{"d":{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20223360,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20223360,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Business"},"BusinessResponsibilities":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20223360,Language='DE')/BusinessResponsibilities"}},"RelatedBusinesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20223360,Language='DE')/RelatedBusinesses"}},"BusinessRoles":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20223360,Language='DE')/BusinessRoles"}},"Publications":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20223360,Language='DE')/Publications"}},"LegislativePeriods":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20223360,Language='DE')/LegislativePeriods"}},"Sessions":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20223360,Language='DE')/Sessions"}},"Preconsultations":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20223360,Language='DE')/Preconsultations"}},"Bills":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20223360,Language='DE')/Bills"}},"Councils":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20223360,Language='DE')/Councils"}},"BusinessTypes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20223360,Language='DE')/BusinessTypes"}},"Votes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20223360,Language='DE')/Votes"}},"SubjectsBusiness":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20223360,Language='DE')/SubjectsBusiness"}},"BusinessStates":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20223360,Language='DE')/BusinessStates"}},"Council":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20223360,Language='DE')/Council"}},"Transcripts":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20223360,Language='DE')/Transcripts"}},"ID":20223360,"Language":"DE","BusinessShortNumber":"22.3360","BusinessType":8,"BusinessTypeName":"Interpellation","BusinessTypeAbbreviation":"Ip.","Title":"Ukraine-Krieg. Versorgungssicherheit durch nachhaltige Lebensmittelproduktion","Description":null,"InitialSituation":null,"Proceedings":null,"DraftText":null,"SubmittedText":"<p>Der Bundesrat ist gebeten, folgende Fragen zur Versorgungssicherheit durch eine F\u00f6rderung der nachhaltigen Produktion und zu den Auswirkungen des von der SVP geforderten Plans f\u00fcr eine \"Anbauschlacht 2.0\" zu beantworten:</p><p>1. Wenn auf Schweizer Ackerfl\u00e4chen kein Tierfutter mehr hergestellt w\u00fcrden (heute auf 43\u00a0Prozent der Ackerfl\u00e4chen), daf\u00fcr aber Nahrungsmittel f\u00fcr die direkte menschliche Ern\u00e4hrung: um wie viel w\u00fcrde sich der Selbstversorgungsgrad steigern?</p><p>2. Wie viel Kraftfutter wird f\u00fcr Wiederk\u00e4uer verwendet, die gr\u00f6sstenteils mit Raufutter ern\u00e4hrt werden k\u00f6nnten? Wie viel Ackerfl\u00e4che wird daf\u00fcr verwendet? Wie w\u00fcrde sich das auf den Selbstversorgungsgrad auswirken?</p><p>3. Um wie viel steigt der Selbstversorgungsgrad, wenn die Lebensmittelverschwendung (Food Waste) von heute einem Drittel auf 10 Prozent gesenkt werden kann?</p><p>4. Welchen Einfluss auf die Erh\u00f6hung der Ern\u00e4hrungssicherheit h\u00e4tte die F\u00f6rderung von Produktionsformen, die mit weniger importiertem Futtermittel, Kunstd\u00fcnger und Pestiziden auskommen?</p><p>5. In welchem Umfang w\u00fcrde eine Intensivierung der landwirtschaftlichen Produktion wie sie die \"Anbauschlacht 2.0\" fordert, die Auslandabh\u00e4ngigkeit unserer Lebensmittelversorgung vergr\u00f6ssern und um wie viel verteuern? Was w\u00e4ren die Folgen f\u00fcr den grenz\u00fcberschreitenden Handel (Import, Export, Veredelungsverkehr)?</p><p>6. Wie gross w\u00e4re bei einer intensiven Produktion der Kollateralschaden auf Umwelt und Klima? Welches</p><p>w\u00e4ren die Folgen f\u00fcr die Umweltziele Landwirtschaft, den Absenkpfad Pestizide und N\u00e4hrstoffe (19.475)?