{"d":{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20214233,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20214233,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Business"},"BusinessResponsibilities":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20214233,Language='DE')/BusinessResponsibilities"}},"RelatedBusinesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20214233,Language='DE')/RelatedBusinesses"}},"BusinessRoles":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20214233,Language='DE')/BusinessRoles"}},"Publications":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20214233,Language='DE')/Publications"}},"LegislativePeriods":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20214233,Language='DE')/LegislativePeriods"}},"Sessions":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20214233,Language='DE')/Sessions"}},"Preconsultations":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20214233,Language='DE')/Preconsultations"}},"Bills":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20214233,Language='DE')/Bills"}},"Councils":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20214233,Language='DE')/Councils"}},"BusinessTypes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20214233,Language='DE')/BusinessTypes"}},"Votes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20214233,Language='DE')/Votes"}},"SubjectsBusiness":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20214233,Language='DE')/SubjectsBusiness"}},"BusinessStates":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20214233,Language='DE')/BusinessStates"}},"Council":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20214233,Language='DE')/Council"}},"Transcripts":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20214233,Language='DE')/Transcripts"}},"ID":20214233,"Language":"DE","BusinessShortNumber":"21.4233","BusinessType":8,"BusinessTypeName":"Interpellation","BusinessTypeAbbreviation":"Ip.","Title":"Antibiotikakrise. Kosten f\u00fcr das Gesundheitswesen?","Description":null,"InitialSituation":null,"Proceedings":null,"DraftText":null,"SubmittedText":"<p>Die n\u00e4chste Gesundheitskrise ist bereits Realit\u00e4t: J\u00e4hrlich sterben weltweit etwa 700 000 Menschen infolge einer Infektion, welche aufgrund von antimikrobiellen Resistenzen (AMR) nicht mehr wirksam behandelt werden kann. Die Tendenz ist steigend: Bis 2050 k\u00f6nnte die Zahl auf 10 Millionen pro Jahr steigen. Dies im Vergleich zu den bis anhin etwa 4,6 Millionen Menschen, welche in den letzten 20 Monaten an Covid-19 gestorben sind.</p><p>Gem\u00e4ss dem \"Swiss antibiotic resistance report\", sind Antibiotikaresistenzen f\u00fcr eine erh\u00f6hte Morbidit\u00e4t und Mortalit\u00e4t verantwortlich und verursachen erhebliche Kosten im Gesundheitswesen. Alternative Behandlungen k\u00f6nnen schwerwiegendere Nebenwirkungen haben sowie l\u00e4ngere Behandlungen und Krankenhausaufenthalte erfordern.</p><p>Gem\u00e4ss OECD Daten verursachen AMR in allen OECD-Staaten insgesamt j\u00e4hrlich mehr als 700 Millionen extra Tage im Spital.</p><p>Ich bitte den Bundesrat um Beantwortung folgender Fragen:</p><p>1. Wie hoch sch\u00e4tzt der Bundesrat die aktuellen durch AMR verursachten Gesundheitskosten in der Schweiz?</p><p>2. Welche (partiellen) Daten stehen zur Verf\u00fcgung?</p><p>3. Wie hoch sch\u00e4tzt der Bundesrat die durch AMR verursachten indirekten Kosten (z.B. Produktivit\u00e4tsverlust durch Arbeitsausfall) in der Schweiz?</p><p>4. Welche (partiellen) Daten stehen zur Verf\u00fcgung?</p><p>5. Mit welcher Kostenentwicklung muss in den n\u00e4chsten zwei Jahrzehnten aufgrund der steigenden AMR-Tendenz gerechnet werden?</p><p>6. Hat der Bundesrat vor, die Datenerfassung \u00fcber die von AMR verursachten Kosten in Zukunft zu verst\u00e4rken?</p><p>7. Welche Massnahmen der Strategie Antibiotikaresistenzen Schweiz (StAR) sind besonders effektiv, um eine durch AMR verursachte Kostenexplosion zu verhindern?</p><p>8. Braucht es zus\u00e4tzliche Massnahmen, um in den n\u00e4chsten Jahrzehnten eine durch AMR verursachte Kostenexplosion zu verhindern? Wenn ja, welche Massnahmen k\u00e4men in Frage?</p>","ReasonText":null,"DocumentationText":null,"MotionText":null,"FederalCouncilResponseText":"<p>Der Bundesrat geht mit der Interpellantin einig, dass Antibiotikaresistenzen eine ernsthafte und wachsende Gesundheitsbedrohung darstellen. Ohne entsprechende Massnahmen auf nationaler und globaler Ebene ist mit einer weiteren Versch\u00e4rfung der Problematik mit l\u00e4ngerfristig ernsthaften gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen zu rechnen. Der Bundesrat hat deshalb Ende 2015 die Strategie Antibiotikaresistenzen Schweiz (StAR) verabschiedet, die seither unter der Federf\u00fchrung des EDI umgesetzt wird. Zurzeit wird eine Zwischenevaluation durchgef\u00fchrt, deren Ergebnisse 2023 vorliegen werden.