{"d":{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20233525,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20233525,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Business"},"BusinessResponsibilities":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20233525,Language='DE')/BusinessResponsibilities"}},"RelatedBusinesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20233525,Language='DE')/RelatedBusinesses"}},"BusinessRoles":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20233525,Language='DE')/BusinessRoles"}},"Publications":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20233525,Language='DE')/Publications"}},"LegislativePeriods":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20233525,Language='DE')/LegislativePeriods"}},"Sessions":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20233525,Language='DE')/Sessions"}},"Preconsultations":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20233525,Language='DE')/Preconsultations"}},"Bills":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20233525,Language='DE')/Bills"}},"Councils":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20233525,Language='DE')/Councils"}},"BusinessTypes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20233525,Language='DE')/BusinessTypes"}},"Votes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20233525,Language='DE')/Votes"}},"SubjectsBusiness":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20233525,Language='DE')/SubjectsBusiness"}},"BusinessStates":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20233525,Language='DE')/BusinessStates"}},"Council":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20233525,Language='DE')/Council"}},"Transcripts":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20233525,Language='DE')/Transcripts"}},"ID":20233525,"Language":"DE","BusinessShortNumber":"23.3525","BusinessType":8,"BusinessTypeName":"Interpellation","BusinessTypeAbbreviation":"Ip.","Title":"ADHS. Versorgungssituation","Description":null,"InitialSituation":null,"Proceedings":null,"DraftText":null,"SubmittedText":"<p>Mit einer Pr\u00e4valenz von 5,9 Prozent im Kindes- und Jugendalter und 2,5 Prozent im Erwachsenenalter stellt ADHS eine der h\u00e4ufigsten psychiatrischen Erkrankungen dar und ist somit ein relevantes gesundheitspolitisches Problem gerade im Hinblick auf die momentan begrenzten Ressourcen. Bei einer ADHS handelt es sich nicht um eine nur auf das Kindesalter beschr\u00e4nkte Entwicklungsst\u00f6rung, sondern die Beeintr\u00e4chtigung zeigt sich w\u00e4hrend der ganzen Lebensspanne. Die im Kindesalter auftretende Entwicklungsst\u00f6rung kann bei nicht fr\u00fchzeitiger Diagnostik und fachgerechter Behandlung zu gravierenden Folgeproblemen f\u00fchren, die nicht nur die Gesundheit der ADHS-Patient*innen betreffen, sondern ebenso das soziale Leben, die Arbeitst\u00e4tigkeit (evt. ist eine Berufsintegration n\u00f6tig), Delinquenz oder die Gesellschaft als Ganzes. Neben dem Leiden der ADHS-Betroffen sind zugleich Kosten ins Auge zu fassen, die entstehen, wenn die Versorgungssicherheit f\u00fcr ADHS nicht gegeben ist. Daher ist einerseits Klarheit bez\u00fcglich der ADHS-Versorgungssituation zu schaffen und andererseits sind die Folgen zu evaluieren, wenn die zeitnahe Diagnostik und Behandlung von ADHS, f\u00fcr die evidenzbasierte Empfehlungen bestehen, nicht mehr gegeben sind.</p><p>Der Bundesrat wird gebeten, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Welche Datenlage ist bez\u00fcglich der Versorgung (Diagnostik/Therapie) von ADHSPatient*innen in der Schweiz vorhanden?