{"d":{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20233991,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20233991,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Business"},"BusinessResponsibilities":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20233991,Language='DE')/BusinessResponsibilities"}},"RelatedBusinesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20233991,Language='DE')/RelatedBusinesses"}},"BusinessRoles":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20233991,Language='DE')/BusinessRoles"}},"Publications":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20233991,Language='DE')/Publications"}},"LegislativePeriods":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20233991,Language='DE')/LegislativePeriods"}},"Sessions":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20233991,Language='DE')/Sessions"}},"Preconsultations":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20233991,Language='DE')/Preconsultations"}},"Bills":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20233991,Language='DE')/Bills"}},"Councils":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20233991,Language='DE')/Councils"}},"BusinessTypes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20233991,Language='DE')/BusinessTypes"}},"Votes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20233991,Language='DE')/Votes"}},"SubjectsBusiness":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20233991,Language='DE')/SubjectsBusiness"}},"BusinessStates":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20233991,Language='DE')/BusinessStates"}},"Council":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20233991,Language='DE')/Council"}},"Transcripts":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20233991,Language='DE')/Transcripts"}},"ID":20233991,"Language":"DE","BusinessShortNumber":"23.3991","BusinessType":8,"BusinessTypeName":"Interpellation","BusinessTypeAbbreviation":"Ip.","Title":"Neue Erkenntnisse zur Klimawirkung von Methan. Wie nutzt der Bund die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse?","Description":null,"InitialSituation":null,"Proceedings":null,"DraftText":null,"SubmittedText":"<p>Die Akademie der Naturwissenschaften Schweiz (SCNAT) h\u00e4lt in ihrem 2022 publizierten Bericht \u00abKlimawirkung und CO2-\u00c4quivalent-Emissionen von kurzlebigen Substanzen\u00bb &nbsp;fest, dass mit der aktuellen Verwendung von GWP100 der Ver\u00e4nderung der Klimawirkung von Methan im Verlauf der Zeit nicht Rechnung getragen wird. Die Klimawirkung von Methan werde kurzfristig untersch\u00e4tzt, l\u00e4ngerfristig jedoch \u00fcbersch\u00e4tzt. Die Verwendung von GWP100 als Metrik liefere f\u00fcr die Klimawirkung von Methan bei der Betrachtung von Emissionsreduktionspfaden oder der Einhaltung von Temperaturzielen w\u00e4hrend dem 21. Jahrhundert kein ad\u00e4quates Bild. Die SCNAT f\u00fchrt weiter aus, dass die Klimawissenschaft nun die Metrik GWP* entwickelt habe, welche die Klimawirkung von kurzlebigen Substanzen im Zeitverlauf deutlich besser repr\u00e4sentiert. Damit k\u00f6nne ein wesentlich realistischeres Bild der Wirkung von Emissionsreduktionsmassnahmen gewonnen werden.</p><p>Die Verwendung der neuen, deutlich realistischeren Berechnungsmethode GWP* hat gem\u00e4ss dem Bericht der SCNAT zur Folge, dass bezogen auf das Jahr 2019 die Methanemissionen aus der Landwirtschaft in der Treibhausgasbilanz der Schweiz nur noch 0,6 Mt CO2\u00e4q* statt der bisher veranschlagten 3,9 Mt CO2\u00e4q (GWP100) betragen. Dies entspricht einer Reduktion um den Faktor 6.5 und relativiert den Beitrag der landwirtschaftlichen Methanemissionen an die Klimaerw\u00e4rmung betr\u00e4chtlich.</p><p>Aufgrund dieser wissenschaftlichen Fakten und Erkenntnisse stellen sich folgende Fragen:</p><p>1. Teilt der Bundesrat die Einsch\u00e4tzung, dass eine Verwendung der GWP*-Metrik die Klimawirkung von Methan realistischer abbildet und dass diese Berechnungsmethode k\u00fcnftig bei der Festlegung von Massnahmen gegen die Klimaerw\u00e4rmung einzubeziehen ist?</p><p>2. Teilt der Bundesrat die Schlussfolgerung aus den neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen, dass die Klimaauswirkung der Viehwirtschaft und dabei insbesondere der Haltung von Wiederk\u00e4uern bisher deutlich \u00fcbersch\u00e4tzt wurde und ist er bereit, dies bei der Ausgestaltung der k\u00fcnftigen Agrar- und Ern\u00e4hrungspolitik entsprechend zu ber\u00fccksichtigen?