</p><p>1. und 3. Dem Bundesrat sind keine Studien bekannt, die es erlauben w\u00fcrden, gesamtschweizerisch eine verl\u00e4ssliche Sch\u00e4tzung der durch Antibiotikaresistenzen verursachten Gesundheitskosten und der indirekten Kosten vorzunehmen. F\u00fcr die Schweiz gibt es Sch\u00e4tzrechnungen zu Gesundheitskosten f\u00fcr einzelne Ausbr\u00fcche (beispielsweise Ausbruch mit Vancomycin-resistenten Enterokokken 2018/2019: CHF 7.2 Millionen) und f\u00fcr bestimmte endemische resistente Erreger (beispielsweise Bakteri\u00e4mien durch Extended-Spectrum Beta-Lactamase (ESBL)-produzierende Enterobakterien: Zunahme von CHF 2.1 Millionen j\u00e4hrlich im 2010 auf CHF 3.5 Millionen j\u00e4hrlich im 2015). Diese Zahlen decken allerdings nur einen kleinen Teil der durch Antibiotikaresistenzen verursachten Kosten ab.</p><p>2., 4. und 6. Die \u00dcberwachung der Antibiotikaresistenzsituation in der Schweiz obliegt dem Schweizerischen Zentrum f\u00fcr Antibiotikaresistenzen (ANRESIS) am Institut f\u00fcr Infektionskrankheiten der Universit\u00e4t Bern. ANRESIS erhebt im Humanbereich anonymisierte Resistenzdaten aus der Routinediagnostik von 37 medizinischen Laboratorien und stellt somit die wichtigste Datenquelle in Bezug auf die aktuelle Situation der Antibiotikaresistenzen in der Schweiz dar. Auswertungen zur Resistenzlage und zum Antibiotikaverbrauch werden alle zwei Jahre in einem umfassenden Bericht ver\u00f6ffentlicht (Swiss Antibiotic Resistance Report), letztmals im Jahr 2020. ANRESIS sch\u00e4tzt auch, basierend auf einer Modellrechnung, die j\u00e4hrliche Krankheitslast sowie die Anzahl der Todesf\u00e4lle aufgrund von resistenten Infektionen. Im Weiteren steht ANRESIS in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt f\u00fcr Gesundheit (BAG) mit der Organisation f\u00fcr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Kontakt, um abzukl\u00e4ren, inwieweit in einer neuen Studie der OECD (geplant f\u00fcr 2022) eine Absch\u00e4tzung der durch Antibiotikaresistenzen in der Schweiz verursachten Gesundheitskosten durchgef\u00fchrt werden kann.</p><p>5. Obschon die Umsetzung der Strategie Antibiotikaresistenzen Schweiz (StAR) in Bezug auf den sachgerechten Einsatz von Antibiotika und die Resistenzraten erste Erfolge zeigt, geht der Bundesrat aufgrund der insgesamt negativen globalen Entwicklung zunehmender Antibiotikaresistenzen davon aus, dass sich in den kommenden Jahren die Wirksamkeit verf\u00fcgbarer Antibiotika auch in der Schweiz weiter verringern wird. Dies wird voraussichtlich zu einer Zunahme der direkten und indirekten Kosten f\u00fchren.</p><p>7. Der Bundesrat erachtet im Einklang mit dem \"Global Action Plan on Antimicrobial Resistance\" der Weltgesundheitsorganisation (WHO), der Ern\u00e4hrungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) und der Weltorganisation f\u00fcr Tiergesundheit (OIE), sowie den Analysen weiterer Organisationen wie der OECD die F\u00f6rderung des sachgerechten Einsatzes von Antibiotika im Veterin\u00e4r- und Humanbereich sowie die Infektionspr\u00e4vention als sehr wirksame Massnahmen zur Reduktion von Infektionen mit resistenten Erregern. Dies tr\u00e4gt zur Vermeidung von Zusatzkosten bei, die durch die Behandlung solcher Infektionen entstehen. </p><p>8. Der Bundesrat wird nach Vorliegen der Zwischenevaluation im Jahr 2023 und auf der Grundlage der Ergebnisse des Nationalen Forschungsprogramms zur antimikrobiellen Resistenz (NFP 72) \u00fcberpr\u00fcfen, inwieweit zus\u00e4tzliche Massnahmen zum l\u00e4ngerfristigen Erhalt der Wirksamkeit von Antibiotika notwendig sind und bei Bedarf entsprechende Anpassungen an der StAR vornehmen.</p>  Antwort des Bundesrates.","FederalCouncilProposal":8,"FederalCouncilProposalText":null,"FederalCouncilProposalDate":"\/Date(1637107200000)\/","SubmittedBy":"Feri Yvonne","BusinessStatus":229,"BusinessStatusText":"Erledigt","BusinessStatusDate":"\/Date(1639699200000)\/","ResponsibleDepartment":4,"ResponsibleDepartmentName":"Departement des Innern","ResponsibleDepartmentAbbreviation":"EDI","IsLeadingDepartment":true,"Tags":"2841","Category":null,"Modified":"\/Date(1715177736080)\/","SubmissionDate":"\/Date(1632960000000)\/","SubmissionCouncil":1,"SubmissionCouncilName":"Nationalrat","SubmissionCouncilAbbreviation":"NR","SubmissionSession":5111,"SubmissionLegislativePeriod":51,"FirstCouncil1":1,"FirstCouncil1Name":"Nationalrat","FirstCouncil1Abbreviation":"NR","FirstCouncil2":null,"FirstCouncil2Name":null,"FirstCouncil2Abbreviation":null,"TagNames":"Gesundheit"}}