</p>","ReasonText":null,"DocumentationText":null,"MotionText":null,"FederalCouncilResponseText":"<p>1. Da mehr als die H\u00e4lfte der landwirtschaftlichen Nutzfl\u00e4che in der Schweiz nur als Dauergr\u00fcnland bewirtschaftet werden kann, ist eine Tierhaltung mit raufutterverzehrenden Nutztieren f\u00fcr die Versorgungssicherheit wichtig. In Bezug auf den Selbstversorgungsgrad (SVG) gilt zu beachten, dass die Produktion einer tierischen Kalorie ein Vielfaches an pflanzlichen Kalorien in Form von Futter ben\u00f6tigt. Der SVG kann erh\u00f6ht werden, wenn auf den 60\u00a0Prozent der Ackerfl\u00e4che, die heute f\u00fcr die Futtermittelproduktion verwendet werden, mehr pflanzliche Kalorien direkt dem menschlichen Konsum zugef\u00fchrt werden. Bei einer schweren Mangellage von mehr als einem Jahr sieht die Strategie der wirtschaftlichen Landesversorgung gem\u00e4ss Landesversorgungsgesetz (LVG; SR 531) deshalb vor, vermehrt Kulturen zur direkten menschlichen Ern\u00e4hrung (Kartoffeln, Weizen, Zuckerr\u00fcben, \u00d6lsaaten, Gem\u00fcse) anzubauen und die Veredelungsproduktion (Gefl\u00fcgel, Schweine) entsprechend stark zu reduzieren. In welchem Umfang der SVG steigt, wenn auf s\u00e4mtlichen Ackerfl\u00e4chen in der Schweiz Nahrungsmittel f\u00fcr die direkte menschliche Ern\u00e4hrung statt Futtermittel hergestellt werden, h\u00e4ngt davon ab, welche Nahrungsmittel produziert werden, und ob diese auch nachgefragt und konsumiert werden. Zudem w\u00fcrde die tierische Kalorienproduktion, die auf inl\u00e4ndischen Futtermitteln basiert, zur\u00fcckgehen, was sich auf den Netto-SVG auswirkt. Die Auswirkungen auf den Brutto-SVG d\u00fcrften geringer sein, da davon auszugehen ist, dass die fehlenden inl\u00e4ndischen Futtermittel durch importierte ersetzt w\u00fcrden und damit die Produktion tierischer Kalorien nicht stark beeinflusst wird. F\u00fcr eine Quantifizierung w\u00e4ren Berechnungen mit dynamischen Modellen notwendig.</p><p>2. Der gesamte Kraftfutterverbrauch betr\u00e4gt in der Schweiz j\u00e4hrlich rund 1,6 Millionen Tonnen Trockenmasse, davon werden 60\u00a0Prozent importiert. Etwa 0,45 Millionen Tonnen werden an Rindvieh verf\u00fcttert. Bei unterstellten Anteilen von 70\u00a0Prozent Getreide und 30\u00a0Prozent eiweissreichen Produkten wie Sojaschrot (Nebenprodukt aus der Soja\u00f6lgewinnung) resultiert ein Bedarf an Getreide von rund 315'000 Tonnen und an Sojabohnen von rund 170'000 Tonnen. Bei mittleren Ertr\u00e4gen von 7 Tonnen Futtergetreide und 3 Tonnen Sojabohnen je Hektar entspricht dies einer Getreideanbaufl\u00e4che von 45'000 Hektaren und einer Sojabohnenanbaufl\u00e4che von 57'000 Hektaren. Ein Verzicht auf Kraftfuttergaben an Rindvieh ginge mit tieferen Fleisch- und Milchleistungen einher. Auf der freigewordenen Ackerfl\u00e4che liessen sich Nahrungsmittel f\u00fcr den direkten menschlichen Konsum produzieren und, wenn diese nachgefragt werden, auch der SVG erh\u00f6hen. Bei unver\u00e4ndertem Konsum w\u00e4re mit einer Zunahme der Fleischimporte und \u00dcbersch\u00fcssen bei den produzierten pflanzlichen Produkten zur menschlichen Ern\u00e4hrung zu rechnen.</p><p>3. Lebensmittelabf\u00e4lle entstehen entlang der ganzen Wertsch\u00f6pfungskette und im Konsum. K\u00f6nnen Abf\u00e4lle auf Stufe Gross- und Detailhandel, Gastronomie und Konsum reduziert werden, sinkt die inl\u00e4ndische Nachfrage nach Lebensmittel, was sich auf das inl\u00e4ndische Angebot und den Import auswirkt. K\u00f6nnen die Verluste auf Stufe Produktion und Verarbeitung verringert werden, muss weniger importiert werden. Nimmt man an, dass eine Reduktion der Abf\u00e4lle auf Stufe Gross- und Detailhandel, Gastronomie und Konsum sich zu gleichen Teilen auf eine Abnahme des inl\u00e4ndischen Angebots und der Importe verteilt und eine Reduktion auf Stufe Produktion und Verarbeitung zu einem Mehrangebot f\u00fchrt, das entsprechende Importmengen verdr\u00e4ngen kann, dann w\u00fcrde ein R\u00fcckgang der vermeidbaren Lebensmittelabf\u00e4lle um zwei Drittel zu einem SVG brutto f\u00fchren, der sch\u00e4tzungsweise 11 Prozentpunkte h\u00f6her liegt als heute. Er w\u00fcrde also von gegenw\u00e4rtig 57\u00a0Prozent (Mittel der Jahre 2018-2020) auf 68\u00a0Prozent steigen. F\u00fcr eine pr\u00e4zisere Quantifizierung w\u00e4ren Berechnungen mit dynamischen Modellen notwendig und die hier getroffenen Annahmen zu differenzieren.