{"d":{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20204018,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20204018,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Business"},"BusinessResponsibilities":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20204018,Language='DE')/BusinessResponsibilities"}},"RelatedBusinesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20204018,Language='DE')/RelatedBusinesses"}},"BusinessRoles":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20204018,Language='DE')/BusinessRoles"}},"Publications":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20204018,Language='DE')/Publications"}},"LegislativePeriods":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20204018,Language='DE')/LegislativePeriods"}},"Sessions":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20204018,Language='DE')/Sessions"}},"Preconsultations":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20204018,Language='DE')/Preconsultations"}},"Bills":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20204018,Language='DE')/Bills"}},"Councils":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20204018,Language='DE')/Councils"}},"BusinessTypes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20204018,Language='DE')/BusinessTypes"}},"Votes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20204018,Language='DE')/Votes"}},"SubjectsBusiness":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20204018,Language='DE')/SubjectsBusiness"}},"BusinessStates":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20204018,Language='DE')/BusinessStates"}},"Council":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20204018,Language='DE')/Council"}},"Transcripts":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20204018,Language='DE')/Transcripts"}},"ID":20204018,"Language":"DE","BusinessShortNumber":"20.4018","BusinessType":8,"BusinessTypeName":"Interpellation","BusinessTypeAbbreviation":"Ip.","Title":"Wann werden die tats\u00e4chlichen Risiken von toxischen synthetischen Molek\u00fclen f\u00fcr die Gesundheit und die Biodiversit\u00e4t ber\u00fccksichtigt?","Description":null,"InitialSituation":null,"Proceedings":null,"DraftText":null,"SubmittedText":"<p>2021 wird die Bev\u00f6lkerung \u00fcber zwei Initiativen abstimmen, die synthetische Pestizide verbieten wollen. In den R\u00e4ten wird ausserdem \u00fcber die parlamentarische Initiative 19.475 debattiert, die die Risiken beim Einsatz von Pestiziden reduzieren m\u00f6chte. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob dabei die folgenden drei bei \u00d6kotoxikologinnen und -toxikologen wohlbekannten Konzepte ber\u00fccksichtigt werden: hormonaktive Stoffe (sogenannte endokrine Disruptoren), Cocktaileffekte und chronische Exposition. Diese erm\u00f6glichen es, die tats\u00e4chlichen Risiken einzusch\u00e4tzen, mit denen die belasteten Organismen, einschliesslich der Mensch, konfrontiert sind.</p><p>Ich bitte den Bundesrat, die folgenden Fragen zu beantworten:</p><p>1. Erkennt der Bundesrat an, dass das Ausmass der Auswirkungen von hormonaktiven Stoffen mehr als von der Dosierung zu einem bestimmten Zeitpunkt vor allem von den Umst\u00e4nden der Exposition (Alter, Schwangerschaft etc.) gegen\u00fcber einer solchen Substanz abh\u00e4ngt? Wie beabsichtigt der Bundesrat, diese Tatsache in das aktuelle Zulassungssystem einzubeziehen? Wurden die Auswirkungen der hormonaktiven Stoffe jedes in der Schweiz zugelassenen synthetischen Pestizids gepr\u00fcft und ausgeschlossen?</p><p>2. Auf welche Auswertungen und Studien st\u00fctzt sich der Bundesrat bei der Aussage, das Gesundheitsrisiko aufgrund von Kombinationswirkungen (auch Cocktaileffekte genannt) werde als gering eingesch\u00e4tzt (Antwort auf die Interpellation 19.3791)? Was ist mit den Risiken von Kombinationswirkungen f\u00fcr die Biodiversit\u00e4t?</p><p>3. Das Grundwasser bildet 80 Prozent unserer Trinkwasserreserven. Laut einem k\u00fcrzlich ver\u00f6ffentlichten Bericht des Bundesamts f\u00fcr Umwelt zeigen Analysen auf, dass im Grundwasser gleichzeitig zahlreiche synthetische Pestizide bzw. deren Abbauprodukte (Metaboliten) sowie Nitrat nachgewiesen wurden. Wie gedenkt der Bundesrat diese Ergebnisse zu nutzen?</p><p>4. Da sich diese Organismen durch ihre F\u00e4higkeit zur Bioakkumulation in den Organismen auszeichnen, muss ihre Toxizit\u00e4t \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum hinweg gepr\u00fcft werden. Kann der Bundesrat ausf\u00fchren, welche Tiere Gegenstand einer solchen Pr\u00fcfung waren und \u00fcber welchen Zeitraum sich diese erstreckte? Kann man, trotz der unterschiedlichen Lebenserwartungen, die bei den Nagetieren beobachteten Auswirkungen auf die Menschen \u00fcbertragen?</p><p>5. Sollte die Ber\u00fccksichtigung der typischen Merkmale der hormonaktiven Stoffe, der chronischen Exposition und der Cocktaileffekte nicht zur Folge haben, dass man einen Bewertungsprozess infrage stellt, der prim\u00e4r auf dem Grundsatz \"Die Dosis mach das Gift\" beruht? Kann der Bundesrat ein Zulassungsverfahren vorschlagen, bei dem diese drei wissenschaftlichen Konzepte ber\u00fccksichtigt werden?