{"d":{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20213786,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20213786,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Business"},"BusinessResponsibilities":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20213786,Language='DE')/BusinessResponsibilities"}},"RelatedBusinesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20213786,Language='DE')/RelatedBusinesses"}},"BusinessRoles":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20213786,Language='DE')/BusinessRoles"}},"Publications":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20213786,Language='DE')/Publications"}},"LegislativePeriods":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20213786,Language='DE')/LegislativePeriods"}},"Sessions":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20213786,Language='DE')/Sessions"}},"Preconsultations":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20213786,Language='DE')/Preconsultations"}},"Bills":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20213786,Language='DE')/Bills"}},"Councils":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20213786,Language='DE')/Councils"}},"BusinessTypes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20213786,Language='DE')/BusinessTypes"}},"Votes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20213786,Language='DE')/Votes"}},"SubjectsBusiness":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20213786,Language='DE')/SubjectsBusiness"}},"BusinessStates":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20213786,Language='DE')/BusinessStates"}},"Council":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20213786,Language='DE')/Council"}},"Transcripts":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20213786,Language='DE')/Transcripts"}},"ID":20213786,"Language":"DE","BusinessShortNumber":"21.3786","BusinessType":8,"BusinessTypeName":"Interpellation","BusinessTypeAbbreviation":"Ip.","Title":"Pestizide mit endokrinen Disruptoren. Welche Kriterien f\u00fcr die Beurteilung welcher Wirkung?","Description":null,"InitialSituation":null,"Proceedings":null,"DraftText":null,"SubmittedText":"<p>Was die Belastung der Umwelt und der lebenden Organismen mit endokrinen Disruptoren angeht, sind synthetische Pestizide eine besonders besorgniserregende Kategorie, sowohl wegen ihrer spezifischen Toxizit\u00e4t als auch wegen ihrer weiten und wiederholten Verbreitung. Die EU-Studie \"Endocrine Disruptors: From Scientific Evidence to Human Health Protection\" aus dem Jahr 2019 gibt an, dass 35 Prozent der damals zugelassenen synthetischen Pestizide die Schilddr\u00fcse beeintr\u00e4chtigen und 33 Prozent toxische Wirkungen auf die Entwicklung des Hirns haben. Im interdepartementalen Bericht desselben Jahres war zu lesen, dass die sogenannten Interimskriterien der EU, auf welchen die Beurteilung der Wirkung von Bioziden und Pflanzenschutzmitteln als endokrine Disruptoren beruhte, nicht auf wissenschaftlichen Grundlagen bestimmt wurden und dass die Erarbeitung von neuen Kriterien viel mehr Zeit in Anspruch nahm als vorgesehen. In seinen Antworten auf die Fragen 21.7462 und 21.7607 schrieb der Bundesrat, dass die EU 2019 im Rahmen der \u00dcberpr\u00fcfung der synthetischen Pestizide neue spezifische Kriterien zur Identifizierung von endokrinen Disruptoren angenommen hat.</p><p>Der Bundesrat wird gebeten, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Welches sind die neuen spezifischen Kriterien zur Identifizierung von endokrinen Disruptoren, die die EU 2019 angenommen hat?</p><p>2. Welche Wirkstoffe werden derzeit bereits \u00fcberpr\u00fcft? In welchem Jahr wird die EU die \u00dcberpr\u00fcfung aller Wirkstoffe nach diesen neuen Kriterien beendet haben?</p><p>3. Wann wird die Schweiz diese neuen Kriterien \u00fcbernehmen?</p><p>4. Welche Wirkungen von endokrinen Disruptoren werden ber\u00fccksichtigt? Ab welcher Expositionsdosis? Werden Metaboliten, die als \"nicht relevant\" eingestuft werden, ber\u00fccksichtigt?</p><p>5. Wie wird die spezifische Wirkung auf das ungeborene Kind untersucht?</p><p>6. Wie wird die Wirkung auf die Fruchtbarkeit beurteilt: Spermienqualit\u00e4t, Hyper\u00f6strogenismus (Aromatase-Exzess-Syndrom), angeborene Missbildungen der Fortpflanzungsorgane usw.?</p><p>7. Wie wird der Einfluss auf die kognitive Entwicklung evaluiert?</p><p>8. Wie wird die Wirkung auf die Schilddr\u00fcse (Regulierung des Wachstums und Energiestoffwechsel) und auf die Bauchspeicheldr\u00fcse (Regulierung des Zuckerstoffwechsels) beurteilt?</p><p>9. Wie wird der Einfluss auf die Biodiversit\u00e4t untersucht?