{"d":{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20223283,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20223283,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Business"},"BusinessResponsibilities":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20223283,Language='DE')/BusinessResponsibilities"}},"RelatedBusinesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20223283,Language='DE')/RelatedBusinesses"}},"BusinessRoles":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20223283,Language='DE')/BusinessRoles"}},"Publications":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20223283,Language='DE')/Publications"}},"LegislativePeriods":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20223283,Language='DE')/LegislativePeriods"}},"Sessions":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20223283,Language='DE')/Sessions"}},"Preconsultations":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20223283,Language='DE')/Preconsultations"}},"Bills":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20223283,Language='DE')/Bills"}},"Councils":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20223283,Language='DE')/Councils"}},"BusinessTypes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20223283,Language='DE')/BusinessTypes"}},"Votes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20223283,Language='DE')/Votes"}},"SubjectsBusiness":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20223283,Language='DE')/SubjectsBusiness"}},"BusinessStates":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20223283,Language='DE')/BusinessStates"}},"Council":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20223283,Language='DE')/Council"}},"Transcripts":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20223283,Language='DE')/Transcripts"}},"ID":20223283,"Language":"DE","BusinessShortNumber":"22.3283","BusinessType":8,"BusinessTypeName":"Interpellation","BusinessTypeAbbreviation":"Ip.","Title":"Verhaltens\u00f6konomik im Dienst des \u00f6kologischen Umbaus?","Description":null,"InitialSituation":null,"Proceedings":null,"DraftText":null,"SubmittedText":"<p>Zwar ist in der Schweizer Bev\u00f6lkerung das Bewusstsein um die \u00f6kologischen und klimatischen Herausforderungen gewachsen; vom Bewusstsein konkrete Taten abzuleiten bleibt aber oft schwierig. Zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten haben gezeigt, dass es oft einen Graben zwischen Umwelt\u00fcberzeugungen und realem Verhalten gibt. Heute stehen f\u00fcr die Bew\u00e4ltigung des \u00f6kologischen Umbaus einerseits zahlreiche technische und technologische L\u00f6sungen zur Verf\u00fcgung, andererseits haben es Instrumente der \u00f6ffentlichen Politik wie Vorschriften oder Lenkungsabgaben schwer, eine Mehrheit der Bev\u00f6lkerung hinter sich zu vereinen. In diesem Kontext ist es wichtig, andere Instrumente zu entwickeln, mit denen Bev\u00f6lkerung und Unternehmen ermutigt werden, ein Verhalten anzunehmen, das besser im Einklang steht mit der Verf\u00fcgbarkeit nat\u00fcrlicher Ressourcen und dem Klimaschutz.</p><p>Darum bitte ich den Bundesrat um Antwort auf folgende Fragen:</p><p>1. Erm\u00f6glicht es der Einsatz positiver Anreize (Nudges) nach Auffassung des Bunderates, den \u00f6kologischen Umbau zu beschleunigen?</p><p>2. Welche Schritte und Initiativen hat der Bundesrat bereits unternommen, um die Erkenntnisse der Verhaltens\u00f6konomik im Umweltbereich im weiten Sinn fruchtbar zu machen?