{"d":{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20213873,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20213873,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Business"},"BusinessResponsibilities":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20213873,Language='DE')/BusinessResponsibilities"}},"RelatedBusinesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20213873,Language='DE')/RelatedBusinesses"}},"BusinessRoles":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20213873,Language='DE')/BusinessRoles"}},"Publications":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20213873,Language='DE')/Publications"}},"LegislativePeriods":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20213873,Language='DE')/LegislativePeriods"}},"Sessions":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20213873,Language='DE')/Sessions"}},"Preconsultations":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20213873,Language='DE')/Preconsultations"}},"Bills":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20213873,Language='DE')/Bills"}},"Councils":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20213873,Language='DE')/Councils"}},"BusinessTypes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20213873,Language='DE')/BusinessTypes"}},"Votes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20213873,Language='DE')/Votes"}},"SubjectsBusiness":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20213873,Language='DE')/SubjectsBusiness"}},"BusinessStates":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20213873,Language='DE')/BusinessStates"}},"Council":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20213873,Language='DE')/Council"}},"Transcripts":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20213873,Language='DE')/Transcripts"}},"ID":20213873,"Language":"DE","BusinessShortNumber":"21.3873","BusinessType":8,"BusinessTypeName":"Interpellation","BusinessTypeAbbreviation":"Ip.","Title":"Welche in der Schweiz zugelassenen Wirkstoffe und Abbauprodukte gelten als \"forever-chemicals\"?","Description":null,"InitialSituation":null,"Proceedings":null,"DraftText":null,"SubmittedText":"<p>Die Umweltorganisation \"ohneGift\" hat an mehreren Standorten in der Schweiz die Konzentration von Trifluoracetat (TFA) im Seewasser und im daraus gewonnenen Trinkwasser gemessen. Wie gef\u00e4hrlich das \"forever-chemical\" ist - es baut sich weder in der Umwelt, noch in Lebewesen ab -, ob es krebserregend ist oder wie es mit anderen chemischen R\u00fcckst\u00e4nden reagiert (Cocktail-Effekt), ist weitgehend unklar. Studien zeigen aber, dass es einen Rezeptor im Zentralnervensystem beeinflusst. Da TFA erst in h\u00f6heren Dosen akut toxisch wirkt und viele Gew\u00e4ssern belastet sind, hat das deutsche Umweltbundesamt einen ungew\u00f6hnlich hohen Grenzwert von 10mg/l Trinkwasser angesetzt. In der Schweiz scheint es keine Grenzwerte zu geben. Studien zu den Folgen eines jahrelangen Konsums von mit TFA belastetem Trinkwasser gibt es keine.</p><p>Nach dem Einlauf aus der ARA Werdh\u00f6lzli ist die Limmat gegen\u00fcber dem Z\u00fcrcher See- und Trinkwasser nur wenig mehrbelastet (plus 0,07 Mikrogramm/l), obwohl die Anlage das Abwasser von 500 000 Menschen reinigt. \"ohneGift\" folgert, wenn der Eintrag aus Medikamenten und der Industrie via Abwasser bedeutend w\u00e4re, m\u00fcsste das Limmatwasser unterhalb der ARA viel mehr TFA enthalten. Damit verbleiben als Hauptquelle landwirtschaftliche Pestizide, die TFA als Baustein enthalten und in der Umwelt freisetzen.</p><p>Ich bitte den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Falls TFA ein \"forever-chemical\" ist: Warum sind Wirkstoffe, die zu TFA abbauen zugelassen?</p><p>2. Welche in der Schweiz zugelassenen Wirkstoffe und Abbauprodukte gelten als \"forever-chemicals\"? In welchen Mengen werden sie ausgebracht und im Trinkwasser nachgewiesen werden?</p><p>3. Da es kaum Studien zu den Risiken von TFA f\u00fcr Mensch und Umwelt gibt: Warum konnten die 25 Pestizid-Wirkstoffen, aus denen TFA freigesetzt wird, zugelassen werden?</p><p>4. Falls TFA ein \"forever-chemical\" ist und keine Studien zu den Langzeitfolgen des Konsums von belastetem Trinkwasser existieren: Inwiefern wurde das Vorsorgeprinzip angewandt bei der Zulassung der 25 Wirkstoffe?</p><p>5. Der K-Tipp hat in Trinkwasserproben k\u00fcrzlich bis zu 16 Pestizide nachweisen k\u00f6nnen: Wie viele weitere Stoffe und Abbauprodukte erwartet der Bundesrat auf Grund der Infos aus dem Zulassungsverfahren f\u00fcr PSM im Trinkwasser? Welche gesundheitssch\u00e4digenden Effekte l\u00f6sen deren Langzeitkonsum im Cocktail aus?