{"d":{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20204161,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20204161,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Business"},"BusinessResponsibilities":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20204161,Language='DE')/BusinessResponsibilities"}},"RelatedBusinesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20204161,Language='DE')/RelatedBusinesses"}},"BusinessRoles":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20204161,Language='DE')/BusinessRoles"}},"Publications":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20204161,Language='DE')/Publications"}},"LegislativePeriods":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20204161,Language='DE')/LegislativePeriods"}},"Sessions":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20204161,Language='DE')/Sessions"}},"Preconsultations":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20204161,Language='DE')/Preconsultations"}},"Bills":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20204161,Language='DE')/Bills"}},"Councils":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20204161,Language='DE')/Councils"}},"BusinessTypes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20204161,Language='DE')/BusinessTypes"}},"Votes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20204161,Language='DE')/Votes"}},"SubjectsBusiness":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20204161,Language='DE')/SubjectsBusiness"}},"BusinessStates":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20204161,Language='DE')/BusinessStates"}},"Council":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20204161,Language='DE')/Council"}},"Transcripts":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20204161,Language='DE')/Transcripts"}},"ID":20204161,"Language":"DE","BusinessShortNumber":"20.4161","BusinessType":8,"BusinessTypeName":"Interpellation","BusinessTypeAbbreviation":"Ip.","Title":"Agrarpolitik 2022 plus. Wie lassen sich die \u00f6kologischen Massnahmen vereinbaren mit einem guten Ertragsniveau in der Landwirtschaft und einem hohen Selbstversorgungsgrad bei den Lebensmitteln?","Description":null,"InitialSituation":null,"Proceedings":null,"DraftText":null,"SubmittedText":"<p>Die ersten Debatten zur Agrarpolitik AP 22+ haben deutlich gemacht, dass der Selbstversorgungsgrad der Schweiz bei den Lebensmitteln ein zentrales politisches Anliegen ist. Es wurden Bef\u00fcrchtungen ge\u00e4ussert, dass dieser Grad wegen bestimmter im Entwurf vorgesehener \u00f6kologischer Massnahmen sinken k\u00f6nnte. Es w\u00e4re tats\u00e4chlich wenig sinnvoll, wenn man die lokale Produktion verringern w\u00fcrde, um daf\u00fcr \u00fcber weite Distanzen hinweg Produkte aus dem Ausland zu importieren, die unter schlechten \u00f6kologischen Bedingungen hergestellt wurden. Es m\u00fcsste aber m\u00f6glich sein, in der Schweiz ein gutes Ertragsniveau und einen hohen Selbstversorgungsgrad aufrechtzuerhalten und gleichzeitig auch die Umwelt zu respektieren. Das setzt insbesondere voraus, dass Massnahmen bez\u00fcglich Effizienz getroffen werden.</p><p>Ich stelle dem Bundesrat daher die folgenden Fragen:</p><p>1. Ber\u00fccksichtigen die Prognosen, die er im Rahmen der AP 22+ in Bezug auf den Ertrag und den Selbstversorgungsgrad macht, das grosse Potenzial der Innovation im Landwirtschaftsbereich (insbesondere Resistenzz\u00fcchtung, Einsatz von Robotern usw.)? Kann man diesbez\u00fcglich mit positiven Auswirkungen rechnen?</p><p>2. Der Bundesrat hat beschlossen, im Einklang mit den Zielen f\u00fcr nachhaltige Entwicklung die Verschwendung von Lebensmitteln (Food Waste), von der gegenw\u00e4rtig ein Drittel der produzierten Lebensmittel betroffen sind, bis 2030 zu halbieren. Welche Auswirkungen hat die Umsetzung dieses Beschlusses auf den Ertrag und auf den Selbstversorgungsgrad?