</p>","ReasonText":null,"DocumentationText":null,"MotionText":null,"FederalCouncilResponseText":"<p>1./5. Das Zulassungsverfahren f\u00fcr Pflanzenschutzmittel in der Schweiz entspricht im Wesentlichen demjenigen der EU, welches auch die endokrinen Disruptoren ber\u00fccksichtigt und sich auf internationale wissenschaftliche Erkenntnisse st\u00fctzt. Es ber\u00fccksichtigt die Expositionszeit (z. B. w\u00e4hrend der Schwangerschaft) und die Dosis, die bei den endokrinen Disruptoren ebenfalls eine wichtige Rolle spielt. Wirkstoffe mit hormonaktiven Eigenschaften sind in der Schweiz und in Europa nicht mehr zugelassen oder stark eingeschr\u00e4nkt. International werden laufend neue Versuchs- und Pr\u00fcfverfahren entwickelt, an denen sich die Schweiz aktiv beteiligt. Die Vorschriften der EU und auch der Schweiz f\u00fcr die Zulassung k\u00f6nnen bei Bedarf rasch angepasst werden. </p><p>2. Die zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden st\u00fctzen sich vor allem auf die wissenschaftlichen Erkenntnisse der internationalen Agenturen und auf ihre eigenen \u00dcberpr\u00fcfungen. So hat das Bundesamt f\u00fcr Lebensmittelsicherheit und Veterin\u00e4rwesen 2018 das Schweizer Zentrum f\u00fcr angewandte Toxikologie mit einer Analyse der Kombinationswirkung (Cocktaileffekt) der Pestizidr\u00fcckst\u00e4nde in Lebensmitteln beauftragt (<a href=\"http://www.blv.admin.ch\">www.blv.admin.ch</a> &gt; Lebensmittel und Ern\u00e4hrung &gt; Lebensmittelsicherheit &gt; Stoffe im Fokus &gt; Pflanzenschutzmittel &gt; Kombinationswirkungen (\"Cocktail effect\") von Pestizidr\u00fcckst\u00e4nden in Lebensmitteln). Der Bericht kommt unter anderem zum Schluss, dass die Gesundheitsrisiken f\u00fcr Konsumentinnen und Konsumenten aufgrund der Kombinationswirkungen gering bleiben, sofern die einzelnen Stoffe der Kombinationen richtig geregelt sind. Dies ist in der Schweiz der Fall, und die Konzentrationen in den Lebensmitteln liegen deutlich unter den gesetzlichen Werten. </p><p>Zu den Auswirkungen von Pflanzenschutzmitteln auf die Biodiversit\u00e4t haben beispielsweise Studien des Gew\u00e4ssermonitorings bei den Oberfl\u00e4chengew\u00e4ssern in der Schweiz gezeigt, dass negative Kombinationswirkungen haupts\u00e4chlich auf einige Wirkstoffe zur\u00fcckzuf\u00fchren sind, die oft auch bereits alleine die Wasserlebewesen beeintr\u00e4chtigen. </p><p>3. Der Bundesrat ist der Auffassung, dass der vorsorgliche Schutz des Grundwassers verst\u00e4rkt werden muss (siehe z. B. Stellungnahme des Bundesrates zur parlamentarischen Initiative 19.475 \"Das Risiko beim Einsatz von Pestiziden reduzieren\"). Hierf\u00fcr sollen die Kantone mehr Zustr\u00f6mbereiche der Trinkwasserfassungen bestimmen (bisher sind es 60 Zustr\u00f6mbereiche) und ihre Bewirtschaftung so anpassen, dass bei Pflanzenschutzmittel-Metaboliten oder Nitraten die geltenden Vorschriften eingehalten werden. </p><p>Zudem schl\u00e4gt der Bundesrat im Rahmen der Agrarpolitik AP22+ in seiner Botschaft vor, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln mit einem zu hohen Risiko der Konzentration von Metaboliten im Grundwasser zu begrenzen. So hat der St\u00e4nderat im Rahmen der Beratung der oben genannten parlamentarischen Initiative am 14. September 2020 ein Verbot von Pflanzenschutzmitteln, deren Verwendung im Grundwasser zu Konzentrationen von Wirkstoffen und Abbauprodukten \u00fcber 0,1 Mikrogramm/l f\u00fchrt, verabschiedet.</p><p>4. Die Bioakkumulation wird bei der Risikobewertung von Pflanzenschutzmitteln systematisch getestet. Die spezifischen toxikologischen Kurzzeitstudien werden an Ratten, M\u00e4usen, Kaninchen und Hunden durchgef\u00fchrt. Die Studien \u00fcber eine Langzeitexposition (Simulation einer chronischen Exposition) werden an Ratten und M\u00e4usen mit einer lebenslangen Exposition (rund 2 Jahre) durchgef\u00fchrt. Aus diesen Tierversuchen k\u00f6nnen unter Anwendung von Sicherheitsfaktoren f\u00fcr den Menschen sichere Expositionen abgeleitet werden.</p>  Antwort des Bundesrates.","FederalCouncilProposal":8,"FederalCouncilProposalText":null,"FederalCouncilProposalDate":"\/Date(1606262400000)\/","SubmittedBy":"Python Valentine","BusinessStatus":229,"BusinessStatusText":"Erledigt","BusinessStatusDate":"\/Date(1664496000000)\/","ResponsibleDepartment":4,"ResponsibleDepartmentName":"Departement des Innern","ResponsibleDepartmentAbbreviation":"EDI","IsLeadingDepartment":true,"Tags":"52|55|2841","Category":null,"Modified":"\/Date(1716298438787)\/","SubmissionDate":"\/Date(1600300800000)\/","SubmissionCouncil":1,"SubmissionCouncilName":"Nationalrat","SubmissionCouncilAbbreviation":"NR","SubmissionSession":5105,"SubmissionLegislativePeriod":51,"FirstCouncil1":1,"FirstCouncil1Name":"Nationalrat","FirstCouncil1Abbreviation":"NR","FirstCouncil2":null,"FirstCouncil2Name":null,"FirstCouncil2Abbreviation":null,"TagNames":"Umwelt|Landwirtschaft|Gesundheit"}}