</p>","ReasonText":null,"DocumentationText":null,"MotionText":null,"FederalCouncilResponseText":"<p>Der Begriff \"forever chemicals\" wird umgangssprachlich f\u00fcr per- und polyfluorierte Alkylverbindungen (PFAS) verwendet, zu welchen auch das Trifluoracetat (TFA) z\u00e4hlt. TFA ist ein Abbauprodukt diverser Substanzen, welche aus unterschiedlichen Quellen stammen k\u00f6nnen. Neben der Landwirtschaft sind dies insbesondere die Verwendung von K\u00e4ltemitteln, L\u00f6sungsmitteln, Sprays, Schaumstoffen und Medikamenten sowie industrielle Einleitungen in Gew\u00e4sser. Zur relativen Bedeutung der einzelnen Quellen bestehen aktuell keine Informationen f\u00fcr die Schweiz.</p><p>Basierend auf chronischen Studien mit Ratten hat das deutsche Umweltbundesamt (UBA) f\u00fcr TFA den gesundheitlichen Leitwert von 60 Mikrogramm pro Liter im Trinkwasser festgelegt.</p><p>1 und 3) Das Bundesamt f\u00fcr Lebensmittelsicherheit und Veterin\u00e4rwesen (BLV) stuft TFA als einen sogenannten toxikologisch nicht-relevanten Metaboliten (Abbauprodukt) von Pflanzenschutzmitteln (PSM) ein. Diese Beurteilung wurde nach den einschl\u00e4gigen Richtlinien, die auch in der EU gelten, durchgef\u00fchrt. F\u00fcr toxikologisch nicht-relevante Metaboliten von PSM ber\u00fccksichtigt das Bundesamt f\u00fcr Landwirtschaft (BLW) im Zulassungsprozess einen regulatorischen Wert von 10 Mikrogramm pro Liter im Grundwasser. Auch das UBA empfiehlt bei der Zulassung von PSM einen Schwellenwert von 10 Mikrogramm pro Liter f\u00fcr nicht-relevante PSM-Metaboliten. Aufgrund der Ergebnisse der Risikobeurteilung bei der Zulassung von PSM erwartet das BLW keine Konzentrationen von TFA \u00fcber 10 Mikrogramm pro Liter im Grund- oder Trinkwasser. Das Auftreten von TFA als Abbauprodukt schliesst also eine Zulassung nicht generell aus.</p><p>2) Das BLW publiziert eine Liste der j\u00e4hrlichen Verkaufsmengen pro Pflanzenschutzmittel-Wirkstoff. Des Weiteren ver\u00f6ffentlichen das BLW, Agroscope und das BLV regelm\u00e4ssig eine Liste zur Relevanz von PSM-Metaboliten im Grund- und Trinkwasser. Diese enth\u00e4lt 45 m\u00f6gliche Metaboliten, die potentiell weiter zu TFA abgebaut werden k\u00f6nnen. In der Schweiz gibt es bisher nur vereinzelte Messungen von TFA im Trinkwasser. Weitere \"forever-chemicals\" sind unter den PSM-Wirkstoffen und -Metaboliten nicht bekannt.</p><p>4) Das Abbauverhalten von PSM und deren Metaboliten wird bei der Zulassung im Rahmen einer Risikobeurteilung ber\u00fccksichtigt. Dieses Vorgehen entspricht dem Vorsorgeprinzip.</p><p>5) Wie bereits erw\u00e4hnt ver\u00f6ffentlichen das BLW, Agroscope und das BLV regelm\u00e4ssig eine Liste zur Relevanz von PSM-Metaboliten im Grund- und Trinkwasser. Diese enth\u00e4lt jeweils um die 200 Wirkstoffe und Metaboliten von PSM, die potentiell ins Trinkwasser gelangen k\u00f6nnen. Sie sind Gegenstand der Risikobeurteilung beim Zulassungsverfahren.</p><p>Untersuchungen zu Kumulations- und Synergieeffekten (\"Cocktail\"-Effekte) von gleichzeitig im Trinkwasser vorhandenen PSM-R\u00fcckst\u00e4nden liegen derzeit nicht vor. Die Europ\u00e4ische Beh\u00f6rde f\u00fcr Lebensmittelsicherheit (EFSA) entwickelt derzeit aber Methoden zur Risikobewertung von \"Cocktail\"-Effekten durch PSM-R\u00fcckst\u00e4nde in der Nahrungskette. Die EFSA hat 2020 und 2021 Studienergebnisse zum \"Cocktail\"-Effekt auf diverse Organe und K\u00f6rperfunktionen ver\u00f6ffentlicht: Danach sind die angewendeten Sicherheitsmargen beim Festlegen der R\u00fcckstandsh\u00f6chstwerte von PSM in Lebensmitteln gross genug, um m\u00f6glichen \"Cocktail\"-Effekten Rechnung zu tragen. Diese Ergebnisse st\u00fctzen die Einsch\u00e4tzung des Schweizerischen Zentrums f\u00fcr angewandte Humantoxikologie (SCAHT): Gem\u00e4ss seinem Bericht \"Combination (\"cocktail\") effects of pesticide residues in food\" von 2018 ist es aufgrund der verf\u00fcgbaren wissenschaftlichen Daten unwahrscheinlich, dass die mit der Ern\u00e4hrung aufgenommenen Pestizidr\u00fcckstandmischungen f\u00fcr den Menschen ein inakzeptables Gesundheitsrisiko darstellen.</p>  Antwort des Bundesrates.","FederalCouncilProposal":8,"FederalCouncilProposalText":null,"FederalCouncilProposalDate":"\/Date(1630454400000)\/","SubmittedBy":"Schneider Sch\u00fcttel Ursula","BusinessStatus":229,"BusinessStatusText":"Erledigt","BusinessStatusDate":"\/Date(1686873600000)\/","ResponsibleDepartment":9,"ResponsibleDepartmentName":"Departement f\u00fcr Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation","ResponsibleDepartmentAbbreviation":"UVEK","IsLeadingDepartment":true,"Tags":"15|52|2841","Category":null,"Modified":"\/Date(1761150533190)\/","SubmissionDate":"\/Date(1623888000000)\/","SubmissionCouncil":1,"SubmissionCouncilName":"Nationalrat","SubmissionCouncilAbbreviation":"NR","SubmissionSession":5110,"SubmissionLegislativePeriod":51,"FirstCouncil1":1,"FirstCouncil1Name":"Nationalrat","FirstCouncil1Abbreviation":"NR","FirstCouncil2":null,"FirstCouncil2Name":null,"FirstCouncil2Abbreviation":null,"TagNames":"Wirtschaft|Umwelt|Gesundheit"}}