</p><p>2. Welche therapeutischen Herangehensweisen werden empfohlen, um das Leiden von ADHS-Betroffenen zu lindern?</p><p>3. Werden die Kosten der evidenzbasierten, empfohlenen Therapien von der Grundversicherung gedeckt?</p><p>4. Welche Risiken birgt eine unbehandelte ADHS (inkl. Kosten im Langzeitverlauf und ausserhalb der direkten Gesundheitskosten)?</p><p>5. Ist die diagnostische sowie therapeutische Versorgung von ADHS-Betroffenen ohne Wartezeit verf\u00fcgbar?</p><p>6. Werden f\u00fcr diese Aufgaben ausreichend Fachpersonen ausgebildet?</p>","ReasonText":null,"DocumentationText":null,"MotionText":null,"FederalCouncilResponseText":"<p>1. Betroffene mit einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivit\u00e4tsst\u00f6rung (ADHS) werden in der Regel ambulant behandelt. Es gibt keine auf Bundesebene erhobenen Daten, anhand derer im ambulanten Bereich behandelte Personen mit ADHS identifiziert werden k\u00f6nnen. Die Daten der Medizinischen Statistik der Krankenh\u00e4user (MS), die vom Bundesamt f\u00fcr Statistik (BFS) gesammelt werden, erm\u00f6glichen hingegen die Identifizierung und Beschreibung der F\u00e4lle von Patientinnen und Patienten, die mit einer ADHS-Diagnose hospitalisiert wurden. 2021 wurden 952 Personen unter 18 Jahren mit der Diagnose \u00abEinfache Aktivit\u00e4ts- und Aufmerksamkeitsst\u00f6rung\u00bb oder \u00abHyperkinetische St\u00f6rung des Sozialverhaltens\u00bb hospitalisiert. Im selben Jahr wurden 88 Patienten und Patientinnen unter 18 Jahren mit der Diagnose \u00abAufmerksamkeitsst\u00f6rung ohne Hyperaktivit\u00e4t mit Beginn in der Kindheit und Jugend\u00bb hospitalisiert. Aufgrund der fehlenden Informationen aus dem ambulanten Bereich ergibt sich kein vollst\u00e4ndiges Bild von der Situation der Betroffenen.</p><p>2. Wie der Bundesrat bereits in seinem Bericht vom 31. August 2022 in Erf\u00fcllung des Postulates Herzog 19.4283 \u00abADHS. Resultate des Projektes Fokus in die Ausbildung integrieren\u00bb festgehalten hat, ist&nbsp;die Bandbreite der Auspr\u00e4gungen der ADHS-Symptome gross. Ebenso variiert der Leidensdruck von Betroffenen und ihrem Umfeld. Eine Therapie sollte daher individuell und je nach Schweregrad der Beeintr\u00e4chtigung und Bed\u00fcrfnisse multimodal (mehrschichtig) aufgesetzt werden. F\u00fcr die Schweiz spezifische Behandlungsleitlinien sind nicht verf\u00fcgbar, aber die Behandlungen werden auf internationale Leitlinien abgest\u00fctzt (S3-Leitlinie: AWMF \u00abADHS bei Kindern. Jugendlichen und Erwachsenen\u00bb / Banaschewski T et al. (2018) Leitlinie \u00abAufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivit\u00e4tsst\u00f6rung (ADHS) im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter\u00bb Homburg/Saar). Gem\u00e4ss diesen Leitlinien kann die Behandlung Verhaltenstherapie, andere psychotherapeutische oder psychosoziale Interventionen, Psychoedukation und Pharmakotherapie beinhalten. Nicht jede/r Betroffene ben\u00f6tigt eine medikament\u00f6se Behandlung. Einzelne k\u00f6nnen individuell davon profitieren, wenn sie starke Symptome und eine hohe Belastung aufweisen. Die Therapien werden dabei nicht konkurrierend, sondern komplement\u00e4r im Rahmen eines umfassenden Behandlungsprogramms eingesetzt.