</p><p>3. Beabsichtigt der Bundesrat, die Erkenntnisse der Verhaltens\u00f6konomik bei der Ausgestaltung und Umsetzung der Umweltpolitik st\u00e4rker zu gewichten? Wenn ja, wie und innert welcher Frist? Wenn nein, warum nicht?</p><p>4. Wie will der Bundesrat mit dem Ziel, positive Mittel zur F\u00f6rderung einer der Umwelt zutr\u00e4glichen Verhaltens\u00e4nderung zu finden, die Forschung im Bereich der Verhaltens\u00f6konomik und, allgemeiner, im Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften f\u00f6rdern?</p>","ReasonText":"<p>Studien der Verhaltens\u00f6konomik haben gezeigt, dass positive Anreize (Nudges) gewisse Verhaltensweisen auf Kosten anderer f\u00f6rdern. 2017 erhielt Professor Richard H. Thaler den Nobel-Preis in Wirtschaft f\u00fcr seine Arbeiten im Bereich der Verhaltens\u00f6konomik. Er hat gezeigt, dass wir in unserem Alltag oft nicht rational, sondern instinktiv und wenig \u00fcberlegt unsere Gewohnheiten abspulen. Diese Automatismen k\u00f6nnen dazu genutzt werden, eine ges\u00fcndere Lebensweise voranzutreiben und auch um die Umwelt zu sch\u00fctzen. Es gibt zahlreiche Beispiele von Umwelt-Nudges: Wenn ein Hotel angibt, dass 90 Prozent seiner G\u00e4ste die Handt\u00fccher mehr als einmal nutzen, werden Neuank\u00f6mmlinge dazu angehalten, sich der Mehrheit zu f\u00fcgen. Die smarten Z\u00e4hler, die den Strom- und den Wasserverbrauch messen und den Durchschnittsverbrauch im Quartier angeben, k\u00f6nnen den Willen bef\u00f6rdern, den eigenen Verbrauch unter den Durchschnitt zu senken. Ein Index, der die Reparaturf\u00e4higkeit angibt, kann K\u00e4uferinnen und K\u00e4ufer dazu anregen, ein Ger\u00e4t zu erwerben, das leicht repariert werden kann, usw.</p><p>Dadurch, dass der Umwelt zutr\u00e4gliche Verhaltensweisen attraktiver und einfacher gemacht werden, lassen sich beim \u00f6kologischen Umbau Fortschritte erzielen, ohne dass solche Verhaltens\u00e4nderungen mit Zwang und Verboten verbunden werden.</p><p>Es ist zwar unerl\u00e4sslich, dass weiterhin nach technischen und technologischen Verbesserungen geforscht wird, man muss indes auch daf\u00fcr sorgen, dass diese Verbesserungen tats\u00e4chlich umgesetzt werden. Positive Anreize, wie sie in der Verhaltens\u00f6konomik entwickelt werden, k\u00f6nnten dazu diesen, die Hindernisse, die die Bev\u00f6lkerung und die Unternehmen noch immer bremsen, zu beseitigen. </p><p>Solche Ankurbelungsmassnahmen werden in der Privatwirtschaft \u00fcber das Marketing h\u00e4ufig eingesetzt, ohne dass dies jemand weiss, was unausweichlich ethische Fragen aufwirft. Deshalb ist es zentral, dass der Bund solche Anreize f\u00fcr Bev\u00f6lkerung und Unternehmen im Einklang mit den demokratischen Prozessen und in aller Transparenz schafft. </p>","DocumentationText":null,"MotionText":null,"FederalCouncilResponseText":"<p>1. Zu den Nudges (Anstupser) hat sich der Bundesrat bereits im Rahmen seiner Stellungnahmen zum Postulat Burgherr (19.4625) und zur Interpellation Burgherr (20.4158) ge\u00e4ussert: Regulierungen und Massnahmen, die sich von der Verhaltens\u00f6konomie inspirieren lassen, wie beispielsweise sogenannte Nudges, k\u00f6nnen zur Erreichung der umwelt- und energiepolitischen Ziele einen Beitrag leisten.