</p><p>3. Falls der Bundesrat die Annahmen unter Punkt 1 und 2 nicht teilt, worauf st\u00fctzt sich der Bund, um an einem \u00fcberholten, nachgewiesenermassen verzerrenden Berechnungssystem festzuhalten?<br>&nbsp;</p>","ReasonText":"<p>Der Bundesrat will bis 2050 eine klimaneutrale Schweiz. Um wirksame Massnahmen daf\u00fcr zu ergreifen, ist es unabdingbar, sich an den neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen betreffend Treibhausgasen (THG) und ihrer Klimawirkung zu orientieren.</p><p>Um die unterschiedliche Klimawirkung der THG zu ber\u00fccksichtigen, werden die Emissionen verschiedener Substanzen in CO2-\u00c4quivalent (CO2\u00e4q) umgerechnet und zusammengefasst. In der Klimakonvention UNFCCC wurde dazu eine Umrechnungsmetrik festgelegt, welche die Summe der Klimawirkung eines Emissionspulses einer Substanz \u00fcber 100 Jahre abbildet (GWP100). Die Verwendung von GWP100 hat sich etabliert und wird von allen L\u00e4ndern angewendet.<br>Die zur Berechnung der THG-Emissionen genutzten Algorithmen stammen jedoch noch vom 5. Bericht zur Klimaver\u00e4nderung der IPCC aus dem Jahr 2013. In einem 2021 publizierten wissenschaftlichen Bericht weist die IPCC nun darauf hin, dass der GWP-Berechnungsalgorithmus f\u00fcr die durch das Methan induzierten THG-Emissionen zu einer \u00dcbersch\u00e4tzung der Ver\u00e4nderung der globalen Temperatur \u00fcber die Zeit f\u00fchrt und daher k\u00fcnftig anzupassen sei (siehe oben).</p><p>Betreffend Methanausstoss der Landwirtschaft gilt es zudem zu beachten, dass das von den Wiederk\u00e4uern ausgeschiedene Methan Bestandteil im nat\u00fcrlichen Kohlenstoffkreislauf der Landwirtschaft ist. Dabei wird das von den Wiederk\u00e4uern ausgeschiedene Methan relativ schnell zu CO2 abgebaut, welches von den Pflanzen bei der Photosynthese wieder aufgenommen und aus der Atmosph\u00e4re entfernt wird. Bleiben die Emissionen von Methan \u00fcber l\u00e4ngere Zeit konstant, so bleibt auch deren Klimawirkung nahezu konstant. Das heisst, dass es kaum eine zus\u00e4tzliche Erw\u00e4rmung durch Viehhaltung gibt, solange die Wiederk\u00e4uerbest\u00e4nde und damit die Methanemissionen nicht zunehmen. Bem\u00fchungen die Methanemissionen zu reduzieren, sollten somit auf fossiles Methan fokussiert werden.</p>","DocumentationText":null,"MotionText":null,"FederalCouncilResponseText":"<div><p style=\"margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt\"><span style=\"font-family:Arial\">1) Metriken wie GWP</span><span style=\"line-height:150%; font-family:Arial; font-size:7.33pt; vertical-align:sub\">100</span><span style=\"font-family:Arial\"> oder GWP* dienen dazu, verschiedene Treibhausgase unter bestimmten Annahmen (z.B. Zeithorizont der Betrachtung) miteinander zu vergleichen und auf die gemeinsame Basis CO</span><span style=\"line-height:150%; font-family:Arial; font-size:7.33pt; vertical-align:sub\">2</span><span style=\"font-family:Arial\">-\u00c4quivalent zu normieren. Der Bundesrat teilt die Einsch\u00e4tzung, dass die Metrik GWP* die zeitliche Entwicklung der Klimawirkung von Methanemissionen pr\u00e4ziser wiedergibt als andere Metriken. Auf wissenschaftlicher Ebene bestehen jedoch noch offene Fragen betreffend die Anwendung von GWP* im klimapolitischen Kontext.</span></p><p style=\"margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt\"><span style=\"font-family:Arial; -aw-import:ignore\">&#xa0;</span></p><p style=\"margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt\"><span style=\"font-family:Arial\">2) </span><span style=\"font-family:Arial; -aw-import:spaces\">&#xa0;</span><span style=\"font-family:Arial\">Die Akademie der Naturwissenschaften Schweiz (SCNAT) h\u00e4lt in ihrer Publikation \u00abKlimawirkung und CO</span><span style=\"line-height:150%; font-family:Arial; font-size:7.33pt; vertical-align:sub\">2</span><span style=\"font-family:Arial\">-Aquivalent-Emissionen von kurzlebigen Substanzen\u00bb fest, dass die Verwendung von GWP</span><span style=\"line-height:150%; font-family:Arial; font-size:7.33pt; vertical-align:sub\">100 </span><span style=\"line-height:150%; font-family:Arial; font-size:7.33pt; vertical-align:sub; -aw-import:spaces\">&#xa0;</span><span style=\"font-family:Arial\">als Metrik f\u00fcr die Klimawirkung von Methan bei der Betrachtung von Emissionsreduktionspfaden oder der Einhaltung von Temperaturzielen w\u00e4hrend dem 21. Jahrhundert kein ad\u00e4quates Bild liefert. Die Klimawissenschaft hat k\u00fcrzlich eine neue Metrik entwickelt (GWP*), welche die Klimawirkung von kurzlebigen Substanzen im Zeitverlauf deutlich besser repr\u00e4sentiert als die bisher verwendete Metrik GWP</span><span