&nbsp;</p><p>3. Die obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP) \u00fcbernimmt die Kosten f\u00fcr die medizinische, psychotherapeutische und medikament\u00f6se Behandlung, die von zugelassenen Leistungserbringern erbracht wird, insbesondere von Fach\u00e4rztinnen und Fach\u00e4rzten sowie psychologische Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten. Die Leistungen m\u00fcssen wirksam, zweckm\u00e4ssig und wirtschaftlich sein. Nicht im Geltungsbereich der OKP sind Berufs-/Alltagscoachings durch nicht OKP-zugelassene Fachpersonen sowie Selbsthilfegruppen.</p><p>4. Wie bei allen psychischen Erkrankungen ist das fr\u00fchzeitige Erkennen und Behandeln wichtig. Dadurch kann der Leidensdruck reduziert und der Verlauf der Krankheit positiv beeinflusst werden. Aussagen zu den Behandlungskosten k\u00f6nnen keine gemacht werden, da es lediglich Daten zum station\u00e4ren Bereich gibt, Betroffene mit ADHS aber in der Regel ambulant behandelt werden. Sch\u00e4tzungen zu indirekten Kosten, die durch ADHS verursacht werden, liegen nicht vor.&nbsp;</p><p>5. Daten zu den Wartezeiten liegen keine vor.&nbsp;ADHS wird oftmals im Kindes- und Jugendalter diagnostiziert und die psychiatrisch-psychotherapeutische Versorgungsituation f\u00fcr Kinder und Jugendliche ist in vielen Kantonen angespannt. Deshalb ist davon auszugehen, dass auch ADHS-spezifische Abkl\u00e4rungen und Therapien nicht ohne eine gewisse Wartezeit in Anspruch genommen werden k\u00f6nnen. Der Bundesrat ist bereit, das Postulat 23.3526 Feri Yvonne anzunehmen und die Versorgungssituation f\u00fcr Betroffene mit ADHS vertieft zu analysieren und basierend darauf m\u00f6gliche Massnahmen vorzuschlagen.</p><p>6. In der Regel werden Betroffene initial von Fach\u00e4rztinnen und Fach\u00e4rzten der Kinder- und Jugendmedizin behandelt und betreut. Bei Bedarf k\u00f6nnen sich Personen mit ADHS bei folgenden Fachpersonen einer Therapie unterziehen: Fach\u00e4rztinnen oder Fach\u00e4rzte f\u00fcr Psychiatrie und Psychotherapie, Fach\u00e4rztinnen oder Fach\u00e4rzte f\u00fcr Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie sowie eidgen\u00f6ssisch anerkannte (<span style=\"background-color:white;\">psychologische) Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten</span>. Dem Bund liegen keine Daten zur Anzahl dieser Fachpersonen vor, die spezifisch Patientinnen und Patienten mit ADHS betreuen. Das Medizinalberuferegister (MedReg, Stand vom 25.05.2023) umfasst jedoch 7707 Fach\u00e4rztinnen oder Fach\u00e4rzte f\u00fcr Psychiatrie und Psychotherapie sowie f\u00fcr Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie. Im&nbsp;<span style=\"background-color:white;\">Psychologieberuferegister</span> (PsyReg, Stand vom 25.05.2023) sind zudem 9398 eidgen\u00f6ssisch anerkannte&nbsp;<span style=\"background-color:white;\">Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten verzeichnet</span>.</p>","FederalCouncilProposal":null,"FederalCouncilProposalText":null,"FederalCouncilProposalDate":"\/Date(1692748800000)\/","SubmittedBy":"Feri Yvonne","BusinessStatus":229,"BusinessStatusText":"Erledigt","BusinessStatusDate":"\/Date(1695984816000)\/","ResponsibleDepartment":4,"ResponsibleDepartmentName":"Departement des Innern","ResponsibleDepartmentAbbreviation":"EDI","IsLeadingDepartment":true,"Tags":"2841","Category":null,"Modified":"\/Date(1751297115377)\/","SubmissionDate":"\/Date(1683072000000)\/","SubmissionCouncil":1,"SubmissionCouncilName":"Nationalrat","SubmissionCouncilAbbreviation":"NR","SubmissionSession":5120,"SubmissionLegislativePeriod":51,"FirstCouncil1":1,"FirstCouncil1Name":"Nationalrat","FirstCouncil1Abbreviation":"NR","FirstCouncil2":null,"FirstCouncil2Name":null,"FirstCouncil2Abbreviation":null,"TagNames":"Gesundheit"}}