</p>","ReasonText":null,"DocumentationText":null,"MotionText":null,"FederalCouncilResponseText":"<p>1. Die neuen wissenschaftlichen Kriterien, die von der EU im September 2017 f\u00fcr die Biozide und im April 2018 f\u00fcr die Pflanzenschutzmittel verabschiedet wurden, basieren auf der Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Die WHO definiert einen endokrinen Disruptor als eine Substanz, welche die Funktion des Hormonsys-tems ver\u00e4ndert und dadurch zu nachteiligen Wirkungen auf die Gesundheit eines Organismus, seiner Nachkommenschaft oder auf ganze (Sub-)Populationen f\u00fchrt. Diese Kriterien sind in Anhang II Nummer 3.6.5 der Verordnung (EG) Nr. 1107/2009 f\u00fcr die Pflanzenschutzmittel und in der Verordnung (EU) Nr. 2017/2100 f\u00fcr die Biozide festgelegt.</p><p>2. Seit der Einf\u00fchrung der neuen Kriterien wurden in der EU die Genehmigungen von vier Pflanzenschutzmittelwirkstoffen erneuert. In der EU werden die Wirkstoffe f\u00fcr einen Zeitraum von maximal 15 Jahren zugelassen und m\u00fcssen am Ende dieses Zeitraums einer Neubeurteilung unterzogen werden. Es ist zu beachten, dass alle in Pflanzenschutzmitteln enthaltenen Substanzen bereits auf der Grundlage der alten Definition f\u00fcr endokrine Disruptoren gepr\u00fcft worden sind. F\u00fcr die Beurteilung von bioziden Stoffen sind die neu festgelegten Kriterien seit Juni 2018 anwendbar. Biozide Wirkstoffe werden l\u00e4ngstens f\u00fcr 10 Jahre genehmigt. F\u00fcr Wirkstoffe, die vor Juni 2018 genehmigt wurden, muss bei der Verl\u00e4ngerung die Beurteilung nach den neu festgelegten Kriterien erfolgen.</p><p>3. Die neuen Kriterien sind in der Schweiz mit der Revision der Biozidprodukteverord-nung (SR 813.12) vom 31. Januar 2018 und mit der Revision der Pflanzenschutzmittelverordnung (SR 916.161) vom 31. Oktober 2018 \u00fcbernommen worden.</p><p>4. Bei der Ermittlung von Wirkstoffen, die m\u00f6glicherweise sch\u00e4dliche Auswirkungen auf das Hormonsystem haben, sind alle verf\u00fcgbaren einschl\u00e4gigen wissenschaftlichen Daten zu ber\u00fccksichtigen. Die Beurteilung basiert auf den Leitlinien zur Identifizierung von Substanzen in Pestiziden mit potenziell endokrinsch\u00e4digenden Eigenschaften, die von der Europ\u00e4ischen Beh\u00f6rde f\u00fcr Lebensmittelsicherheit (EFSA) und der Europ\u00e4ischen Chemikalienagentur (ECHA) am 5. Juni 2018 ver\u00f6ffentlicht wurden. Die Metaboliten werden je nach Fall ber\u00fccksichtigt, abh\u00e4ngig von ihrer toxikologischen Signifikanz.</p><p>5. und 6. Die Beurteilung der endokrinen Auswirkungen basiert auf den Ergebnissen von Tierversuchen zur Toxizit\u00e4t bei wiederholter Exposition sowie zur Reproduktions- und Entwicklungstoxizit\u00e4t (Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit, angeborene Fehlbildungen des Fortpflanzungssystems, Auswirkungen auf den F\u00f6tus). Im Rahmen der Beurteilung der endokrinen Auswirkungen werden auch \u00f6strogene, androgene, thyroide und steroidogenetische Wirkungsweisen (EATS) untersucht.</p><p>7. Die Auswirkungen auf die kognitive Entwicklung sind gem\u00e4ss der OECD-Richtlinie Nr. 426 dann zu beurteilen, wenn es Hinweise auf Neurotoxizit\u00e4t gibt. Tests an Ratten liefern Informationen \u00fcber die Auswirkungen einer wiederholten Exposition gegen\u00fcber einer Substanz w\u00e4hrend der Entwicklung im Uterus und der fr\u00fchen postnatalen Phase. Die Beurteilung umfasst Beobachtungen zur Erkennung von neurologischen Anomalien und Verhaltensauff\u00e4lligkeiten sowie von Neuropathologien w\u00e4hrend der postnatalen Entwicklung und im Erwachsenenalter.</p><p>8. Die endokrinen Auswirkungen auf die Schilddr\u00fcse werden anhand der Schilddr\u00fcsenfunktionen von m\u00e4nnlichen und weiblichen Ratten w\u00e4hrend der Pubert\u00e4tsentwicklung untersucht. Die Auswirkungen auf die Bauchspeicheldr\u00fcse werden in Tierversuchen zur Toxizit\u00e4t bei wiederholter Exposition untersucht.</p><p>9. Die allf\u00e4lligen Auswirkungen von hormonaktiven Substanzen auf Nichtzielorganismen werden basierend auf wissenschaftlichen Daten zu S\u00e4ugetieren, V\u00f6geln, Fischen und Amphibien beurteilt. Die Beurteilungskriterien sind in der Verordnung (EU) Nr. 2018/605 festgelegt.</p>  Antwort des Bundesrates.","FederalCouncilProposal":8,"FederalCouncilProposalText":null,"FederalCouncilProposalDate":"\/Date(1629244800000)\/","SubmittedBy":"Python Valentine","BusinessStatus":229,"BusinessStatusText":"Erledigt","BusinessStatusDate":"\/Date(1686873600000)\/","ResponsibleDepartment":4,"ResponsibleDepartmentName":"Departement des Innern","ResponsibleDepartmentAbbreviation":"EDI","IsLeadingDepartment":true,"Tags":"52|2841","Category":null,"Modified":"\/Date(1715704880927)\/","SubmissionDate":"\/Date(1623888000000)\/","SubmissionCouncil":1,"SubmissionCouncilName":"Nationalrat","SubmissionCouncilAbbreviation":"NR","SubmissionSession":5110,"SubmissionLegislativePeriod":51,"FirstCouncil1":1,"FirstCouncil1Name":"Nationalrat","FirstCouncil1Abbreviation":"NR","FirstCouncil2":null,"FirstCouncil2Name":null,"FirstCouncil2Abbreviation":null,"TagNames":"Umwelt|Gesundheit"}}