{"d":{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20224405,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20224405,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Business"},"BusinessResponsibilities":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20224405,Language='DE')/BusinessResponsibilities"}},"RelatedBusinesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20224405,Language='DE')/RelatedBusinesses"}},"BusinessRoles":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20224405,Language='DE')/BusinessRoles"}},"Publications":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20224405,Language='DE')/Publications"}},"LegislativePeriods":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20224405,Language='DE')/LegislativePeriods"}},"Sessions":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20224405,Language='DE')/Sessions"}},"Preconsultations":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20224405,Language='DE')/Preconsultations"}},"Bills":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20224405,Language='DE')/Bills"}},"Councils":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20224405,Language='DE')/Councils"}},"BusinessTypes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20224405,Language='DE')/BusinessTypes"}},"Votes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20224405,Language='DE')/Votes"}},"SubjectsBusiness":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20224405,Language='DE')/SubjectsBusiness"}},"BusinessStates":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20224405,Language='DE')/BusinessStates"}},"Council":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20224405,Language='DE')/Council"}},"Transcripts":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20224405,Language='DE')/Transcripts"}},"ID":20224405,"Language":"DE","BusinessShortNumber":"22.4405","BusinessType":8,"BusinessTypeName":"Interpellation","BusinessTypeAbbreviation":"Ip.","Title":"Pflanzenkohle in der Landwirtschaft. Wirksamer Einsatz f\u00fcr den Klimaschutz bei korrekter Anwendung","Description":null,"InitialSituation":null,"Proceedings":null,"DraftText":null,"SubmittedText":"<p>Gem\u00e4ss Agroscope Bericht (112/2021) hat die Anwendung von Pflanzenkohle (PK) in der Landwirtschaft ein grosses Potential den Klimawandel zu verlangsamen, indem Kohlenstoff langfristig im Boden gebunden wird. Diese Technik k\u00f6nnte einen erheblichen Beitrag zur Erreichung der Schweizer Klimaziele leisten. Zudem soll der Einsatz von PK N\u00e4hrstoffkreisl\u00e4ufe (insbesondere Stickstoff) im Boden positiv beeinflussen, gasf\u00f6rmige Emissionen (Lachgas, Ammoniak) und die Auswaschung von Phosphat und Nitrat ins Grundwasser reduzieren und die Wasserspeicherf\u00e4higkeit erh\u00f6hen. Allerdings sind diese positiven Effekte stark abh\u00e4ngig von der Art der PK und ihrem korrekten Einsatz, sowie dem Boden auf dem sie angewendet wird. So ist beispielsweise noch kein optimaler Aktivierungsprozess identifiziert und in der Schweiz sind gem\u00e4ss Agroscope Bericht bisher nur wenige Maschinen verf\u00fcgbar, die den gem\u00e4ss aktuellem Forschungsstand idealen Einsatz von PK (Unterflurd\u00fcngung) effizient erm\u00f6glichen.</p><p>Vor diesem Hintergrund bitte ich den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Wie wird das Potential von PK zur Bodenverbesserung und als CO2-Senke in der Schweiz eingesch\u00e4tzt? </p><p>2. Werden dabei auch Entwicklungen auf europ\u00e4ischer Ebene (CO2-Zertifikate, Liberalisierung der Ausgangsmaterialien zur PK-Herstellung) ber\u00fccksichtigt und umfassende Betrachtungen der \u00f6kologischen und \u00f6konomischen Nachhaltigkeit (optimale Nutzung der nat\u00fcrlichen Ressource Biomasse: ist die Verkohlung in grossem Massstab sinnvoll oder werden N\u00e4hrstoffe verschwendet) einbezogen? K\u00f6nnte das Potential in der Schweiz besser genutzt werden (F\u00f6rderprogramm)?</p><p>3. Erste Forschungsprojekte (AgroCO2ncept, \"Recycle4Bio\", \"Black goes Green\"), die die agronomische und \u00f6kologische Wirkung von PK untersuchten, wurden bereits durchgef\u00fchrt bzw. laufen aktuell. Gen\u00fcgt die Datenbasis, um Aussagen zur Wirkung von PK auf Bodenqualit\u00e4t und als CO2-Senke zu t\u00e4tigen? Falls nicht, gibt es Bestrebungen, diese Datenl\u00fccken mit zus\u00e4tzlichen Forschungsprojekten zu f\u00fcllen?