{"d":{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20223759,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20223759,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Business"},"BusinessResponsibilities":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20223759,Language='DE')/BusinessResponsibilities"}},"RelatedBusinesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20223759,Language='DE')/RelatedBusinesses"}},"BusinessRoles":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20223759,Language='DE')/BusinessRoles"}},"Publications":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20223759,Language='DE')/Publications"}},"LegislativePeriods":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20223759,Language='DE')/LegislativePeriods"}},"Sessions":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20223759,Language='DE')/Sessions"}},"Preconsultations":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20223759,Language='DE')/Preconsultations"}},"Bills":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20223759,Language='DE')/Bills"}},"Councils":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20223759,Language='DE')/Councils"}},"BusinessTypes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20223759,Language='DE')/BusinessTypes"}},"Votes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20223759,Language='DE')/Votes"}},"SubjectsBusiness":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20223759,Language='DE')/SubjectsBusiness"}},"BusinessStates":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20223759,Language='DE')/BusinessStates"}},"Council":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20223759,Language='DE')/Council"}},"Transcripts":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20223759,Language='DE')/Transcripts"}},"ID":20223759,"Language":"DE","BusinessShortNumber":"22.3759","BusinessType":8,"BusinessTypeName":"Interpellation","BusinessTypeAbbreviation":"Ip.","Title":"\u00dcberm\u00e4ssige Stickstoffeintr\u00e4ge im Wald. Was sind die Folgen, wie hoch sind die Kosten und wer tr\u00e4gt sie?","Description":null,"InitialSituation":null,"Proceedings":null,"DraftText":null,"SubmittedText":"<p>Die Ammoniakemissionen in der Schweiz verharren seit 20 Jahren auf viel zu hohem Niveau. Nun zeigt der Bericht \"Wie geht es unserem Wald? 38 Jahre Walddauerbeobachtung\" des Instituts f\u00fcr Angewandte Pflanzenbiologie, dass diese Ammoniakemissionen, die zu einem \u00fcberm\u00e4ssigen Stickstoffeintrag in den W\u00e4ldern f\u00fchrt, ein grosses Problem f\u00fcr die B\u00e4ume sind: Auf fast 90 Prozent der Waldfl\u00e4chen w\u00fcrden die kritischen Grenzwerte f\u00fcr Stickstoff \u00fcberschritten, zum Teil massiv. Deswegen sowie der zunehmenden Hitze und Trockenheit wegen, habe die Baummortalit\u00e4t sprunghaft zugenommen. In den letzten vier Jahren seien etwa in der Ajoie gebietsweise \u00fcber 80 Prozent der B\u00e4ume abgestorben. </p><p>Gleichzeitig analysiert der Bericht \"Ammoniak: die Situation in ausgew\u00e4hlten Kantonen\", im Auftrag von verschiedenen Umweltorganisationen, in neun Kantonen die Instrumente zur Reduktion von \u00fcberm\u00e4ssigen Ammoniakemissionen. Aus dem Bericht geht hervor, dass es bei der Entwicklung und Durchsetzung dieser Instrumente seit vielen Jahren ein Vollzugsdefizit gibt.</p><p>Ich bitte den Bundesrat deshalb, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Welche Aufgaben erf\u00fcllt der Wald f\u00fcr unsere Gesellschaft, wie lassen sich diese Dienstleistungen monetarisieren und wie hoch ist der entsprechende Wert, pro Jahr?</p><p>2. Welche nicht-monet\u00e4ren Werte hat der Wald in der Schweiz und wie lassen sich diese beschreiben?