</p><p>3. Mehr als die H\u00e4lfte der Ackerfl\u00e4che wird f\u00fcr den Anbau von Tierfutter verwendet. Doch der Fleischkonsum sinkt seit einigen Jahren kontinuierlich, was ganz im Sinn der Empfehlungen der Schweizer Ern\u00e4hrungsstrategie 2017-2024 ist. Welche Auswirkungen hat diese Entwicklung auf den Ertrag und auf den Selbstversorgungsgrad? Welche Auswirkungen h\u00e4tte eine Verst\u00e4rkung der pflanzenbaulichen Produktion - die heute weniger stark unterst\u00fctzt wird als die Tierproduktion - auf den Ertrag und den Selbstversorgungsgrad?</p><p>4. Heute wird der Selbstversorgungsgrad anhand der Kalorien berechnet, was sehr vereinfachend ist. M\u00fcsste die Berechnungsweise nicht verfeinert und erg\u00e4nzt werden? Inwieweit ist der Selbstversorgungsgrad ein guter Indikator f\u00fcr die Ern\u00e4hrungssicherheit der Schweizer Bev\u00f6lkerung? M\u00fcsste er nicht um andere Indikatoren erg\u00e4nzt werden?</p>","ReasonText":null,"DocumentationText":null,"MotionText":null,"FederalCouncilResponseText":"<p>1. Modellbasierte Berechnungen von Agroscope zeigen, dass die Massnahmen der AP22+, die zur Senkung der Risiken von Pflanzenschutzmitteln und zur Reduktion der N\u00e4hrstoffverluste beitragen, zu einem leichten R\u00fcckgang des Selbstversorgungsgrades (SVG) f\u00fchren. Dies deshalb, weil ein reduzierter Pflanzenschutzmittel- und D\u00fcngereinsatz im Modell zu tieferen Ertr\u00e4gen f\u00fchrt. Bei den Berechnungen wurde der technologische Fortschritt nur teilweise ber\u00fccksichtigt. W\u00e4hrend Zuchtfortschritte beim Pflanzenbau in die Berechnungen eingeflossen sind, konnten technologische Entwicklungen wie der Einsatz von Drohnen, pr\u00e4zise Applikationstechniken f\u00fcr Pflanzenschutzmittel und D\u00fcnger oder digitale Technologien im Modell nicht abgebildet werden. Es kann davon ausgegangen werden, dass diese Entwicklungen dazu f\u00fchren werden, dass in Zukunft ein reduzierter Pflanzenschutzmittel- und D\u00fcngereinsatz deutlich geringere Auswirkungen auf die Produktionsmengen hat als heute und entsprechend der SVG gegen\u00fcber der Prognose gem\u00e4ss AP22+ wieder zunehmen wird.</p><p>2. Gem\u00e4ss dem Sustainable Development Goal (SDG) 12.3 sollen bis 2030 die Lebensmittelabf\u00e4lle pro Kopf auf Detailhandels- und Konsumebene halbiert und auf den vorgelagerten Stufen verringert werden. Gem\u00e4ss einer Studie der ETH Z\u00fcrich betr\u00e4gt in der Schweiz der Anteil aller vermeidbarer Lebensmittelverluste von der Produktion bis zum Konsum 33 Prozent der verf\u00fcgbaren Kalorien. Der SVG ist heute definiert als Anteil der Inlandproduktion (auf Stufe Grosshandel) am inl\u00e4ndischen Gesamtverbrauch. Letzterer berechnet sich aus der Inlandproduktion (auf Stufe Grosshandel) zuz\u00fcglich der Importe und abz\u00fcglich der Exporte. Weiter werden die Ver\u00e4nderungen bei der Lagerhaltung ber\u00fccksichtigt. Der Gesamtverbrauch setzt sich somit zusammen aus dem effektiven Konsum und den Lebensmittelabf\u00e4llen auf Stufe Detailhandel und Konsum. Bei einer Reduktion der vermeidbaren Lebensmittelabf\u00e4lle auf diesen Stufen sinkt der Gesamtverbrauch, was zu einem Anstieg des SVG f\u00fchrt. In welchem Umfang der SVG steigt, h\u00e4ngt davon ab, bei welchen Lebensmitteln die Abf\u00e4lle reduziert werden und wie sich der sinkende Gesamtverbrauch auf die Inlandproduktion und die Importe bzw. Exporte auswirkt. F\u00fcr eine Quantifizierung w\u00e4ren entsprechende Annahmen und umfangreiche Berechnungen mit dynamischen Modellen notwendig.