund sowie die Zusammenarbeit im Rahmen von internationalen Initiativen auf.</p><p>2./3. In der Schweiz sind die privaten Akteure daf\u00fcr verantwortlich, dass die Versorgung mit Arzneimitteln in normalen Lagen sichergestellt ist. Auf staatlicher Ebene sind dies die Kantone. Der Bund ist lediglich f\u00fcr die Vorratshaltung in schweren wirtschaftlichen Mangellagen zust\u00e4ndig. Mit der Meldestelle f\u00fcr lebenswichtige Humanarzneimittel bei der Wirtschaftlichen Landesversorgung (WL) verf\u00fcgt die Schweiz seit Herbst 2015 \u00fcber ein aktuelles Monitoring der Versorgungslage von lebenswichtigen Arzneimitteln. Dieses Fr\u00fchwarnsystem gibt der Wirtschaftlichen Landesversorgung die M\u00f6glichkeit bei Bedarf rasch die notwendigen Massnahmen und Empfehlungen zur Sicherstellung der Versorgung in die Wege zu leiten z.B. mit der Versorgung des Marktes aus Pflichtlagern.</p><p>Die Meldestelle weist in ihren Jahresberichten f\u00fcr die Jahre 2017 bis 2019 eine Zunahme der Versorgungsst\u00f6rungen aus. Im Jahr 2017 wurden 72 Versorgungsst\u00f6rungen bei 53 Medikamenten (44 Wirkstoffe) gemeldet (dabei kann ein Medikament mehrmals betroffen sein), 2018 waren es 104 St\u00f6rungen bei 65 Medikamenten (50 Wirkstoffe) und 2019 184 St\u00f6rungen bei 112 Medikamenten (78 Wirkstoffe). Betroffen waren in erster Linie Antiinfektiva, Impfstoffe und Krebsmedikamente. Vertriebsprobleme, Wirkstoffmangel und Produktionsunterbrechungen waren die am h\u00e4ufigsten genannten Ursachen f\u00fcr Lieferunterbrechungen. In mehreren F\u00e4llen wurden der Markt mit Ware aus Pflichtlagern versorgt.</p><p>10. Die Hauptursachen von Versorgungsengp\u00e4ssen bei Arzneimitteln sind vor allem am Anfang der Versorgungskette (bei der Herstellung oder beim Marktzugang) zu suchen. Bei vielen Wirkstoffen besteht produktionsseitig eine weltweite Minderversorgung (Wirkstoffmangel), welche mit weiterer Verteilung auf zus\u00e4tzliche Lager nicht gel\u00f6st wird. Es ist daher fraglich, ob man die Versorgungslage wirksam und nachhaltig verbessern kann, indem man den Versandhandel liberalisiert und Massnahmen trifft, um den direkten Zugang zu Arzneimitteln f\u00fcr Patientinnen und Patienten zu vereinfachen. Die Erfahrungen der COVID-19-Pandemie haben gezeigt, dass die Feinverteilung durch \u00f6ffentliche und Versandapotheken, Drogerien, Spit\u00e4ler und Arztpraxen gut funktioniert hat. Sicherlich k\u00f6nnte eine Verbesserung der Arzneimittelvorr\u00e4te durch verschiedene Akteure am Ende der Versorgungskette (z. B. Spit\u00e4ler) dazu beitragen, Versorgungsengp\u00e4sse vermehrt zu vermeiden. Diese Massnahme wird im Bericht gepr\u00fcft, den das BAG derzeit ausarbeitet.</p><p>11. Der Bund hat in den letzten Jahren einiges getan, um den Patientinnen und Patienten den Zugang zu Arzneimitteln zu vereinfachen. So teilte Swissmedic 2019 im Rahmen der Umsetzung der ordentlichen Revision des Heilmittelgesetzes (HMG; SR 812.21) 536 Arzneimittel der fr\u00fcheren Kategorie C in die Kategorie D um. Das Risikoprofil eines Arzneimittels entscheidet dar\u00fcber, ob es verschreibungspflichtig ist oder nicht. Sorgt man daf\u00fcr, dass mehr Arzneimittel rezeptfrei erh\u00e4ltlich sind, beispielsweise indem sie aus der Verschreibungspflicht entlassen werden, k\u00f6nnte das zu einem unkontrollierten und gef\u00e4hrlichen Arzneimittelkonsum f\u00fchren. Medikamentenmissbrauch, \u00dcberdosierung, Interaktionen mit anderen Medikamenten oder ernste Nebenwirkungen sind zu erwarten. Das w\u00fcrde sich negativ auf die Gesundheit der Patientinnen und Patienten sowie auf die damit verbundene Kostenentwicklung auswirken. Eine Mangelversorgung infolge verminderter Produktionskapazit\u00e4ten und fehlenden Alternativen kann nicht nur \u00fcber eine vereinfachte Zug\u00e4nglichkeit zu Medikamenten gel\u00f6st werden. Vorzuziehen w\u00e4ren Anstrengungen in neue Produktionsstandorte, breiter abgest\u00fctzte Angebotspaletten und einen Ausbau der Lagerhaltungen entlang der Wertsch\u00f6pfungsketten.</p>  Antwort des Bundesrates.","FederalCouncilProposal":8,"FederalCouncilProposalText":null,"FederalCouncilProposalDate":"\/Date(1597190400000)\/","SubmittedBy":"Reimann Lukas","BusinessStatus":229,"BusinessStatusText":"Erledigt","BusinessStatusDate":"\/Date(1600992000000)\/","ResponsibleDepartment":4,"ResponsibleDepartmentName":"Departement des Innern","ResponsibleDepartmentAbbreviation":"EDI","IsLeadingDepartment":true,"Tags":"9|15|34|2841","Category":null,"Modified":"\/Date(1690507795550)\/","SubmissionDate":"\/Date(1588723200000)\/","SubmissionCouncil":1,"SubmissionCouncilName":"Nationalrat","SubmissionCouncilAbbreviation":"NR","SubmissionSession":5103,"SubmissionLegislativePeriod":51,"FirstCouncil1":1,"FirstCouncil1Name":"Nationalrat","FirstCouncil1Abbreviation":"NR","FirstCouncil2":null,"FirstCouncil2Name":null,"FirstCouncil2Abbreviation":null,"TagNames":"Sicherheitspolitik|Wirtschaft|Medien und Kommunikation|Gesundheit"}}