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Iv.","Title":"Gewalt gegen Frauen. Denken wir zuerst an die Opfer","Description":null,"InitialSituation":null,"Proceedings":null,"DraftText":null,"SubmittedText":"<p>Das Schweizerische Strafgesetzbuch wird wie folgt ge\u00e4ndert:</p><p>2a. Gemeinsame Bestimmungen. Vom Gesetz besonders gesch\u00fctzte Personen</p><p>Art. 121</p><p>1. Wer eine Straftat nach Artikel 124 oder eine Straftat nach Artikel 125 Absatz 1, 127, 128, 129, 133 oder 134 an einer Frau begeht, sofern das Opfer einen Angriff von einer gewissen Schwere auf seine k\u00f6rperliche oder psychische Unversehrtheit erleidet, wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren bestraft.</p><p>2. Hat das weibliche Opfer schwere K\u00f6rperverletzungen im Sinne von Artikel 122 oder von Artikel 125 Absatz 2 erlitten, so wird der T\u00e4ter mit Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zwanzig Jahren bestraft.</p><p>3. Hat das weibliche Opfer T\u00e4tlichkeiten im Sinne von Artikel 126 erlitten, so wird der T\u00e4ter von Amtes wegen verfolgt und mit Freiheitsstrafe nicht unter sechs Monaten bestraft.</p><p>Weitere \u00c4nderungen</p><p>Die Artikel 122, 123, 124, 125, 126, 127, 128, 129, 133 und 134 werden um einen letzten Absatz mit folgendem Wortlaut erg\u00e4nzt:</p><p>Artikel 121 bleibt vorbehalten.</p>","ReasonText":"<p>In einem Urteil vom 22.&nbsp;November 2023 h\u00e4lt das Bundesgericht fest, dass die \u00abrelativ kurze\u00bb Dauer einer Vergewaltigung ein Grund f\u00fcr eine Strafmilderung sein kann. Diese Aussage ist insofern schockierend, als ein \u00dcbergriff, unabh\u00e4ngig von dessen Dauer, sich f\u00fcr das Opfer wie eine Ewigkeit anf\u00fchlt. Hat das Opfer den Eindruck, der \u00dcbergriff werde aufgrund seiner Dauer relativiert, wird dadurch nur das erlittene Leid vergr\u00f6ssert. Es liegt an uns als Gesetzgeber zu bestimmen, wie f\u00fcr Gerechtigkeit gesorgt wird. Heute kann ein T\u00e4ter, der der Vergewaltigung f\u00fcr schuldig befunden wurde, noch immer einer Gef\u00e4ngnisstrafe entkommen, da gegen Erstt\u00e4ter oft Geldstrafen verh\u00e4ngt werden. Das heisst in der Praxis, dass der T\u00e4ter jeglichen Unannehmlichkeiten entgeht, w\u00e4hrend das Opfer dauerhaft mit seinen Verletzungen zu leben hat. Der Vergewaltiger muss wissen, dass seine Taten mit einer Gef\u00e4ngnisstrafe bestraft werden, auch wenn die Tat von kurzer Dauer war.&nbsp;<br>2019 waren es 679 Vergewaltigungen. 2020 stieg die Anzahl Vergewaltigungen auf 713, was einer Zunahme von 5&nbsp;Prozent entspricht. Die Zahl stieg 2021 erneut an, um 6 Prozent auf 757 F\u00e4lle. 2022 nahmen die F\u00e4lle explosionsartig zu: 867 Vergewaltigungen, also 15&nbsp;Prozent mehr. 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