</p><p>3. F\u00fcr die Produktion einer tierischen Kalorie wird ein Vielfaches an pflanzlichen Kalorien in Form von Futter ben\u00f6tigt. Um den SVG zu erh\u00f6hen, m\u00fcssten deshalb mehr pflanzliche Kalorien, die sich f\u00fcr die menschliche Ern\u00e4hrung eignen, direkt dem menschlichen Konsum zugef\u00fchrt werden. Eine Konsumver\u00e4nderung in Richtung weniger tierischer und mehr pflanzlicher Lebensmittel entspr\u00e4che auch den Ern\u00e4hrungsempfehlungen des Bundes. Heute wird in der Schweiz auf mehr als der halben Ackerfl\u00e4che Futter produziert. Die Strategie des Bundes sieht bei einer Versorgungskrise deshalb vor, vermehrt Kulturen zur direkten menschlichen Ern\u00e4hrung (Kartoffeln, Weizen, Raps, Zuckerr\u00fcben) anzubauen und die Veredelungsproduktion (Gefl\u00fcgel und Schweine) entsprechend zu reduzieren. Modellberechnungen zeigen, dass die Inlandproduktion im Falle fehlender Importe unter optimaler Nutzung der landwirtschaftlichen Nutzfl\u00e4che ein durchschnittliches Energieangebot von 2340 Kilokalorien pro Person und Tag w\u00e4hrend einem halben Jahr zur Verf\u00fcgung stellen k\u00f6nnte. Damit k\u00f6nnte das erforderliche Minimum von 2300 kcal pro Person und Tag w\u00e4hrend dieser Zeit gedeckt werden. Der SVG w\u00fcrde so auf rund 78 Prozent ansteigen. Der Anteil der pflanzlichen Produkte am Konsum w\u00e4re in diesem Fall deutlich h\u00f6her als heute. Eine Produktionsverlagerung von tierischen zu pflanzlichen Nahrungsmitteln h\u00e4tte in Normalzeiten ohne entsprechende \u00c4nderung des Konsumverhaltens indes zur Folge, dass die Importe von tierischen Produkten steigen und die Preise f\u00fcr inl\u00e4ndische pflanzliche Produkte aufgrund des \u00dcberangebots sinken w\u00fcrden.</p><p>4. F\u00fcr die Beurteilung der mittel- und langfristigen Versorgungssicherheit ist der SVG kein geeigneter Indikator, da er die nachhaltige Nutzung der Produktionsgrundlagen (z.B. fruchtbare B\u00f6den und Biodiversit\u00e4t) nicht ber\u00fccksichtigt. Eine kurz- und mittelfristige Steigerung des SVG kann die langfristige Versorgungssicherheit sogar gef\u00e4hrden, wenn durch eine Intensivierung der Produktion die \u00f6kologische Tragf\u00e4higkeit \u00fcberschritten und damit der langfristige Erhalt der Produktionsgrundlagen gef\u00e4hrdet wird. Weiter werden importierte Produktionsmittel wie Saatgut, D\u00fcngemittel oder Treibstoffe, die f\u00fcr die Inlandproduktion essenziell sind, im SVG nicht abgebildet. Hinzu kommt, dass der SVG auf der Basis der Energiewerte der einzelnen Lebensmittel berechnet wird und er die Zusammensetzung des Lebensmittelkorbes nicht ber\u00fccksichtigt. So k\u00f6nnte der SVG beispielsweise durch eine Steigerung der Produktion von energiereichem Zucker erh\u00f6ht werden, ohne dass damit die Versorgungssicherheit der Bev\u00f6lkerung im Krisenfall sichergestellt werden k\u00f6nnte.</p>  Antwort des Bundesrates.","FederalCouncilProposal":8,"FederalCouncilProposalText":null,"FederalCouncilProposalDate":"\/Date(1604448000000)\/","SubmittedBy":"Thorens Goumaz Ad\u00e8le","BusinessStatus":229,"BusinessStatusText":"Erledigt","BusinessStatusDate":"\/Date(1607990400000)\/","ResponsibleDepartment":8,"ResponsibleDepartmentName":"Departement f\u00fcr Wirtschaft, Bildung und Forschung","ResponsibleDepartmentAbbreviation":"WBF","IsLeadingDepartment":true,"Tags":"9|52|55","Category":null,"Modified":"\/Date(1690506680357)\/","SubmissionDate":"\/Date(1600905600000)\/","SubmissionCouncil":2,"SubmissionCouncilName":"St\u00e4nderat","SubmissionCouncilAbbreviation":"SR","SubmissionSession":5105,"SubmissionLegislativePeriod":51,"FirstCouncil1":2,"FirstCouncil1Name":"St\u00e4nderat","FirstCouncil1Abbreviation":"SR","FirstCouncil2":null,"FirstCouncil2Name":null,"FirstCouncil2Abbreviation":null,"TagNames":"Sicherheitspolitik|Umwelt|Landwirtschaft"}}