</p><p>3. Wenn in den letzten 4 Jahren der Wald in gewissen Gebieten der Schweiz zu \u00fcber 80 Prozent abgestorben ist: Welche Prognosen stellt der Bund f\u00fcr den Wald in den n\u00e4chsten vier Jahren aus und was bedeutet dies genau?</p><p>4. Was bedeuten diese Erkenntnisse in Anbetracht der drohenden Zunahme von Trocken- und Hitzeperioden sowie von Starkniederschl\u00e4gen?</p><p>5. Was bedeutet sie, angesichts der zentralen Rolle, die den W\u00e4ldern im Kampf gegen die fortschreitende Klimaerhitzung zugeschrieben wird?</p><p>6. Wer tr\u00e4gt die Kosten der Baummortalit\u00e4t und ihrer Folgen und nach welchem Prinzip: Die Stickstoff-Emittierenden nach dem Verursacherprinzip, der Bund und die Kantone (also die Steuerzahlenden) oder andere Akteurinnen und Akteuere, wie etwa kommende Generationen?</p><p>7. Wie w\u00fcrde sich eine st\u00e4rkere Ber\u00fccksichtigung der Kostenwahrheit (Internalisierung von Externalit\u00e4ten) auswirken, wie es der Bundesrat in seiner Stellungnahme zum Bericht der GPK-S \"Schutz der Biodiversit\u00e4t in der Schweiz\" zugesagt hat?</p><p>8. Welche n\u00e4chsten Schritte plant der Bundesrat?</p>","ReasonText":null,"DocumentationText":null,"MotionText":null,"FederalCouncilResponseText":"<p>1. Der Wald erf\u00fcllt eine breite Palette von ganz unterschiedlichen Aufgaben f\u00fcr unsere Gesellschaft. Die Bedeutung dieser Leistungen wird in Artikel\u00a077 der Bundesverfassung und in Artikel\u00a01 Absatz\u00a01 des Waldgesetzes (WaG; SR 921.0) deutlich. Die Monetarisierung dieser Waldfunktionen und der darin enthaltenen Waldleistungen ist komplex. Je nach betrachteter Waldleistung gibt es verschiedene Bewertungsmethoden. Zurzeit liegt keine Gesamtbewertung f\u00fcr den Schweizer Wald vor.</p><p>2. Eine Beschreibung der nicht-monet\u00e4ren und monet\u00e4ren Werte des Waldes, der sogenannten Waldfunktionen und Waldleistungen, kategorisiert nach Regulierungsleistungen, Versorgungsleistungen und kulturellen Leistungen, ist derzeit beim Bundesamt f\u00fcr Umwelt (BAFU) in Erarbeitung.</p><p>3. Der Wald kann seine Leistungen im Wesentlichen aufrechterhalten, obwohl regional (z.B. Ajoie) in den letzten Jahren teilweise um die 80 Prozent der B\u00e4ume abgestorben sind. Der Klimawandel stellt f\u00fcr die Natur und die Gesellschaft eine grosse Herausforderung dar, dies nicht nur f\u00fcr die n\u00e4chsten vier Jahre. In den letzten Jahren wurden durch Trockenheit und Hitzesommer bedingte Waldsch\u00e4den sichtbar. Die Forschungsresultate zeigen, dass die Trockenheitssch\u00e4den sowohl kurzfristig als auch langfristig negative Auswirkungen auf den Wald haben k\u00f6nnen. Mit verschiedenen Instrumenten werden auf allen Ebenen pr\u00e4ventive Massnahmen zur St\u00e4rkung der Resilienz (Anpassungsf\u00e4higkeit) des Waldes vorangetrieben. Die Elemente f\u00fcr eine Erh\u00f6hung der Resilienz sind Naturverj\u00fcngung, Erh\u00f6hung der Strukturvielfalt und standortgerechte Best\u00e4nde.</p><p>4. Die Erkenntnisse aus den Entwicklungen der letzten Jahre best\u00e4tigen, dass eine gr\u00f6ssere Vielfalt bei den Baumarten und ein hoher Laubbaumanteil die Waldleistungen auch k\u00fcnftig sicherstellen k\u00f6nnen. Als Massnahme gegen die Auswirkungen von Starkregenereignissen ist die Schutzwaldpflege weiterhin von grosser Bedeutung.