{"d":{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20204166,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20204166,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Business"},"BusinessResponsibilities":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20204166,Language='DE')/BusinessResponsibilities"}},"RelatedBusinesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20204166,Language='DE')/RelatedBusinesses"}},"BusinessRoles":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20204166,Language='DE')/BusinessRoles"}},"Publications":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20204166,Language='DE')/Publications"}},"LegislativePeriods":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20204166,Language='DE')/LegislativePeriods"}},"Sessions":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20204166,Language='DE')/Sessions"}},"Preconsultations":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20204166,Language='DE')/Preconsultations"}},"Bills":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20204166,Language='DE')/Bills"}},"Councils":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20204166,Language='DE')/Councils"}},"BusinessTypes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20204166,Language='DE')/BusinessTypes"}},"Votes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20204166,Language='DE')/Votes"}},"SubjectsBusiness":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20204166,Language='DE')/SubjectsBusiness"}},"BusinessStates":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20204166,Language='DE')/BusinessStates"}},"Council":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20204166,Language='DE')/Council"}},"Transcripts":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20204166,Language='DE')/Transcripts"}},"ID":20204166,"Language":"DE","BusinessShortNumber":"20.4166","BusinessType":6,"BusinessTypeName":"Postulat","BusinessTypeAbbreviation":"Po.","Title":"Synthetische Pestizide. Hirntumore und Atemwegserkrankungen bei Kindern","Description":null,"InitialSituation":null,"Proceedings":null,"DraftText":null,"SubmittedText":"<p>Der Bundesrat wird beauftragt zu pr\u00fcfen, ob es zweckm\u00e4ssig ist, Massnahmen treffen, um die Gesundheit von Kindern vor der Belastung durch synthetische Pestizide zu sch\u00fctzen. Zudem soll ein Bericht zu diesem Thema vorgelegt werden.</p>","ReasonText":"<p>Eine 2018 in Bordeaux von der Universit\u00e4tsprofessorin und bekannten Spital\u00e4rztin Isabelle Baldi durchgef\u00fchrte Studie kommt zum Schluss, dass es einen signifikanten Zusammenhang zwischen Fungiziden, deren Marker im Urin quantitativ gemessen werden k\u00f6nnen, und einem drei bis vier Mal h\u00f6heren Asthmarisiko bei Kindern gibt.</p><p>Die Studie ist Teil einer langen wissenschaftlichen Karriere, die der Untersuchung der Auswirkungen von Pestiziden auf die Gesundheit gewidmet ist. Baldi hat unter anderem zwei Forschungsarbeiten verfasst. Der Titel der einen Arbeit lautet: Chronische Auswirkungen auf das Zentralnervensystem bei beruflich bedingter Pestizid-Exposition. </p><p>Das Risiko von Atemwegserkrankungen bei Landwirtinnen und Landwirten ist bekannt. Die chronische Pestizid-Exposition am Arbeitsplatz ist f\u00fcr die Entwicklung von Asthma oder COPD in der Tat ein erwiesener Risikofaktor. Synthetische Pestizide der Familie der Carbamate sind besonders problematisch. Eine sehr breit angelegte Studie mit mehr als 180 000 Teilnehmenden, die seit 2005 observiert werden (Agrican-Kohorte), hat aufgezeigt, welche Rolle die Pestizid-Exposition in der Landwirtschaft bei der Inzidenz der wichtigsten histologischen Typen von Tumoren des Zentralnervensystems spielt.