</p><p>4. Bei der Versorgung der Bev\u00f6lkerung mit inl\u00e4ndischen Lebensmitteln ist zu unterscheiden zwischen der kurzfristigen Kalorienproduktion (aktueller SVG) und der l\u00e4ngerfristigen Ern\u00e4hrungssicherheit gem\u00e4ss Artikel\u00a0104a der Bundesverfassung. Eine \u00f6kologischere Inlandproduktion kann sich kurzfristig negativ auf die Kalorienproduktion auswirken, da ein Verzicht oder ein reduzierter Einsatz von Futtermitteln, Kunstd\u00fcnger und Pestiziden das Ertragsniveau senken kann. L\u00e4ngerfristig wirken sich \u00f6kologische Produktionsformen aber positiv auf die Ern\u00e4hrungssicherheit aus, da essenzielle Produktionsgrundlagen (fruchtbarer Boden, Biodiversit\u00e4t etc.) erhalten bleiben und f\u00fcr eine Produktionssteigerung in Krisensituationen zur Verf\u00fcgung stehen. Wichtig ist sowohl aus kurz-, wie auch aus langfristiger Sicht, dass die Produktionsmittel (z.B. D\u00fcnger) m\u00f6glichst effizient eingesetzt werden.</p><p>5. Der Bundesrat \u00fcberpr\u00fcft die Versorgungssicherheitslage fortlaufend. Aufgrund der derzeitigen Lage sieht er keinen Bedarf f\u00fcr eine Optimierung der Produktion. F\u00fcr das laufende Jahr kann die Produktion nicht mehr wesentlich ver\u00e4ndert werden, da die meisten Kulturen bereits anges\u00e4t sind. Eine kurzfristige und massive Erh\u00f6hung des SVG w\u00e4re mit einem Abbau der Nutztiere, einer konsequenten Umstellung der Inlandproduktion von Futtermitteln zu pflanzlichen Nahrungsmitteln oder einer Intensivierung der Inlandproduktion m\u00f6glich. Zudem m\u00fcsste das Konsummuster angepasst werden. Bei Letzterem k\u00f6nnte die Abh\u00e4ngigkeit von importierten Produktionsmitteln wie D\u00fcnger, Energie, Pflanzenschutzmitteln oder Saatgut zunehmen. In welchem Umfang die Abh\u00e4ngigkeit steigt, h\u00e4ngt vom Ausmass der Intensivierung ab.</p><p>6. Die Produktionsintensit\u00e4t in der Schweiz liegt heute teilweise \u00fcber dem \u00f6kologisch tragbaren Niveau, was sich mittel- und langfristig negativ auf die Produktivit\u00e4t der Landwirtschaft auswirken kann. Eine Produktionssteigerung durch einen erh\u00f6hten Einsatz von Produktionsmitteln wie D\u00fcnger und Pflanzenschutzmitteln k\u00f6nnte den Druck auf die \u00d6kosysteme und das Klima zus\u00e4tzlich erh\u00f6hen. Dies k\u00f6nnte sich negativ auf den Erhalt der Produktionsgrundlagen auswirken, was die l\u00e4ngerfristige Ern\u00e4hrungssicherheit schw\u00e4cht. Eine intensivere Produktion st\u00fcnde auch im Widerspruch zu den Absenkpfaden f\u00fcr Pflanzenschutzmittel und N\u00e4hrstoffverluste, die das Parlament im Rahmen der parlamentarischen Initiative 19.475 \"Das Risiko beim Einsatz von Pestiziden reduzieren\" im Fr\u00fchling 2021 beschlossen hat.</p>  Antwort des Bundesrates.","FederalCouncilProposal":8,"FederalCouncilProposalText":null,"FederalCouncilProposalDate":"\/Date(1652832000000)\/","SubmittedBy":"Graf Maya","BusinessStatus":229,"BusinessStatusText":"Erledigt","BusinessStatusDate":"\/Date(1654083627000)\/","ResponsibleDepartment":8,"ResponsibleDepartmentName":"Departement f\u00fcr Wirtschaft, Bildung und Forschung","ResponsibleDepartmentAbbreviation":"WBF","IsLeadingDepartment":true,"Tags":"8|9|15|52|55","Category":null,"Modified":"\/Date(1751896525257)\/","SubmissionDate":"\/Date(1647561600000)\/","SubmissionCouncil":2,"SubmissionCouncilName":"St\u00e4nderat","SubmissionCouncilAbbreviation":"SR","SubmissionSession":5113,"SubmissionLegislativePeriod":51,"FirstCouncil1":2,"FirstCouncil1Name":"St\u00e4nderat","FirstCouncil1Abbreviation":"SR","FirstCouncil2":null,"FirstCouncil2Name":null,"FirstCouncil2Abbreviation":null,"TagNames":"Internationale Politik|Sicherheitspolitik|Wirtschaft|Umwelt|Landwirtschaft"}}