</p><p>4. Zentral f\u00fcr den sinnvollen und effektiven Einsatz von PK im Boden ist die korrekte Anwendung in der Landwirtschaft. Wie kann sichergestellt werden, dass Schweizer Landwirt:innen diesbez\u00fcglich aus- und weitergebildet werden? Wie wird sichergestellt, dass unsachgem\u00e4sse Herstellung und Einsatz von Pflanzenkohle minimiert werden?</p>","ReasonText":null,"DocumentationText":null,"MotionText":null,"FederalCouncilResponseText":"<p>1. Pflanzenkohle kann als biologische Kohlenstoffsenke einen Beitrag zur Verminderung des Klimawandels leisten, das Potential in der Schweiz ist jedoch beschr\u00e4nkt. Sch\u00e4tzungen sind mit grossen Unsicherheiten verbunden und schwanken zwischen 0.14 und 1.16 Mt CO2-Aquivalenten pro Jahr. Auf Schweizer B\u00f6den ist nicht mit einer generellen Erh\u00f6hung der Ertr\u00e4ge durch die Ausbringung von Pflanzenkohle zu rechnen, da Ackerfl\u00e4chen in der Schweiz gut mit N\u00e4hrstoffen versorgt sind und eine gute N\u00e4hrstoffr\u00fcckhaltekapazit\u00e4t aufweisen.</p><p>2. Die Schweiz war das erste europ\u00e4ische Land, welches eine Regelung zu Pflanzenkohle im Rahmen der D\u00fcnger-Verordnung (D\u00fcV SR 916.171) eingef\u00fchrt hat. In der kommenden Totalrevision dieser Verordnung ist vorgesehen, die Regelung auf 2024 hin der europ\u00e4ischen D\u00fcngemittelverordnung (EU) 2019/1009 anzugleichen, wobei die bis anhin geltenden strengen Grenzwerte bez\u00fcglich potentieller Schadstoffe beibehalten werden sollen. Die Vernehmlassung der neuen D\u00fcngerverordnung erfolgt im Fr\u00fchling 2023. Die Wirtschaftlichkeit der Pflanzenkohleproduktion kann nur durch die Kombination aus dem Erl\u00f6s des Kohleverkaufs und der energetischen Nutzung der Abw\u00e4rme aus dem Pyrolyseprozess erreicht werden. Die Produktion einzig zum Erhalt von CO2-Zertifikaten lohnt sich wirtschaftlich nicht. Umfassende Langzeitstudien zur Ber\u00fccksichtigung aller \u00f6konomischer und \u00f6kologischer Aspekte fehlen derzeit. Von einer grossfl\u00e4chigen Ausbringung von Pflanzenkohle auf Ackerfl\u00e4chen wird aktuell abgeraten, da die Langzeitwirkungen auf Schweizer B\u00f6den zu wenig erforscht sind. Zudem k\u00f6nnte eine Subventionierung der Pflanzenkohle zur Herstellung von Biomasse anstatt Nahrungsmitteln auf der landwirtschaftlichen Nutzfl\u00e4che f\u00fchren und widerspr\u00e4che der Biomassestrategie der Schweiz. Der Bundesrat plant daher derzeit kein F\u00f6rderprogramm.</p><p>3. Um die Wissensl\u00fccken zum Potential und der Wirkung von Pflanzenkohle auf Schweizer B\u00f6den zu verringern, wurden bereits weitere Forschungsprojekte wie i) eine \"Potentialstudie zur Pyrolyse von Hofd\u00fcngern in der Schweiz\" (Ithaka-Institut) und ii) der \"Einfluss von Pflanzenkohle auf den N\u00e4hrstoffkreislauf und die Wirkung beim Tier\" (FiBL) durch das BLW finanziert. Die Klimastrategie Landwirtschaft und Ern\u00e4hrung sowie der Bericht in Erf\u00fcllung des Postulats 19.3639 Bourgeois \"Kohlenstoffsequestrierung in B\u00f6den\" werden momentan erarbeitet. Sie werden auch darauf eingehen, ob weiterer Forschungsbedarf im Bereich Pflanzenkohle besteht.</p><p>4. Die Problematik der unsachgem\u00e4ssen Herstellung und Verwendung von Pflanzenkohle wird in einem gemeinsamen Faktenblatt der Bundes\u00e4mter f\u00fcr Landwirtschaft und Umwelt und von kantonalen Vertretern der Gruppe CercleSol thematisiert. Das Faktenblatt ist auf der Internetseite www.bafu.admin.ch &gt; Themen &gt; Klima &gt; Fachinformationen &gt; CO2-Entnahme und Speicherung abrufbar und richtet sich vor allem an kantonale Stellen und landwirtschaftliche Berater. Agridea widmet sich zudem in einem Arbeitskreis der sachgem\u00e4ssen Herstellung und Anwendung von Pflanzenkohle in der Landwirtschaft.</p>  Antwort des Bundesrates.","FederalCouncilProposal":8,"FederalCouncilProposalText":null,"FederalCouncilProposalDate":"\/Date(1675209600000)\/","SubmittedBy":"Friedl Claudia","BusinessStatus":229,"BusinessStatusText":"Erledigt","BusinessStatusDate":"\/Date(1734684018000)\/","ResponsibleDepartment":8,"ResponsibleDepartmentName":"Departement f\u00fcr Wirtschaft, Bildung und Forschung","ResponsibleDepartmentAbbreviation":"WBF","IsLeadingDepartment":true,"Tags":"36|52|55","Category":null,"Modified":"\/Date(1777992232317)\/","SubmissionDate":"\/Date(1670976000000)\/","SubmissionCouncil":1,"SubmissionCouncilName":"Nationalrat","SubmissionCouncilAbbreviation":"NR","SubmissionSession":5117,"SubmissionLegislativePeriod":51,"FirstCouncil1":1,"FirstCouncil1Name":"Nationalrat","FirstCouncil1Abbreviation":"NR","FirstCouncil2":null,"FirstCouncil2Name":null,"FirstCouncil2Abbreviation":null,"TagNames":"Wissenschaft und Forschung|Umwelt|Landwirtschaft"}}