</p><p>Die Risiken f\u00fcr Anwohnerinnen und Anwohner sind jedoch viel weniger gut dokumentiert. </p><p>Die neusten Studien zeigen aber, dass das Risiko, Atemprobleme oder Asthma zu entwickeln, bei kleinen Kindern oder gar ungeborenen Kinder, die synthetischen Pestiziden ausgesetzt sind, h\u00f6her ist. In seiner Antwort vom Mai 2019 auf die Interpellation 19.3101 hat der Bundesrat erkl\u00e4rt: \"In der Schweiz wird die Luftverfrachtung von Pestiziden nicht systematisch gemessen. Die Aufnahme eines systematischen Monitorings der Verbreitung von zugelassenen Pestiziden auf dem Luftweg ist auch nicht geplant.\" </p><p>Die Interpellation 20.3767 mit dem Titel \"Erh\u00f6htes Krebsrisiko bei Kindern durch Pestizide\", die im Juni behandelt wurde, zitiert eine Studie der Universit\u00e4t Bern, wonach in zwei Regionen, in denen intensiv Landwirtschaft betrieben wird, f\u00fcr Kinder ein prozentual signifikant h\u00f6heres Risiko besteht, an Krebs (Hirntumor) zu erkranken. Der Bundesrat zeigte sich sichtlich besorgt und gab zur Antwort: \"Eine Pilotkampagne mit Messungen in der Luft und im Regenwasser begann im Mai 2020 an 9 Standorten und wird bis Herbst 2020 fortgesetzt. Es handelt sich dabei um eine Zusammenarbeit zwischen dem BAFU und den Kantonen Basel, Jura, Graub\u00fcnden, Thurgau und Z\u00fcrich. Es liegen noch keine Ergebnisse vor. Ein Monitoring ist nicht vorgesehen, aber im Sommer 2020 werden an bestimmten Ausbringungsorten experimentelle Messungen durchgef\u00fchrt, um das Ausmass der Verfrachtung mit zunehmender Entfernung vom Ausbringungsort zu bestimmen.\"</p><p>Im Gegensatz zu den Vorschriften zu den Abst\u00e4nden, die zwischen einer Ausbringungszone und einem Gew\u00e4sser oder einem Wald (Pufferstreifen) einzuhalten sind, sieht das Bundesrecht keine Schutzdistanz zwischen einem Gebiet, in dem synthetische Pestizide ausgebracht werden, und einem Wohngebiet vor. Nur sehr wenige Kantone und Gemeinden haben bis heute auf diesen Mangel reagiert. Das heisst, dass es rechtlich nicht verboten ist, neben einer Schule oder Wohnsiedlung oder gar neben einem Spielplatz synthetische Pestizide auszubringen. </p><p>In Anbetracht der obigen \u00c4usserungen ist festzuhalten, dass der Bundesrat seinen Standpunkt in diesem Jahr ge\u00e4ndert hat, insbesondere nach der Ver\u00f6ffentlichung der Resultate der Studie, die von der Universit\u00e4t Bern durchgef\u00fchrt wurde. Wenigstens teilt er jetzt die Meinung, dass die Verbreitung von synthetischen Pestiziden durch die Luft ein Faktor f\u00fcr oder die Ursache von ernsthaften gesundheitlichen Problemen bei Kindern sein kann. Im Moment sind aber keine Massnahmen vorgesehen. </p><p>Wie l\u00e4sst sich erkl\u00e4ren, dass zum Schutz der Bev\u00f6lkerung kein Sicherheitsabstand empfohlen wird, wenn das Schweizer Recht bei W\u00e4ldern eine Distanz von mindestens drei Metern und bei Gew\u00e4ssern eine Distanz von sechs bis hundert Metern vorschreibt. Darum fordere ich den Bundesrat auf, den eingeschlagenen Weg weiterzuverfolgen und rasch wirksame Massnahmen vorzusehen, um:</p><p>- in den Gebieten in der N\u00e4he von Ausbringungszonen das Auftreten von Lungenkrankheiten insbesondere bei Kindern zu untersuchen;</p><p>- die Verwendung von synthetischen Pestiziden und anderen stark reizenden Produkten in der N\u00e4he von Wohngebieten zu verhindern oder zu reduzieren;</p><p>- ausreichend und klare Pufferstreifen zwischen Ausbringungszonen und Wohngebieten zu schaffen;</p><p>- die Auswirkungen der Umstellung kritischer Zonen auf biologischen Anbau in der N\u00e4he von Wohngebieten zu untersuchen.</p><p>Es soll ein Bericht vorgelegt werden, der die Resultate der erw\u00e4hnten zurzeit laufenden Pilotkampagne betreffend die Messungen in der Luft und im Regenwasser darlegt.