style=\"line-height:150%; font-family:Arial; font-size:7.33pt; vertical-align:sub\">100</span><span style=\"font-family:Arial\">. Wird f\u00fcr das Jahr 2019 die Betrachtungsweise der CO</span><span style=\"line-height:150%; font-family:Arial; font-size:7.33pt; vertical-align:sub\">2</span><span style=\"font-family:Arial\">\u00e4q* mit GWP* verwendet, w\u00fcrden die Methanemissionen aus der Landwirtschaft in der Treibhausgasbilanz der Schweiz nur noch 0,6 Mt CO</span><span style=\"line-height:150%; font-family:Arial; font-size:7.33pt; vertical-align:sub\">2</span><span style=\"font-family:Arial\">\u00e4q* statt 3,9 Mt CO</span><span style=\"line-height:150%; font-family:Arial; font-size:7.33pt; vertical-align:sub\">2</span><span style=\"font-family:Arial\">\u00e4q (GWP</span><span style=\"line-height:150%; font-family:Arial; font-size:7.33pt; vertical-align:sub\">100</span><span style=\"font-family:Arial\">) betragen. Dennoch k\u00f6nnte eine weitere Reduktion der Methanemissionen entscheidend zur Erreichung der Klimaziele beitragen.</span></p><p style=\"margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt\"><span style=\"font-family:Arial; -aw-import:ignore\">&#xa0;</span></p><p style=\"margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt\"><span style=\"font-family:Arial\">3) Der Bundesrat orientiert sich an den aktuellen Erkenntnissen und Standards des Weltklimarates IPCC. GWP</span><span style=\"line-height:150%; font-family:Arial; font-size:7.33pt; vertical-align:sub\">100</span><span style=\"font-family:Arial\"> findet auf dieser Ebene weiterhin Anwendung: Die internationale Klimaberichterstattung verwendet GWP</span><span style=\"line-height:150%; font-family:Arial; font-size:7.33pt; vertical-align:sub\">100 </span><span style=\"font-family:Arial\">als Metrik f\u00fcr alle Treibhausgasemissionen.</span><span style=\"line-height:150%; font-family:Arial; font-size:7.33pt; vertical-align:sub\"> </span><span style=\"font-family:Arial\">Damit wird deren Klimawirkung gemittelt \u00fcber den Zeithorizont von 100 Jahren beschrieben. Gem\u00e4ss dem 6. Sachstandsbericht des IPCC ist GWP</span><span style=\"line-height:150%; font-family:Arial; font-size:7.33pt; vertical-align:sub\">100</span><span style=\"font-family:Arial\"> im Hinblick auf die notwendigen Klimaschutzmassnahmen zur Begrenzung der globalen Erw\u00e4rmung auf unter 2\u00b0C eine gute Wahl, auch wenn GWP</span><span style=\"line-height:150%; font-family:Arial; font-size:7.33pt; vertical-align:sub\">100</span><span style=\"font-family:Arial\"> die zeitliche Entwicklung der Klimawirkung von Methanemissionen nicht abbildet. Ausserdem ist f\u00fcr die Ziel\u00fcberpr\u00fcfung unter dem \u00dcbereinkommen von Paris die Verwendung von GWP</span><span style=\"line-height:150%; font-family:Arial; font-size:7.33pt; vertical-align:sub\">100</span><span style=\"font-family:Arial\"> vorgegeben. Die Emissionen aller Treibhausgase werden deshalb bis auf Weiteres auf der Basis von GWP</span><span style=\"line-height:150%; font-family:Arial; font-size:7.33pt; vertical-align:sub\">100</span><span style=\"font-family:Arial\"> umgerechnet. Die Verwendung alternativer Metriken wie z.B. GWP* wird im Rahmen der Klimaverhandlungen im wissenschaftlichen Begleitgremium diskutiert. Die Schweiz setzt sich f\u00fcr eine wissenschaftlich fundierte, einheitliche Methodik ein, und anerkennt die Schw\u00e4chen der bisher verwendeten Methodik GWP</span><span style=\"line-height:150%; font-family:Arial; font-size:7.33pt; vertical-align:sub\">100</span><span style=\"font-family:Arial\">.</span></p></div>","FederalCouncilProposal":null,"FederalCouncilProposalText":null,"FederalCouncilProposalDate":"\/Date(1701216000000)\/","SubmittedBy":"Haab Martin","BusinessStatus":229,"BusinessStatusText":"Erledigt","BusinessStatusDate":"\/Date(1758874988000)\/","ResponsibleDepartment":9,"ResponsibleDepartmentName":"Departement f\u00fcr Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation","ResponsibleDepartmentAbbreviation":"UVEK","IsLeadingDepartment":true,"Tags":"36|52|55","Category":null,"Modified":"\/Date(1763100044110)\/","SubmissionDate":"\/Date(1694563200000)\/","SubmissionCouncil":1,"SubmissionCouncilName":"Nationalrat","SubmissionCouncilAbbreviation":"NR","SubmissionSession":5122,"SubmissionLegislativePeriod":51,"FirstCouncil1":1,"FirstCouncil1Name":"Nationalrat","FirstCouncil1Abbreviation":"NR","FirstCouncil2":null,"FirstCouncil2Name":null,"FirstCouncil2Abbreviation":null,"TagNames":"Wissenschaft und Forschung|Umwelt|Landwirtschaft"}}