</p><p>2. und 3. Der bisherige Einsatz von Massnahmen, welche sich auf verhaltens\u00f6konomische Erkenntnisse st\u00fctzen, wird zwar nicht systematisch erfasst. Die relevanten Verwaltungseinheiten beziehen allerdings Erkenntnisse der Verhaltens\u00f6konomie bereits heute in die Umwelt- und Energiepolitik mit ein. Das Bundesamt f\u00fcr Umwelt (BAFU) hat einen Leitfaden entwickelt, dessen Ziel es ist, mit Hilfe von verhaltens\u00f6konomischen Gesichtspunkten bestehende regulatorische Massnahmen hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und Effizienz zu optimieren. Zentral sind Analysen der Akteure, deren H\u00fcrden und Motivatoren. Diese erlauben die Regulierung effizienter und effektiver zu gestalten. Auch im Bundesamt f\u00fcr Energie (BFE) kommen verhaltens\u00f6konomische Instrumente zum Tragen. So wurden die Kampagnen \"Erneuerbar heizen\" und \"Make Heat Simple\" von EnergieSchweiz oder auch die Energieetikette f\u00fcr Personenwagen, die K\u00e4uferinnen und K\u00e4ufer von Personenwagen zu energieeffizienten und klimafreundlichen Fahrzeugen informiert, nach verhaltens\u00f6konomischen Aspekten gestaltet. Das Programm EnergieSchweiz ber\u00fccksichtigt bei der Konzeption von strategischen Projekten das menschliche Verhalten, da es eine entscheidende Rolle f\u00fcr die Wirkung der Massnahmen spielt. Deshalb steht die Verhaltensmessung im Zentrum der Kommunikationsmassnahmen von EnergieSchweiz. Sie wird genutzt, um die Zielgruppen genau zu kennen und zu verstehen und Massnahmen daran auszurichten. EnergieSchweiz wird f\u00fcr die Periode 2023 bis 2030 die Verhaltensorientierung verst\u00e4rkt in den Projekten einbeziehen.</p><p>4. Das Forschungskonzept Umwelt 2021-2024 identifiziert als eines der priorit\u00e4ren Forschungsthemen \"Sharing Society\" mit dem Cluster \"Verhalten\", worunter auch sozio\u00f6konomische Forschungsfragen fallen. Das BFE widmet eines seiner Forschungsprogramme dem Themenkomplex Energie-Wirtschaft-Gesellschaft. Zudem unterst\u00fctzt das BFE mit seinem F\u00f6rderprogramm \"SWEET\" (SWiss Energy research for the Energy Transition) seit 2021 inter- und transdisziplin\u00e4re Forschungs- und Innovationsprojekte - unter aktiver Beteiligung der Geistes- und Sozialwissenschaften. Am 31. M\u00e4rz 2022 wurde die SWEET Ausschreibung \"Ko-Evolution des Schweizer Energiesystems und der Schweizer Gesellschaft und Ihre Darstellung in koordinierten Simulationen\" publiziert, in der die Sozial- und Geisteswissenschaften eine zentrale Rolle spielen. Schliesslich befasst sich das nationale Forschungsprogramm (NFP 73) \"Nachhaltige Wirtschaft\" mit diesem Thema. Im Themenblock nachhaltiges Verhalten wird z.B. zur Frage, was individuell zu nachhaltigem Konsumverhalten f\u00fchrt, geforscht. Bereits das NFP 71 zur \"Steuerung des Energieverbrauchs\" beinhaltete verhaltens\u00f6konomische Aspekte.</p>  Antwort des Bundesrates.","FederalCouncilProposal":8,"FederalCouncilProposalText":null,"FederalCouncilProposalDate":"\/Date(1652832000000)\/","SubmittedBy":"Clivaz Christophe","BusinessStatus":229,"BusinessStatusText":"Erledigt","BusinessStatusDate":"\/Date(1655424000000)\/","ResponsibleDepartment":9,"ResponsibleDepartmentName":"Departement f\u00fcr Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation","ResponsibleDepartmentAbbreviation":"UVEK","IsLeadingDepartment":true,"Tags":"15|52","Category":null,"Modified":"\/Date(1690500800567)\/","SubmissionDate":"\/Date(1647475200000)\/","SubmissionCouncil":1,"SubmissionCouncilName":"Nationalrat","SubmissionCouncilAbbreviation":"NR","SubmissionSession":5113,"SubmissionLegislativePeriod":51,"FirstCouncil1":1,"FirstCouncil1Name":"Nationalrat","FirstCouncil1Abbreviation":"NR","FirstCouncil2":null,"FirstCouncil2Name":null,"FirstCouncil2Abbreviation":null,"TagNames":"Wirtschaft|Umwelt"}}