</p><p>5. Wald und Holz haben drei wichtige Auswirkungen auf den Klimaschutz: die Sequestrierung von CO2 im Wald, die Speicherung von CO2 in den W\u00e4ldern und in den Holzprodukten und die Substitution von energieintensiven Materialien und fossilen Energien durch Holz als kohlenstoffneutrales Material. Um dies zu gew\u00e4hrleisten, ist eine nachhaltige Waldbewirtschaftung von entscheidender Bedeutung. Damit wird sich f\u00fcr die Waldeigent\u00fcmer bei der Waldverj\u00fcngung grunds\u00e4tzlich die Frage nach zuk\u00fcnftig klimaangepassten Baumarten vermehrt stellen. Wenn die Naturverj\u00fcngung die erforderlichen Baumarten nicht bereitstellen kann, werden gezielte Pflanzungen erforderlich sein.</p><p>6. Die Kosten werden von den Waldeigent\u00fcmern, denen auch der Erl\u00f6s aus der Holzernte zukommt, und teilweise von der \u00f6ffentlichen Hand getragen. Das Parlament hat zur Umsetzung der Motion F\u00e4ssler (20.3745) beschlossen, die Mittel f\u00fcr den Wald um j\u00e4hrlich 25 Millionen Franken ab 2021 bis 2024 zu erh\u00f6hen. Es hat diesbez\u00fcglich mittels eines Nachtragskredits einen Zusatzkredit in H\u00f6he von 100 Millionen gutgeheissen. F\u00fcr das Jahr 2022 sind im Kredit Wald folglich 143.6 Millionen Franken budgetiert. Zus\u00e4tzlich wird die Pflege der Jungw\u00e4lder mit Bundesmitteln aus den Programmvereinbarungen unterst\u00fctzt. Erh\u00f6hte Kosten infolge der Stickstoffeintr\u00e4ge (durch reduziertes Wachstum, gr\u00f6sseren Pflegeaufwand des Jungwuchses etc.) k\u00f6nnen vom Bund nicht abgegolten werden, da im Einzelfall die Ursachen schlecht belegt werden k\u00f6nnen.</p><p>7. Die Kostenwahrheit st\u00e4rker ber\u00fccksichtigen heisst bezogen auf den Wald insbesondere, Massnahmen zur Reduktion von Ammoniak umzusetzen. Der Bundesrat sieht deshalb in seiner Stellungnahme zum Bericht \"Schutz der Biodiversit\u00e4t in der Schweiz\" der GPK-S vom 19. Februar 2021 Handlungsbedarf bei der Reduktion von Ammoniak. Fast der gesamte Schweizer Wald ist von \u00fcberm\u00e4ssig hohen Stickstoffeintr\u00e4gen betroffen. Auf knapp 90 Prozent des Waldes werden die kritischen Eintragsraten \u00fcberschritten. In der Folge versauert der Boden und N\u00e4hrstoffe werden ausgewaschen. Langfristig wird der Wald geschw\u00e4cht.</p><p>8. Der Bundesrat hat am 13. April 2022 das erste Verordnungspaket f\u00fcr sauberes Trinkwasser und eine nachhaltigere Landwirtschaft verabschiedet. Mit dem Verordnungspaket sollen auch die N\u00e4hrstoffverluste von Stickstoff um 20 Prozent reduziert werden. Dies dient auch als Massnahme gegen die \u00fcberm\u00e4ssigen Stickstoffeintr\u00e4ge im Wald. Das Inkrafttreten ist gr\u00f6sstenteils f\u00fcr Januar 2023 vorgesehen. In Erf\u00fcllung des Postulats 21.3015 der Kommission f\u00fcr Wirtschaft und Abgaben des Nationalrates (WAK-N) zur zuk\u00fcnftigen Ausrichtung der Agrarpolitik, hat der Bundesrat in seinem Bericht vom 22. Juni 2022 die weiteren Perspektiven betreffend Schliessung der N\u00e4hrstoffkreisl\u00e4ufe aufgezeigt.</p>  Antwort des Bundesrates.","FederalCouncilProposal":8,"FederalCouncilProposalText":null,"FederalCouncilProposalDate":"\/Date(1661904000000)\/","SubmittedBy":"Schlatter Marionna","BusinessStatus":229,"BusinessStatusText":"Erledigt","BusinessStatusDate":"\/Date(1664496000000)\/","ResponsibleDepartment":9,"ResponsibleDepartmentName":"Departement f\u00fcr Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation","ResponsibleDepartmentAbbreviation":"UVEK","IsLeadingDepartment":true,"Tags":"52|55","Category":null,"Modified":"\/Date(1690500229753)\/","SubmissionDate":"\/Date(1655337600000)\/","SubmissionCouncil":1,"SubmissionCouncilName":"Nationalrat","SubmissionCouncilAbbreviation":"NR","SubmissionSession":5115,"SubmissionLegislativePeriod":51,"FirstCouncil1":1,"FirstCouncil1Name":"Nationalrat","FirstCouncil1Abbreviation":"NR","FirstCouncil2":null,"FirstCouncil2Name":null,"FirstCouncil2Abbreviation":null,"TagNames":"Umwelt|Landwirtschaft"}}