</p>","DocumentationText":null,"MotionText":null,"FederalCouncilResponseText":"<p>In seiner Antwort auf die Interpellation 20.3767 Baumann erl\u00e4uterte der Bundesrat, dass es in der zitierten Studie des Kantons Bern nur teilweise m\u00f6glich war, einen Zusammenhang zwischen den regionalen Unterschieden betreffend das Auftreten der Tumore und den in der Studie untersuchten Faktoren nachzuweisen.</p><p>Ausserdem wurden die Pflanzenschutzmittel in dieser Studie nicht als Einflussfaktoren untersucht. Diese Produkte wurden zwar als ein weiterer Faktor genannt, der bei regionalen Unterschieden eine Rolle spielen k\u00f6nnte, sie wurden aber in dieser Studie nicht mitanalysiert.</p><p>Asthma ist eine chronisch-entz\u00fcndliche Erkrankung der Bronchien, die sich durch Atemnot, Husten, pfeifendes Atmen und manchmal durch permanente Atembeschwerden \u00e4ussert. Asthma wird durch eine Kombination aus einer genetischen Veranlagung f\u00fcr Allergien und aus Umweltfaktoren wie beispielsweise Pollen, Milben, Tierschuppen und -haare, Schaben, Schimmel, Rauch oder Schadstoffe verursacht. Unter dem Namen \"Schweizer Gesundheitsstudie - Pilotphase\" wurde 2020 eine Pilotstudie f\u00fcr ein landesweites Projekt im Bereich Human Biomonitoring (HBM) gestartet. In diesem Projekt wird der Wirkstoffgehalt in biologischen Proben gemessen und mit Gesundheitsdaten verkn\u00fcpft. Dieses Projekt ist allerdings auf die allgemeine erwachsene Bev\u00f6lkerung ausgerichtet und erlaubt in der gegenw\u00e4rtigen Form keine R\u00fcckschl\u00fcsse auf Lungenerkrankungen bei Kindern, die in der N\u00e4he von Ausbringungsgebieten wohnen. Aufgrund der grossen Zahl von Faktoren, die eine Asthmaerkrankung hervorrufen k\u00f6nnen, wird eine solche Studie derzeit nicht in Betracht gezogen.</p><p>Seit 2017 werden im Rahmen der Produktebewertung auch die Risiken f\u00fcr Nebenstehende sowie Anwohnerinnen und Anwohner ber\u00fccksichtigt und gegebenenfalls Abstandsauflagen festgelegt. Da auch Naturstoffe eine Asthmaerkrankung ausl\u00f6sen k\u00f6nnen, ist es nicht angebracht, eine Studie \u00fcber die Auswirkungen des Einsatzes von Produkten, die f\u00fcr die Verwendung in der biologischen Landwirtschaft in der N\u00e4he von bewohnten Gebieten zugelassen sind, durchzuf\u00fchren.</p><p>Schliesslich schl\u00e4gt der Bundesrat in seiner Botschaft zur Weiterentwicklung der Agrarpolitik ab 2022 (AP22+) vor, die Gew\u00e4hrung von Direktzahlungen an die Verwendung von Behandlungsmethoden zu kn\u00fcpfen, die die Abdrift um 75\u00a0Prozent reduzieren. Diese generelle Massnahme wird die Exposition in Wohngebieten deutlich verringern.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.","FederalCouncilProposal":20,"FederalCouncilProposalText":"Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.","FederalCouncilProposalDate":"\/Date(1605657600000)\/","SubmittedBy":"Vara C\u00e9line","BusinessStatus":229,"BusinessStatusText":"Erledigt","BusinessStatusDate":"\/Date(1654646400000)\/","ResponsibleDepartment":4,"ResponsibleDepartmentName":"Departement des Innern","ResponsibleDepartmentAbbreviation":"EDI","IsLeadingDepartment":true,"Tags":"52|55|2841","Category":null,"Modified":"\/Date(1763102647193)\/","SubmissionDate":"\/Date(1600905600000)\/","SubmissionCouncil":2,"SubmissionCouncilName":"St\u00e4nderat","SubmissionCouncilAbbreviation":"SR","SubmissionSession":5105,"SubmissionLegislativePeriod":51,"FirstCouncil1":2,"FirstCouncil1Name":"St\u00e4nderat","FirstCouncil1Abbreviation":"SR","FirstCouncil2":null,"FirstCouncil2Name":null,"FirstCouncil2Abbreviation":null,"TagNames":"Umwelt|Landwirtschaft|Gesundheit"}}